Anne Birkenhauer

 4,4 Sterne bei 27 Bewertungen

Lebenslauf von Anne Birkenhauer

Anne Birkenhauer, 1961 geboren, studierte Germanistik und Judaistik in Berlin und Jerusalem und lebt seit 1989 in Israel. Sie übersetzt u.a. Aharon Appelfeld, Chaim Be’er und David Grossman.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Eine runde Sache (ISBN: 9783990590928)

Eine runde Sache

Erscheint am 25.06.2021 als Hardcover bei Droschl, M.
Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)

Schicksal

 (2)
Neu erschienen am 31.05.2021 als Hardcover bei Berlin Verlag.

Alle Bücher von Anne Birkenhauer

Cover des Buches Was Nina wusste (ISBN: 9783446267527)

Was Nina wusste

 (58)
Erschienen am 17.08.2020
Cover des Buches Neuland (ISBN: 9783423280228)

Neuland

 (11)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Geschichte eines Lebens (ISBN: 9783499242472)

Geschichte eines Lebens

 (12)
Erschienen am 01.07.2006
Cover des Buches Elternland (ISBN: 9783499245404)

Elternland

 (10)
Erschienen am 01.10.2008
Cover des Buches Vier Häuser und eine Sehnsucht (ISBN: 9783423137584)

Vier Häuser und eine Sehnsucht

 (6)
Erschienen am 01.06.2009
Cover des Buches Neuland (ISBN: 9783423145107)

Neuland

 (6)
Erschienen am 22.07.2016
Cover des Buches Die Eismine (ISBN: 9783499244216)

Die Eismine

 (7)
Erschienen am 02.01.2007
Cover des Buches Bis der Tag anbricht (ISBN: 9783499242144)

Bis der Tag anbricht

 (4)
Erschienen am 01.10.2007

Neue Rezensionen zu Anne Birkenhauer

Cover des Buches Schicksal (ISBN: 9783827011862)Buchperlenblogs avatar

Rezension zu "Schicksal" von Zeruya Shalev

Viel Liebe und Schmerz
Buchperlenblogvor 11 Tagen

Inhalt

1945, als Rachel fünfzehn Jahre alt war, verließ sie ihr Elternhaus, schloss sich den Rebellen an, verschwand für Jahre im Untergrund. An ihrer Seite ihre große Liebe und erster Ehemann Meno, der sie ein Jahr später einfach sitzen ließ. Die Jahre vergehen, Rachel ist mittlerweile neunzig, als die Tochter Menos plötzlich in ihr Leben tritt. Die Antworten will, über ihren Vater, über das Schicksal der beiden – und über das, was nie ausgesprochen wurde.


Von  Liebe und Schmerz in vielen Gestalten

Keine Frage: Mit Schicksal von Zeruya Shalev halten wir einen außergewöhnlichen Roman in den Händen. Nicht nur lernen wir die miteinander verwobenen Leben der greisen Rachel und Atara kennen, die Tochter des ersten Mannes von Rachel. Nein, auch die Geschichte Israels breitet sich bruchstückhaft zwischen uns aus, besonders die der Widerstandsgruppierung namens Lechi, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten ist. Dieser Gruppierung gehörten auch Rachel und Menochem an, zwei junge Liebende, die sich doch in den verheerenden Zeiten nur selten zu Gesicht bekamen. EIn Jahr nach der Eheschließung verschwindet Meno einfach aus Rachels Leben. Jedoch nur physisch, denn in Gedanken scheint er sein Leben lang bei seiner ersten Frau zu verweilen.

Atara, seine mittlerweile fünfzigjährirge Tochter, ist Architektin, und hat sich speziell der Denkmalpflege verschrieben. Während nun also Rachel in der Vergangenheit die Zukunft neu gestalten wollte, so will Atara Vergangenes für die Zukunft erhalten. Als Atara endlich Rachel findet, hat sie viele Fragen an die einstige Frau ihres Vaters. Sie wirft Rachel sogar vor, sein Leben und damit auch ihres ruiniert zu haben. Daneben hat Atara selbst mit der brüchigen Welt ihrer eigenen Familie zu kämpfen. Gemeinsam mit Alex, ihrem zweiten Mann, hat sie von einer strahlenden Zukunft geträumt, die Liebe gesucht und mit der Zeit immer mehr Zweifel, Missgunst und Streitereien gefunden. 

Das Buch will viel, vergangene Liebe und vergangenes Leben mit den Schicksalen der heutigen Zeit in Israel verknüpfen. Atara ist hin und hergerissen zwischen dem, was war und dem was ist, kann nicht entscheiden, was das richtige ist und wählt – ganz dem Titel des Buches entsprechend – in einem einzigen Moment ihr künftiges Schicksal. Zwischen all dem allgegenwärtigen Schmerz finden sich allerdings auch lichte Momente voller Zärtlichkeit, Erinnerungen an die Liebe, die einst gelebt wurde. Trotzdem waren mir manche Stellen etwas zu pathetisch, manches zu dramatisch formuliert, zu viel des Guten in all dem Schlimmen, wenn man so will. Und so gut der Stil des Buches an sich auch ist, es ist sehr erzählend, wenig zeigend, der Schmerz und der Pathos des Geschehens ist zwar beinahe greifbar dicht aufs Papier gebracht, aber doch immer mit einer gewissen Distanz, die mir das Buch nicht so nahe brachte, wie ich erhofft habe.

Fazit

Dass Zeruya Shalev eine der bedeutendsten Erzählstimmen unserer Zeit und besonders Israels ist, das beweist sie in diesem Buch. Wer sich von dem gelegentlich überbordenden Pathos nicht abschrecken lässt, der findet hier ein Buch voller Liebe und Schmerz, welches Vergangenheit und Gegenwart eindrucksvoll miteinander verknüpft.

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Cover des Buches Was Nina wusste (ISBN: 9783446267527)Jana_hat_buechers avatar

Rezension zu "Was Nina wusste" von David Grossman

3/5
Jana_hat_buechervor einem Monat

Gili hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Oma Vera und ihrem Vater Rafael. Da ihre Mutter Nina sie mit 3,5 Jahren bei ihrem Vater gelassen hat und verschwunden ist, ist ihre Beziehung zueinander nicht die beste. Gili möchte einen Film über die Vergangenheit ihrer Oma drehen, die unter Tito auf die Gefangeneninsel Goli Otok verschleppt worden ist. Doch das Filmprojekt entwickelt sich zur Familientherapie für alle Beteiligten. Das Thema des Romans - nach der Geschichte der real existierenden Eva Panić-Nahir - ist erschreckend und gleichzeitig inspirierend. Eine mutige Frau, die über den Tod ihres Mannes hinaus eine solche Liebe zu ihm hegt, dass sie für die Gerechtigkeit fast drei Jahre in einem Umerziehungs-/Arbeitslager erträgt und ihre Tochter zurück lässt. Leider bin ich trotz des geschichtlich sehr interessanten Themas nicht wirklich in einen Leseflow gekommen und musste mich immer sehr konzentrieren. Es war mir etwas zu umständlich geschrieben und hat mich nicht ganz abgeholt.

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Cover des Buches Was Nina wusste (ISBN: 9783446267527)Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Was Nina wusste" von David Grossman

Fiktion vermischt mit Realität
Elenchen_hvor 2 Monaten

An Veras 90. Geburtstag kommen sie alle zusammen: Vera, ihre Tochter Nina und ihre Enkelin Gili. Die Verhältnisse zwischen den drei Frauen sind kompliziert bis zerrüttet, sie alle kamen nie über die Geschehnisse in ihrer Vergangenheit hinweg. Als Nina ihrer Familie eröffnet, dass sie an einer schweren Krankheit leidet und den Frauen klar wird, wie wenig Zeit ihnen noch bleibt, entscheiden sie, gemeinsam mit Gilis Vater nach Kroatien auf die frühere Gefängnisinsel Goli Otok zu reisen, mit einer Kamera im Gepäck, damit Vera endlich ihre ganze Geschichte erzählen kann...


In "Was Nina wusste" macht David Grossman die jugoslawische Geheimpolizei, Tito und die Gefängnisinsel Goli Otok, auch das "Alcatraz der Adria" genannt, zum Thema. Dadurch wird dieser Roman zu etwas Besonderem - denn es gibt kaum Bücher oder Filme über die Grausamkeiten, die unter dem Tito-Regime auf Goli Otok verübt wurden. Auch mir war die Insel nicht wirklich ein Begriff, ich hatte mich zuvor nie damit beschäftigt und war beim Lesen daher umso schockierter. Im Buch werden Fiktion und Wirklichkeit vermischt, denn David Grossman hatte eine reale Frau für Vera als Vorbild, die mit ihrer Geschichte und der Bitte um einen Roman an ihn herangetreten ist.


Sprachlich lässt sich das Buch anfangs nicht so leicht bewältigen. Der Autor nutzt keine Einteilung in Kapitel, es werden lediglich Abschnitte durch leere Zeilen markiert. Dieses fließende und auch der Schreibstil generell passen aber bei fortschreitender Geschichte immer besser zum Inhalt und vor allem auch Veras Akzent wurde hervorragend in den Roman mit eingebaut (an dieser Stelle auch Hut ab an die Übersetzerin Anne Birkenhauer!). Ich mochte die Sprachmelodie in "Was Nina wusste" sehr gerne.


Womit David Grossman im Roman nicht spart, sind dramaturgische Elemente. Vom stürmischen Wetter bis hin zu der aufbrausenden und rastlosen Protagonistin Nina, an vielen Stellen schießt die Erzählung etwas über ihr Ziel hinaus. Ich denke, dass das vom Autor durchaus so gewollt ist, meinen persönlichen Geschmack treffen solche krassen Überzeichnungen aber eher nicht.


Auch wenn ich nicht alles an der Fiktion mochte, so trifft mich die reale Geschichte hinter dem Buch doch hart. Viele Seiten ließen mich betroffen zurück und ich musste auch immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten. Wieder einmal hat mir ein Buch ein Stück Zeitgeschichte näher gebracht und mich dazu animiert, mich über die Lektüre hinaus genauer mit den wahren Begebenheiten zu beschäftigen.


Ich kann "Was Nina wusste" gerade aus sprachlicher Perspektive und wegen des geschichtlichen Hintergrunds sehr empfehlen. Es lohnt sich, sich auf den ungewohnten Schreibstil einzulassen und in die tragische Familiengeschichte um Vera, Nina und Gili einzutauchen.

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