Anne Berest Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(3)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau“ von Anne Berest

Liebe, Stil und Lässigkeit à la française - ein moderner Frauenroman von einer der aufregendsten Autorinnen Frankreichs
Für Emilienne ist ihre Nachbarin Julie das leuchtende Vorbild – all das, was sie, der nette Kumpeltyp, niemals sein wird: die perfekte Mutter, die perfekte Karrierefrau, die perfekte Ehefrau, die perfekte Gastgeberin… bis zum perfekten Zusammenbruch. An dem Tag beschließt Emilienne, dass es ihr mit all den an die Frauen herangetragenen Ansprüchen reicht. Gibt es das überhaupt, von dem alle sprechen und nach dem alle trachten: die perfekte Frau? Sie beschließt, sich auf die Suche zu machen.
Anne Berests neuer Roman ist ein gekonntes Spiel mit weiblichen Rollenbildern, Erwartungen und Tabubrüchen, lässig, sinnlich und sehr humorvoll.

Französisch leichte Frauengeschichte, ohne große Höhepunkte.

— Sookie70

Die Suche nach der perfekten Frau - einmal mehr ein Thema für Anne Berest.

— miss_mesmerized

Stöbern in Romane

Und es schmilzt

Brutal, grausam ehrlich, gnadenlos offen: Dieses Buch erfüllte für mich alle Erwartungen, die von Lobgesängen geschürt worden waren.

once-upon-a-time

Kleine große Schritte

Dieses Buch lässt einen nicht mehr los und verändert den Blick, mit dem man die Welt und die Menschen sieht.

Tintenklex

Kukolka

Ein erschütterndes Schicksal, welches stellvertretend für leider viele Mädchen und junge Frauen steht, als man vielleicht denkt

Caro_Lesemaus

Das Haus ohne Männer

Frankreich, Frauen WG....eine schöne Geschichte mit Flair.

sunlight

Der Freund der Toten

Hab mittendrin aufgehört. Hat mich leider nicht gefesselt... Schade. Hab mich sehr auf das Buch gefreut.

Kaffeesatzlesen

Die Tänzerin von Paris

Berührend und unfassbar traurig

tardy

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Sinnlose Suche...

    Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau

    Sookie70

    19. January 2017 um 17:29

    Emilienne bewundert ihre Nachbarin Julie, der scheinbar alles so leicht von der Hand geht. Als diese einen Zusammenbruch erleidet und zeitgleich ein Foto-Wettbewerb ausgeschrieben wird, entschließt sich Emilienne, sich auf die Suche nach der buchstäblich "perfekten Frau" zu machen. Was folgt ist eine Reise durch Frankreich bis nach Venedig. Emilienne lernt die unterschiedlichsten Frauen kennen, denen jeweils ein Kapitel des Romans gewidmet ist. Sie verliebt sich in Georgia, der sie bis nach Venedig folgt. Vielleicht ist sie für Emilienne die "perfekte Frau"? Für mich persönlich nicht ganz überzeugend.Die Fotografin gewinnt letztendlich den Foto-Wettbewerb, ich selber gewann die Erkenntnis (vermutet hab ich's ja schon länger...), dass es die perfekte Frau ohnehin nicht gibt: In Anne Berests Roman ebensowenig wie im wirklichen Leben.

    Mehr
  • vielschichtig, durchdacht, klug

    Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau

    Eva-Maria_Obermann

    21. November 2016 um 13:29

    Emilienne ist Fotografin und wäre gerne Künstlerin. Die geschiedene Mutter ist Künstlertochter und bewundert ihre Nachbarin Julie dafür, die perfekte Frau zu sein. Bis Julie einen Nervenzusammenbruch nach der Geburt ihres Sohnes erleidet. Um sich keifend, dass die Welt an Frauen nur unerfüllbare Anforderungen stellt, bringt sie Julie auf die Idee, eine Fotoserie zu der perfekten Frau zu machen und verschiedene Frauen dazu zu fotografieren und zu interviewen. Leichter gesagt als getan, stellt sich bereits Emiliennes erste Station als pädophile Pastorenwitwe heraus. Doch dann trifft Emilienne eine Frau, in die sie sich Hals über Kopf verliebt. Die perfekte Frau, die am nächsten Tag aus ihrem Leben verschwindet. Und Emilienne beginnt zu suchen. Ich gestehe, ich hätte Fassaden erwartet, hinter denen es kriselt und knarzt. Doch hier tun sich Abgründe auf. Prostitution, Verführung Minderjähriger, Abhängigkeiten und immer wieder die absolute Aufopferung der Frau, bis sie sich selbst keinen anderen Lebensinhalt mehr zugesteht. Es geht um den Verfall von äußerer Schönheit und das Wachsen von Begierde. Neben kulturellen und gesellschaftlichen Ressentiments werden so alltägliche Frauenbilder wie beispielsweise in der Werbung angesprochen. Das passiert so nebenbei, dass es zum Geschehen passt und die Handlung vorantreibt, aber auch zum Nachdenken anregt. Die eigentliche Handlung ist dann eher die Suche nach Georgia als die Suche nach dem Bild der perfekten Frau. Auch das ist gut gemacht, zeigt es doch, dass Perfektion im Auge des Betrachters entsteht. Für mich waren nämlich auch die Zuschreibungen, die Emilienne als Erzählerin an Georgia vergibt, keineswegs so perfekt, dennoch wird es für Emilienne geradezu zur Obsession, „ihre“ perfekte Frau noch einmal wieder zu sehen. Der auf der einen Seite durch Emotionen verklärte Blick auf die Frau wird also auf anderer Seite wieder dekonstruiert und das finde ich sehr gut. Wie tief das reicht und dass es nicht etwa „von selbst“ passiert zeigt eine Stelle gut. Emilienne hat mit einer ehemaligen Prostituierten, die nun erfolgreich Luxusdessous kreiert, ein Interview für einen Fernsehsender geführt und dabei über ihre kulturelle Prägung (sie ist Muslima) und ihre Sicht auf die Weiblichkeit gesprochen. Der Sender protestiert. Das könne nicht verwendet werden. Mit neuen, geschönten Fragen wird das Interview wiederholt und nun dreht sich alles um die Dessous an sich. Emiliennes Zusammentreffen mit den unterschiedlichen Frauen sorgt auch für einen generationsübergreifenden Blick. Der ist geschickt und vielfältig gemacht. Der jugendlichen Anhalterin wird beispielsweise die erste Freundin des Sohnes gegenüber gestellt. Der Pastorenwitwe die Angestellte des Exmannes, Emilienne selbst steht gegenüber ihrer erfolgsbesessenen Nachbarin. Natürlich spielt der Roman dabei mit Extremen, aber immer mit solchen, die durch und durch vielschichtig und glaubwürdig bleiben. Gerade Emiliennes Selbsteinschätzung ist bezeichnend für den Roman. Sie „ist“ einfach, behauptet sie und achtet doch genau darauf, wie sie sich verhält. Ihrem Sohn gegenüber versuchst sie beispielsweise Distanz zu wahren, damit er nicht mehr, wie sehr sie ihn braucht. Es misslingt. Auf einem gemeinsamen Foto, umarmt er sie, zeigt offen die Verbindung, die Emilienne so fürchtet. Der Roman mag auf den ersten Blick leicht und federnd sein, die Geschichte einer Frau nach der Frau, in die sie sich verliebt hat. Tatsächlich ist er aber durchdacht und tief, voller Momente, die nachwirken und erst am Schluss ihr Potential offenbaren. Der perfekten Frau per se wird schlicht kein Bild gegeben, sie wird heruntergebrochen auf Möglichkeiten, die sich stets als Sackgasse entpuppen. Und als wandelnder Imperfekt quasi macht sich ausgerechnet Emilienne auf diese Suche. Wunderbar. Ich wage fast zu sagen: perfekt.

    Mehr
  • Anne Berest - Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau

    Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau

    miss_mesmerized

    04. September 2016 um 16:40

    Emilienne arbeitet als Fotografin und kann so mehr schlecht als recht ihren Lebensunterhalt finanzieren. Die Teilnahme an einem großen Wettbewerb soll dies ändern, Thema ist die perfekte Frau. Sie selbst ist weit davon entfernt eine solche zu sein: aus unkonventionellem Künstlerelternhaus viel zu früh schwanger geworden, inzwischen geschieden, kein reguläres Einkommen, unsteter Lebenswandel, der ihren jugendlichen Sohn bisweilen erwachsener erscheinen lässt als sie. Ihr erstes Motiv soll ihre Nachbarin sein, Julie, erfolgreiche Karrierefrau und seit Kurzem Mutter. Doch diese offenbart sich gerade an den hohen Ansprüchen, die sie an sich selbst stellt, gnadenlos zu scheitern und nur in einer Psychiatrie Ruhe vor den Erwartungen der Welt finden zu können. Julie führt sie allerdings zu der ihrer Meinung nach perfekten Frau: Marie. Jedoch auch diese kann den gesellschaftlichen Konventionen nicht genügen. So führt Emiliennes Weg von einer Frau zur nächsten – jede auf ihre Weise perfekt, aber den eigenen Ansprüchen nicht genügend. Anne Berest ist keine Unbekannte im literarischen Frankreich. Einem breiten Publikum ist sie mit „How to be Parisian wherever you are“ bekannt geworden, auch ihre Biographie über Françoise Sagan wurde beachtet. Frauen sind ihr Thema, nun die Suche nach der perfekten Frau – mit einem Augenzwinkern kann man nach den vorangegangenen Büchern zur Kenntnis nehmen, dass diese in Frankreich bzw. Paris gesucht wird. Auch wenn dem Buch durchaus dank der Protagonistin eine Menge Humor und Situationskomik innewohnt, hat Anne Berest einmal wieder dem Leser eine gesellschaftlich relevante Frage untergeschoben, die scheinbar nebenbei daherkommt: die Erwartungen an die Frau von heute.Alle weiblichen Figuren im Roman negieren für sich das Adjektiv „perfekt“ aus unterschiedlichen Gründen: Julie wird ihrer Rolle als perfekte Mutter nicht gerecht (sie scheiterte schon an der natürlichen Geburt); Marie ist nicht die treusorgende Gattin, die nur Augen für ihren Mann hat, selbst als dieser tot ist; Jenanes wunderschönes Gesicht wird ihr zum Verhängnis und ihr Körper missbraucht – auch Attraktivität kann Hass auslösen; Zahia wird verurteilt für das, was andere mit ihr getan haben, nicht der Freier, sondern die Prostituierte wird verachtet. Alle Frauen haben für sich ein Bild von Perfektion entwickelt, dem sie nicht standhalten können. Keine der Erwartungen ist absurd überhöht, sondern einfach nur das, was in Zeitschriften, Fernsehen und sozialen Medien propagiert wird: Die junge, attraktive Frau, die neben der perfekten Optik auch die Intelligenz und den Biss mitbringt, beruflich erfolgreich zu sein. Daneben schmeißt sie locker den Haushalt und erzieht auch noch die Wunderkinder. Die Frage, weshalb sich Frauen diesem Druck unterwerfen, einem unerreichbaren Ideal hinterher zu eilen, wird nebenbei thematisiert; eine Antwort findet auch Anne Berest nicht. Sie lässt eine Psychologin spekulieren, doch deren Ansätze fand ich etwas unbefriedigend: wollen Frauen wirklich wie Männer sein bzw. genau das eine im Leben sein, was ihnen durch die Natur endgültig verwehrt ist? Zumindest mag ein Aspekt daran sinnvoll sein: sich vor Augen führen, dass manches Ideal absurd und unerreichbar ist, so dass es sinnhaft sein kann, einen anderen Maßstab anzulegen und ein neues Ideal zu definieren. Auch wenn hier ein ur-feministisches Thema aufgegriffen wird, fällt der Roman für mich nicht zwingend in diese Kategorie. Man kann ihn sicherlich so lesen, der leichte Ton nimmt jedoch etwas an Schärfe und geht das Thema eher humorvoll als ernst an. Dies ist ganz sicher die größte Stärke von Anne Berest als Autorin: Sie nähert sich leichten Fußes, um dann den Finger in die Wunde zu legen.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks