Anne B Ragde Der Arsenturm

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Inhaltsangabe zu „Der Arsenturm“ von Anne B Ragde

Als die alte Amalie Thygesen stirbt, jubeln viele in der Familie. Nur eine trauert ehrlich und ist entsetzt über die hasserfüllten Reaktionen, die selbst die Trauerfeier überschatten: Therese, die Enkelin. Aber kennt diese wirklich die ganze Geschichte? Eine ungewöhnliche Spurensuche beginnt.

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  • Rezension zu "Der Arsenturm" von Anne B Ragde

    Der Arsenturm
    jansdarling2002

    jansdarling2002

    21. February 2010 um 18:49

    Der Leichenbestatter Margido steckt bis zu den Ohren in Arbeit, vor allem als der neueste Todesfall hereinkommt ein noch unschuldiger Junge hat sich im Bett eigenhändig erdrosselt. Margido kennt die Familie, so wie ihn ein jeder kennt. Mit einigen Problemen kann er der trauernden Familie die notwendigen Angaben in Sachen Bestattung entlocken. Zwischen den Bestattungen erreicht ihn ein Anruf von Tor.... ein schwerer Krankenfall in den eigenen Reihen, bei dem es schlecht ausgehen kann. Margido ist nicht si angetan von dem Gedanken, am Krankenbett dem Rest der Familie zu begegnen, schon gar nicht seinem Bruder Erlend. . Szenewechsel Erlend verdient sein Geld als Dekorateur in Kopenhagen. Er liebt es, seine Fantasien in Sachen Dekoration ausleben zu können. Ebenso liebt er seine 103 Stücke umfassende Sammlung an Swarowski-Tieren. Und er ist ganz vernarrt in seinen Lebensgefährten Carl, den er liebevoll Krumme nennt. . Auch ihn erreichen die schrecklichen Nachrichten der schweren Erkrankungen auf dem heimatlichen Hof. Auch er ist nicht sonderlich angetan, so kurz vor Weihnachten seine ganze Planung über den Haufen schmeißen zu müssen. Torun erfährt von diesem schicksalhaften Vorfall erst sehr spät, sie ist zwischen Wut auf die Familie und Trauer sowie begleitender Ratlosigkeit hin und her gerissen, beschließt aber letzten Endes doch, in letzter Minute zum heimatlichen Hof zu reisen. . Szenenwechsel Tor lebt mit Vater und Mutter auf dem Hof sein Vater interessiert ihn nicht sonderlich, er sieht ihn als faul an, der nur dann etwas macht, wenn ihm das einer sagt. Naja, die Buchhaltung für die Schweinezucht, die kriegt Vater wohl noch auf die Reihe. Eigentlich ist es To9r ziemlich egal, was um ihn herum passiert, er lebt in seiner eigenen Welt: Schweinezucht, diese ist für Ihn das eine und alles, und da eh gerade zwei Sauen vor dem Wurf stehen, hat er keine Zeit über ander4es nachdenken, auch nicht, das die Mutter sich nicht blicken lässt.Dennoch fällt es ihm irgendwie auf, dass eines Morgens noch kein Frühstück auf dem Tisch steht. Erstmal denkt Tor sich nichts dabei, auch “Vater“ scheint sich nicht zu sorgen. Doch irgendetwas stimmt nicht. Tor übernimmt das Regiment in der Küche, damit “Vater“ etwas zu essen bekommt. Und dann schaut er nach Mutter, die ganz blass und zusammen gesunken im Bett liegt. Auch am nächsten Tag bessert sich der Zustand nicht, nein im Gegenteil, Mutters Gesi8cht sieht schief aus. Tor bekommt Panik, er bittet “Vater“ ihm zu helfen, Mutter ins Krankenhaus zubringen. Dazu muss man Mutter erstmal aus ihren Exkrementen befreien, in welchen sie schon zwei Tage liegt. Im Krankenhaus bestätigt sich die Diagnose: Schlaganfall... Tor informiert unfreiwillig seine Brüder, welche widerwillig anreisen. Nun treffen vier Familienmitglieder aufeinander, die sich jahrelang nicht gesehen haben und unterschiedlicher nicht sein können. Außerdem geht es ihnen finanziell und materiell besser...nur mit großem Widerwillen trifft man sich auch auf dem heimatlichen Hof, Entsetzen macht sich breit... und die derben Düfte hat man nicht mehr wahr genommen, seit man einst Kind war. Entsetzen und Trauer über den letztendlichen Tod der Mutter macht sich breit. Man beratschlagt sich... bei einem gemeinsamen essen bricht der sonst so wortkarge Vater sein Schweigen und bringt etwas ans Tageslicht, das allen die Sprache verschlägt..... . //=\\ Kritik //=\\ Habe ich von der Autorin bisher nur einen historischen Roman gelesen, der mir sehr gut gefiel, so war ich doch sehr gespannt, was sich hinter Das Lügenhaus verbirgt... ich war angetan, keine Frage, und es wird mir ausnahmsweise schwer fallen, das in Worte zu fassen. . Auffällig ist, das hier mehrere Themenaspekte in eine -auf den ersten Blick normale Familiengeschichte- hinein gebracht werden / wurden. So findet man hier Gleichgültigkeit, Angst, Disharmonie, Trauer aber auch Umgang mit Homosexuellen und der damit verbundenen Ablehnung . Aber diese Aspekte tauchen erst nach und nach auf, sie kristallisieren sich in der Einlesephase Ansatzweise heraus, welche dazu dient, die einzelnen Charaktere kennen zu lernen, was ich im Nachhinein sehr gut finde, denn jeder einzelne Protagonist wird mit einem Einblick in seine Lebensweise vorgestellt, anfangs fand ich das ein wenig ungewohnt, das erst einmal einzelne Passagen in leicht abrupt endenden Abschnitten eingeteilt sind. Weiter stellte sich mir die Frage, warum die Autorin sich hier unterschiedlich lang gehalten hat, sprich mal hat sie einen Protagonisten in einer langen Passage vorgestellt, und mal in einer kürzeren. Aber sehr schnell wird klar, das dies so gewollt ist, da sonst im weiteren Verlauf der Handlung ein gewisses Quantum an Spannung vorweg genommen werden würde. Verzichten kann man aus meiner Sicht nicht auf die Einlesephase, auch wenn sie ein wenig zäh wirkt, aber im weiteren Verlauf kann man die Zusammenspiele besser nachvollziehen. Manch einer hatte angemerkt, das gerade bei der skandinavischen Literatur die Lesbarkeit der meist in Landessprache verfassten Personen-Namen und Ortsnamen sehr schwer sei, hier ist -ob bewusst oder unbewusst- drauf geachtet worden, die hochdeutsche Schreibweise der jeweiligen Namen zu verwenden. Also ist diese Sorge auch ausgeräumt. Ein kleines Manko muss ich hier aber gleich mal anmerken, da beim Lesen eingangs einem ein wenig der Überblick bei den Charakteren fehlt, kommt einem der Spannungsbogen zu dem / diesem (frühen) Zeitpunkt recht niedrig vor. Dies ändert sich aber schlagartig, als es beginnt, dass sich die Umstände ändern, sprich zwischen den einzelnen Handlungssträngen die die Charaktere hier darstellen so langsam Verknüpfungen entstehen. . Dann prasseln auf den Leser die Ereignisse ein, man wird von einem Aspekt in den nächsten geworfen. So macht man Bekanntschaft mit der Ablehnung gegenüber Homosexuellen und schüttelt mit dem Kopf, sind es doch auch Menschen wie Du und ich. Dann wieder trifft man auf Trauer und Gleichgültigkeit gefolgt von Disharmonie. Dank eines genialen klaren und durchaus auch als bildlich anzusehenden Schreibstils bekommt man als Leser hier gleich noch einen Effekt zu verspüren, man meint, man sitzt im Schweinestall -um es mal mit einfachen Worten zu sagen, denn man meint beim Lesen wirklich den Geruch von frischem saftigen Schweinedung in der Nase zu haben... ist man an diesem Punkt angelangt, ist man als Leser mitten in der Handlung und meint , man sei selber ein Akteur in dieser Story. . Die Verknüpfungen zwischen den Handlungssträngen werden enger und enger, der Spannungsbogen steigt und steigt, man vergisst die Zeit, man entwickelt mal auf den einen, dann auf den anderen Charakter einen Anflug von Hass, dann wiederum ist man traurig und im nächsten Moment wieder glücklich, das es doch anders kommt, als man an nahm. Auffällig war hier beim Lesen, das Feingefühl der Autorin im Wort, denn diese sind sorgfältig gewählt, wirken aber nicht so konstruiert, dass es wieder langweilig wirkt. Nein, die Autorin hat sich hier schon Gedanken gemacht, dass hier keine ungewollten negativen Gedanken entstehen. Passend dazu balanciert die Autorin Schreibstil-technisch hier zwischen leicht ausschweifend und präzise prägnant. Aus meiner persönlichen Sichtweise genau passend, bei der Vielfalt an Aspekten die hier im gesamten Werk angesprochen werden. Da kann ein falsch gewähltes Wort so manche Atmosphäre verderben. . Alles in allem ist Das Lügenhaus aus meiner Sichtweise ein rundum gelungenes Werk, welches man flüssig lesen kann. Es ist auf der einen Seite unterhaltsam, zumal es auch ein wenig nachdenklich stimmt, denn es gibt ja immer noch Menschen die Homosexuelle schief ansehen und meinen, das ist eine Krankheit. Ich habe selber im Kollegenkreis Homosexuelle Mitmenschen, diese sind total lieb und einfühlsam, sie denken ein wenig anders, aber sind genau solche Menschen wie Du und ich. Auf der anderen Seite regt es auch ein wenig zum Nachdenken im Allgemeinen an, So muss man nicht jede Angst hinnehmen und sich auch nicht nach einem Schicksalsschlag gehen lassen. . //=\\ Fazit //=\\ Ich werde mir nun den Folgeroman Die Einsiedlerkrebse holen, einen kleinen Vorgeschmack auf die Fortsetzung findet man schon in diesem Werk. . Alles in allem ein rundum gelungenes und unterhaltsames Wert, welches sich von den normalen Familiengeschichten enorm abhebt, eben weil es viele Aspekte anspricht. Von daher gibt es hier meinerseits für Anne B. Ragde mit Das Lügenhaus 5 Eselsohren...ähm Sterne und eine absolute Leseempfehlung. .

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  • Rezension zu "Der Arsenturm" von Anne B. Ragde

    Der Arsenturm
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    25. February 2009 um 09:23

    Der Arsenturm erzählt eine Familiengeschichte, vor allem aber das Leben von Amalie Thygesen. Ich-Erzähler der Rahmenhandlung ist die Enkelin von Amailie, die, inzwischen erwachsen und selbst Mutter eines Sohnes mit Ihrer Mutter sowie deren Bruder zur Beerdigung und Aufteilung des Erbes ins Haus der Oma nach Dänemark zurückkehrt. Während Mutter und Onkel über den Tod der Oma jubeln und diese wiederholt als "Hexe" bezeichnen, trauert die Enkelin und erinnert sich an ihre, durchaus positiven, Zeiten mit der Oma. Dies bildet den Einstieg in die Erinnerungen, die in 5 Teilen erzählt werden, allerdings nicht chronologisch sondern rückwärts, beginnend mit den Kindheitserinnerungen der Mutter, über die Ehe aus Sicht des Opas, dann der Oma und schließlich Kindheit und Jugend der beiden Großeltern. Durch dieses Verfahren werden die Verhaltensweisen der einzelnen Personen teilweise nachträglich erklärt und damit für den Leser in einer interessanten Form aufgedeckt. Leider konnte mich das Buch über Strecken aber nicht ganz fesseln, was auch daran gelegen haben mag, dass mir das Verständnis für die Unterschiede zwischen Dänen und Norwegern sowie einige scheinbar typisch norwegische Dinge fehlte.

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