Anne C. Nagel Hitlers Bildungsreformer

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Inhaltsangabe zu „Hitlers Bildungsreformer“ von Anne C. Nagel

Erstmals erforscht: Hitlers Kultusministerium. Mit großem Eifer machte sich Bernhard Rust, alter Kampfgefährte Hitlers, nach seiner Ernennung zum Reichskultusminister daran, seine Vorstellungen einer nationalsozialistischen Schul- und Hochschulpolitik durchzusetzen. Zentralisierungswahn setze ein, doch nicht nur gegen konservative Widerstände, auch gegen Erzrivalen Joseph Goebbels konnten Rust und sein Ministerium sich nicht immer durchsetzen. Die Historikerin Anne C. Nagel hat die Geschichte dieses nationalen Erziehungsministeriums – ein Unikum der deutschen Geschichte – erstmals grundlegend erforscht: Ein fundiertes und leicht lesbares Standardwerk zur deutschen Bildungsgeschichte – mit überraschenden Einsichten über die Wurzeln so mancher heutigen Debatte.

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  • Rezension zu "Hitlers Bildungsreformer" von Anne Chr. Nagel

    Hitlers Bildungsreformer
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    09. January 2013 um 16:18

    Im Bereich Schule jagt eine Reform die nächste, das bekomme ich als Elternvertreterin hier in Berlin besonders zu spüren. Und immer wird die jeweilige Reform von der Politik als etwas ganz Neues gepriesen. Auch wir Eltern kommen immer wieder auf neue Ideen, wie man das Bildungssystem verbessern könnte. Neu? Mitnichten. Alle Reformideen und Diskussionen der letzten Zeit hat es schon einmal gegeben, wie dieses Buch besonders im Abschnitt „Schule im Dritten Reich“ frustrierend deutlich zeigt. Statt Frontalunterricht „Raum zur selbständigen Betätigung der Schüler in Form von Einzel- und Gruppenarbeit“ – das findet sich bereits in den Richtlinien für Volksschulen 1939. Appelle an die Schulträger für mehr Mittel zur besseren Ausstattung der Schulen – die gab es schon anlässlich des unzureichenden Ausbaus der Volksschulen zwischen 1931 und 1939. Reduzierung des Schulwesens auf zwei Schulformen, Verkürzung der Schulzeit als zur finanziellen Entlastung des Staates, Entrümpelung der als zu überladen gesehenen Lehrpläne an den höheren Schulen – das alles wurde bereits 1938 rund um den Erlaß zur Mittelschule diskutiert. Schulinspektionen – starteten im September 1938 in Schleswig Holstein. Untersuchungen, die belegen, dass Schüler, die musizieren, in den anderen Fächern besser abschneiden – führten 1939 zur Gründung des ersten Musikgymnasiums. Mangelnde Reife der Abiturienten, Niveauverlust durch „Reizüberflutung“ der Schülerinnen und Schüler, zu wenig Zeit zur Vertiefung des Lehrstoffs und zu wenig Freizeit zur Erholung – das wurde bereits in einer akademischen Denkschrift von 1939 bemängelt. Die kontinuierlich sinkenden Schul- und Studienleistungen – waren „ein heiß diskutiertes Thema in den späten Jahren des Dritten Reichs“. Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Wie man sieht, müssen wir uns heute mit Problemen auseinandersetzen, die schon lange ungelöst sind. Gebessert hat sich in den letzten Jahrzehnten leider nicht viel. Im Gegenteil, es gibt sogar Verschlechterungen gegenüber damals, zum Beispiel im Bereich der Durchlässigkeit des Schulsystems, die trotz aller Reformen heute weniger stark ist als im Dritten Reich, als man es sich explizit zur Aufgabe gemacht hatte, eine höhere Schulbildung ohne Ansehen der Herkunft zu ermöglichen und das auch erreicht hat. Damals gab es eine höhere Chance für Arbeiterkinder, eine hohe Bildung zu erreichen, als heute. Denn heutzutage sind auch die erfolgreichen Bestrebungen der 70er Jahre, mehr Arbeiterkindern ein Studium zu ermöglichen, durch Reformen wie der Einführung der Studiengebühren und der Verkürzung der Regelstudienzeiten wieder zunichte gemacht worden. Daneben zeigt das akribisch recherchierte und gut geschriebene Buch auf, wer im Dritten Reich die Bildungspolitik bestimmte, welche Rivalitäten zwischen den einzelnen Ministerien und Ämtern herrschten, welche Auswirkungen die Machtworte Hitlers hatten und wie die nationalsozialistische Ideologie noch in die letzte Schulstunde einsickerte. Auch die Situation an den Hochschulen, die Veränderung der Studiengänge und die Forschungsförderung werden detailreich dargestellt. Vor allem aber ist das Fazit der Autorin beachtenswert. „Die Umgestaltung der Bildungslandschaft erwies sich als mühevoller Prozeß, selbst unter den Sonderbedingungen des Dritten Reichs. Der Blick auf die historische Tiefendimension erweist zudem die Stärke des kontinuierlichen Moments. Dies sollte vor der Überschätzung von Wandlungschancen im Bildungswesen warnen, welche die erregten Debatten bis heute charakterisieren.“ So ernüchternd das für die tägliche Arbeit einer Elternvertreterin auch ist, Anne C. Nagel hat diese Aussage mit ihrem äußerst lesenswerten Buch auf hohem wissenschaftlichen Niveau verifiziert. ©Petra Samani, Januar 2013

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