Anne Büttner Der Rest ist das, was übrig bleibt

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Inhaltsangabe zu „Der Rest ist das, was übrig bleibt“ von Anne Büttner

„Der Rest ist das, was übrig bleibt“ ist ein alphabetisiertes Wimmelbuch, bei dem es so viel zu entdecken gibt, wie der Leser bereit ist, sich einzulassen. Duftende Narben, Zuneigung, die keine ist, gnadenlos schöne Erinnerungen, Nichtgesagtes und Überhörtes geben den Kurzgeschichten Kontur und schraffieren ein Stück Leben all der Tagträumer und Nachtschwärmer, der Ausdauernden und Gehetzten, der Irgendwers und Jemands, die einem irgendwie bekannt vorkommen. Emotionale Offenbarungseide voller Gedanken, die man sich aufs Kissen sticken möchte und Realitäten, die man nur allzu gern darunter ersticken will. Kurzum Alltage und Brüche, die, so verschieden sie auch waren und sind, am Ende eines gemeinsam haben. Die Frage nach dem Wert des Übriggebliebenen bleibt dabei von Geschichte zu Geschichte neu zu beantworten.

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  • Rezension zu "Der Rest ist das, was übrig bleibt" von Anne Büttner

    Der Rest ist das, was übrig bleibt

    jan-lindner

    10. February 2013 um 12:50

    Anne Büttners Geschichten haben es in sich. Sie leben von verzerrten Wahrnehmungen ihrer Protagonisten, von den kleinen und großen Grausamkeiten, die sich die Menschen wechselseitig zufügen, um sich selber daran zu erhöhen - vom Gefangensein in der eignen, oft fehlgeleiteten Gefühligkeit und der auf Kompensation bedachten Konsequenz daraus. Und trotz der drückenden Schwere in der Thematik Anne Büttners Texte, gelingt es ihr anhand einiger wortspielerischen Tüfteleien einen beinahe lockeren Ton anzuschlagen, der die Alltäglichkeit des verletzenden Miteinanders zum Vorschein bringt. Sie will nicht belehren, sie drückt dem Leser nicht die Fackel ins Gesicht, auf dass er verbrenne und erkenne, sondern allenfalls legt sie einen Docht in den Hinterkopf, der dann von selber zu zündeln beginnt und je nach Bereitschaft des Lesers seinen Kegel entfaltet. Unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Der Rest ist das, was übrig bleibt" von Anne Büttner

    Der Rest ist das, was übrig bleibt

    Luisebert

    12. August 2012 um 13:19

    „Der Rest ist das, was übrig bleibt“ Aha, dachte ich mir, als mir eine Freundin dieses Büchlein mit Kurzgeschichten schenkte. Genauso muss ich wohl auch geschaut haben, meinte sie doch, ich solle es lesen, es würde mir gefallen. Weil wir buchstäblich einen ähnlichen Geschmack haben, vertraute ich ihrem Vor-Urteil. Umschlag und Klappentext ließen erahnen, dass sie Recht behalten könnte. Neugierig las ich drauf los. Bereits nach der ersten der insgesamt zehn Kurzgeschichten war mir klar, dass ich das Buch nicht einfach auf dem Weg zur Arbeit und zurück würde durchlesen können, wie ich aufgrund des Formates vermutete. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, kann ich sagen, dass der Eindruck bis zum Schluss blieb. Es war gut, sich den Geschichten in Ruhe zu widmen. Andernfalls hätte ich mich vielleicht nicht so auf sie eingelassen. So aber gewann ich einen Einblick in „ein Stück Leben all der Tagträumer und Nachtschwärmer, der Ausdauernden und Gehetzten, der Irgendwers und Jemands, die einem irgendwie bekannt vorkommen.“ So zum Beispiel in das Leben und die besondere Verbindung zweier Brüder („Audioretrospektive – die Welt mit Deinen Ohren sehen“). Weil dessen blinder Bruder seine größte Leidenschaft, das Fotografieren, aufgeben musste („Damals war er überglücklich, eine Dunkelkammer zu besitzen, heute ist er verflucht, in ihr zu leben.“), reist William an alle Orte, die sein Bruder früher bereist hatte und sendet ihm von unterwegs Hörbücher. Mit diesen soll es gelingen, den erblindeten Henry wieder sehen und fühlen zu lassen. Auch ich als Leserin fühlte mich an die Orte versetzt, auch wenn ich, im Gegensatz zu den beiden Brüdern, an den wenigsten davon war. Ähnlich ging es mir bei „Eintagsfliegen“. Durch die Art, wie die Protagonistin (Namen sind nur in den wenigsten Geschichten zu finden) beschrieben wird, konnte ich mich in eine solche „Gehetzte“ hineinversetzen. Ganz automatisch las ich schneller, weil die Autorin durch ihr Schreiben diese Schnelligkeit und Rastlosigkeit vermittelte. Und obwohl ich ahnte, dass irgendwann die Notbremse gezogen werden muss, war ich doch überrascht, als es dann soweit war. Noch ein Text, der mich überrascht hat, war „Farbenleere“. Das Thema der Geschichte ist nicht neu. Es geht um eine Beziehung, damit verbundene Gefühle und die Frage, wie es weitergeht. Die Art jedoch, wie dies ausgedrückt wird und Stimmungen transportiert werden, habe ich so noch nicht gelesen. Mittels Zahlen und Farben werden Gefühle angedeutet, die ich problemlos nachempfinden konnte, auch wenn ich es sonst nicht so mit Zahlen habe. Für mich einer meiner Favoriten im Buch! Erwischt hat mich „Spielverderber“, ein Text über Misshandlung. Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht zu hart ist. Auf mich wirkte es mitunter erschreckend abgeklärt, wie die Auslebung von Gewalt beschrieben oder angedeutet wurde. Andererseits ist Misshandlung ja genau das – brutal und erschreckend. Insofern hat die Geschichte ganze Arbeit geleistet. Ich fühlte mich, als sei ich selbst Opfer des Jungen geworden, um den es geht. Nach dieser Geschichte brauchte ich am längsten, bevor ich mit der nächsten beginnen konnte. Laut Klappentext handelt es sich um ein „alphabetisiertes Wimmelbuch, bei dem es soviel zu entdecken gibt, wie der Leser bereit ist, sich einzulassen.“ Dem stimme ich zu. Auch, wenn ich mir anfangs nicht so recht etwas darunter vorstellen konnte, weiß ich jetzt, was damit gemeint ist. Je mehr Zeit man sich nimmt, je genauer man hinsieht, desto mehr spalten sich die Geschichten in ihre Bestandteile auf, legen unentdeckte sprachliche Bilder frei und enthüllen verborgene Emotionen. An einigen Stellen blieb mir das Lachen im Halse stecken („Spielverderber“), bei „So und So“ – einem Text, der Erinnerungen aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen wiedergibt - konnte ich nicht anders. Als sie mir das Buch schenkte, hatte meine Freundin mir nicht gesagt, dass es so fordernd wäre. Vielleicht weil sie ahnte, dass ich mir dann nicht die Zeit genommen hätte. So aber hoffe ich, mich bei ihr bald für dieses schöne „Wimmelbuch“ revanchieren zu können.

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  • Rezension zu "Der Rest ist das, was übrig bleibt" von Anne Büttner

    Der Rest ist das, was übrig bleibt

    Joachim

    24. January 2012 um 08:00

    „Der Rest ist das was übrig bleibt“, schon der Titel macht neugierig. Zehn Kurzgeschichten von Anne Büttner, die es in sich haben! „Audioretrospektive – die Welt mit Deinen Ohren sehen“ Ein blinder, in Depression gefangener Mann wird durch die Tonbänder seines Bruders an die Orte zurückgeführt, die er einst noch sehend, besucht hat. In seinem Kopf erwachen, durch die Geräusche und Stimmen, diese Orte wieder zum Leben, wodurch er aus seiner Lethargie erwacht. Wunderbar berührend, lebensecht und zum Nachdenken anregend. Meine Lieblingsgeschichte! „Eintagsfliegen“ „Essen auf die Hand, Kaffee auf den Weg, arbeiten auf Zeit, rauchen auf Lunge, sitzen auf Kohlen, trinken auf Ex, Gefühle auf null, Tacho auf Anschlag.“ Alles an dieser Geschichte beschreibt unseren Zeitgeist. Die Hektik, den Stress, rastlos, ruhelos. Sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob es so sein muss? „Farbenleere“ „Heute ist eindeutig eine 47. Ich bin mir ganz sicher. Genau so muss es aussehen, wenn man die Vier und Sieben vermischt. Wie eine 47 eben. Matschig. Schlammig. Trostlos.“ Ich muss gestehen, mir fällt es schwer, Farben mit einem Zustand, einem Gefühl oder mit einem Gegenstand zu verbinden. Doch nachdem ich diese Geschichte mehrfach gelesen habe, fällt mir die eine oder andere Verbindung auf. Doch nur, weil der Text mich leitet und hineinfühlen lässt. „Abgefahren“ Genial! Die Flucht vor sich selbst. Die Anderen durch nichtgesagtes zu Schlussfolgerungen führen, die nur ihre eigenen Sehnsüchte wiederspiegeln. Flüchten wollen und doch nicht können. „Schlaglichter“ Macht betroffen. Häusliche Gewalt und die Sichtweise der Betroffenen. Der schwierige Weg aus einem Kreislauf und das Schweigen darüber. Die Gefühle so treffend beschrieben. Erschütternd. „Toast und Honig“ Wunderschöne Wortspiele um das Ende einer Beziehung. Das Gefühl der Einsamkeit, die kommen wird, ist greifbar. „Spielverderber“ Noch eine Geschichte, die mich sehr betroffen gemacht hat. So treffend beschrieben die Sichtweise des Täters, der gleichzeitig Opfer ist. Man kann nicht anders als mit dem Täter fühlen und ihn auch gleichzeitig verachten für das, was er einem schwächeren antut. Doch wäre er auch der geworden, wenn er selbst andere Erfahrungen gemacht hätte? Es folgen noch, „Nahtlos“, „Schöngeredet“ und „So und So“, jede Geschichte mit ihrem eigenen Flair. Aber alle Geschichten vereint eins, wunderschöne Wortspiele, Metaphern und ein Inhalt, der berührt. Auf die eine oder andere Art. Doch mit wenigen Worten, Personen, Gefühle, Leben so zu beschreiben, das ist wirkliches Können. Meine Empfehlung, jede Geschichte einzeln lesen. Anschließend sacken lassen und verarbeiten. Einziges Manko des Buches, nach zehn Geschichten ist Schluss.

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