Anne Flock In deinem Blute

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Inhaltsangabe zu „In deinem Blute“ von Anne Flock

Kann es sein, dass meine Geschichte mit diesem Buch zu Ende geht? Ich glaube nein. Es ist wohl eher ein Kreis, der sich schließen wird. Im Oktober 2012 werde ich 55 Jahre alt. Ich habe eine 30-jährige Tochter, einen 3 jährigen Enkel und einen 20-jährigen Sohn. Seit 26 Jahren bin ich in einer Paarbeziehung, die mich fordert und formt. Vor 11 Jahren wurde diese Beziehung durch das Ja-Wort besiegelt. Gemeinsam teilen wir viele Interessen, gehen durch dick und dünn und kommen immer wieder auf den gleichen Nenner. Als meine Tochter geboren wurde, stieß mich ihr erster Schrei in meine verdrängte Vergangenheit. Als sie laufen und sprechen lernte, schien es als, liefe ich auf mich selbst zu. Konnte es sein, dass ich selbst als Kind auch so an meiner leiblichen Mutter gehangen hatte und meinen leiblichen Vater so angehimmelt hatte, wie es meine Tochter tat? Verdrängte Zeit. Die Zeit, die ich im Alter von 4 Jahren vergessen sollte und vergaß, schrie mich an. Sie bettelte danach, wiederbelebt zu werden. Ich war 25 Jahre alt und machte mich auf die Spurensuche. Aber ich konnte nicht ahnen, was mich erwartet. Als ich meine Mutter fand, war ich geschockt. So etwas hatte ich nicht gesucht. Die Suche war zu Ende - dachte ich. 10 Jahre nach der Geburt meiner Tochter kam mein Sohn zur Welt, und mit seinem ersten Schrei schrie es auch in mir. Wie war es wirklich? - Was habe ich vergessen? - Was sollte ich vergessen und warum? Die Suche begann wieder von vorne. Mit anderen Erwartungen und mit noch viel schlimmerem Ergebnis, aber ohne Enttäuschung, Denn die Wahrheit kennt, auch dann, wenn sie zu wahr ist,um schön zu sein, keine Enttäuschung. Die Wahrheit ist der Feind der Täuschung. Ich dachte alles gesucht, gefunden und erklärt zu haben, bis ich mit dem ersten Schrei meines Enkels wachgerüttelt wurde. Die Wahrheitssuche war im Grunde noch nicht da angekommen, um mich zurückzulehnen und zu sagen „So kann ich es stehen lassen. So fühlt es sich geklärt an. So kann ich mich und alles was zu mir gehört gut leiden“. Jetzt ist mein Enkel 3 Jahre. Er ist ein toller Junge. Aufgeweckt und fröhlich. Er liebt seine Mutter. Er himmelt seinen Vater an. Er liebt mich als seine Großmutter und meinen Mann als Großvater. Er ist gerne mit uns zusammen. Er ist wie alle Kinder unbestechlich, wahr und ehrlich. Wenn ich ihn beobachte, sehe ich mich als das kleine Mädchen, welches hinter ihrer Mutter herläuft, ihren Vater anhimmelt, mit dem Großvater Hand in Hand spazieren geht und auf dem Schoß der Großmutter sitzt. Aber es war wichtig, das ich all das vergaß und es erst Jahrzehnte später wieder zusammenfügen konnte . Sophie im Juni 2012 (die für ihre leibliche Mutter, die sie mit aller Macht vergessen sollte - eine Prinzessin ist) Weitere Infos zu Anne Flocks Bücher gibt es hier: http://www.adoptionsv.com

Aufwühlende Einblicke

— Buchdaisy
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    In deinem Blute

    Buchdaisy

    05. August 2014 um 18:37

    „In deinem Blute“ ist der dritte Band von Anne Flock über die Familiengeschichte von Sophie, die adoptiert wurde und mit aller Macht ihre leibliche Mutter vergessen sollte. So, wie Sophie als kleines Kind hin und her geschoben wurde, so ist sie nun, fast 50 Jahre später hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen. Nur keinem wehtun, dieser Gedanke verhindert beinahe die Veröffentlichung der Bücher. Doch nun sind sie gedruckt und damit ein aufrüttelndes Zeitzeugnis. Die Vergangenheit lässt Sophie nicht los und verfolgt sie bis in ihre Träume. Trotz professioneller Hilfe weiß sie, dass sie ihr Leben nicht meistern kann, wenn sie nicht selbst weiter nach den Ursachen forscht, danach was in dieser Familie alles schief gelaufen ist. Und dabei sind es immer zwei Ebenen, auf denen sie sich bewegt: Ihre Ursprungsfamilie, die sie nach und nach findet und kennenlernt; und ihre Adoptivfamilie, zwar auch um die Ecke verwandt, ihr aber dennoch nicht nahe. Es ist ihr Pflichtbewusstsein als gute Tochter, das sie zwingt, sich um die Eltern zu kümmern, zu sorgen. Die goldene Hochzeit, Mutters Krankheit, Sophie ist da, wenn sie gebraucht wird, doch emotional trennen sie Welten. Sophie weiß, sie hat nicht mehr viel Zeit, die ersten Mitglieder ihrer wahren Familie sterben. Und auch die Menschen, die ihr noch Auskunft geben können, werden weniger. So kämpft sie mit aller Macht um Aufklärung und um Rehabilitation. In der Familie ihres leiblichen Vaters kommt sie den lange verborgenen, erschütternden Ursachen auf die Spur. Nein, ihr Vater war kein Täter, wie ihr suggeriert wurde. Er war Opfer! Ich konnte das Buch nicht am Stück lesen, zu aufwühlend sind die tiefen Einblicke in die von der Kirche geprägte Gesellschaft, die doch niemals ans Licht kommen sollten. Soviel Leid unschuldiger Kinder, und das alles im Namen Gottes? Den Lesern empfehle ich, die beiden Bände „Die blaue Spur“ und „Suchlauf“ vorher zu lesen, das ist hilfreich für das Verständnis einiger zeitlicher Abläufe. Anne (Sophie) wünsche ich noch eine schöne Zeit mit ihrer Familie.

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