Anne B. Ragde

 3.9 Sterne bei 418 Bewertungen
Autor von Das Lügenhaus, Einsiedlerkrebse und weiteren Büchern.

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Die Liebhaber

Erscheint am 11.02.2019 als Hardcover bei btb.

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Das Lügenhaus

Das Lügenhaus

 (139)
Erschienen am 02.02.2009
Einsiedlerkrebse

Einsiedlerkrebse

 (75)
Erschienen am 14.08.2017
Hitzewelle

Hitzewelle

 (64)
Erschienen am 14.08.2017
Sonntags in Trondheim

Sonntags in Trondheim

 (55)
Erschienen am 14.08.2017
Die Liebesangst

Die Liebesangst

 (24)
Erschienen am 12.12.2011
Ich werde dich so glücklich machen

Ich werde dich so glücklich machen

 (13)
Erschienen am 08.12.2014
Das Erbstück

Das Erbstück

 (9)
Erschienen am 09.06.2014
Mord in Spitzbergen

Mord in Spitzbergen

 (4)
Erschienen am 12.03.2012

Neue Rezensionen zu Anne B. Ragde

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Eoris avatar

Rezension zu "Einsiedlerkrebse" von Anne B. Ragde

Trist, aber passend.
Eorivor 3 Monaten

Anne B. Radge hat ihren ganz eigenen Stil, der ganz ausgezeichnet eine gewisse Trostlosigkeit ausstrahlen kann. Natürlich passt das hervorragend zu der Stimmung im Buch. Aber irgendwie war es mir diesmal fast zu viel.
Der Text ist häufig in lagen, schachteligen Sätzen verfasst, dann plötzlich wieder nur ganz kurze. Aber genau so gehen Gedanken nun mal. Springen von einem Thema zum nächsten und schweifen gerne mal ab. Und außerdem ist die Autorin sehr direkt, beschönigt nichts und schreibt einfach gerade heraus wie es ist.

Mir gefallen die verschiedenen Handlungsstränge, bei denen man einen wunderbaren Einblick in das Leben einiger so verschiedener Figuren erhält. 
- Tor, der Vater, lebt mit seinem Vater auf einem Schweinehof irgendwo im Nirgendwo und will sich nicht eingestehen, dass er Hilfe annehmen muss. Sei es bei der Arbeit im Haushalt oder auf dem Hof.
- Torunn, seine Tochter besucht ihn aber doch dann und wann, verliebt sich in einen anderen Hundemenschen und hat genügend mit ihrer Arbeit zu tun. Wirklich glücklich ist sie trotz allem aber irgendwie nicht.
- Margido, ihr Onkel ist Bestatter und führt auch ein sehr einsames Leben. Ihn lernt man irgendwie am wenigsten kennen, und doch ist er sympatisch.
- Erlend und Krumme, ein unglaublich faszinierendes schwules Paar, die gerne Essenseinladungen machen und einen ganz speziellen Geschmack in Sachen Kleidung und Wohnungseinrichtung haben.

Alle diese Charaktere sind ganz unterschiedlich, aber passend zu Titel in ihrem Leben nicht ganz zufrieden, eben Einsam. Und so wirklich Hilfe annehmen will im ersten Moment auch keiner. Am liebsten würden alle ihr Leben so weiterleben, wie es vorher war. Aber das geht eben nicht.

Ich habe das Buch gerne gelesen, und liebe alle Figuren. Aber das Lesen hat mich immer mehr bedrückt, denn im Buch gab es selten fröhliche Momente. Muss ja auch nicht sein. Denn das Leben ist manchmal einfach nicht zum lachen.

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Iris_Hells avatar

Rezension zu "Das Lügenhaus" von Anne B. Ragde

Nordisch by nature
Iris_Hellvor 6 Monaten

Trondheim, Norwegen, in der Gegenwart. Die Bäuerin Anna stirbt kurz vor Weihnachten an den Folgen eines Schlaganfalls. Nach Jahren der familiären Funkstille versammeln sich die Hinterbliebenen – drei Söhne, der Witwer und ein Überraschungsgast – auf dem zwischenzeitlich heruntergewirtschafteten Anwesen.

Unterschiedlicher könnten die Brüder nicht sein: Ein Schweinezüchter, ein Bestatter und ein schwuler Schaufensterdekorateur. Eine spannende Mischung?

Der Älteste, ein Junggeselle Anfang fünfzig, bevorzugt seit Jahren die Gegenwart seiner Zuchtsäue samt Ferkel jeglicher menschlicher Gesellschaft.

Der Mittvierziger, ein verschrobener, einzelgängerischer Bestatter, steckt eventuell vorhandene Empathie voll und ganz in den Beruf, wenn es darum geht, den Familien der Verstorbenen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.

Und der Jüngste? Bietet ein komplettes Kontrastprogramm zu seinen älteren Brüdern. Vor zwei Jahrzehnten der norwegischen Provinz in die weltoffene Großstadt Kopenhagen entflohen, um dort seine Homosexualität frei zu leben, bedient er jegliches Klischee des divenhaften Schwulen. Vom obligatorischen Glitzerohrring, über den Deko-Tick, den extravaganten Lebensstil bis hin zum Faible für Kristallfigürchen lebt er hemmungslos seine Gefühle und Allüren aus und ist lange Zeit die einzige Figur mit Identifikationspotenzial. Die beiden anderen, die Schweine, respektive Tote, den lebenden Menschen vorziehen, wirken emotionslos, abgestumpft.

Wen wundert es bei dieser Polarität der Charaktere, dass der Kontakt zwischen den einzelnen Geschwistern seit Jahren nicht mehr besteht? Auch dem Elternhaus haben sie den Rücken gekehrt, was niemanden recht zu stören scheint. Ohne den Tod der Mutter hätte es wohl keinen Anlass für die Rückkehr des Brüdertrios zu den Stätten ihrer Kindheit und Jugend oder auch nur für ein Aufeinandertreffen gegeben.

Nordisch by nature. Konservativ. Heimatverbunden. Menschenscheu. Wortkarg. Letzteres bei einer der Figuren auf die Spitze getrieben. Erst ganz zum Schluss kommt sie zu Wort, schweigt bis dahin durchgehend, so jedenfalls die Wahrnehmung.

Wer die Norweger kennt, begegnet bestimmt auch deren zum Teil gnadenloser Gelassenheit. Mitteleuropäische Gewohnheit, Geschwindigkeitsbegrenzungen um mindestens 10 km/h zu überschreiten, ist auf Skandinaviens Straßen fehl am Platz. Nicht aus Liebe zur Korrektheit. Vielmehr gilt hier der Grundsatz der Entschleunigung. Ob ein direkter Zusammenhang mit dem, trotz horrender Preise, immensen Konsum (hochprozentigen) Alkohols besteht, kann der nicht-norwegische Leser nur mutmaßen.

Eins ist sicher: Dieser Roman bleibt der skandinavischen Mentalität treu. Es wird zum Teil wenig gesprochen, dafür umso mehr getrunken und generell herrscht eine Behäbigkeit, die zwar auffällt, aber nie nervt, wenn man sich denn auf sie einlässt. Der Roman plätschert im ersten Drittel skandinavientypisch langsam, fast schon träge, ohne große Ereignisse dahin, dass man sich fragt, ob überhaupt noch irgendetwas Spannendes auf den rund 300 Seiten passiert.

Thriller-Fans oder Freunde von Actiongeschichten, in denen ein Ereignis das andere jagt, auf fast jeder Seite neue Szenen und Überraschungen lauern, sind bei diesem Buch falsch. Nichtsdestotrotz liest sich der Roman mit seiner ruhigen Erzählweise angenehm und die Hoffnung auf ein Ereignis, das die Geschichte aus dem sanftem Plätschermodus eines Gletscherbächleins reißt, wird irgendwann belohnt.

Wie der Titel unschwer erahnen lässt, lastet auf der Familie eine Lüge. Doch welche? Auf die Auflösung muss der Leser – wie es sich für einen soliden Roman gehört – bis zum Schluss warten. Und die ist dann alles andere als nordisch by nature.

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Ritjas avatar

Rezension zu "Einsiedlerkrebse" von Anne B. Ragde

Die Familiengeschichte geht weiter
Ritjavor 9 Monaten


Die Familiengeschichte von Anne Ragde geht weiter. Nachdem ich den ersten Teil etwas schleppend fand, hat mich der zweite Band schon mehr begeistert. Vielleicht lag es daran, dass man nun auf „alte“ Bekannte stößt und man die Beziehungen untereinander besser versteht oder daran, dass man das Gefühl hatte, die Geschichte geht voran und stagniert nicht. Es wird eine Mischung aus allem sein. 

Ich freute mich auf Erlend und seinen Mann, auf Margido und seine Verabredung und wie es weitergehen wird mit Tor und Torunn. Man erfährt noch mehr aus dem Leben der doch recht verschiedenen Brüder. Manche Geschichten und Erlebnisse sind traurig und stimmen nachdenklich, andere führen zum Schmunzeln. Diese Familie, die anfangs so gar keine Familie mehr war, wächst so ganz langsam zusammen. Es knirscht und knarzt noch ordentlich und die Annäherungen zwischen den Brüdern ist recht unbedarft und stockend, da sie alle Angst vor Enttäuschungen, Zurückweisung und Kränkung haben. Und doch spürt man, wie sie immer mehr aufeinander achtgeben und immer mehr an die anderen denken. 


Das Ende des Hörbuches ist Gott sei Dank, nicht das Ende dieser Familiengeschichte. Es geht weiter mit den Brüdern, die nun Väter und Onkels werden…man liest oder hört sich wieder…bis zur „Hitzewelle“.

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