Anne Enright Das Familientreffen

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Inhaltsangabe zu „Das Familientreffen“ von Anne Enright

Als Kinder vertrauten sie einander stets alle Geheimnisse an – und nun ist ihr wunderbarer Bruder Liam tot. Mit Steinen in den Hosentaschen hat er sich ins Meer gestürzt. War er, das schwarze Schaf der Familie, wieder einmal nur betrunken? Während Veronica im Dubliner Elternhaus die Beerdigung vorbereitet, überwältigen sie die Erinnerungen: an ihre Mutter, an ihre Großmutter und an all die anderen Mitglieder der weitverzweigten, blauäugigen, trinkfesten Familie Hegarty. Und schließlich an jenen Tag, an dem Liam, gerade mal neun Jahre alt, im Haus der Großmutter etwas angetan wurde, vor dem sie ihn hätte bewahren müssen.

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  • Das Familientreffen

    Das Familientreffen

    AmberStClair

    30. September 2015 um 13:40

    Format: Hörbuch CD Klappentext: Wo hat das Unglück nur angefangen? Liam hat sich Steine in die Hosentaschen gesteckt und ist ins Meer gegangen. Liam, der Rebell, dem das Leben nicht gelingen wollte. Veronica hat ihren Bruder geliebt, bloß - mochte sie ihn eigentlich? Fest steht, sie hat es nicht geschafft, ihm zu helfen, auch damals nicht, als sie Kinder waren. War es wirklich Missbrauch, was sie gesehen hat und hätte sie nicht reden müssen? Jetzt ist der Selbstmord für sie Anlass, einen tiefen Blick in die Familiengeschichte zu werfen. Auch wenn sie weiß, dass Erinnerung und Fantasie nahe beieinander wohnen, Gefühle niemals eindeutig und klar sind, lotet sie unerbittlich die Lebenslügen aus, ihre eigenen und die der anderen. Familien sind eine Zumutung, resümiert sie wütend. Am Ende aber gewinnt die Zuversicht. Meine Meinung: Ich finde das die Geschichte ein wenig wirr ist. Es fängt mit der Großmutter an, aber irgendwie war man dann bei einer anderen Person, dann in der Vergangenheit, an verschiedenen Zeiten und Orten. Ich habe nur so viel verstanden das Liam sich immer widersetzt hat und aufbegehrte. Kurzum ein Außenseiter. Denn das was er in seiner Kindheit erlebte war keine schöne Erfahrung. Mißbraucht wurde er und man verschloss die Augen. Das war einer der Faktoren die ihn zum Selbstmord führten. So mutmaßte seine Schwester und die Mutter verschloß die Augen, was ich nicht verstehen kann. Im nach hinein verstand ich das es nicht um die Ereignisse ging, sondern Erinnerungen und es sollte Wirr zu gehen. Und wenn man aufmerksam zuhörte verstand man diese Geschichte und um was es ging. Ich habe das Hörbuch bis zum Ende gelaust, denn Anna Thalbach hat eine sympathische Stimme, die leider die Geschichte nicht ganz heraus reizen konnte. Eine zum nach denken, weil immer und überall so etwas passieren kann. Kann leider nur 4 von 5 Punkten vergeben.

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  • Hehasst und dennoch geliebt

    Das Familientreffen

    dicketilla

    02. March 2014 um 12:27

    Wer sich unter dem Titel eine idyllische Familiengeschichte verspricht , sollte die Finger von dem Buch lassen . Im Gegenteil , es ist eine verstörende , teilweise wütende von Emotionen getriebene Geschichte . Ausgang bildet der Selbstmord Liams .Veronica ihm sehr nah , nur neun Monaten Altersunterschied trennt beide , fast schon auf den Anderen wartend , ist mit den Beerdigungsvorbereitungen beschäftigt . Dieser Anlaß läßt die Familie in ihrem Haus ihrer Kindheit zusammen treffen . Eine irische Großfamilie , 12 Kinder hat die Mutter geboren , und der noch lebende Rest der Familie Hagarty trifft aufeinander . Veronica fällt immer wieder in Erinnerungen , teils angenommen , teils der Wirklichkeit entsprechend .Daher verlangt es viel Konzentration der Handlung zu folgen . Sie beginnt ihr eigenes Leben zu überdenken . Sie erinnert sich an ihre Großmutter Ada , die eine wichtige Rolle in ihren Erinnerungen spielt . "...ich hasse meine Familie , diese Menschen , die zu lieben ich mir nicht ausgesucht habe und die ich dennoch liebe..." Dieses Zitat fand ich sehr bezeichnend . Schonungslos schreibt Anne Enright über falsche Moralvorstellungen , über Kindesmißbrauch , Sex , Vorurteile , Haß . Meiner Meinung zu Recht 2007 mit dem Booker Preis ausgezeichnet . Sehr lesenswert !

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Coonie

    27. July 2011 um 10:23

    Eine wirkliche Bewertung kann ich eigentlich kaum schreiben, da ich das Buch – was ich eigentlich nie mache – nach etwas über 100 Seiten abgebrochen habe. Wortgewaltig ist es, das stimmt. Aber leider macht es die absolute Unstrukturiertheit wieder kaputt. Man kann der Autorin kaum folgen und hat ständig das Gefühl den Anschluss zu verlieren. Allerdings wusste ich nie, wo der Anschluss eigentlich ist. Es werden so viele total zusammenhangslose Szenen beschrieben, die mit der eigentlichen Geschichte, die total untergeht, nicht in Verbindung zu bringen sind. Absolut nicht meins!

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    gerhard_pfeiffer

    16. June 2011 um 23:24

    Die Botschaft des Bucheinbandes lautete "eine glitzernde Perle von einem Buch". Das Werk von Anne Enright "Das Familientreffen", welches mit dem Booker-Preis ausgezeichnet wurde, ist sicherlich ein Roman, der beeindruckt und dem man sich nicht entziehen kann. Dies tut er durch seine Sprache und durch seinen unstrukturierten Verlauf. "Die Hölle einer Großfamilie" wird hier beschrieben. Der Bruder hat Selbstmord begannen und die Schwester, die Lieblingsschwester, denkt darüber nach, was der Auslöser dafür war. Welcher natürlich in der Vergangenheit, sprich der Kindheit, zu suchen ist. Dafür wird das Leben dieser Großfamilie und deren Entstehung beleuchtet. Das geschieht teils humorvoll, teils sarkastisch und oftmals auch bösartig. Irland, die Insel und die Religion, das Leben in den 70ern, Kindheitserinnerungen, Missbrauch, Abhängigkeit usw. sind die vielschichtigen Themen die Anne Enright hier verarbeitet. Die Sprache ist hochgestochen, wortgewaltig und bildreich. Am Anfang ist man fasziniert, doch mit der Zeit wirkt es leider sehr einschläfernd und ermüdend. Grund dafür ist die Aneinanderreihung langatmiger und nichtsagender Themen. Szenerien werden beschrieben, die oftmals nur Beiwerk für die Geschichte sind und diese nicht voranbringen. Man kämpft sich durch die Seiten und es ist ein sehr harter Kampf, da sich einem, neben der Langeweile, auch noch die nichtvorhandene Struktur des Romans in den Weg stellt. Am Ende ist man froh, dass es vorbei ist und man möchte auch gar nicht wissen, wie es weiter geht oder was des Rätsels Lösung ist. Die beschriebenen Personen wirkten auf mich alle unsympathisch und unnahbar. Dies geschieht nicht aufgrund ihrer Handlungen, vielmehr durch die Beschreibung der Autorin. Die ständigen Wechsel von Zeitebenen, Phantasie und Realität bringen einem die Personen nicht näher, sondern entfernen sie. Oftmals ist der Leser sich gar nicht sicher, ob etwas tatsächlich passiert ist oder es sich in der Phantasie der Erzählerin abgespielt hat. Im letzten Drittels des Buches kommt die hochbrisante Auflösung. Endlich soll ausgesprochen werden, was wirklich geschehen ist. Doch das Interesse ist zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr vorhanden und die Hoffnung auf den "Kick" durch die Auflösung tritt nicht ein. Es reiht sich in die sinnlose Aufzählung bisheriger Geschehnisse ein. Das Buch hinterlässt Trauer, aber nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der vielen Möglichkeiten, deren dieses Werk beraubt wurde. Möglichkeiten, die nicht genutzt wurden, nur um zu zeigen, wie toll die Autorin das Werkzeug "Sprache" einsetzt. Mein Fazit ist, das es sich hier um einen Roman handelt, der nicht fesselt, sondern nur durch seine Sprache aufgebläht wurde und am Ende, wie eine Seifenblase zerplatzt. Ich möchte nicht davon abraten, denn ein jeder sollte sich sein eigenes Urteil bilden. Mir persönlich hat es nicht gefallen.

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Mia80

    01. September 2010 um 21:01

    Ich habe mir dieses Buch auf Grund des Hinweises bei Amazon "Kunden, die "River" kauften, kauften auch "Familientreffen" besorgt. Leider hat mich "Familientreffen" total enttäuscht. Ich würde sogar sagen, es war das schlechteste Buch, was ich dieses Jahr bisher gelesen habe. Schon auf den ersten 3 Seiten hatte ich so das Gefühl, dass mir der Schreibstil der Autorin überhaupt nicht zu sagt. Hin und wieder hatte ich dann den Eindruck, ich komme doch noch in die Geschichte rein, aber die Ausdrucksweise und das permante zwischen den Erlebnissen hin und herhoppen hat mich dann doch jedes Mal wieder raus gebracht. Habe mich jetzt ungefähr bis zur Seite 200 gequält und den Rest nur mal kurz durchgeblättert, ich breche ja selten Bücher ab, aber das mag ich einfach nicht mehr weiterlesen... nee, war nix für mich.

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    lokoschade

    06. October 2009 um 17:05

    verstörend und brutal ehrlich. Ein zorniges Buch.

  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. October 2009 um 17:13

    „Nicht immer mögen wir die Menschen, die wir lieben – nicht immer haben wir diese Wahl.“ (S. 149) Nach Liams Selbstmord trifft sich die Familie seit Jahren zum ersten Mal wieder. Veronica Hegarty’s Gedanken gehen zurück in die Vergangenheit und sie erzählt dem Leser von ihrer Großmutter, die den Mann heiratete, der gut für sie war und nicht den, den sie liebte. Bei ihr verlebten sie als Kinder die Ferien. Sie erzählt von ihrer Mutter, die 12 Kinder bekam und 7 Fehlgeburten erlitt und sich die Namen ihrer Kinder nie merken konnte. Sie berichtet von ihrer Ehe mit Tom, die in einer Sackgasse angelangt ist und von ihren zwei Töchtern, denen sie ein anderes Familienleben ermöglichen möchte als sie es erlebte. Und sie berichtet über Mr Nugent, der ein guter Freund der Großmutter war. Wirklich nur das? In Veronicas Augen trägt er zumindest eine Mitschuld daran, dass Liam mit Steinen in den Hosentaschen ins Wasser ging. Denn die alles entscheidende Frage für Veronica ist die nach dem Warum. Schon das Cover des Buches zeigt ein nebulöses, tristes Bild und das Buch spiegelt genau diese Stimmung wieder. In Erinnerungsfetzen und Assoziationen lässt uns Veronica an ihrem bisherigen Leben teilhaben. Manche Geschehnisse kennt sie nur durch Erzählungen, andere durch eigenes Erleben und sie schildert diese mit Härte, Wut und Resignation. Von Liebe ist sehr wenig zu spüren in dieser Familie, mehr von Sex und Begierde. Einzig unter den Geschwistern, speziell zwischen Liam und Veronica, gibt es eine gewisse Wärme und Vertrautheit. Ein ständiger Begleiter in diesem Buch ist auch der Alkohol, mit dem die Protagonisten dem Alltagselend zu entfliehen versuchen. Als Leser blieb ich zu allen Personen deutlich distanziert, ich war lediglich Beobachter und trotz der teilweise erschreckenden Umstände blieben meine Sympathien unverteilt. Viele Geschehnisse wurden nur angerissen, andere auf so neutrale Weise geschildert, dass ich mich fragte weshalb zeigt die Erzählerin an dieser Stelle keinerlei Gefühlsregungen? Das Familientreffen selbst fand lediglich im letzten Drittel des Buches statt und zeigte deutlich wie zerrissen die Familie eigentlich ist. Zwar gibt es Gemeinsamkeiten, die aber wohl lediglich in Erinnerungen bestehen. Ganz zum Schluss gibt es noch einen Hoffnungsschimmer, das Buch wird aber in meinem Gedanken immer mit einer gewissen Tristesse behaftet bleiben. Mein Fazit: „Das Familientreffen“ist eine der düstersten Familiengeschichten, die ich je las. Deshalb ist das Buch nicht schlecht, irgendwie hat es mich in seiner Andersartigkeit auch in seinen Bann gezogen. Am Ende blieb ich mit vielen ungeklärten Fragen zurück, zu vielen, wie ich finde. Trotzdem habe ich dieses Buch gern gelesen. Dieses Buch gewann den Booker-Preis 2007.

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    UteSeiberth

    09. September 2009 um 21:15

    Ich bin leider etwas enttäuscht über die kühle und teilweise sarkastische Haltung der erzählenden Schwester,die die Familie zusammenholt zur Beerdigung eines Lieblingsbruders,der sich das Leben genommen hatte.Ich hätte gerne mehr über die Umstände erfahren, die das "schwarze Schaf" der Familie in den Selbstmord getrieben haben,aber Gefühle und Mitgefühl scheinen in dieser Familie sehr zurückgedrängt zu werden und das finde ich sehr schade!Ich lese eigentlich sehr gerne Familiegeschichten, aber diese hat mich unzufrieden zurückgelassen,ich bin mit den Protagonisten leider nicht warm geworden!

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Greta

    12. April 2009 um 13:54

    "Während die Familie über mir atmet, bleibe ich unten im Haus und schreibe alles nieder, arrangiere sie in hübschen Sätzen, meine sauberen weißen Knochen."

  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    MonaMayfair

    28. March 2009 um 14:15

    auch diese buch las ich im silverster-urlaub in winterberg.. ich glaube, meine zeit wäre besser dazu verwendet worden, um am skilift bikinis oder sandburgenpläne zu verkaufen.. es war einfach vertane zeit.. ich hatte mir dieses buch ausgewählt, weil es in der zeit empfohlen wurde, weil es eine familiensaga war und weil es in irland spielt.. na ja.. das alles ist noch lange kein prädikat dafür, dass es mir dann auch tatsächlich gefällt.. langatmig und langweilig.. uninteressant.. und die inzestgeschichte war nach den ersten paar seiten so was von klar und kam daher total unüberraschend.. keine ahnung, warum ich zu dieser geschichte keinen zugang gefunden habe..

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    LxNRG

    22. December 2008 um 19:49

    Nein, tut mir Leid, hat mir nicht gefallen. Ich hatte mir etwas ganz anderes unter dem Buch vorgestellt, leider suggeriert dies auch der Klappentext. Es wird vielmehr die Familiengeschichte aus Sicht der Enkelin erzählt (insbesondere die der Großmutter); leider zieht sich das m.E. in die Länge. Was mir auch nicht gefallen hat, sind diese sich stetig wiederholenden sexuellen Anspielungen. Man mag fasst meinen, die Autorin hätte auch hier einiges "aufzuarbeiten".

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Cibo95

    27. November 2008 um 13:54

    Kurzbeschreibung von Amazon.de Die Gewinnerin des Booker-Preises 2007! Der Hegarty-Clan versammelt sich in Dublin, um Liam, das schwarze Schaf der Familie, zu Grabe zu tragen - doch schnell gerät der Anlass zur Nebensache. Nur Veronica wagt es, nach den Umständen zu fragen, die ihren Bruder in den Tod getrieben haben mögen. Ein beeindruckend intensiver Roman über die Frage nach Schuld und Verantwortung, nach der Liebe und ihren Folgen. Als Kinder haben sie sich stets alle Geheimnisse anvertraut, und auch als Erwachsene sind Veronica und ihr Bruder Liam noch immer aufs Engste miteinander verbunden. Doch dann stürzt Liam sich mit Steinen in den Hosentaschen ins Meer, und Veronica bleibt allein zurück mit der Frage nach dem Warum. Während sie im Dubliner Elternhaus die Beerdigung vorbereitet, überwältigen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit, an ihre Großmutter, die aus Vernunftgründen auf die Liebe ihres Lebens verzichtete, an ihre Mutter, die sich nach den vielen Geburten und Fehlgeburten nicht einmal die Namen all ihrer Kinder merken konnte. Und an jenen Tag, an dem ihrem Bruder Liam, gerade neun Jahre alt, etwas angetan wurde, vor dem sie ihn hätte beschützen müssen. Ein bewegender Roman, dessen sprachliche Finesse und eindrucksvolle Bildlichkeit einen bisher ungekannten Blick auf das verletzliche Wesen der menschlichen Seele zu werfen vermag. Über die Autorin (Amazon.de) Anne Enright wurde 1962 in Dublin geboren und lebt heute im irischen Bray, County Wicklow. Ihre Werke sind mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Doch erst mit dem Booker-Erfolgsroman gelang ihr der internationale Durchbruch - "Das Familientreffen" ist in gut dreißig Sprachen übersetzt und weltweit ein Bestseller. Meine Meinung ... ... ist schwierig in Worte zu fassen. Dieses Buch hat mich tief berührt und viele offene Fragen hinterlassen, die ich erst noch verarbeiten muss. Veronica leidet von den Geschwistern der Familie Hegarty am meisten. Sie war die Vertraute von Liam, die beste Freundin und die Hüterin des Geheimnisses. Oder wussten alle, was der nette Mr Nugent mit den Kindern der Familie anstellte? Offen darüber gesprochen wird nicht. Alle sind oberflächlich und trinken viel zu viel. Die Beerdigung des Bruders bringt sie alle wieder in das Haus und lässt die Geister der Vergangenheit frei. Veronicas Ehe droht zu zerbrechen. Sie ist nicht mehr fähig zu Nähe, Liebe und Vertrauen. Ihr Mann Tom geht immer wieder auf sie zu, doch sie macht die Nacht zum Tag, um ja nicht mit ihm in einem Bett schlafen zu müssen. So vergehen Monate ... Ada, ihre verstorbene Großmutter ist Mittelpunkt dieser Erzählung. Wusste sie von dem Missbrauch der Kinder? War Mr Nugent nur ein guter Freund? War er ihr Liebhaber? Warum hat sie sich damals für Charlie und nicht für ihn entschieden? Wusste sie von seiner pädophilen Seite? Ach, es ist so schwierig zu fassen. Dabei wundervoll zu lesen. Die gedrückte Stimmung der Familie ist zum Greifen nah. Veronica hat sich in ihrer Jugend selbst verletzt, geritzt und mit Nadeln gestochen, nur um endlich mal etwas zu spüren. Der Wunsch nach Schmerzen kommt jetzt wieder, alte Wunden werden aufgerissen. Sie sagt, sie hätte verlernt, etwas zu empfinden. Warum in der Beschreibung von Amazon vom schwarzen Schaf der Familie gesprochen wird, kann ich nicht sagen. Liam hat den Suizid gewählt, weil er mit seinem Leben nicht zurecht kam und Alkoholprobleme hatte. Ist man deswegen das schwarze Schaf der Familie? Ich denke, nicht. Ein großer Roman, der mich noch lange beschäftigen wird. Ich hoffe, dass noch andere BTler dieses Buch lesen und ich somit Antworten auf meine Fragen bekomme.

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Juana

    16. November 2008 um 10:29

    Die Protagonistin und Erzählerin Veronica gleitet im heutigen Dublin nach dem Tod ihres Bruders durch Realitäts- und Zeitebenen. Ein großartiger Roman. Bezaubert vor allem durch die Sprache: mal zart, dann wieder drastisch. Überraschende Bilder.

  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    Clari

    05. October 2008 um 00:44

    Anne Enright Das Familientreffen DVA ISBN 3421043701 Familienbande und ihre Realität! Als Veronica ihrer alten und vergesslichen Mutter die Todesnachricht von Liam, ihrem Bruder, überbringen muss, überfallen sie Erinnerungen an ihre Kindheit mit unnachahmlicher Gewalt. Liam hat sich Steine in die Hosentaschen gefüllt, ist ins Meer gewatet und ertrunken. Sein Tod rührt weit zurück liegende Erinnerungen auf, und Veronica wird von den Gedanken an Vergangenes und Zukünftiges überschwemmt. Aus der Ferne steigen Ereignisse hoch, die allmählich die ganze Familiengeschichte auf den Plan rufen. Irland und Dublin bilden die Orte der Handlung. Familiengeheimnisse und ihre Tragödien stehen im Zentrum des Geschehens. Da war Ada, die schöne und sinnliche Großmutter. Wen wollte sie wirklich zum Ehemann: Nugent oder Charlie Spillane? Woher kam sie überhaupt? Wer war Veronicas Mutter, die ein Kind nach dem anderen auf die Welt brachte, ergeben und mit Hingabe aber wenig liebesfähig, denn sie kannte nicht einmal alle Namen der großen Kinderschar. Die erzkatholischen Eltern boten mit ihrer unermüdlichen Fruchtbarkeit einen Widerspruch in sich, und die Würde des Vaters ging darüber verloren. Zwölf Kinder und sieben Fehlgeburten waren das Ergebnis. Der Großvater hatte einstmals hoch fliegende Berufspläne und scheiterte an sich selbst. Er liebte seine Frau und ging doch fremd, und nun setzt sich diese Gewohnheit in der jüngsten Generation fort. Veronica, die Icherzählerin, lebt heute mit ihrem flotten Ehemann und zwei Töchtern in einem adretten Reihenhaus. Durch die Familienereignisse gerät sie in eine schwere Lebenskrise. Liam und Veronica schlossen sich einst eng zusammen und teilten Freude und Leid mit einander. Einer fühlte sich für den anderen verantwortlich, und Veronica stellt sich die Frage, ob sie diesem Anspruch wirklich gerecht geworden ist. Es gab da ein verdrängtes und bedrückendes Erlebnis für Liam anlässlich eines Besuchs bei ihrer Großmutter Ada. Als die Geschwister erwachsen wurden, trennten sich ihre Wege. Die Mitglieder der Familie Hegarty sind trinkfest, nur Liam und ein weiteres Kind wurden zu Alkoholikern. Anne Enright schreibt meisterhaft und bedingungslos über die Gedanken, Gefühle und Erinnerungen ihrer Protagonistin. Unerbittlich gräbt sie in den tiefsten Tiefen der Seele und fördert geheime Gedanken zutage, die erschreckend sind, tragisch und wahrhaftig. Über Sex, den Tod, die Liebe, das Sterben und den Hass gehen die Reflexionen weit über das hinaus, worüber Menschen sich auslassen. Anlässlich der Trauerfeier für Liam findet noch einmal ein Familientreffen statt, und hier trifft man diejenigen, die übrig geblieben sind. Man lernt sie kennen, die Psychotiker, die Schüchternen, die Besonnenen und sieht, was aus den einzelnen geworden ist, und wo sie geblieben sind. Anne Enright schreibt fast meditierend - nachdenklich, teilweise sarkastisch und ironisch, immer aber in einem hoch reflektierten Stil über Familienleben und Kindheit. Dabei vermischen sich in der Rückschau kindliche Fantasien mit den möglichen Varianten, wie alles gewesen sein könnte. Die persönliche Note erhält das Buch durch die besondere Art der Reflexion, in der sich gute und negative Erinnerungen begegnen und Vergangenes und Gegenwärtiges in einander verschwimmen. Mit der ausgezeichneten Fähigkeit, sich realistisch und kritisch, bedauernd und zweifelnd der Gegenwart und Vergangenheit zu stellen und alles zu hinterfragen, steht Anne Enright in der Tradition so bedeutender Autoren wie James Joyce, Jonathan Swift, Samuel Beckett, G. Bernard Shaw und anderer. Dieser Roman gehört zu den Meisterwerken aktueller Neuerscheinungen und wird sicher viele Leser begeistern. Die hervorragende Übersetzung von Hans-Christian Oeser ist ausdrücklich zu erwähnen! Anne Enright wurde mit dem englischen Booker-Preis 2007 für ihren neuen Roman ausgezeichnet.

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  • Rezension zu "Das Familientreffen" von Anne Enright

    Das Familientreffen

    ude

    20. September 2008 um 10:15

    Das ist so ziemlich das wunderbarste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Vollkommen durchkomponiert und doch wie jeweils frisch von Lippen kommend geschrieben. Ich habe jeden Satz zweimal gelesen.

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