Anne Birkenhauer

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Nachts zogen die Zigeuner fort

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 (2)
Erschienen am 16.02.1998
Bianka der Geist

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 (0)
Erschienen am 25.08.2003

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Rezension zu "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" von Anne Birkenhauer

Rezension zu "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" von Anne Birkenhauer
wiebekevor 6 Jahren

Ein langer, vielschichtiger, sensibler, intimer Roman, lebendig, fesselnd und sprachlich wunderbar formuliert - inhaltlich schwer zu ertragen! Ein beachtenswerter Roman - der vom Leser viel Geduld erwartet!

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Rezension zu "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" von Anne Birkenhauer

Rezension zu "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" von Anne Birkenhauer
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Eigentlich war Ofers Militärdienst gerade zu Ende und er wollte gemeinsam mit Ora, seiner Mutter, eine Wanderung durch Galiläa machen. Eigentlich. Doch dann meldet er sich freiwillig für weitere 28 Tage zu einem Kriegseinsatz ins Westjordangebiet. Ora weiß was der Krieg und seine Folgen aus den Menschen machen kann. Sie ist entsetzt und denkt an das Schlimmste, das eintreten könnte. Aber ihre Gedanken gehen weiter. Was ist, wenn sie nicht daheim ist, wenn die Nachricht kommt? So überredet sie Avram, ihren alten Freund, Geliebten und Vater von Ofer, dazu, mit ihr gemeinsam zu wandern. Sie will über Ofer sprechen und Avram den Sohn näher bringen, den er so gar nicht kennt. Sie denkt, so lange sie über ihn spricht, muss er am Leben sein, eine gegenteilige Nachricht kann sie ja nicht erreichen. Avram ist ein gebrochener Mann, die Kriegsgefangenschaft hat ihn psychisch und physisch schwer zugesetzt. Aber diese Wanderung, die auch etwas von einer Pilgerreise hat, bringt die beiden einander wieder näher. Anfangs hört Avram nur zwangsläufig die Erzählungen Oras über ihr Leben mit Ofer, seinen Bruder Adam und ihrem Mann, Ilan, von dem sie inzwischen getrennt ist und der wiederum auch mit Avram befreundet war. Aber nach und nach wächst sein Interesse an der Unterhaltung. Er trägt seinen Teil dazu bei, erzählt von seinen schrecklichen Erlebnissen im Krieg und in der Gefangenschaft. So laufen sie fernab aller Nachrichten und ein wenig auch jenseits der Zeit.
Mit diesem Buch, meinem ersten des Autors, legt David Grossman ein beeindruckendes Werk gegen den Krieg und für die Aussöhnung vor. Eindrucksvoll schildert er förmlich nebenbei den Alltag in Israel. Er berichtet vom schwierigen Leben der Palästinenser, von der ständigen Angst vor Terroranschlägen in der israelischen Bevölkerung und von den Ängsten, die Frauen und Mütter ausstehen, wenn ihre Männer und Söhne zu Kriegseinsätzen gehen und er widmet den Problemen der Palästinenser, die sich illegal in Israel aufhalten, einen kurzen Abschnitt. Aber er schildert eben auch die andere Seite. Er macht die Schrecken des Krieges am Beispiel von Avram und Ilan deutlich. Was die beiden erleben müssen, kommt dem Begriff Hölle schon recht nahe.
Besonders imponiert mir jedoch, wie der Autor es schafft, sich in die Gefühls- und Gedankenwelt seiner Protagonistin Ora, die ihr Leben lang zwischen den zwei Männern steht, hineinzuversetzen. Psychologisch feinfühlig beschreibt er ihre Gemütsverfassung, ihre Ängste und Hoffnungen.
Die Wanderung zieht sich als roter Faden durch die Handlung, immer wieder wird sie durch Dialoge und Monologe unterbrochen. Aber ich fühlte mich ständig als stiller Begleiter und Zuhörer an der Seite von Ora und Avram. „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ ist ein äußerst intensiver und dichter Roman, der von Beginn an eine gewisse bedrückende Stimmung vermittelt, die jedoch immer wieder durch charmante Anekdoten aus der Vergangenheit unterbrochen wird. Trotzdem ist die alltäglich Bedrohung fast körperlich spürbar. Dabei urteilt oder verurteilt David Grossman nicht. Er ergreift nicht Partei. Er führt allerdings dem Leser die Sinnlosigkeit von Kriegen eindrucksvoll vor Augen, nachdrücklich, prägnant, greifbar. Auf der anderen Seite schreibt er über die Kraft der Liebe, einfühlsam, sensibel, mitfühlend. Er bedient sich eines ganz wunderbaren Sprachstils, der auch durch die Übersetzung nicht abgeschwächt wurde.
Mein Fazit: „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ ist eines der Bücher, die mich bisher am meisten beeindruckten. Es hat mich in jeder Hinsicht überzeugt.

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Rezension zu "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" von Anne Birkenhauer

Rezension zu "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" von Anne Birkenhauer
*Arienette*vor 8 Jahren

Kurzbeschreibung
Ora erzählt: von ihrer Liebe zu zwei Männern, von Wut und Zärtlichkeit, Verzweiflung und Leidenschaft und von ihrem Sohn Ofer, der sich freiwillig für einen Militäreinsatz im Westjordanland meldet. Seine Mutter hofft, das drohende Unglück zu bannen, indem sie ihrem Jugendfreund Avram, der im Sechstagekrieg selbst Soldat war, von Ofers Vorhaben berichtet. Und unerreichbar zu sein, falls das Schreckliche geschieht ... Autor und Friedensaktivist David Grossman spiegelt die großen Fragen in den kleinen Erlebnissen des Alltags. Er zeigt, wie in Israel das Schicksal der Menschen unauflöslich mit Politik verbunden ist. Ein mitreißendes, unvergessliches Buch und ein Protest gegen den Krieg.(amazon)

Der Autor:
Grossman studierte Philosophie und Theater an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Anschließend arbeitete er als Korrespondent und Moderator für Kol Israel, die öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalt des Landes. Zwischen 1970 und 1984 war er für eine populäre Kindersendung verantwortlich. Sein Jugendbuch Ein spätes Duell wurde hier zuerst als Hörspiel gesendet.

Grossman ist als linksgerichteter Friedensaktivist hervorgetreten und hat sich in mehreren Büchern kritisch zum Nahostkonflikt geäußert. Im August 2006 forderte er gemeinsam mit Abraham B. Jehoshua und Amos Oz von Israels Regierungschef Ehud Olmert ein sofortiges Ende der Kämpfe im Libanon. Wenige Tage später, am 12. August 2006, starb Grossmans zweiter Sohn Uri im Südlibanon, als sein Panzer von einer Panzerabwehrrakete getroffen wurde.

David Grossman lebt in Mevaseret Zion, einem Vorort Jerusalems. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.(Quelle: wikipedia)

Meine Meinung:
Der Einstieg in den Roman empfand ich als ungewöhnlich: Es geht in Dialogform los, ohne dass man das Gesagte sofort Personen zuordnen kann.
Ort des Geschehens ist ein Krankenhaus, wo man die zu dem Zeitpunkt 16-jährigen Protagonisten Ora, Ilan und Avram kennenlernt, die dort auf der Isolierstation liegen.
Dann kommt ein Zeitsprung - Ora hat gerade ihren Sohn Ofer zu einem Einsatz gebracht, zu dem er sich freiwillig gemeldet hat.
Ora kommt auf die aberwitzige Idee, vor der Nachricht, dass ihrem Sohn was zugestossen ist, zu fliehen.
Sie holt ihren langjährigen Freund Avram ab und gemeinsam machen sie sich auf eine Wanderung. Während dieser Wanderung erzählt sie von ihrem Leben, den Söhnen - und auch von Avram erfährt der Leser nach und nach dessen Schicksal. Dabei fällt es Ora keineswegs immer leicht, zu erzählen, manches ist schmerzhaft.
Zudem verändert sich im Laufe des Gehens das Verhalten Avrams -auch sehr interessant zu lesen - und gut geschrieben von Grossman. Wo man am Anfang noch nicht weiß, wieso Avram sich so verhält, wird es immer klarer, je weiter man liest.

Während die Wanderung chronologisch verläuft, springen die Erzählungen über die Vergangenheit zeitlich hin und her.

Der Roman lässt einen aufgewühlt, beeindruckt und nachdenklich zurück.
David Grossman hat hiermit einen grossartigen Roman geschrieben, den ich nur empfehlen kann.

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