Anne Cuneo Zaïda

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Zaïda“ von Anne Cuneo

Zaïda de Vico ist eine außerordentliche Frau. Schön, abenteuerlustig, mutig, selbstbewusst, emanzipiert. 1859 in eine englische Adelsfamilie geboren, verstößt sie schon als junges Mädchen gegen alle Konventionen. Eine frühe Liebesheirat hält sie nicht davon ab, in Zürich Medizin zu studieren und ihren Beruf später in Florenz und Mailand mit großem Engagement auszuüben. Da ist sie bereits mit ihrem zweiten Mann und Vater ihrer zwei Söhne verheiratet. Mit ihrem dritten Mann – wie sie in der Resistenza gegen den Faschismus - flüchtet sie am Vorabend des Zweiten Weltkriegs nach Zürich, wo die beiden sich zu Psychoanalytikern ausbilden lassen, in der Überzeugung, sich damit für eine bessere Welt einzusetzen. Ein pralles Leben lang liebt Zaida, leidenschaftlich und bedingungslos: Ihre Männer, ihre Söhne, ihren Beruf, die Menschen. Am Ende ihres Lebens, über hundert Jahre alt, schreibt sie ihre Geschichte auf. Eine Hymne an das Leben und an die Liebe.

Ein wundervoller Schmöker

— Steffis-Buecherkiste
Steffis-Buecherkiste

Stöbern in Romane

Babydoll

Für meinen Geschmack kam mir die Protagonistin zu schnell und mit zu wenig tiefgehenden Ängsten über die Gefangenschaft hinweg.

Evebi

Underground Railroad

Pflichtlektüre - schnörkellose, eindringliche aber auch hoffnungsvolle Geschichte über die Sklaverei und eine Flucht in die Freiheit

krimielse

Sonntags in Trondheim

Das Auseinanderleben der Familie Neshov

mannomania

Sommer unseres Lebens

Schöne Sommerlektüre

MissB_

Der Sommer der Inselschwestern

...Drei Frauen, die sich wundervoll ergänzen! Gefühlvoll & mitreißend...

Buch_Versum

Und morgen das Glück

Schöne Geschichte über die Achterbahnfahrt einer Frau, die alles verliert und ganz neu anfangen muss!

Fanti2412

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein wundervoller Schmöker!

    Zaïda
    Steffis-Buecherkiste

    Steffis-Buecherkiste

    12. January 2015 um 19:10

    Wenn ich Verlagsvorschauen studiere und ein Buch von einem französischen Autor sehe, blättere ich meist weiter. Ich stehe einfach mit ihnen auf Kriegsfuß. So war es ein großes Glück sowohl für die Autorin Anne Cuneo, als auch für mich, dass mir erst während des Lesens von “Zaïda” auffiel, dass es sich um eine französische Autorin handelt. Mir wäre wohl ein wunderbares Buch entgangen. Bereits nach wenigen Seiten hatte mich Cuneos wunderbarer Schreibstil gefangen genommen, obwohl ich eigentlich vom Prolog ein bisschen überfordert wurde. Namen über Namen und Verwandtschaftsverhältnisse bis zur gefühlten Steinzeit, machen den Einstieg nicht gerade leicht, aber ich beschloss einfach weiter zu lesen. Glücklicherweise entwirrt sich dann alles ganz schnell, denn der Roman macht einen Sprung in die Vergangenheit und beginnt mit Zaïdas behüteter Jugend. Von der ersten Sekunde an, habe ich mich in die warmherzige und ungezwungene Protagonistin verliebt. Obwohl reich und adelig, ist sie frei von jeglicher Arroganz, dafür aber gesegnet mit einem ausgeprägten Willen nach Freiheit, Selbstbestimmung und Mitgefühl. Cuneo hält sich auch nicht lange mit Geplänkel auf, sondern lässt Zaïda höchst ungebührlich in eine heftige Verliebtheit stürzen, die nach wenigen Tagen in eine Ehe mündet. Tatsächlich lieben sich Zaïda und ihr Ehemann Basil auf so verzehrende Weise, dass ich bei jedem Liebesroman genervt aufgestöhnt hätte. Kitschig und unrealistisch würde ich es im Normalfall finden, aber hier zeigt sich wohl der Unterschied zwischen reiner Unterhaltung und anspruchsvoller Literatur. Irgendwie schafft es Cuneo das Paar so lebendig und real zu zeichnen, dass nichts an ihren Gefühlen überbordend und künstlich wirkt. Sie sind einfach zwei Menschen, die anscheinend zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren und die sich auf unvergleichliche Art und Weise ergänzen. Fast atemlos folgt man von da an Zaïdas Leben voller Liebe, Drama, Glück, Trauer und Freude. Eingebettet ist das Geschehen dabei in die Weltgeschichte mehrerer Jahrzehnte, die die Protagonistin manchmal mehr, manchmal weniger betreffen und deswegen verschieden stark Einfluss auf die Handlung nehmen. Manchmal hätte ich mir noch mehr Detail gewünscht. Zum Beispiel wenn es um Zaïdas Ausbildung zur Ärztin geht. So wirkt es trotz der Zeit, in der sie gelebt hat und in der es fast unmöglich war als Frau Medizin zu studieren, doch irgendwie gar nicht so schwer. Aber das ist erstens Jammern auf ganz hohem Niveau und zweitens liegt es wohl in der Natur der Sache einer wenn auch fiktiven Autobiographie, dass die entsprechende Person selektiert und vermeintlich Unwichtiges für sich selbst weglässt. Für Leser, die einen gut geschriebenen Schmöker zu schätzen wissen, ist “Zaïda” sicherlich ein absoluter Geheimtipp!

    Mehr
  • Rezension zu "Zaïda" von Anne Cuneo

    Zaïda
    papalagi

    papalagi

    09. September 2009 um 09:46

    Wir lesen die Lebensgeschichte von ZaÏda, der Grosstante von Anne Cuneo. Ihr Leben beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts und sie macht den 1. sowie den 2. Weltkrieg mit, die Wirtschaftskrise, die Spanische Grippe und endet Mitte 20. Jh., mit über 100 Jahren. "Zaïda heisst die Glüchreiche oder die Vielgeliebte und kommt aus dem Arabischen". Und nach der Lektüre muss ich bestätigen dass die Hauptprotagonistin wirklich vielgeliebt war, ein interessantes Leben wirklich gelebt hat. Ihr Leben ist geprägt mit herzlichen Begegnungen mit Leuten aus allen Schichten. Sie wird geliebt und respektiert. Gilt aber unter Verwandten als etwas eigenartig (immerhin praktiziert und behandelt sie auch noch im hohen Alter von 90 Jahren!). Sie hat immer das gelebt, was ihr Herz ihr "empfohlen" hat, auch wenn es nicht ganz der Norm entsprochen hat. Die Urenkelin Alice kommt zu schriftlichen Dokumenten, die von ihrer Urgrossmutter Zaïda verfasst wurden und die Zaïdas's Lebensgeschichte beinhaltet: Zaïda verliebt sich auf dem Weg zum "Londoner Hochzeitsmarkt" in ihren ersten Mann, den Künstler Basil Tatley. Sie heiraten innert kürzester Zeit und sie entkommt so den Fängen ihrer Mutter, die sie an einen wohlhabenden Lord verheiraten wollte. Sie stammt aus einer englischen sehr guten, wohlhabenden Familie, mit italienischen Wurzeln. Selber sagt sie, ihre finanzielle Situation habe sich in ihrem Leben wie folgt gewandelt: von sehr reich zu wohlhabend, von wohlhabend zu gut versorgt und von gut versorgt zu nicht unbemittelt. Dieser Wohlstand hat es ihr ermöglicht, das Arztstudium aufzunehmen. Dannzumal war das aber in England kaum möglich. Sie hat sich entschieden ihre Studien in Zürich aufzunehmen und hat sie auch mit Erfolg beendet. Ihre erste Ehe bleibt kinderlos, d.h. sie hatte verschiedene Fehlgeburten. Das prägt sie stark. Nachdem ihr erster Mann stirbt, führt sie ihr weiterer Weg nach Italien, wo sie als Ärztin (vorallem in der Frauenheilkunde) zunehmend bekannt wird. Auch ihre zweite Ehe ist nur kurz. Mit ihrem dritten Mann lebt und arbeitet sie in Mailand und macht sämtliche Wirren der Weltgeschichte der damaligen Zeit mit. Nach dem ersten Weltkrieg wird beiden bewusst, dass für sie jetzt die Zeit gekommen ist, ihre berufliche Tätigkeit zu ändern, beide sind schon um die 60 Jahre; sie beschliessen sich der Psychologie zu widmen. Durch den zunehmenden Faschismus in Italien fliehen sie in die Schweiz, wo sie auch das Schweizerbürgerrecht annehmen und weiter praktizieren. Während ihres ganzen Lebens bleibt auch die Verbindung zu England, ihrem Geburtsland bestehen. Es ist eine spannende Lebensgeschichte und ein Zeitdokument. Ich hätte gerne noch etwas mehr über die Zeit gelesen, während des Arztstudiums. Aus anderer Lektüre weiss ich, dass das für Frauen sehr erschwerend gewesen ist. Das Buch liest sich gut und gibt einen interessanten Einblick in diese 100 Jahre.

    Mehr