Anne Enright The Gathering

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Inhaltsangabe zu „The Gathering“ von Anne Enright

The nine surviving children of the Hegarty clan gather in Dublin for the wake of their wayward brother Liam. It wasn't the drink that killed him - although that certainly helped - it was what happened to him as a boy in his grandmother's house, in the winter of 1968.

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  • Rezension zu "The Gathering" von Anne Enright

    The Gathering
    Marcus_Krug

    Marcus_Krug

    03. January 2013 um 21:58

    Liam hat sich am Strand von Brighton das Lebe genommen – mit Steinen in den Manteltaschen und Alkohol im Blut. Veronica, die Schwester, die ihm am nächsten stand, reist nach England, um den Papierkram zu erledigen und den Leichnam zu überführen. In Rückblenden erzählt Veronica vom Selbstmord ihres Bruders Liam und rollt dabei die Geschichte der irischen Familie Hegarty auf. Diese wird über drei Generationen hin beschrieben, wobei aber die Geschehnisse um ein Ereignis kreisen, was dem damals knapp neunjährigen Liam im Hause seiner Großmutter Ada zugestoßen ist und von dem Veronica glaubt, Zeugin geworden zu sein. Veronica und Liam wachsen in einer irischen Familie in den sechziger Jahren in Dublin auf. Zur Familie gehören zwölf Kinder wobei aber die Mutter noch sieben Fehlgeburten hatte. Weil die Masse an Kindern eine adäquate Betreuung durch die Eltern erschwert, wurden eines Tages Liam und Veronica zu ihrer Großmutter Ada gebracht. Dort ereignete sich ein für Liams Leben folgenschwerer Vorfall, der ihn laut seiner Schwester Veronica zum Selbstmord in Brighton getrieben haben soll. Der Titel „The Gathering“ bezieht sich zum einen auf die Zusammenkunft der Hegarty-Kinder zum Wake (irische Form der Totenwache vor dem eigentlichen Begräbnis) aber auch zum anderen auf das „Sammeln“ von Fakten zur Familiengeschichte, die ihren Anfang mit Veronicas Großmutter Ada nimmt. Veronica versucht aus Fragmenten ihrer Erinnerung und auch ihrer Einbildungskraft eine Art Geschichte zusammenzusetzen, die eine Erklärung für den Missbrauch von Liam im Hause seiner Großmutter liefern soll. So soll die frühere Prostituierte Ada (eine Annahme Veronicas) zwischen Charlie ihrem Mann und Lambert Nugent, dem Vermieter des Hauses von Charlie und Ada geschwankt haben. Veronica kombiniert auch, dass Nugent zum Eintreiben der Miete in Adas Haus kam und dies dann zu jenem schicksalsträchtigen Tag für Liam geführt haben soll. Weiter erzählt Veronica nun aus ihrer Erinnerung von einem Liam zu College-Zeiten, der emotionslose Beziehungen geführt hat und schon damals den Alkohol zugesprochen hat. Des weiteren beschreibt das Buch eine am Verlust ihres Bruder verzweifelnde Veronica, die sich von ihrem Mann und den Kindern abwendet und sich in den englischen Bestatter aus Brighton „verliebt“. Die Geschichte findet im sogenannten Wake ihren Höhepunkt, bei dem die noch lebenden Hegarty-Kinder zusammenkommen; aber Veronica ist, mittlerweile vom Geiste ihres toten Bruders Liam verfolgt, nicht dazu in der Lage, ihren Geschwistern von ihrer Erkenntnis zu berichten. Die Passagen von Veronicas Erinnerungen wechseln sich zusammenhangslos mit denen ihrer Fiktion ab, was nicht zuletzt am Anfang große Verwirrung stiftet. Dazu kommt noch das Ansinnen der Autorin, die Verzweiflung und Trauer Veronicas über den Tod ihres Bruders Liam in eine raue bisweilen derbe Sprache zu kleiden, die immer wieder unnötigerweise ins Sexuelle abgleitet und Genitalien wie Gemüse beschreibt. Das und die farblosen Charaktere, die zu keinem Zeitpunkt im Buch mehr als gesichtslose Gestalten sind, die im irischen Nebel vorbeiziehen, machen das Lesen dieses Buches zum Waten gegen den Strom in zähflüssigem Honig. Dabei fällt es äußert schwer den Gedanken abzuschütteln, dass hier eine nette Kurzgeschichte zu unanbietbarer Länge ausgewalzt wurde. Etwa bei der Hälfte erfährt man von Veronica, was Liams im Alter von knapp neun Jahren im Hause der Großmutter zustieß. Und weil man das eh schon von Anfang an wusste oder zumindest ahnte, kommt spätestens dann dem Buch alle Spannung abhanden. Aufgrund der äußerst negativen Grundstimmung des Buches, die über die Protagonistin Veronica transportiert wird und die Zusammenhanglosigkeit zwischen Erinnerung und Fiktion fällt es mir schwer, das Buch weiterzuempfehlen.

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  • Rezension zu "The Gathering" von Anne Enright

    The Gathering
    Lax

    Lax

    01. August 2011 um 23:57

    The winner of the 2007 Man Booker prize is a story about a woman, who thinks back to an event in her life, that had an effect to her life and the life of her brother, who comitted suicide. The Dublin born Author Anne Enright has published several novels, short stories and non-fiction. She writes about families, relationships, love and sex in catholic Ireland. In 2007 she has won the Man Booker Prize for her forth novel „The Gathering“. It is a story about an Irish catholic family that creeps slowly into your mind and stays there for a while. The storyteller is thirty-nine year old Veronica a mother of two girls, who has to transport the dead body of her brother from England back to its Homeland. From the very first sentence, „I would like to write down what happened in my grandmother’ s house…“, you hear the sadness in this story. Veronica’s mind drifts back into her childhood and back to 1925 to a love liven and a love not given. „History is such a romantic place…“ But bit by bit she reveals a secret, that only her brother and she knew about and no one else in her big family of twelve children. „Out in the world that is not the world of the Hegarty family, we think these things are not the same thing.“ It is a secret that hunted her since these days, but she could conceal, not her brother who started to drink too much alcohol. But after the suicide of her brother, her life is on the brink. She has sex with her husband or better he has sex with her, she just lies there. She sleeps in daytime and rides her car in the night. The story is so dense. You feel Veronica’s suffering with no hope of consolation. „…how little thoughts in your head that can grow until they eat your entire mind.“ But Veronica cannot say for true, that it was real, what had happened back than. The thoughts of a grown up are different to the memory of a child. „…every choice is an error, as soon as it is made.“

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  • Rezension zu "The Gathering" von Anne Enright

    The Gathering
    Anja_Lev

    Anja_Lev

    08. September 2010 um 21:25

    Eigentlich ist der Titel irreführend. Zwar versammelt sich die Familie Hegarty zum Tod ihres Bruders, 9 der ehemals 12 Geschwister treffen sich in Dublin, doch dies scheint nicht bestimmendes Element dieses Buchs. Es sind viel mehr die Erinnerungen und Überlegungen einer der Schwestern, die den Inhalt ausmachen. Veronica Hegarty war im Alter dem Toten am nächsten, sie berichtet von ihren Erinnerungen, an die Familie, an den Bruder, reflektiert ihre Beziehung zu ihrem Mann, zu ihren Kindern, zur Großmutter und zu ihrem Bruder. Dabei kommt sie langsam und auf vielen Umwegen auch zum Kern der Probleme ihres Bruders, einen Missbrauch im Alter von neun Jahren.. Das Buch ist sprachlich anspruchsvoll, voller komplizierter Gedanken und verworrener Überlegungen, man muss sich als Leser ganz auf die Sichtweise und Schilderungen der Ich-Erzählerin einlassen. Dann ist es fesselndes, beunruhigendes Buch, dessen Geschichte viel Stoff zum Nachdenken schafft.

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  • Rezension zu "The Gathering" von Anne Enright

    The Gathering
    Rock-n-Roll

    Rock-n-Roll

    30. August 2010 um 15:33

    What a great read this one was! I am very impressed with what Enright does with language. The story itself is about a big Irish family who comes together to mourn the death of one sibling. It is a story about how incidents that happened long ago can still effect your own life and the lives of others and that guilt is something that can overwhelm you so much that it overshadows anything else. The books starts very promising but it takes quite a while for the protagonist to unveil what has happened in her grandmother's house, so at times it drags on for a bit. But the end is just wonderful and a plea for the truth.

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  • Rezension zu "Booker, the" von Anne Enright

    The Gathering
    Steerpike

    Steerpike

    05. February 2008 um 20:44

    Anlässlich des Freitodes ihres Bruders Liam blickt Veronica Hegarty auf die gemeinsame Kindheit zurück. Aufgewachsen in einer vielköpfigen Familie (wenn ich mich recht entsinne 12 Geschwister, von denen aber nun nur noch neun leben), so zahlreich, dass sich die Mutter die Namen ihrer ganzen Kinder nicht merken kann, erzählt Veronica von einer ganz besonderen Schuld. Denn Liam, so wenigstens ihre Vermutung, ist ins Wasser gegangen, weil er von einem engen Freund der Großmutter im Alter von 15 Jahren systematisch missbraucht wurde. An diesem Punkt begann der unaufhaltsame Abstieg ihres Bruders. Eine weitere Missbrauchsgeschichte? Irgendwie ja. Gewinner des Booker-Preises 2007, das mich aber nicht so recht überzeugen konnte - hoffentlich eine Ausnahme, die die Regel bestätigt, denn gewöhnlich kann ich mich sogar auf die Shortlist dieses Preises ziemlich gut verlassen. Interessant an dem Text ist sicher seine konsequente Sexualisierung. Kein Kapitel vergeht, in dem es nicht wenigstens auch um Sex und/oder Begierde geht. Und der Sex, der beschrieben wird - nicht nur der Missbrauch, der ohnehin nur als alptraumhafte, verwaschene Erinnerung einer Achtjährigen wiedergegeben wird -, ist alles andere als schön. Sexualität wird konsequent entromantisiert, von Liebe ist zwar die Rede, doch so recht (be)greifen kann man sie bzw. ihren Platz im menschlichen Miteinander im gesamten Text nicht. Anne Enright - das ist ihr zugute zu halten - schafft hier eine originelle Darstellung des Themas: zugleich abstoßend und allpräsent und nicht wirklich unter der Kontrolle der an ihr Beteiligten, hat Sexualität etwas Unausweichliches und im Wortsinne Geschäftsmäßiges. Das reicht aber meiner Ansicht nach nicht, um die 260 Seiten diffus vorgetragener Familiengeschichte zu tragen, in der nichts wirklich klar wird: Ist Liam sozusagen an den alten Liebhaber seiner Großmutter "verkauft" worden, nachdem diese nicht mehr jung und schön genug war, um noch mit dem eigenen Körper die Mietschuld begleichen zu können, die zu jedem Monatsbeginn aufs Neue Sorgen bereitete? Einiges spricht dafür, dass die Angelegenheit so profan war, und dass die achtjährige Veronica nicht die einzige war, die von diesem abstoßenden Arrangement wusste. Wahrscheinlich war die gesamte Familie eingeweiht. Das Buch erzeugt so zwar eine widerwärtige Faszination an diesem banalen Handel mit Körpern im muffigen katholischen Irland, doch es geht nicht über die Schilderung des Prozesses der Bewusttwerdung von Veronica hinaus. Diese ist sich nicht sicher, ob Liam der einzige war, der missbraucht wurde, oder ob nicht auch andere Geschwister - unter anderem sie selbst - diesen Dienst leisten mussten. Ich kenne mich im Thema zu wenig aus, um zu etscheiden, wie realistisch die Darstellung ist. Ich halte es jedoch für möglich, dass es in vielen Missbrauchsfällen, nie zum Eklat oder zur Aussprache kommt, sondern dass die Beteiligten einfach mit ihrer Schuld und den Trümmern ihrer Existenz weiterleben; dass oft nicht einmal ein Selbstmord stark genug ist, um einen Prozess der Aufarbeitung einzuleiten. Nur: Genügt diese vielleicht realistische Darstellung als Grundlage eines Romans?

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