Für die RAF war er das System, für mich der Vater

von Anne Ameri-Siemens 
3,9 Sterne bei17 Bewertungen
Für die RAF war er das System, für mich der Vater
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Gespräche mit den Hinterbliebenen

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Möchte man eine andere Sicht auf die RAF erhalten, nämlich die der Opfer, sollte man dieses Buch lesen.

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Inhaltsangabe zu "Für die RAF war er das System, für mich der Vater"

Viel ist über die RAF geschrieben worden, ihre Opfer aber blieben weitgehend ungehört. In diesem Buch öffnen sich die Angehörigen und Überlebenden des Terrors und erzählen – viele von ihnen zum ersten Mal – von den schrecklichen Ereignissen, die ihr Leben für immer verändert haben. Erst wer diese erschütternden Zeugnisse liest, wird die Geschichte der RAF in ihrer ganzen Dimension verstehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492252638
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:295 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.09.2008

Rezensionen und Bewertungen

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    Liebes_Buchvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gespräche mit den Hinterbliebenen
    RAF aus der Sicht der Opfer

    Nachdem ich die Erinnerungen von Peter Schneider, einem 68er, gelesen hatte, las ich zum Kontrast dieses Buch, in dem die Familien einiger Ermordeter zu Wort kommen.
    Es berichten Angehörige oder Überlebende von den Fällen: Botschaft in Stockholm, Jürgen Ponto, Hans Martin Schleyer, die Landshut,  von Braunmühl und Eckhardt. Dieses Buch ist sehr bedrückend und geht tief unter die Haut. Die Opfer müssen sich ein Leben lang mit dem Mord auseinandersetzen und zudem oft mit der Freilassung der Täter. Sich anzuhören, wie die Opfer mit diesen sinnlosen Taten leben und versuchen, den Tätern zu vergeben, ist sehr beeindruckend. Ich wusste nicht, dass Opfer sogar die Verteidigung der Terroristen finanzierten... dieser Glaube an die Demokratie der BRD steht in krassem Gegensatz zum Weltbild der RAF, die starre Feindbilder hat. Besonders gut an diesem Buch ist, dass auch die Lebensläufe der Täter geschildert werden. So kann man Verschwörungstheorien entgegentreten, die im Internet kursieren, denn die Täter geben bis heute Interviews und verbreiten ihre Sichtweise z B von einer Verschwörung Israels... Ich habe begleitend zu diesen Büchern einige Videos im Netz angeschaut und kann verstehen, dass die Familien von der Einstellung der Terroristen enttäuscht sind, die sich meistens als Opfer darstellen. Darum finde ich dieses Buch sehr wichtig, um auch den echten Opfern eine Stimme zu geben. Traurig ist, dass viele Opfer sogar Sympathien für die Studentenbewegung hatten. Das schütze sie jedoch nicht davor, von der RAF hingerichtet oder als Geisel genommen zu werden. Es hat mich betroffen gemacht zu lesen, dass sogar persönliche Freunde an Attentaten mitgewirkt haben. Enttäuschend ist natürlich das Interview von Helmut Schmidt am Ende des Buches. Er erklärt seinen Leitsatz, dass der Staat sich nicht erpressen lassen will. Zum Glück können die Opfer auch dazu ihre Meinung sagen. Als Anfangspunkt der RAF wird immer gesehen, dass die Nachkriegsgeneration einen Dialog über die Schuld der Tätergeneration forderte. Dafür spricht, dass auch Herr Schmidt hier behauptet, kein Nazi gewesen zu sein, weil er Juden in der Familie hat. Trotzdem wurde inzwischen von Akten berichtet, die ihm eine nationalsozialistische Gesinnung bescheinigen. Vielleicht wollte die sogenannte Tätergeneration wirklich nicht auspacken. Aber wie ein Betroffener richtig feststellt: Warum haben die Terroristen nicht ihre eigenen Eltern ermordet? Die RAF hat ihre Feinde selbst ausgesucht und in Selbstjustiz ermordet, aus Gründen, die nur sie kennen. Dabei töteten sie auch Menschen ihres Alters oder Angestellte.  Dieses Buch wurde mit der Corine für das beste Sachbuch ausgezeichnet. 

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    Orishas avatar
    Orishavor 7 Jahren
    Kurzmeinung: Möchte man eine andere Sicht auf die RAF erhalten, nämlich die der Opfer, sollte man dieses Buch lesen.
    Rezension zu "Für die RAF war er das System, für mich der Vater" von Anne Ameri-Siemens

    Von Mirbach – Hillegaart – Ponto – Schleyer – Schumann – Von Braunmühl. Vor nicht mal 25 Jahren wurde letztgenannter auf offener Straße erschossen. Die anderen als Geiseln genommen – entführt – hingerichtet. Im Auftrag der RAF. Jenem Kapitel jüngster deutscher Geschichte, dem immer etwas verklärt Mystisches anhaftet. Doch hier geht es nicht um Meinhof - Baader – Enslin und Co. Zumindest nicht vorrangig. Hier geht es um die Opfer. Um Angehörige. Um Augenzeugen. Um Erlebtes und um Einsicht – Nachsicht – Unverständnis – Verständnis – Trauer – Ängste. Siemens lässt die Angehörigen eben jener zu Wort kommen, mal im Interview, mal als freie Nacherzählung, gespickt mit Hintergrundinformationen. Eine kurze Einführung bringt nochmals Licht in die Geschichte der RAF und Helmut Schmidt hat einmal mehr das letzte Wort. 


    Fazit: Lesenswert.

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    Tanja_Langers avatar
    Tanja_Langervor 8 Jahren
    Kurzmeinung: ein lohnender einstieg in das phänomen des terrorismus
    Rezension zu "Für die RAF war er das System, für mich der Vater" von Anne Ameri-Siemens

    Das Gute an diesem Buch ist, dass es gerade keinen Gesamtüberblick über "die Geschichte der RAF" gibt, was auch immer das sein sollte. ein solches Buch kann es nämlich noch gar nicht geben, da zu vieles vollkommen unbekannt ist. Dennoch gibt Anne Siemens in ihren knappen Einführungen einen Abriss der Aktivitäten der RAF, und sie lässt ihren InterviewpartnerInnen den Raum, der offenbar macht, wie kompliziert es ist, von einem Attentat betroffen zu sein, zur Familie eines von anderen gehassten und ermordeten Menschen zu gehören, darüber hinaus die Zwiespältigkeit zu erleben, wie das Bildes eines Menschen in der Öffentlichkeit einerseits, in der persönlichen Wahrnehmung und Bedeutung andererseits ist. Manche Konflikte sind nicht auflösbar. Man erhält aus den Moasiksteinchen der Antworten ein facettenreiches Bild der 70er, 80er und der Nachwirkungen. Interessant sind auch die Hinweise auf Verfilzungen der RAF mit der Stasi und anderen Geheimdiensten und den ideologischen Kampf, der zur Zeit des Kalten Krieges stattfand. Ein lesenswertes, engagiertes Buch auf einem schwierigen Feld.

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    wireless5011s avatar
    wireless5011vor 10 Jahren
    Rezension zu "Für die RAF war er das System, für mich der Vater" von Anne Ameri-Siemens

    Für sich alleinstehend kein überzeugendes Buch. Um aber ein Gesamtbild über die RAF und ihre Aktionen zu bekommen trotzdem lohnend.

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    Martinas avatar
    Martina
    blackdahlias avatar
    blackdahlia
    bahes avatar
    bahe
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    Anmaravor 2 Jahren
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    Sonja82vor 3 Jahren
    I
    IvWavor 3 Jahren

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