Anne Cuneo

 3.9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autorin von Zaïda, Dark Lady und weiteren Büchern.

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Zaïda

Zaïda

 (4)
Erschienen am 08.12.2014
Stepan

Stepan

 (2)
Erschienen am 01.08.2011
Dark Lady

Dark Lady

 (3)
Erschienen am 01.08.1998
Der Lauf des Flusses

Der Lauf des Flusses

 (2)
Erschienen am 01.01.2008
Lisas Lächeln

Lisas Lächeln

 (1)
Erschienen am 01.09.2003
Vergessen ist Gold

Vergessen ist Gold

 (1)
Erschienen am 01.09.2001
Eine Welt der Wörter

Eine Welt der Wörter

 (1)
Erschienen am 23.04.2013

Neue Rezensionen zu Anne Cuneo

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Rezension zu "Zaïda" von Anne Cuneo

Ein wundervoller Schmöker!
Buchrebellinvor 4 Jahren

Wenn ich Verlagsvorschauen studiere und ein Buch von einem französischen Autor sehe, blättere ich meist weiter. Ich stehe einfach mit ihnen auf Kriegsfuß. So war es ein großes Glück sowohl für die Autorin Anne Cuneo, als auch für mich, dass mir erst während des Lesens von “Zaïda” auffiel, dass es sich um eine französische Autorin handelt. Mir wäre wohl ein wunderbares Buch entgangen.

Bereits nach wenigen Seiten hatte mich Cuneos wunderbarer Schreibstil gefangen genommen, obwohl ich eigentlich vom Prolog ein bisschen überfordert wurde. Namen über Namen und Verwandtschaftsverhältnisse bis zur gefühlten Steinzeit, machen den Einstieg nicht gerade leicht, aber ich beschloss einfach weiter zu lesen. Glücklicherweise entwirrt sich dann alles ganz schnell, denn der Roman macht einen Sprung in die Vergangenheit und beginnt mit Zaïdas behüteter Jugend.

Von der ersten Sekunde an, habe ich mich in die warmherzige und ungezwungene Protagonistin verliebt. Obwohl reich und adelig, ist sie frei von jeglicher Arroganz, dafür aber gesegnet mit einem ausgeprägten Willen nach Freiheit, Selbstbestimmung und Mitgefühl. Cuneo hält sich auch nicht lange mit Geplänkel auf, sondern lässt Zaïda höchst ungebührlich in eine heftige Verliebtheit stürzen, die nach wenigen Tagen in eine Ehe mündet. Tatsächlich lieben sich Zaïda und ihr Ehemann Basil auf so verzehrende Weise, dass ich bei jedem Liebesroman genervt aufgestöhnt hätte. Kitschig und unrealistisch würde ich es im Normalfall finden, aber hier zeigt sich wohl der Unterschied zwischen reiner Unterhaltung und anspruchsvoller Literatur.

Irgendwie schafft es Cuneo das Paar so lebendig und real zu zeichnen, dass nichts an ihren Gefühlen überbordend und künstlich wirkt. Sie sind einfach zwei Menschen, die anscheinend zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren und die sich auf unvergleichliche Art und Weise ergänzen. Fast atemlos folgt man von da an Zaïdas Leben voller Liebe, Drama, Glück, Trauer und Freude. Eingebettet ist das Geschehen dabei in die Weltgeschichte mehrerer Jahrzehnte, die die Protagonistin manchmal mehr, manchmal weniger betreffen und deswegen verschieden stark Einfluss auf die Handlung nehmen.

Manchmal hätte ich mir noch mehr Detail gewünscht. Zum Beispiel wenn es um Zaïdas Ausbildung zur Ärztin geht. So wirkt es trotz der Zeit, in der sie gelebt hat und in der es fast unmöglich war als Frau Medizin zu studieren, doch irgendwie gar nicht so schwer. Aber das ist erstens Jammern auf ganz hohem Niveau und zweitens liegt es wohl in der Natur der Sache einer wenn auch fiktiven Autobiographie, dass die entsprechende Person selektiert und vermeintlich Unwichtiges für sich selbst weglässt.

Für Leser, die einen gut geschriebenen Schmöker zu schätzen wissen, ist “Zaïda” sicherlich ein absoluter Geheimtipp!

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S

Rezension zu "Stepan" von Anne Cuneo

Rezension zu "Stepan" von Anne Cuneo
Samtpfotevor 6 Jahren

Klappentext:
Anne Cuneos mitreissender und bewegender Roman erzählt die Geschichte der Paola Rouge-Malatesta, die während des Prager Frühlings 1968 an der Seite des Prager Studentenführers Štěpán Spacek Tage der leidenschaftlichen Liebe und Tage des Schmerzes nach der Ermordung des gemeinsamen Freundes František Schwarz erlebt.
Einundzwanzig Jahre später, während der Samtenen Revolution reist Paola Rouge-Malatesta wieder nach Prag. Diesmal wird es zu einer Reise in die Vergangenheit, die das Ende der Sorglosigkeit bedeutete.

Inhalt:
Die junge Paola ist eine glücklich verheiratete und sehr mutige Journalistin. Sie verbringt mit ihrem Mann, einem angesehenen Anwalt, einige Tage in der wunderschönen Stadt Prag. Als sie am Tag vor ihrer Weiterreise nach Wien in einem Musikgeschäft nach einer bestimmten Schallplatte mit den Slawischen Tänzen von Dvořák fragt, weiss sie noch nicht, dass ihr Leben sich fast über Nacht auf den Kopf stellen wird. Am nächsten Morgen, wir schreiben das Jahr 1968, will sie die bestellte Schallplatte im Geschäft abholen und trifft dort den Verkäufer vom Vortag total verstört und bekümmert an. Sie erfährt von ihm, dass die Stadt besetzt ist und dass es keinen Weg mehr über die Brücke zurück gibt. Ohne sich um ihren Mann zu kümmern, den sie auf der anderen Seite der Stadt zurück lassen musste, schliesst sie sich als Journalistin der Studentenbewegung an und berichtet, während die ersten Schüsse fallen, mitten aus dem Geschehen, was in der Stadt vor sich geht. Sie ist bei Versammlungen dabei, malt in Küchen und Hinterhöfen Plakate und muss sich mit den Studenten verstecken, sie flüchtet und trauert um ihren guten Freund František, der einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war und für den sie alle am Leben bleiben und weiterkämpfen wollen. Und sie verliebt sich unsterblich in den Studentenführer Štěpán, welcher ihr die Welt bedeutet und welcher ihr ermöglicht, die starke und mutige Paola zu sein, die sie sonst nicht sein kann und will. Und diese Liebe wird sie ein Leben lang nicht wieder los lassen.

Meine Meinung:
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich schon lange nicht mehr so sehr geweint habe, wie bei der Lektüre dieses aussergewöhnlichen Buches. Die ganze Grundstimmung, der vorherrschende Aktivismus und der unerbitterliche Kampf für Freiheit, Liebe und das eigene Leben sind so ansteckend, so mitreissend, dass ich das ganze Buch in einem Zug gelesen habe. Bis zum Schluss hochgradig spannend, leidenschaftlich und berührend hat mich die Geschichte so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich schwören könnte, dass sich alles genau so ereignet hat, wie in diesem Buch beschrieben. Die schönen Begegnungen, die vielen Details zur Stadt und ihrer Geschichte und die tiefe und sehr fühlbare Sehnsucht der Jugend und der Bevölkerung haben mein Fernweh nach Prag noch mehr geweckt und ich zähle wirklich die Tage bis zur Abreise. Lest dieses Buch unbedingt und lasst euch verzaubern und mitreissen.

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P

Rezension zu "Zaïda" von Anne Cuneo

Rezension zu "Zaïda" von Anne Cuneo
papalagivor 9 Jahren

Wir lesen die Lebensgeschichte von ZaÏda, der Grosstante von Anne Cuneo. Ihr Leben beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts und sie macht den 1. sowie den 2. Weltkrieg mit, die Wirtschaftskrise, die Spanische Grippe und endet Mitte 20. Jh., mit über 100 Jahren.
"Zaïda heisst die Glüchreiche oder die Vielgeliebte und kommt aus dem Arabischen". Und nach der Lektüre muss ich bestätigen dass die Hauptprotagonistin wirklich vielgeliebt war, ein interessantes Leben wirklich gelebt hat. Ihr Leben ist geprägt mit herzlichen Begegnungen mit Leuten aus allen Schichten. Sie wird geliebt und respektiert. Gilt aber unter Verwandten als etwas eigenartig (immerhin praktiziert und behandelt sie auch noch im hohen Alter von 90 Jahren!). Sie hat immer das gelebt, was ihr Herz ihr "empfohlen" hat, auch wenn es nicht ganz der Norm entsprochen hat.
Die Urenkelin Alice kommt zu schriftlichen Dokumenten, die von ihrer Urgrossmutter Zaïda verfasst wurden und die Zaïdas's Lebensgeschichte beinhaltet:
Zaïda verliebt sich auf dem Weg zum "Londoner Hochzeitsmarkt" in ihren ersten Mann, den Künstler Basil Tatley. Sie heiraten innert kürzester Zeit und sie entkommt so den Fängen ihrer Mutter, die sie an einen wohlhabenden Lord verheiraten wollte. Sie stammt aus einer englischen sehr guten, wohlhabenden Familie, mit italienischen Wurzeln. Selber sagt sie, ihre finanzielle Situation habe sich in ihrem Leben wie folgt gewandelt: von sehr reich zu wohlhabend, von wohlhabend zu gut versorgt und von gut versorgt zu nicht unbemittelt.
Dieser Wohlstand hat es ihr ermöglicht, das Arztstudium aufzunehmen. Dannzumal war das aber in England kaum möglich. Sie hat sich entschieden ihre Studien in Zürich aufzunehmen und hat sie auch mit Erfolg beendet. Ihre erste Ehe bleibt kinderlos, d.h. sie hatte verschiedene Fehlgeburten. Das prägt sie stark. Nachdem ihr erster Mann stirbt, führt sie ihr weiterer Weg nach Italien, wo sie als Ärztin (vorallem in der Frauenheilkunde) zunehmend bekannt wird. Auch ihre zweite Ehe ist nur kurz. Mit ihrem dritten Mann lebt und arbeitet sie in Mailand und macht sämtliche Wirren der Weltgeschichte der damaligen Zeit mit. Nach dem ersten Weltkrieg wird beiden bewusst, dass für sie jetzt die Zeit gekommen ist, ihre berufliche Tätigkeit zu ändern, beide sind schon um die 60 Jahre; sie beschliessen sich der Psychologie zu widmen. Durch den zunehmenden Faschismus in Italien fliehen sie in die Schweiz, wo sie auch das Schweizerbürgerrecht annehmen und weiter praktizieren. Während ihres ganzen Lebens bleibt auch die Verbindung zu England, ihrem Geburtsland bestehen.
Es ist eine spannende Lebensgeschichte und ein Zeitdokument. Ich hätte gerne noch etwas mehr über die Zeit gelesen, während des Arztstudiums. Aus anderer Lektüre weiss ich, dass das für Frauen sehr erschwerend gewesen ist.
Das Buch liest sich gut und gibt einen interessanten Einblick in diese 100 Jahre.

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Anne Cuneo wurde am 06. September 1936 in Paris (Frankreich) geboren.

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