Anne Gesthuysen Sei mir ein Vater

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Inhaltsangabe zu „Sei mir ein Vater“ von Anne Gesthuysen

In ihrer Pariser Wohnung erwischt Lilie einen Einbrecher, der sich gerade an einem Gemälde zu schaffen macht. Sie schlägt ihn in die Flucht und entdeckt einen alten Brief im Bilderrahmen, der von einer gewissen Georgette Agutte stammt, Lilies Ururgroßtante, die eine französische Malerin der Belle Époque und enge Vertraute von Matisse war. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Hanna und deren Vater macht sich Lilie auf eine Reise durch Europa in der Hoffnung, mehr über diese geheimnisvolle Frau herauszufinden – und am Ende vielleicht sogar über sich selbst.

Die Idee hat unglaublich viel Potenzial, das meiner Meinung nach jedoch nicht genutzt wurde!

— lesenswert

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    Sei mir ein Vater

    bigpanda

    16. October 2016 um 14:37

    Wie stark ist man mit seiner eigenen, gegebenen Familie verbunden und in wie weit kann man sich seine Familie aussuchen? Dieses Thema verstrickt mit der geschichte einer Malerin und deren Mann ist die Grundlage der Geschichte. Aber, auch wenn die Geschehnisse um die Malerin Georgette Agutte und deren Ehemann, den Politiker Marcel Sembat spannend sind sowie die Frage nach Familienstrukturen mich anspircht, ist für meinen Geschmack die Geschichte  etwas zu konstruiert und die Personen zu einseitig angelegt und wirken daher für mich zu flach. Dies führt zu einer teilweise vorhersehbaren Handlung. Das ist schade, denn das Buch wirft Licht auf ein zu unrecht eher vergessenes Paar zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das in Künstler- und Politkierkreisen der Zeit gut vernetzt war. Trotz der Vorhersehbarkeit habe ich es gerne gelesen, wenn man sich damit abfindet ist es eine nette Unterhaltung.

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  • nicht ganz so überzeugend wie ihr erstes Buch

    Sei mir ein Vater

    robbylesegern

    26. February 2016 um 12:47

    " Sei mir ein Vater " ist das zweite Buch der vormals als Moderatorin und Reporterin arbeitenden Schriftstellerin Anna Gesthuysen. Ihr Buch " Wir sind doch Schwestern " hat mich begeistert, doch ihr neues Buch konnte mich nicht ganz so überzeugen. Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt, die Anfang des 20. Jahrhunderts und in der Gegenwart spielt. Lilie, eine alleinerziehende Mutter, die in Paris lebt, wird Opfer eines Einbruchs, bei dem ein Gemälde , das für sie ideellen Wert hat, gestohlen werden sollte. Als sie ihrer " Schwester " , Lilie lebte ein Jahr in Xanten, Deutschland und empfand die Familie dort als ihre Ersatzfamilie, davon erzählt, wird ihr Ersatzvater Hermann, der krebskrank ist, hellhörig und will herausfinden, warum dieses Gemälde so interessant für die Einbrecher war. Parallel dazu wird immer wieder kapitelweise die Geschichte von Lilies Vorfahren erzählt, die in den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Frankreich lebte. Georgette Agutte, eine Ururgroßtante von Lilie war eine mehr oder weniger erfolgreiche Malerin, die lebhaften Kontakt mit den damaligen Künstlern , wie z.B. Matisse und Picasso hatte. Demzufolge enthält dieser Erzählstrang viel Informationen über verschiedene Kunststile und das Leben der damaligen Künstler. Aber auch über Marcel Sembat, die große Liebe und späteren Ehemann von Georgette wird erzählt, der sozialistischer Minister in einer spannenden Epoche Europas war. Ich kann nicht sagen , dass mir dieses Buch nicht gefallen hat, aber ich habe mich schon ein paar Mal dabei ertappt, dass meine Gedanken abschweiften und ich beim Lesen nicht bei der Sache war. Für mich ein Hinweis, dass mich das Buch nicht ganz überzeugen konnte. Ich bin mit den Figuren dieses Romans nicht ganz warm geworden, was für mich über eine ganz wichtige Sache ist, um ein Buch genießen zu können. Außerdem hat mich die Geschichte von Georgette auch nicht unbedingt vom Hocker gehauen. Sicherlich ist es interessant über Künstler wie Matisse zu lesen, wie sie vor ihrem großen Erfolg gelebt haben und auch die politischen Geschehnisse im ersten Halbjahr des 20. Jahrhunderts sind interessant, aber ich habe schon bessere Bücher über diese Zeit gelesen. So bleibt dieses Buch ein bisschen blass in meiner Erinnerung zurück. Ich habe es gern gelesen, aber ich weiß nicht, ob ich mich in 5 Jahren noch daran erinnern werde, was bei Büchern , die mich begeistern konnten definitiv der Fall ist.

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  • Auf den Spuren von Georgette

    Sei mir ein Vater

    leselea

    Lilie Agutte lebt alleinerziehend mit Sohn Pierre und Hund Intox in Paris. Das Verhältnis zu ihren Eltern ist angespannt: Der Mutter mangelt es an Fürsorge, dem Vater gänzlich an Interesse für die Tochter. Doch in Hanna Terhöven, ihrer ehemaligen Austauschpartnerin aus Deutschland, und ihrem Vater Hermann hat sie schon in früher Jugend eine Ersatzfamilie gefunden. Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Wahl unheilbar an Krebs erkrankt ist, macht sie sich ohne Umschweif auf den Weg an den Niederrhein. Mit im Gepäck hat sie ein letztes Rätsel für Hermann: Denn kurz vor ihrer Abreise wurde in Lilies Wohnung eingebrochen, die Täter hatten es auf ein wertloses Bild abgesehen, in dem Lilie nach der Flucht der Diebe einen Brief ihrer Vorfahrin, der Malerin Georgette Agutte, findet. Auf einer letzten gemeinsamen Reise von Veen über Paris bis in die Karibik tauchen Lilie, Hanna und Hermann tief in das Leben von Georgette Agutte ein, das neben der Liebe zu Malerei vor allem durch die Liebe zum Sozialisten Marcel Sembat und die Freundschaft mit Henri Matisse geprägt war. Ich habe damals Anne Gesthuysens Debütroman Wir sind doch Schwestern mit großem Vergnügen und Freude gelesen: Die drei Schwestern Gertrud, Katty und Paula sind mir während der Lektüre schnell ans Herz gewachsen, die Rückblenden in die Wirren des 20. Jahrhunderts empfand ich als authentisch und eindringlich. Die Freude auf Gesthuysens neuen Roman Sei mir ein Vater war daher groß. Wie viele andere Leser komme ich nach Beendigung des Buches aber leider auch zu dem Fazit, dass Sei mir ein Vater nicht mit dem Vorgängerroman mithalten kann und im direkten Vergleich enttäuscht. Das fängt bei der Figurenzeichnung an: Zwar präsentiert Gesthuysen mit Lilie, Hanna und Hermann erneut ein sympathisches, weil vor allem ungleiches Trio, doch eine wirkliche Beziehung zu den Charakteren konnte ich als Leser nicht aufbauen. Die Protagonisten erschienen mir zu blass und schablonenhaft, gefangen in den plakativen Attributen, die sie schon auf den ersten Seiten zugeschrieben bekamen. Gefühle für die Figuren konnte ich, trotz angestrebter rührender Thematik, kaum entwickeln, selten wurden sie für mich menschlich, sondern blieben den Großteil der Zeit fiktive (zum Teil überzogene) Konstruktionen. Ähnlich enttäuscht war ich von der Handlung des Romans: Auch in Sei mir ein Vater arbeitet Gesthuysen mit Rückblenden, diesmal ins Paris des 19. Jahrhunderts, in denen sie uns die nahezu unbekannte Malerin Georgette Agutte näherbringt. Dieser Wechsel zwischen den Zeiten erzeugt zwar eine gewisse Dynamik, darüber hinaus plätschert die Geschichte – in beiden Strängen – weitgehend vor sich hin. Lilies, Hannas und Hermanns Spurensuche erscheint unmotiviert und ohne Ziel, der Leser ahnt schon früh das Ende voraus, ausschweifende und meiner Meinung nach unnötige Erinnerungen an die Jugendzeit der Freundinnen ziehen die Geschichte weiter in die Länge. Die Einblicke in das Leben von Georgette sind hingegen interessant und vor allem lehrreich, was ich an Büchern immer schätze. Leider sind sie aber auch stark fragmentarisch, sodass ein Eintauchen in den historischen Erzählstrang für mich nicht möglich war. Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, sodass es sich leicht und locker lesen lässt. Stilistisch empfand ich es abermals schwächer als Wir sind doch Schwestern: Beschreibungen und Charakterisierung erschienen mir bisweilen alltäglich und klischeehaft, wie schon tausend Mal gelesen. Da ich aber an den Roman keine poetischen Ansprüche gestellt habe, fällt dieser Kritikpunkt für mich weniger ins Gewicht. Insgesamt ist Sei mir ein Vater für mich ein Buch mit einer prinzipiell interessanten Geschichte, deren Umsetzung jedoch nicht vollkommen geglückt ist. Für mich fällt es unter die Kategorie „Kann man lesen, muss man aber nicht“.

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    • 2
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Ein berührender und gleichwohl sehr lehrreicher Roman

    Sei mir ein Vater

    WinfriedStanzick

    26. January 2016 um 09:04

    Nach ihrem ersten sehr erfolgreichen und von der Kritik sehr gut aufgenommenen Roman "Wir sind doch Schwestern" hat die mittlerweile als freie Schriftstellerin arbeitende  Anne Gesthuysen nun ihren zweiten Roman vorgelegt.  Wie sie im Nachwort  verrät, hat auch die bezaubernde  Geschichte dieses  Buches ihre  Anfänge und  Grundlage in ihrer eigenen  Biographie. Auf zwei bzw. drei Zeitebenen  erzählt  sie eine Geschichte, in der es geht um Freundschaft, Vaterschaft und vor allen Dingen um das Leben von Künstlern. Die eine Hauptperson ist die 40-jährige alleinerziehende Lilie Agutte, die in Paris lebt und eine Vorfahrin hat, die als Künstlerin  mittlerweile  vergessen ist. Doch als ein Einbrecher in ihrer Wohnung es          auf ein altes Bild aus dieser Zeit  abgesehen hat, fängt sie nachzuforschen. Erst  recht, als Lilie von ihrer langjährigen Freundin Hanna nach Xanten  in Deutschland gerufen wird, weil deren Vater schwer erkrankt ist.  1986 war Lilie  von Hermann und  dessen  Familie  wie eine eigene Tochter aufgenommen worden. Immer wieder  werden in kurzen  Rückblenden die Ereignisse  damals in Erinnerung  gerufen.   Wichtiger aber sind die beiden Haupterzählstränge. Der eine, der im Jahr 2007, der Gegenwartsebene des Romans eine spannende und abenteuerliche  Suche des krebskranken Hermann  zusammen  mit Hanna und Lilie  beschreibt, die sie auf der Spur eines verschollenen Bildes nicht nur durch die halbe Welt führt,  sondern sie alle drei auch zum Wesentlichen ihres Lebens bringt und die andere, die den gespannten  Leser immer wieder zwischen 1887 und 1922 das Leben und auch Leiden von Lilie Vorfahren Georgette Agutte  und ihrem Mann,dem sozialistischen Politiker Marcel Sembat. Insbesondere diese Abschnitte des Buches führen den Leser ein in das Leben und Wirken von vielen Künstlern und Intellektuellen der Pariser  Belle Époque. Anne  Gesthuysen gelingt  es dabei ganz hervorragend,  die bewegte  und tragische  Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Künstlerin zu verbinden mit einer langen Reise des Abschieds von Menschen, die mehr füreinander waren als nur Freunde. Ein berührender und gleichwohl sehr lehrreicher Roman über Kunst, Politik,  Freundschaft und das Glück einen väterlichen Freund zu haben.

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  • Auf den Spuren einer Malerin

    Sei mir ein Vater

    orfe1975

    18. January 2016 um 21:32

    Cover und Aufmachung: Das Cover ist sehr altmodisch gehalten. Der Titel in Tönen von Alt-Rosa und Grau umrahmt eine Schwarz-Weiß-Fotografie von 2 Frauen im Paris zu Zeiten der Belle Époque. Es stimmt optimal auf die historische Geschichte ein. Das Buch selbst ist als Hardcover mit Lesebändchen gestaltet und wirkt sehr edel. Inhalt: Lilie wohnt in Paris. Als sie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hannah am Niederrhein schwer krank ist, beschließt sie, ihn zu besuchen. Kurz zuvor wird sie in ihrer Wohnung von Einbrechern überrascht, die ein Bild stehlen wollten, dem sie zuvor keine Beachtung schenkte. Im Rahmen findet sie einen geheimnisvollen Brief einer Frau namens Georgette Agutte. Kurz entschlossen, nimmt sie Bild und Brief mit auf die Reise. Im weiteren Verlauf starten Lilie, Hannah und ihr Vater Hermann einen Roadtrip bis nach Frankreich und schließlich bis auf die Antillen, um dem Geheimnis des Bildes und der Frau, die sich als Urahnin Lilies herausstellt, auf die Spur zu kommen. Mein Eindruck: Nachdem ich den Vorgängerroman der Autorin "Wir sind doch Schwestern" (die Covergestaltung ist in den gleichen Farben gehalten) mit Begeisterung verschlungen habe, konnte ich das Erscheinen dieses Buches kaum abwarten. Der Seitenumfang ist etwa der gleiche wie im ersten Buch, im Vergleich dazu bin ich jedoch diesmal kaum voran gekommen bzw. es gab lange Strecken, auf denen man das Gefühl hatte, dass Nichts bis kaum etwas passiert.   Die Geschichte wird in 2 Handlungssträngen erzählt: Da ist einmal die Geschichte um Lilie, deren Vater schon früh die Familie verlassen und sich seitdem kaum gemeldet hat. Sie sehnt sich nach einem Vater und hat daher Hermann, den Vater von Hannah, den sie bei ihrem Austauschjahr in Deutschland ins Herz geschlossen hat, zu ihrem Wahlvater ernannt. Der Roadtrip der drei auf der Suche nach dem Geheimnis des Bildes auf den Spuren ihrer Urahnin wirkte auf mich sehr konstruiert, oberflächlich und wenig glaubwürdig. Ich hatte erwartet, dass mich das Buch/die Geschichte ergreift, aber da ich mich mit diesen Personen so gar nicht identifizieren konnte, hat mich die Geschichte nicht mitgerissen. Die Handlung ist einfach zu flach. Dafür hat mich der zweite Erzählstrang, in dem das Leben der Malerin Georgette Agutte und ihres späteren Ehemannes Marcel Sembat erzählt wird, sehr begeistert. Hier hat man viel über die Künstlerszene der damaligen Zeit erfahren, da Frau Agutte nicht nur selbst gemalt, sondern sie und ihr Mann auch gute Kontakte zu damals angehenden, heute großen Künstlern wie bspw. Henri Matisse hatten. Und nicht zuletzt wird die Liebe der beiden zueinander so eindringlich beschrieben, dass ich sie nachempfinden und mitfühlen konnte. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der geschichtliche Handlungsstrang für mich auch alleine funktioniert hätte, der konstruierte Rahmen in der Gegenwart hätte gerne weg gelassen werden können. Zudem fand ich den Titel nicht ganz passend, denn um die Vater-Tochter-Geschichte geht es hier nur sehr hintergründig. Ich halte es der Autorin zugute, dass sie hier wieder einen spannenden Teil ihrer eigenen Familiengeschichte aufgearbeitet hat wie bereits in ihrem ersten Roman. Leider diesmal nicht so gut gelungen, sehr schade. Fazit: Das Leben der Malerin Georgette Agutte und ihres Zeitalters eingewoben in eine Familiengeschichte in zwei Handlungssträngen, von denen leider nur einer überzeugen konnte.

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  • Blieb hinter meinen Erwartungen

    Sei mir ein Vater

    Lesezeichen16

    18. January 2016 um 18:20

    Inhaltsangabe In ihrem neuen Roman verwebt Anne Gesthuysen eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem spektakulären Leben einer französischen Malerin. Eine Expedition auf den Spuren eines geheimnisvollen Gemäldes wird zur letzten Reise eines ungewöhnlichen Trios. Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten. Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus, die Lilies Ururgroßtante war. Über ihre ungewöhnliche Kunstkarriere, ihre bedingungslose Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat, über ihre innige Freundschaft zu Matisse, den sie schon förderte, noch bevor er in der Kunstwelt anerkannt wurde, über ihre Abenteuer unter den Künstlern und Politikern im Paris der Belle Époque. Die Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Malerin verbindet sich mit einer so anrührenden wie tröstlichen Reise des Abschieds. So witzig, traurig und verrückt wie das Leben selbst. Nach Wir sind doch Schwestern liefert Anne Gesthuysen mit Sei mir ein Vater ihren zweiten Roman ab. Da ich den ersten Roman gelesen hatte, war ich auf ihr neustes Werk sehr gespannt. Der Schreibstil ist leicht und flüssig geschrieben und man findet sehr gut in die Handlung rein. Die Autorin hat hier eine Geschichte geschrieben, die aus zwei Handlungssträngen besteht. Der eine spielt in der Gegenwart, wo es um Lilie, Hanna und Hermann geht. Zum anderen gibt es denn historischen Part, der sich um Georgette Aguette, Marcel Sembat und die Kunstszene von 1875- 1922 dreht. Klingt eigentlich recht spannend, aber leider wurde aus der erwarteten Spannung eine langatmige Langeweile. Mir erschienen die Charaktere sehr blass und die Handlung war mehr als vorhersehbar. Teilweise erschien es mir auch so, dass man die Spannung erzwingen wollte, aber das misslang. Vielleicht hätte man sich nur auf den historischen Teil konzentrieren sollen, denn den hat die Autorin (auch wenn es mich jetzt nicht sonderlich interessiert) sehr gut eingefangen und erzählt. Hier erfährt man sehr viel interessante und geschichtliche Aspekte, die auf wahre Begebenheiten beruhen. Auch nach Beendigung dieses Buches frage ich mich immer noch, warum dieses Buch Sei mir ein Vater heißt. Denn dieser Teil wurde, für mich, nur angekratzt und nicht tiefgründig erklärt. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Emotionen zwischen Hermann und Lilie gewünscht. Schade, aus diesem Thema hätte man sehr viel mehr machen können.

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  • Die letzte Reise des "Vater des Herzens"

    Sei mir ein Vater

    katze267

    08. January 2016 um 19:27

    Der Anfang des Buches ist recht spannend. Lilie Agutte lebt mit   Sohn  und Hund  in einer kleinen Wohnung in Paris. Die Bindung an ihre Eltern ist recht locker, ihren  in der Karibik lebenden Vater hat sie seit Jahren nicht gesehen. Dageschehen  zwei bedeutsame Ereignisse : Lilie wird in ihrer Wohnung überfallen, Fremde versuchen ein Bild zu rauben, das früher ihrer  Namensvetterin Georgette Agutte gehörte und von deren Vater gemalt wurde.. Ausserdem ruft Hanna an und bittet Lilie, nach Veen am Niederrheinzu kommen, hr Vater hat nur noch kurze Zeit zu leben. Hanna und ihr Vater Hermann sind seit einem Schüleraustausch Lilies Familie des Herzens. Ihre Bindung ist sehr eng und so macht sich Lilie ohne zu zögern auf den Weg, im Gepäck das Bild und einen im Rahmen verborgenen Brief, um ihrer Rätsel liebenden Familie Ablenkung zu bescheren. Als zweiter Erzählstrang wird die Geschichte der Malerin Georgette Agutte und ihrer grossen Liebe des  französischen Politikers Politikers, Marcel Sembat, erzählt. Die Geschichte von Hermanns Reise, die dieser mit Lilie und Hanna auf den Spuren des Bildes unternimmt und die ihn vom Sterben ablenken soll, ( er will nicht in einem Krankenbett auf den Tod warten), trotz des zu Herzen gehenden Themas relativ  emotionslos, ohne viel Tiefgang erzählt wird und auch das Rätsel um das Bild schon nach kurzer Zeit viel Vorhersehbares bietet, ist der zweite Erzählstrang um Georgette und Marcel sehr interessant. Beide sind real existierende, historische Persönlichkeiten , die eine sehr intensive Beziehung verbindet,. Faszinierend sind neben dieser emotionsreichen Beziehung auch die Einblicke in die Kunstszene der damaligen Zeit, Begegnungen , sogar Freundschaften,mit Pisarro, Matisse und Modigliani vermitteln tiefe Eindrücke, auch die politischen Ereignsse werden sehr packend geschildert. Insgesamt ein gutes Buch, dass nicht ganz meine nach dem Vorgängerroman  sehr hohen Erwartungen erfüllen konnte.

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  • Lese- und Hörrunde zu "Sei mir ein Vater" von Anne Gesthuysen

    Sei mir ein Vater

    aba

    Liebe und Glamour im Paris der Belle Époque Nach dem großen Erfolg mit ihrem Buch "Wir sind doch Schwestern" ist Anne Gesthuysen zurück mit ihrem neuen Roman über ein Familiengeheimnis: Diesmal entführt sie die Leser in die turbulente und aufregende Pariser Kunstszene am Anfang des 20. Jahrhunderts. "Sei mir ein Vater" ist die perfekte Lektüre für alle Kunstliebhaber, Fans geheimnisvoller Familiengeschichten und alle, die vom Pariser Flair träumen. Seid ihr dabei bei der Reise in das mondäne Paris der Belle Époque? Zusammen mit KiWi und Argon suchen wir 15 Testleser und 15 Testhörer für diese ebenso spannende wie bewegende Geschichte. Zum Inhalt In ihrem neuen Roman verwebt Anne Gesthuysen eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem spektakulären Leben einer französischen Malerin. Eine Expedition auf den Spuren eines geheimnisvollen Gemäldes wird zur letzten Reise eines ungewöhnlichen Trios. Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten. Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus, die Lilies Ururgroßtante war. Über ihre ungewöhnliche Kunstkarriere, ihre bedingungslose Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat, über ihre innige Freundschaft zu Matisse, den sie schon förderte, noch bevor er in der Kunstwelt anerkannt wurde, über ihre Abenteuer unter den Künstlern und Politikern im Paris der Belle Époque. Die Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Malerin verbindet sich mit einer so anrührenden wie tröstlichen Reise des Abschieds. So witzig, traurig und verrückt wie das Leben selbst. Zur Autorin Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie mehrfach bei Radio France, ansonsten fühlt sie sich seit Ende der 80er-Jahre in den deutschen Medien wohl. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Seit 2002 moderierte sie das "ARD-Morgenmagazin". Ende 2014 gab sie diese Nachtschichten aber auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und ihren zweiten Roman zu Ende zu schreiben. Zur Hörbuch-Sprecherin Doris Wolters ist Theaterschauspielerin und arbeitet u.a. für ARD, ORF und ARTE. Sie hat in zahlreichen Hörbuchproduktionen mitgewirkt und erhielt 2012 den Deutschen Hörbuchpreis. Mit ihrer warmen und wandelbaren Stimme verleiht sie jedem Hörbuch einen ganz besonderen Ton und hat bereits den Großtanten von Anne Gesthuysen in „Wir sind doch Schwestern“ ihre Stimme geliehen. >>> Hier könnt ihr euch direkt die Hörprobe anhören Habt ihr Lust, diesen Familienroman im Rahmen einer Lese- und Hörrunde zu lesen - oder hören -, euch darüber auszutauschen und am Ende eine Rezension darüber zu schreiben? Dann bewerbt euch über den blauen "Jetzt-bewerben"-Button* bis zum 11.11., indem ihr auf folgende Frage antwortet und angebt, ob ihr lieber hören oder lesen möchtet: Flair, Romantik, Savoir Vivre... Was verbindet ihr mit der Belle Époque? Ich freue mich auf eure Antworten. Viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken können.

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    • 1279
  • Umrahmte Künstlerbiografie

    Sei mir ein Vater

    Gela_HK

    08. January 2016 um 12:25

    In der Wohnung der Pariserin Lilie wurde versucht ein Gemälde ihrer Uurgroßtante und Malerin Georgette Agutte zu stehlen. Als sie das Bild vom Rahmen löst, fällt ihr ein Brief eines Mädchens an deren Vater in die Hände. Bevor sie das Rätsel um den Einbruch lösen kann, reist sie auf Bitten ihrer Freundin Hanna nach Xanten am Niederrhein, um noch einmal ihren ehemaligen Gastvater Hermann zu treffen, der unheilbar erkrankt ist. Da sie die detektivische Ader ihrer Ersatzfamilie kennt, steckt sie Bild und Brief kurzerhand mit ins Gepäck. Neugier und Abenteuerlust wecken Hermanns Lebenswillen und gemeinsam macht sich das Trio auf, das Geheimnis des Bildes zu lösen. Dabei tauchen sie in die künstlerische und politische Welt der Familie Sembat-Agutte zur Zeit der Belle Époque ein. Anne Gesthuysen hat in ihrem Roman einen autobiografischen Bezug eingebracht und den Tod ihres Vaters sowie die innige Freundschaft zu einer französischen Austauschschülerin verarbeitet. Die Verbindung von Lilie zu ihrer Urahnin und deren Spurensuche wird auf zwei verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen dargestellt. Das Leben des Ehepaares Georgette Agutte und Marcel Sembat entführt den Leser nach Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts. Die Malerin und der Politiker unterhielten regen Kontakt zu Künstlern wie Pissarro, Signac und besonders zu Henri Matisse, den sie maßgeblich förderten. Die Nähe der Autorin zur Gegenwartshandlung ist gleichzeitig ihr Schwachpunkt. Man merkt ihr zu sehr an, dass eine konstruierte Geschichte gefunden werden sollte. Das vermeintliche Geheimnis um ein Bild und deren Suche lassen keine Spannung aufkommen. Vielmehr geht es um eine letzte gemeinsame Reise des Vaters mit seinen Lieben. Dazu bleiben die Charaktere aber zu sehr an der Oberfläche. Lediglich Hermann mit seinem direkten, ehrlichen Charme wird gut herausgearbeitet. Die Biografie des Ehepaares Sembat-Agutte liest sich deutlich interessanter. Im Mittelpunkt steht hier Georgette Agutte, die früh mit ihrer Kunstkarriere startet, aber schnell erkennt, dass sie nie die Qualität und Aussagekraft ihrer berühmten Künstlerfreunde erreichen wird. So ist es auch kaum verwunderlich, das Agutte kaum über die französischen Grenzen hinaus bekannt ist. Ihre bedingungslose Liebe gilt ihrem Mann Marcel, doch ihre geheimsten Gedanken teilt sie ihrem verstorbenen Vater in Briefen mit, der so für sie immer verbunden bleibt. Zitat: "Sie hatte das Gefühl, wie ein Ornament aus der Fassade gefallen zu sein, und sie wusste, kein Stuckateur der Welt könnte sie wieder dort einfügen". Die Leidenschaft und ihr Einsatz für die Kunst zeichnen diese ungewöhnliche Frau aus. Besonders die Begegnung mit Henri Matisse und die Fazination der Entstehung seiner Bilder weckt Interesse am Thema und mach Lust auf mehr Details. Man liest zwei Romane, die außer dem verbindenden Bild und der Vaterfigur keine Berührungspunkte haben. Die Künstlerbiografie steht für mich klar im Vordergrund und hätte eine detailliertere Ausarbeitung verdient. NDRtalkshow mit der Autorin:

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  • Ein Tupfen Künstlergilde

    Sei mir ein Vater

    wandablue

    Ein Tupfen Künstlergilde. Das französische Ehepaar Georgette Agutte-Sembat und Marcel Sembat gehörte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zur führenden Klasse Frankreichs. Georgette Agutte war eine talentierte Malerin und ihr Ehemann Marcel Sembat, Sozialist und Politiker sowie Mäzen der Avantgarde junger, aufstrebender Künstler, vornehmlich der Malerei. Das Ehepaar erlebte ruhige und stürmische Zeiten, der Erste Weltkrieg und seine Vorschatten zerstörten die politische Karriere Marcels. Viele Namen, die heute Klang und Rang haben, treten auf, Camille Pissarro, Henri Matisse, Aguste Renoir, Pablo Picasso, Amadeo Modigliano, Paul Signac und dgl. mehr und machen den Roman „Sei mir ein Vater“ von Anne Gesthuysen zu einem vergnüglichen Parcours durch die französische Künstlerszene. Der Aufhänger dazu, eine zweite Zeitschiene, die ab den 1980er Jahren spielt und die Personen Lilie Agutte, Hanna und Hermann umfasst und in der man auf eine Bildersuche seitens Lilies berühmter Ahnen geht, ist der Autorin misslungen. Denn der auf die Gegenwart bezogene Strang kommt hölzern, kindisch und zum Teil lächerlich daher, strotzt vor Klischee und kann von der Autorin nicht zum Leben erweckt werden. Und er ist auch keineswegs Mittelpunkt der Erzählung, was merkwürdig anmutet, da die Beziehung Lilie-Hermann sogar titelgebend ist! Insoweit verfehlt der Roman sein eigenes Thema. Darüber hinweg tröstet der historische Teil, hauptsächlich weil viele nette Details zutage gefördert werden. Schade, dass sich die Autorin nicht auf einen historischen Roman konzentriert hat. Die bevorzugte Erzählweise im Plusquamperfekt (man denkt, erinnert und reflektiert, handelt aber nicht), verhindert, dass die Erzählung lebhaft wird und richtig in Schwung kommt. Jeder Dialog wird erklärt. Das verärgert. Ein allwissender Erzähler statt der Lilie-Perspektive hätte stilistisch besser gewirkt! Fazit: Der künstlerbezogene Teil ist informativ und sehr anschaulich erzählt. Weil ich mich füs Kunsthistorische interessiere und dieser Teil liebevoll vermittelt wurde, vergebe ich großzügig ganze 3 Punkte. Kategorie: Unterhaltung/mit hist. Bezug Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2015

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    • 5
  • Nicht mit dem Vorgängerroman vergleichbar

    Sei mir ein Vater

    Tammy1982

    03. January 2016 um 08:53

    Lilie überrascht in ihrer Wohnung in Paris einen Einbrecher, der anscheinend nur an einem wertlosen Bild interessiert war, dass sie schon seit Jahren nur in einer Rumpelkammer lagert. Als sie ihrem ehemaligen deutschen Gastvater Hermann und ihrer Gastschwester Hanna in Deutschland davon erzählt, erwacht bei denen die Neugier und gemeinsam beginnen sie zu recherchieren, was es mit diesem Bild auf sich hat. Dabei landen sie bei dem ehemaligen Glamourpaar Georgette Agutte und Marcel Sembat, bei denen es sich um entfernte Vorfahren von Lilie handelt. Gemeinsam begeben sich Lilie, Hermann und Hanna auf eine Reise in die Vergangenheit, die gleichzeitig die letzte Reise von Hermann darstellt, der unheilbar an Krebs erkrankt ist. Nachdem ich vom Vorgängerroman "Wir sind doch Schwestern" der Autorin so begeistert war, habe ich voller Vorfreude mit dem lesen von diesem Buch gestartet, leider konnte es jedoch meinen Erwartungen so gar nicht gerecht werden. Die handelnden Charaktere blieben für mich sehr blass und kaum greifbar und die einzelnen Schicksale haben mich überhaupt gar nicht berührt. Lilie und Hanna waren für mich zum Teil gefühlt irgendwie Teenager, dabei sollten sie 40jährige Frauen darstellen. Oftmals war für mich auch gar nicht nachvollziehbar, welche große Freundschaft sie angeblich verbindet, da bei mir davon eigentlich nichts ankam. Die Sprünge in die Vergangenheit zu dem Ehepaar Sembat-Agutte waren den größten Teil des Buches leider auch für mich überhaupt nicht spannend und gerade auch der eigentliche Skandal, dass Georgette sich zu der Zeit hat scheiden lassen, wurde irgendwie emotionslos abgehandelt. Das zum Teil dann schon fast panische Klammern von Georgette an Marcel wurde als große ewige Liebe beschrieben, kam aber leider bei mir überhaupt nicht romantisch an. Was mir gut gefallen hat, waren die Vorstellungen der berühmten Künstler wie Matisse, Pissaro oder auch Picasso und ihrer unterschiedlichen Stilrichtungen. Interessant fand ich auch die politischen Inhalte, mit denen sich Marcel Sembat beschäftigte und seine Gedanken und Überlegungen dazu. Die Geschichte in der Gegenwart um Lilie, Hermann und Hanna und gerade die Tatsache, dass Lilie Hermann zu ihrem Wahlvater erklärt hat, hat mich überhaupt nicht berührt. Das Drama um Lilie's leiblichen Vater wurde zwar ein bisschen angesprochen, blieb aber für mich trotz allem nicht komplett nachvollziehbar. Alles in allem hat mich dieses Buch leider sehr enttäuscht und reicht für mich bei weitem nicht an den Vorgänger heran. Das Nachwort hat mich dann irgendwie am meisten berührt, da die Autorin wohl wieder auf eigene Erfahrungen zurück gegriffen hat und das Buch mehr oder weniger im Gedenken an ihren verstorbenen Vater geschrieben hat. Trotz allem reicht das bei mir nur noch für gerade zwei Sterne!

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  • Hat mich nicht komplett überzeugen können

    Sei mir ein Vater

    Isador

    02. January 2016 um 18:55

    Lilie lebt als alleinerziehende Mutter in Paris. Als junges Mädchen war sie als Austauschschülerin am Niederrhein bei Hanna und ihrer Familie, Der Kontakt ist nie abgerissen, und nun erhält Lilie plötzlich einen Hilferuf aus Deutschland, da es Hannas Vater sehr schlecht geht. Während Lilies Reisevorbereitungen wird plötzlich in ihre Wohnung eingebrochen - die Einbrecher hatten es auf ein Bild einer Urahnin von Lilie abgesehen...  Die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Zeitebenen - heute und um das Jahr 1900 herum. Den Erzählstrang der Vergangenheit, in dem es um das Leben der Künstlerin Georgette Agutte und ihres Mannes, dem Politiker Marcel Sembat, geht,hat mir sehr gut gefallen. Der aktuelle Erzählstrang konnte mich jedoch nicht voll überzeugen, da alle Figuren eher "aufgesetzt" und charakterlos wirkten und auch die Handlung nicht abgerundet erschien. Das Buch, von dem ich mir vorher sehr viel versprochen habe, hat mich nicht komplett überzeugen können. Es war eine nette Lektüre, aber nicht der "große Knaller", daher 3 Sterne von mir für "Sei mir ein Vater".

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  • Liebe, Paris & Kultur

    Sei mir ein Vater

    --Mia--

    01. January 2016 um 20:14

    Ich durfte den Roman "Sie mir ein Vater" als Hörbuch genießen. Für mich war Autorin Anne Gesthuysen noch unbekannt. Ich möchte hier nicht viel über den Inhalt des Buches verraten, sondern die Eindrücke und Wirkung auf mich beschreiben. Zu Anfang möchte ich erwähnen, dass mein Wissen & Interesse über Kunst, Malen und Deutung von Gemälden sehr schwach bzw. gar nicht vorhanden ist. Das Buch beschreibt zwei Geschichten. Die Geschichte von Lilie, eine ruhelose Pariserin, die ihr Glück und ihre Wurzeln sucht. Begleitet von ihrem Wahlvater Hermann und seiner Tochter Hanna aus Deutschland. Parallel wird das Leben von der Malerin Georgette Agutte beschrieben, eine Urahnin von Lilie und reale Person in der Belle Èpoque. Da ich mich schon immer für famliegeschichten und historische Romane interessiert habe, freute ich mich sehr an einer Lese- bzw Hörrunde teilzunehmen. Die Autorin springt beim erzählen zwischen den beiden Leben von Lilie (Gegenwart) und Georgette (Jahrhundertwende 18/19 Jahrhundert) hin und her, was mich aber zu keinem Augenblick im Buch gestört hat. Ich bin sehr schnell in die Geschichte reingekommen und konnte die Stimmungen & Hintergründe sofort mitfühlen. Vorallem das Leben von Georgette Agutte fand ich sehr interessant und hat mich der Kunstwelt etwas näher gebracht. Beim genießen des Romans haben ich des öfteren Sachen auf gegoogelt und die Hintergründe sofort zu erfahren. Auch die beschrieben Bilder können teilweise im Internet betrachtet werde, und machen somit das Buch authentischer. Interessant fand ich auch die Zerrissenheit und Ruhelosigkeit von Georgette die mit ihrer Liebe zur Kunst, der Liebe zu Ihrem Mann und der Liebe zu Ihrem Vater immer ihre Wurzeln such. Die Ruhelosigkeit spiegelt es sich dann auf Ihre Urahnin Lilie wieder. Lilie, hat sich aufgrund von einem gestörten Verhältnis zu ihrem Erzeuger, eine Wahlfamilie mit Hanna und Hermann gesucht. So kam auch der Titel des Buches zustande. Hermann ist für mich die Lieblingsfigur in diesem Buch, da er etwas Witz und Humor verbreitet, obwohl die Umstände sehr schwierig sind. Meine Bewertung sind 4 Sterne, da mir teilweise etwas Weit vom Hauptkern der Geschichte weg war. Ich kann es aber auch für nicht Kunstkenner sehr empfehlen.

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  • Schatzsuche erschlägt Künstlerbiografie

    Sei mir ein Vater

    Buecherschmaus

    Georgette Agutte hatte mit ihrem Beruf als Malerin der Jahrhundertwende zwei Probleme.  Zum Einen wurde sie wie viele ihrer Geschlechtsgenossinnen vom Kunstbetrieb nicht wirklich ernst genommen. Man denke nur an so großartige Künstlerinnen wie Berthe Morisot oder Camille Claudel.  Zum anderen malte sie in der Belle Epoque, der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die auch ziemlich genau ihre Lebenszeit umfasste, zusammen mit einigen der größten Malergenies der Neuzeit. Camille Pissarro, Paul Signac, Pablo Picasso und Henri Matisse - so unterschiedlich ihre Malstile waren, so war ihnen doch ihre Genialität gemeinsam. Eine Qualität und Innovationskraft, der sich Georgette Agutte selbst nie gewachsen fühlte.  So ist auch ihr Name trotz großer Produktivität und Talent zumal außerhalb Frankreichs fast ganz in Vergessenheit geraten.  Zu Unrecht, denn sie war eine sehr interessante Person.  Nicht nur ihre große Leidenschaft für die Malerei, auch ihr Auftreten als moderne Frau ist sehr beeindruckend für die damalige Zeit. Ermöglicht wurde ihr das durch ein künstlerisch geprägtes Elternhaus. Der Vater, der Maler Georges Aguttes, starb leider vor ihrer Geburt. Mit ihrem zweiten Mann, dem Politiker und Sozialisten Marcel Sembat führte sie ein gesellschaftlich sehr aktives Leben und verband sie eine schließlich tragische Liebe und langjährige glückliche Ehe. Georgette Agutte bildet den einen Mittelpunkt von Anne Geesthuysens Roman. Die Autorin vermag es, den Leser neugierig zu machen auf diese Frau, ihr Leben und die Zeitumstände. Sie verpackt sie in eine leicht lesbare, unterhaltsame Geschichte, auch wenn sie dabei ziemlich an der Oberfläche bleibt. Leider traut aber Anne Geesthuysen der Strahlkraft von Georgette alleine nicht und kleidet die biografische Erzählung in eine Rahmenhandlung aus der Gegenwart.  Hier trifft Lillie, eine Nachfahrin der Malerin, in Xanten am Niederrhein ein, wo sie einst Austauschschülerin war und wo der ihr sehr nahe stehende Gastvater schwer an Krebs erkrankt ist. Mit im Gepäck ist ein Bild von Georges Aguttes, ein sehnsuchtsvoller Brief Georgettes an den bereits verstorbenen Vater und eine verrückte Geschichte: Denn kurz vor ihrem Aufbruch ist dieses eigentlich wertlose Bild beinahe geraubt worden. Was hat es damit auf sich?  Die detektivische Neugier bei Lillie und ihrer Freundin Hanna ist geweckt und auch bei Hermann erwachen neue Lebensgeister. Die drei machen sich auf eine Spurensuche nach Georgette Agutte und einem vielleicht verschollenen Meisterwerk, reisen nach Frankreich, zur Sammlung Agutte-Sembat nach Grenoble und auf die Antillen zu Hannas Vater, dem das Gemälde einst gehörte und zu dem Lillie seit der Kindheit kaum Kontakt hatte. Die Verflechtung der beiden Zeit- und Handlungsebenen gelingt dabei recht gut, verbindendes Motiv ist neben der Verwandschaftsebene das Motiv des Vaters, den Georgette und Lillie nie hatten und den Hanna im Begriff ist, zu verlieren.  Allerdings vermag  die "Schatzsuche"kaum Interesse zu wecken. Sie ist derart flach und vorhersehbar erzählt, die Klischees häufen sich und die Charaktere sind einfach nur langweilig. Der Gedanke an diverse Kinderkrimis mit dreifachen Satzzeichen kam mehrfach auf. Im Nachwort erfährt der Leser, dass einiges an autobiografischem Hintergrund in das Buch eingeflossen ist. Es gibt die Austauschschülerin, ebenfalls verwandt mit der Malerin, es gab die Reise und es gab leider auch die Krankheit des Vaters.  Und mit diesem Roman wollte Anne Geesthuysen ihm nicht nur ein Denkmal setzen, sondern auch ein alternatives, erfüllteres Ende imaginieren. Das ist rührend und legitim und gelingt in autobiografischen oder biografischen Texten oft sehr gut. Für anspruchsvolle Romane allerdings ist das meist keine gute Ausgangsbasis. Zu nah ist der Autor dann oft seinen Figuren und dem Geschehen. Schade, denn Georgette Agutte und ihr Leben, ihre Zeit, die eine Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs war, die Künstlerszene in Paris und das tragische Ende einer Ehe hätten einen eigenen, spannenderen Roman verdient.

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