Anne Gesthuysen Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

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Inhaltsangabe zu „Sei mir ein Vater (DAISY Edition)“ von Anne Gesthuysen

'Das ist eine DAISY-Ausgabe, ein Hörbuch in einem speziellen MP3-Format. Verpackt ist es in einer Amaray/DVD-Box mit Punktschriftaufkleber für Blinde und Sehbehinderte Hörer. Das Hörbuch gibt es darüber hinaus inhaltsgleich auch in einer Audio-CD-Ausgabe.'

Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg zu den beiden an den Niederrhein machen. Doch kurz vor der Abreise erwischt sie in ihrer Pariser Wohnung einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild stehlen will. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet den mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im ramponierten Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Rätsel liebt, nimmt sie das Bild kurzerhand mit. Als ein Restaurator noch weitere Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise – und die drei begeben sich auf Spurensuche nach Frankreich, wo sie mehr über das faszinierende Leben der Malerin herausfinden, die Lilies Ururgroßtante war.

Doris Wolters arbeitet u.a. für ARD, ORF und arte und hat bei zahlreichen Hörbuchproduktionen mitgewirkt. 2012 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis. Mit viel Charme und Gefühl hat sie bereits den Großtanten von Anne Gesthuysen ihre Stimme geliehen.

DAISY steht für Digital Accessible Information System. Die DAISY-Hörbücher des Argon-Verlages verbinden Hörbücher im MP3-Format mit Elementen des Booklets. Der Hörer kann von Kapitel zu Kapitel oder von Satz zu Satz springen. Dabei kann die Sprechgeschwindigkeit reguliert und Lesezeichen können gesetzt werden. DAISY-Hörbücher können mit einem speziellen Abspielgerät oder über den Computer genutzt werden: Freewares dafür sind auf den CDs enthalten. Die meisten MP3-Player spielen DAISY-Hörbücher ebenfalls ab, allerdings ohne DAISY-Funktionalität.

Für das Buch hätte ich 4 Sterne gegeben, für die Kürzungen im Hörbuch ziehe ich einen Stern ab, obwohl es sehr gut gelesen ist.

— Barbara62

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  • Lese- und Hörrunde zu "Sei mir ein Vater" von Anne Gesthuysen

    Sei mir ein Vater

    aba

    Liebe und Glamour im Paris der Belle Époque Nach dem großen Erfolg mit ihrem Buch "Wir sind doch Schwestern" ist Anne Gesthuysen zurück mit ihrem neuen Roman über ein Familiengeheimnis: Diesmal entführt sie die Leser in die turbulente und aufregende Pariser Kunstszene am Anfang des 20. Jahrhunderts. "Sei mir ein Vater" ist die perfekte Lektüre für alle Kunstliebhaber, Fans geheimnisvoller Familiengeschichten und alle, die vom Pariser Flair träumen. Seid ihr dabei bei der Reise in das mondäne Paris der Belle Époque? Zusammen mit KiWi und Argon suchen wir 15 Testleser und 15 Testhörer für diese ebenso spannende wie bewegende Geschichte. Zum Inhalt In ihrem neuen Roman verwebt Anne Gesthuysen eine ungewöhnliche Familiengeschichte mit dem spektakulären Leben einer französischen Malerin. Eine Expedition auf den Spuren eines geheimnisvollen Gemäldes wird zur letzten Reise eines ungewöhnlichen Trios. Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist, will sie sich umgehend auf den Weg an den Niederrhein machen, zu den beiden Menschen, die sie bereits vor vielen Jahren zur Ersatzfamilie erkoren hat. Doch in ihrer Pariser Wohnung erwischt sie einen Einbrecher, der ausgerechnet ein altes Bild klauen will, das bislang höchstens sentimentalen Wert für sie besaß. Der Eindringling entkommt, und Lilie findet einen mysteriösen Brief einer Frau namens Georgette Agutte im Bilderrahmen. Da sie weiß, wie sehr Hannas Vater Geheimnisse liebt, nimmt sie das ramponierte Bild und den Brief kurzerhand mit nach Xanten. Als ein Restaurator weitere rätselhafte Entdeckungen macht, drängt Hannas Vater auf eine letzte gemeinsame Reise. Die drei begeben sich auf Spurensuche bis nach Frankreich und auf die Antillen und finden mehr über das faszinierende Leben der Malerin heraus, die Lilies Ururgroßtante war. Über ihre ungewöhnliche Kunstkarriere, ihre bedingungslose Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat, über ihre innige Freundschaft zu Matisse, den sie schon förderte, noch bevor er in der Kunstwelt anerkannt wurde, über ihre Abenteuer unter den Künstlern und Politikern im Paris der Belle Époque. Die Geschichte einer in Vergessenheit geratenen Malerin verbindet sich mit einer so anrührenden wie tröstlichen Reise des Abschieds. So witzig, traurig und verrückt wie das Leben selbst. Zur Autorin Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie mehrfach bei Radio France, ansonsten fühlt sie sich seit Ende der 80er-Jahre in den deutschen Medien wohl. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Seit 2002 moderierte sie das "ARD-Morgenmagazin". Ende 2014 gab sie diese Nachtschichten aber auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und ihren zweiten Roman zu Ende zu schreiben. Zur Hörbuch-Sprecherin Doris Wolters ist Theaterschauspielerin und arbeitet u.a. für ARD, ORF und ARTE. Sie hat in zahlreichen Hörbuchproduktionen mitgewirkt und erhielt 2012 den Deutschen Hörbuchpreis. Mit ihrer warmen und wandelbaren Stimme verleiht sie jedem Hörbuch einen ganz besonderen Ton und hat bereits den Großtanten von Anne Gesthuysen in „Wir sind doch Schwestern“ ihre Stimme geliehen. >>> Hier könnt ihr euch direkt die Hörprobe anhören Habt ihr Lust, diesen Familienroman im Rahmen einer Lese- und Hörrunde zu lesen - oder hören -, euch darüber auszutauschen und am Ende eine Rezension darüber zu schreiben? Dann bewerbt euch über den blauen "Jetzt-bewerben"-Button* bis zum 11.11., indem ihr auf folgende Frage antwortet und angebt, ob ihr lieber hören oder lesen möchtet: Flair, Romantik, Savoir Vivre... Was verbindet ihr mit der Belle Époque? Ich freue mich auf eure Antworten. Viel Glück! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken können.

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    • 1279
  • Ich habe gehört...

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    berka

    28. December 2015 um 20:17

    ..und zwar einen Roman. Das ist für mich ungewöhnlich und war auch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber der Reihe nach. Anne Gesthuysen verknüpft in ihrem neuen Roman Historisches - eine französische Künstlergruppe des späten 19. Jahrhunderts mit Verbindungen in die Politik - mit Fiktivem - eine Familiengeschichte die den Niederrhein mit Schauplätzen in Frankreich verbindet. Es entwickeln sich zwei Geschichten die miteinander verknüpft sind, zunächst über ein mysteriöses Porträt dann aber immer mehr auch in den Beziehungen der Figuren untereinander und zwischen den Zeitebenen. Hauptfigur ist eine französische Austauschschülerin die am Niederrhein familiäre Bindung findet. Eine Fülle von Figuren hat mich zunächst etwas überfordert, gerade weil ich den Roman als Hörbuch rezipiert habe. Spätestens nach dem ersten Drittel klären sich aber die Handlungsstränge. Mir sind die Figuren, besonders die in der Gegenwart, am Ende ans Herz gewachsen.  Über die realen historischen Hintergründe erfährt man aus dem Buch relativ wenig. Es ist aber erkennbar dass eine umfangreiche journalistische Recherche zugrundeliegt. Hier kommen die Hörer des Hörbuchs etwas zu kurz, da das gedruckte Buch zusätzliche Informationen enthält (wie ich in der Leserunde zu diesem Buch erfuhr). Mir hat das Hörbuch gut gefallen, die Sprecherin artikuliert klar und mit unterschiedlichen Betonungen bei wörtlicher Rede. In ihrem ersten Buch hatte Anne Gesthuysen die Geschichte ihrer Familie erzählt, angeknüpft an das Leben von drei Tanten die sehr alt wurden. Eine dieser Tanten wird im ersten Abschnitt erwähnt. In diesem Buch reichen die historischen Bezüge weiter weg, sowohl örtlich wie zeitlich. Stilistisch sind Ähnlichkeiten erkennbar, u. a. in den lokalen Bezüge (Veen, Schloss Moyland). Spannend besonders für Niederrheiner und Kunstinteressierte, ich freue mich auf die Verfilmung.

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  • Spannende Spuren

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    Estrelas

    Die Französin Lilie begibt sich als Erwachsene mit ihrer früheren deutschen Gastfamilie auf die Suche nach Spuren ihrer Vergangenheit. Ein altes Gemälde birgt eine bewegende Geschichte um die illustren Persönlichkeiten des Paris' der Belle Époque. Das Buch spielt in zwei Zeiten, und so lernt der Leser neben fiktiven Charakteren auch echte Künstler und Politiker der Jahrhundertwende näher kennen, wie Camille Pissarro oder Jean Jaurès. Insbesondere Kunstliebhaber werden ihre Freude haben an Beschreibungen von Malstilen und Kunstauffassung der damaligen Zeit. In diesem Rahmen wird die Autorin Anne Gesthuysen sehr persönlich, nicht nur baut sie eigene Erfahrungen ein, sie stellt die Charaktere auch sehr menschlich und nahbar dar, so dass man sich der Geschichte gar nicht entziehen kann. Darüber hinaus entwickeln sich die Nachforschungen und Erkenntnisse der heutigen Protagonisten zu einem aufregenden Abenteuer. Den vielen Details zu lauschen, ist gar nicht so leicht, doch die Sprecherin Doris Wolters schafft es, durch das Verändern ihrer Stimme den Hörer in einen Bann zu ziehen. Womöglich hätte mich die vollständige Schriftfassung noch mehr begeistert, gelohnt hat sich dieses Hörbuch allemal.

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    • 2

    gst

    21. December 2015 um 13:16
  • eine bewegende Familiengeschichte, als Hörbuch leider nicht überzeugend

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    mrs-lucky

    17. December 2015 um 12:04

    Diese Rezension bezieht sich auf die Hörbuchversion von "Sei mir ein Vater", die leider bedingt durch einige Kürzungen deutlich an Charme verloren hat. Anne Gesthuysen hat eine bewegende Familiengeschichte geschrieben über die Suche nach der eigenen Identität, verpackt in die Suche nach einem verschollenen Gemälde. Die junge Lilie wächst mit Mutter Stiefvater und Halbgeschwistern in Paris auf. Ihr leiblicher Vater ist ein Lebemann, der nur sporadisch Kontakt zu seiner Tochter hält und ansonsten in der Karibik lebt. Was ein Vater bedeuten kann lernt Lilie erst, als sie als Teenager ein Austauschjahr in Deutschland bei der Familie Terhoeven am Niederrhein verbringt. Jahre später wird In Lilies Pariser Wohnung eingebrochen. Lilie erwischt die Täter auf frischer Tat und verhindert so, dass diese das Gemälde ihrer Urahnin Georgette Agutte mitnehmen. Lilie fragt sich, ob dieses unscheinbare Gemälde doch eine große Bedeutung besitzt, und als sie gleichzeitig die Nachricht erreicht, dass ihr Ziehvater Hermann schwer erkrankt ist, nimmt sie das Bild kurzerhand mit. Lilie, Hermann und Hanna machen sich darauf auf die Suche nach dem Geheimnis des Bildes und erfahren dabei einige interessante Neuigkeiten über Lilies Urahnin Georgette Agutte. Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Ein Teil dreht sich um Lilie, Hanna und Hermann, der gibt dem Leser einen Einblick in das Leben Georgette Aguttes. Im Hörbuch kommt dieser Teil in meinen Augen etwas zu kurz, ich hätte mir mehr Einblick in das schillernde Künstlerleben der damaligen Zeit erhofft. Der in der Gegenwart spielende Teil hat mir insgesamt besser gefallen. Die Figuren sind hier lebhafter angelegt und wirken lebendiger. Die Charaktere von Georgette und ihrem Mann Marcel haben sich mir nicht wirklich erschlossen. Die Schilderungen ihres Lebens und die Eindrücke ihres Charakters passen nicht wirklich mit dem zusammen, was in der heutigen Zeit als Erinnerung von ihnen geblieben ist. Die Lesung Doris Wolters wird meiner Meinung nach dem Buch nicht wirklich gerecht. Sie liest gerade den Teil, der in der Vergangenheit spielt, oft mit einer zu tragenden Stimme, die dem Buch einiges an Stimmung und Leichtigkeit nimmt. Sehr gestört hat mich der Tonfall, mit dem sie Lilie und Hanna liest. In der Gegenwart sind sie um die 40 Jahre alt, klingen aber wie 15-jährige Teenager, was diesen Figuren einiges an Glaubwürdigkeit nimmt. Die Geschichte ansich ist zauberhaft erzählt wie ich es schon aus „Wir sind doch Schwestern“ kannte, man sollte aber unbedingt das gedruckte Buch wählen.

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  • Georgette Agutte und ihre Ururgroßnichte Lilie

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    hannelore_bayer

    14. December 2015 um 19:50

    Bezaubert von dem vollmundigen Ankündigungstext, wollte ich die Geschichte unbedingt erfahren.Ichwollte gerne zur Belle Epoque in Paris und überhaupt in Frankreich sein. Da war mir dann im Hörbuch deutlich zu wenig da, Man kriegt zwar einiges von den politischen Gegebenheiten, vor allem wenn es um Marcel Sembat geht, mit, aber von der eigentlich auch schönen, geistreichen, lustvollen Epoche ist wenig zu hören. Von Doris Wolters bin ich auch nicht so begeistert, die Gegenwart also Lilie und Hanna, zwei Frauen um die Vierzig liest  sie meist mit  heller kinderähnlicher Stimme, während die Zeit mit Georgette und Marcel meist sehr getragen, eher traurig rüberkommt. Bei der gemischten Lese-,Hörrunde durfte man zudem erfahren, daß der Roman leicht autobiographische Züge hat, z. B. Herman ist Anne Gesthuysens Vater. Ich habe auch einige Erklärungen zu den Personen, die man vorfindet vermisst. Von Marcel Sembat hatte ich zum Beispiel vorher nie gehört, so mußte man erst googeln um überhaupt eine Vorstellung zu bekommen. Zur Geschichte: Lilie eine knapp vierzigjährige Französin, will sich umgehend auf den Weg nach Deutschland  zu ihrer Ersatzfamilie machen, da Herman der  Vater von Hanna schwer erkrankt ist. Vom Einkauf heimgekommen, entdeckt sie, daß in ihrer Wohnung ein Überfall stattfindet und da wird ihr auch schon schwarz vor den Augen. Die Einbrecher haben ihr mit einem alten Bild eins übergezogen. Sie will jetzt dringend nach Deutschland fahren und nimmt das Bild und den mysteriösen Brief den sie im Rahmen gefunden hat mit. Zusammen mit Hanna und Herman gerät sie in einen Strudel von Ereignissen und erfährt sehr viel von ihrer Ururgroßtante Georgette. Die Geschichte endet auf jedenfall positiv für Lilie und wenn man so will für Herman auch. Er hat das letzte Abenteuerseines Lebens erlebt und durfte genau da sterben, wo er wollte.          

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  • Familie ist mehr als Vater, Mutter, Kind

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    danielamariaursula

    Lillie Argutte ist fast 40, alleinerziehend in Paris. Noch immer leidet sie darunter, daß sie alleine mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern aufwuchs, während ihr Vater als Hallodri mal hier war und mal dort. Aber zu Hause nur, wenn er Geld brauchte. Als Teenager wurde sie von ihrer Mutter in eine Gastfamilie an den Niederrhein geschickt und lernte dort in der Pampa mit Hanna und Herrmann eine Ersatzfamilie kennen, der sie ein Leben lang verbunden bleibt. Eines Tages kommt sie nach Hause und überrascht Einbrecher in ihrer bescheidenen Wohnung. Sie wird mit einem Gemälde, einem Familienerbstück ihres Vaters niedergeschlagen. Kurz darauf ruft Hanna aus Deutschland an, und bittet sie zu kommen, da ihr Vater bald seinem Krebsleiden erliegen wird. Lillie läßt ihren Sohn bei ihrer Mutter, nimmt das ramponierte Gemälde aus dem Rahmen, packt es ein und macht sich auf zu ihrem sterbenen Ersatzvater. Dieser ist völlig fasziniert von dem Gemälde des früh verstorbenen Vaters der als Malerin bekannteren Vorfahrin Georgette Argutte. Hermann möchte das Rätsel um das Gemälde lösen, um sich selbst noch zum Schluß ein Abenteuer zu gönnen, von seinem bevorstehenden Tod abzulenken und hoffentlich Lillie und ihren kleinen Sohn finanziell abzusichern. Eine abenteuerliche Reise in die Pariser Umgebung und nach Grenoble auf den Spuren von Lillies Vorfahren dem damaligen Glamour-Paar Semblant-Argutte beginnt, die den Hörer auch in die Belle Epoque in die Entwicklung der modernen Kunst und die politischen Wirren vor Ausbruch des 1. Weltkrieges entführt. Die Einblicke machen neugierig. Die Geschichte um Georgette Argutte und ihre große Liebe der sozialistische Jurist Marcel Semblat fand ich faszinierender, gerade auch durch die Einblicke in die Welt des Impressionismus und des Postimpressionismus. Kaum ein berühmter Maler, der nicht vorkommt, allerdings sind einige wirklich interessante Anekdoten für das Hörbuch herausgekürzt worden. Bei Hören fällt dies jedoch nicht wirklich auf, lediglich im direkten Vergleich zum Buch. Die Geschichte huldigt einem einstigen bedeutenden Glamourpaar, das viel für die Kunstförderung und den Sozialismus in Frankreich getan hat und dennoch in Vergessenheit geriet. Es erzählt aber auch die Geschichte von Lillies Selbstfindung, mit einem gleichfalls traurigem (Hermanns unausweichlichem Tod) Ende, als auch einem offenen Teil, der jedem Romantiker Raum für rosa Wolken läßt, ohne kitschig abstoßend zu sein. Das Hörbuch ist angenehm gefühlvoll gesprochen, auch in der französischen Aussprache. Anregende und auch entspannende Unterhaltung auf die Ohren, die zum Museumsbesuch einlädt und zur Internetrecherche.

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    • 3
  • Familiengeschichte und Kunstszene in der Belle Époque

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    Buchina

    10. December 2015 um 19:05

    „Sei mir ein Vater“ ist ein bezaubernder Roman, der in mehreren Zeitebenen spielt. Zum einen ist da Lilie, alleinerziehende Mutter eines Sohnes, die in Paris lebt. Sie wird in ihrer Wohnung überfallen, wobei ein altes Bild eines ihrer Vorfahren zu Schaden kommt. Dieses Bild und der daraus gefundene Brief wird der Anlass für Lilie mehr über ihre Vorfahren zu erfahren und sich auf eine abenteuerliche Reise einzulassen. Dabei ist ihre beste Freundin Hanna und Hannas Vater Hermann. Beide sieht sie als auch als ihre Familie, seit sie sie bei ihrem Schüleraustausch kennen und lieben gelernt hat. Eine zweite Zeitebene spielt Ende des 19. Jh. bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Hier lernt man die Malerin Georgette Argutte  und den bekannten Sozialisten Marcel Sembat kennen. Zwei ungewöhnliche Charaktere, die tief mit der damaligen Künstler- und Politikszene verknüpft sind. Sie sind bekannt mit Henri Matisse, Paul Signac, Amedeo Modigliani und viele andere. Durch sie bekommt man einen interessanten Einblick in die Belle Époque. Die Handlungsstränge wechseln sich ab und sorgen für einen kontinuierlichen Spannungsbogen. Beide sehr verschiedene Familiengeschichten werden detailliert und liebevoll erzählt. Zu Beginn hatte ich etwas Probleme die ganzen Namen und Verbindungen besonders im Argutte-Handlungsstrang zu verfolgen, dies ließ aber nach. Das verbindende Motiv: das Vater-Tochterverhältnis hat die Autorin sehr schön herausgearbeitet. Auch die Entwicklung der Frauen Georgette und Lilie ist nachvollziehbar und realistisch. Ich hätte mir gewünscht noch mehr das Flair der Belle Époque während des Lesens des Georgette Handlungsstrang zu spüren. Da fehlten mir etwas die Beschreibungen des Lebens und der Umgebung von Georgette Lebens, vor allem im ersten Teil des Romans. Dennoch der Roman zeigt was Familie, Liebe bedeutet, was man zu geben bereit ist. Die Charaktere sind fein und realistisch gezeichnet. Besonders Hanna und Hermann, obwohl nicht die Protagonisten, sind mir richtig ans Herz gewachsen. Das der Roman dazu noch reale Bezüge hat, zum Einen Georgette Argutte, die wirklich gelebt hat und zum anderen der Handlungsstrang von Lilie, der von Erlebnissen der Autorin inspiriert ist, macht den Roman noch authentischer. Er hat mir so eine Szene näher gebracht, worüber ich kaum etwas wusste: die französische Künstlerszene vor dem Ersten Weltkrieg.   Noch zum Hörbuch direkt. Das Hörbuch an einigen Stellen gekürzt, was bei der Handlung keinen Abbruch tut. Leider wurde das Nachwort, wo die Autorin darauf eingeht, wo sie die Inspiration für die Figuren bekommen hat und was authentisch ist und was nicht, völlig weggelassen. Das ist wirklich schade. Die Sprecherin des Hörbuches Doris Wolters macht ihren Job sehr gut. Ihre Stimme ist unaufgeregt, sie kann ihre Stimme soweit verändern, dass sie die einzelnen Charaktere herauszuhören sind, ohne dass es unecht und übertrieben klingt. Ich habe ihr jedenfalls gerne zugehört.

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  • Fast ein biografischer Roman

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    gst

    10. December 2015 um 15:17

    Eigentlich lese ich lieber als dass ich Bücher höre. Nur manchmal, wenn die Hände zu beschäftigt sind und keine Zeit finden, ein Buch zu halten, dann lege ich ein Hörbuch in den CD-Player. Leider muss ich feststellen, dass ich damit nie so intensiv in eine Story eintauche wie beim Lesen. Trotzdem hat mir dieses Hörbuch gefallen. Denn es hat mich mit der französischen Malerin Georgette Agutte bekannt gemacht. Sie lebte und malte zur Zeit Henri Matisse um das Jahr 1900 und war in zweiter Ehe mit dem Politiker Marcel Sembat verheiratet. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht ihrer Nachfahrin, Lilie Agutte. Nachdem sie in ihrer Wohnung überfallen wurde, wird ein geerbtes Bild plötzlich interessant. Gemeinsam mit ihrer deutschen Freundin und ihrem Wahlvater macht sie sich auf die Suche nach dessen Wert und entdeckt dabei das Leben von Georgette Agutte. Natürlich wird der Hörer mit der angenehmen Stimme von Doris Wolters auch mit Lilies Leben vertraut gemacht. So wechselt das Szenario zwischen gestern und heute, zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit – was im Hörbuch nur dann zu erkennen ist, wenn man aufmerksam bei der Sache ist. Insgesamt muss ich gestehen, dass ich weiterhin Bücher zum Lesen bevorzuge. Wahrscheinlich hätte dieses Buch dann vier, statt nur drei Sterne erhalten.  

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  • Sei mir ein Vater

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    -sabine-

    08. December 2015 um 08:12

    Ich liebe Bücher, die auf zwei Zeitebenen spielen, so habe ich mich auf dieses Hörbuch, in dem es um die Malerei und die Künstler zur Zei der „Belle Époque“ geht, sehr gefreut. Der Einstieg in die Geschichte ist auch sehr gelungen. In dem Erzählstrang der Gegenwart ist Lilie die Protagonistin, die zufällig einen mysteriösen Brief von Georgette Agutte findet, und damit vor einem Rätsel steht, dass sie unbedingt zu lösen versucht. Hilfe bekommt sie bei dieser Rätselsuche von ihrem Ersatzvater Herrmann und dessen Tochter Hannah. Die drei reisen gleich einer Schnitzeljagd durch die gesamte Welt, um Hinweisen auf des Rätsels Lösung zu folgen. Der Erzählstrang der Vergangenheit dreht sich dann ganz um das Leben und Werken eben jener Malerin Georgette Agutte - es wird ihre ganz private Geschichte erzählt, von ihren beiden Ehen und von ihren malerischen Freuden. Die Autorin hat in diesem Buch geschickt die fiktive Geschichte von Lilie um die historische Persönlichkeit Georgette gesponnen. Immer abwechselnd wird mal aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit erzählt, da jedem Abschnitt vorangestellt ist, in welcher Zeit er spielt, kann man gar nicht durcheinander kommen. Trotzdem musste ich mich erst an die verschiedenen Personen gewöhnen, dann aber war es tatsächlich kein Problem. In der ersten Hälfte des Buches haben mich beide Erzählstränge gleichermaßen gefesselt, in der zweiten Hälfte aber fand ich den Strang der Gegenwart sehr konstruiert und die Schatzsuche war mir viel zu sehr im Vordergrund. Mich hätte hier viel mehr das Zwischenmenschliche interessiert – und da hätte es genug Potential gegeben bei den vielen unterschiedlichen Charakteren mit ihren ganzeigenen Schicksalen. Den Erzählstrang der Vergangenheit fand ich sehr interessant und packend – man lernt nicht nur die Malerin Georgette näher kennen, sondern auch einiges über die damalige Zeit und den Stand der Frau in der Gesellschaft, man bekommt Einblick in die Künstlerszene, wie verschiedene Maler zusammengearbeitet haben oder aber auch nicht und wie sie sich weiter entwickelt haben. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich ein Buch mit dieser Thematik bisher nicht gelesen habe. Georgette wird dabei auch so gut dargestellt, dass ich mich in sie gut hineinversetzen konnte. Das ist mir bei Lilie in der Gegenwart leider nicht gelungen – aus ihr bin ich oft nicht schlau geworden. Mal ist sie sehr selbstbewusst aufgetreten, mal aber auch schüchtern und zurückhaltend. Das hat sicherlich mit ihrem Lebensweg zu tun, der nicht immer einfach und oft steinig gewesen ist. Trotzdem blieb sie mir irgendwie fremd und ich hätte mir auch in diesem Handlungsstrang mehr Emotion gewünscht. Die Sprecherin Doris Wolters hat mir sehr gut gefallen. Sie hat mit ihrer Stimme der ganzen Geschichte Leben eingehaucht und mich mit ihrer Interpretation der verschiedenen Figuren überzeugen können. Außerdem hat mir ihre warme und klare Stimmfarbe einfach sehr gut gefallen. Ich glaube, als Buch gelesen hätte mich die Geschichte noch mehr packen können. Beim Hören bin ich zwar in die Vergangenheit eingetaucht, aber mitgeraten habe ich bei dem Rätsel leider gar nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass dies auch einfach am Medium gelegen haben könnte. Da ich das erste Buch der Autorin noch nicht kenne, werde ich ihr damit eine weitere Chance geben – dann aber als Buch von mir selber gelesen. Mein Fazit Auf zwei Zeitebenen spielend konnte mich der Erzählstrang der Vergangenheit weitaus mehr fesseln als der der Gegenwart – sicherlich auch, weil mich die Themen – die Malerei in der Belle Époque und das Leben der Malerin Georgette Agutte – sehr interessiert haben. In der Gegenwart stand mir einfach zu sehr die Schatzsuche und das Rätselraten im Vordergrund – mehr hätten mich hier die zwischenmenschlichen Beziehungen interessiert. Doris Wolters als Sprecherin hat die Geschichte aber lebendig werden lassen durch ihre angenehme und warme Stimme – langweilig ist es also nie geworden. Trotzdem konnte mich die Protagonistin der Gegenwart leider nicht überzeugen – insgesamt gebe ich dem Hörbuch 3,5 von 5 Sternen.

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  • Eine Reise in die Belle Epoque - leider gekürzt!

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    Barbara62

    Anne Gesthuysen erzählt in ihrem neuen Roman Sei mir ein Vater gleich zwei Geschichten. In der autobiografisch beeinflussten Rahmenhandlung geht es um die knapp vierzigjährige Pariserin Lilie, die sich während eines Jahres als Schülerin in Deutschland mit ihrem Gastvater Hermann einen Ersatz für ihren stets abwesenden biologischen Vater Yves gesucht hat. Mit Hermann, der sich im Endstadium einer Krebskrankheit befindet, und ihrer Wahlschwester Hanna unternimmt sie eine letzte Reise auf den Spuren ihrer Ururgroßtante, der Malerin Georgette Agutte (1867 – 1922), und eines geheimnisvollen verschollenen Bildes. Was wir über diese Malerin und ihren zweiten Mann, den Juristen und Politiker Marcel Sembat, erfahren, macht für mich den Reiz dieses Buch aus. Obwohl Georgette Agutte als Malerin genauso wenig in der ersten Reihe stand wie ihr Mann als Politiker, war das Ehepaar mit vielen Künstlern und anderen bekannten Persönlichkeit ihrer Zeit befreundet, u.a. mit  Henri Matisse, Camille Pissaro, Pierre-Auguste Renoir und Emile Zola sowie dem Politiker und Pazifisten Jean Jaurès. Dieser historische Teil macht für mich den Reiz des leicht erzählten Romans aus. Die Berühmtheiten ihrer Zeit, die im Hause Agutte-Sembat ein- und ausgingen, sowie die Zeitumstände, vor allem während des Ersten Weltkriegs, sind sehr gut und lebendig dargestellt und laden dazu ein, weitere eigene Nachforschungen anzustellen. Beim Hören habe ich deshalb immer wieder ein Lexikon und verschiedene Bildbände bemüht und den Roman damit „angereichert“. Etwas schwächer ist dagegen die Rahmenhandlung, die zwar unterhält, aber bei weitem nicht so tiefgehend ist. Gut gefallen hat mir dagegen das Motiv, das die beiden so unterschiedlichen Frauen Lilie und Georgette Agutte verbindet: das Aufwachsen ohne Vater. Während Georgette ihren Maler-Vater wegen dessen frühem Tod nie kennengelernt hat, ist Lilies Vater zu egozentrisch, um sich um sie zu kümmern, und taucht nur sporadisch auf. Der glücklich verheirateten Georgette bleiben eigene Kinder verwehrt wohingegen die alleinlebende Lilie einen Sohn hat, der wiederum ohne Vater aufwächst – die Geschichte wiederholt sich. Warum vergebe ich nur drei Sterne, obwohl ich mich durch das Hörbuch sehr gut unterhalten gefühlt habe und die Sprecherin Doris Wolters den Roman ausgezeichnet und mit der genau richtigen Menge an Schauspielerei liest? Ich habe dieses Hörbuch im Rahmen einer kombinierten Hör- und Leserunde gehört. Dabei ist mir aufgefallen, dass es leider an vielen Stellen gekürzt ist, und zwar vor allem bei der Geschichte um Georgette Agutte. So fehlt z. B. die sehr interessante Begegnung mit Renoir und auch das wichtige Nachwort ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Schade, denn ich würde für die vollständige Lesung gerne ein paar Euro mehr bezahlen. Dem Buch hätte ich vermutlich vier Sterne gegeben, für die Kürzungen des Hörbuchs ziehe ich einen Stern ab.

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    • 2
  • Eine sehr faszinierende Familiengeschichte mit einer Zeitreise in die Belle Époque

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    Ekcnew

    05. December 2015 um 17:34

    In diesem Hörbuch werden zwei Geschichten erzählt, diese sind sehr gelungen mit einander verknüpft. Die Geschichte um Lilie, Hanna und ihrem Vater spielt in der Gegenwart. Lilie lebt in Paris. Als sie erfährt, dass ihr "auserwählter Vater" Hermann schwer krank ist, fährt sie sofort zu Hanna und Hermann. Die beiden leben auf dem Land in der Nähe von Xanten. Bevor sie losfährt, versucht ein Einbrecher bei Lili ein Bild zu stehlen, was für Lilie bislang eher bedeutungslos war. Als sie das Bild und den Bilderrahmen näher betrachtet, stößt sie dort auf den Namen ihrer Ururgroßtante - Georgette Agutte. Lilie und Hanna haben sich in der Kindheit kennengelernt und sind von Natur aus grundverschieden. Lilie ist das elegante Mädchen aus der Stadt und Hannah das Kind, das auf dem Land aufwächst. Die beiden verbindet eine wundervolle Freundschaft. Lilie, die ohne Vater aufwächst, sucht sich Hermann als ihren "Quasi-Vater" aus. Hermann ist bodenständig, realistisch und insgesamt ein großartiger Mann. Er weiß, dass er schwerkrank ist und dass er nicht mehr lange leben wird, was aber noch lange nicht heißt, dass er den Kopf in den Sand steckt. Ganz im Gegenteil: Er möchte mit seinen Töchtern das Rätsel um das geheimnisvolle Bild lösen. Gemeinsam erleben die drei eine unvergessliche Zeit mit unvergesslichen Reisen nach Frankreich und in die Karibik. In dem zweiten Erzählstrang geht es um Georgette Agutte, der Ururgroßtante von Lilie. Georgette war Malerin in Paris zur Zeit der Belle Époque. Die erste Ehe von Georgette wurde geschieden, was zu damaliger Zeit für Gesprächsstoff sorgte. Sie heiratet nach der Scheidung ihre große Liebe Marcel. In dem Hörbuch wird von der Liebe, dem Leben von Georgette und Marcel, weiteren Künstlern wie Henri Matisse und Pissarro sowie vom Leben um und im ersten Weltkrieg erzählt. Die beiden Geschichten alleine sind schon sehr hörenswert, aber die Verknüpfung dieser beiden Geschichten, die eine davon mit einem realen Hintergrund, finde ich absolut gelungen! Die Stimme und die Betonungen von Doris Wolters als Leserin finde ich sehr passend. 

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  • Die Suche nach einem Gemälde

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    Daphne1962

    04. December 2015 um 18:37

    Anne Gesthuysen hat nach wir sind doch Schwestern ein weiteres Buch nachgelegt. Ich hatte das Hörbuch von "Sei mir ein Vater" genossen, gelesen wurde es von Doris Wolter Die Französin Lilie wird für ein Auslandssemester in ein Dorf Namens Xanten am Niederrhein geschickt. Was Anfangs für sie sehr befremdlich wirkt, entpuppt sich für sie als Familienersatz. Hanna und ihr Vater Hermann lassen Lilie Familienleben kennen lernen, was ihr von Haus aus nicht vertraut war. Auch 20 Jahre später hat sie noch innigen Kontakt zu ihrer Ersatzschwester und zu Hermann, den sie als ihren "echten" Vater auserkoren hat. Denn der wahre Vater Yves lebt weit entfernt in der Karibik und ist kein verlässliches Familienmitglied für Lilie. Als Hermann schwer erkrankt, eilt sie nach Deutschland, um noch einige Zeit mit ihm und Hanna zu verbringen. Doch zuvor wurde Lilie in ihrer Wohnung in Paris überfallen. Die Täter wollten ein wertvolles Erbstück stehlen, ein Gemälde ihrer Ururgroßtante. Bei dieser Verwandten handelt es sich um die Malerin Georgette Agutte. Georgette Agutte lebte in der Zeit der Belle Epoque von 1867 bis 1922 und war in 2. Ehe mit dem Rechtsanwalt und Politiker Marcel Sembat verheiratet. Sie war mit berühmten Künstlern, wie Henri Matisse, Paul Cézanne und Claude Monet bekannt, die sie durch ihren 1. Ehemann, dem Kunstkritiker Paul Flat traf. Anne Gesthuysen hat auch hier wieder eine Frau in den Fokus gestellt, die in einer Zeit gelebt hat, als Frauen noch eher die untergeordnete Rolle inne hatten. Sie beschreibt Georgette als recht knabenhaft. Auf einer Fotografie in ihrem Atelier kann man es nur erahnen, da sie recht weite Hemden trägt. Trotzdem schien sie eine Frau gewesen zu sein, die ihren Weg gehen wollte, auch zahlreiche Bilder hinterlassen hat, aber dennoch lebensuntüchtig hinter ihrem Mann erschien. Als Hermann von dem Überfall auf Lilie erfährt, mobilisiert er all seine Kräfte zur Lösung des uminösen Gemäldes, das von nun an Gegenstand des Romans wird. Sie begeben sich auf Spurensuche nach Grenoble und recherchieren in alten Unterlagen und Tagebuchaufzeichnungen um dem Familiengeheimnis näher zu kommen. Eine Art Kunstkrimi ist hier entstanden, der den Leser zu jeder Menge eigener Recherche und Erweckung der Interessen an bedeutenden Künstlern der Belle Epoque anregt. Bei solchen Büchern bekommt der Leser zwangsläufig Spaß mal wieder in Kunstbüchern zu blättern oder doch gleich die nächste Kunsthalle anzusteuern.

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  • Auf den Spuren der Urimpressionisten

    Sei mir ein Vater (DAISY Edition)

    kirara

    Inhalt: Die alleinerziehende Mutter Lillie hat es nicht leicht, ihre Mutter war mit ihr überfordert, der Vater drückt sich vor seiner Verantwortung und dann wird sie selbst auch noch Mutter. Umso verlässlicher sind Hermann und Hannah, die einstige Gastfamilie, in der sie während ihres Studiums in Deutschland gelebt hat. Als bei ihr eingebrochen wird und ihr beinahe ein altes, aber wertlos erscheinendes Bild aus Familienbesitz gestohlen wird, begeben sich die drei zusammen auf den Spuren von Georgette Agutte und finden heraus, dass diese wiederum mit ganz anderen Problemen und Ängsten zu kämpfen hatte. Denn die Belle Époque war nicht so schön wie es den Anschein hatte. Meine Meinung: Das Buch war eine wunderschöne Zeitreise knapp 100 Jahre zurück. Dabei ist die Einbettung der Vergangenheit um Georgette in Lillies kleiner, detektivischen Reise wirklich gut gelungen. Keine der beiden Erzählstränge kommt dabei zu kurz und die Übergänge waren nur am Anfang etwas verwirrend und gewöhnungsbedürftig und die Protagonisten haben ihre eigenen interessanten Erlebnisse und Gedanken. Charakterstark ist vor allem auch der eine oder andere Nebendarsteller, besonders hierbei die stark auftretende "Wahlschwester" Hannah und Henry Matisse, der seinen ganz eigenen Auftritt in der Geschichte hat. Die Probleme beider Protagonistinnen werden einfühlsam erzählt, Lillie, die besonders mit ihrem verantwortungslosen echten Vater hadert und Georgette, die erkennen muss, dass sie trotz Bemühen nie an das Maltalent herankommt, das anderen aus der Szene so mühelos gelingt. Bis es langsam in Georgettes Zeit düster wird, da der 1. Weltkrieg ausbricht. Leider wird ab da die Geschichte zu flott, gefühllos und einsilbig. Als wolle niemand mehr die Geschichte weitererzählen, weil die Zeit in der Vergangenheit so schlimm wird und auch Lillie und Hannah sich mit ihrer ganz eigenen Sorge herumplagen. Schreibstil: Sehr schön. Es ist ein zarter Schreibstil, der sich gekonnt ausdrückt, aber leicht zu verstehen ist. Mit dem Wechsel der Kapitel spielt die Autorin auch mit der Zeit. Ganz super gelungen fand ich die Einbettung der Bedeutung des Titels. Deshalb ist der Titel perfekt ausgewählt. Hörbuch: Die Stimme von Doris Wolters ist ein echter Vorlesegenuss! Kann ich in höchsten Tönen loben. Nur gegen Ende wird die Stimme etwas rau, habe ich den Eindruck. Das Buch ist aber auch dick :D Leider ist das Hörbuch gekürzt (von der Autorin autorisierte Lesefassung), was sowohl spürbar war als auch mag ich gekürzte FAssungen generell nicht. Ich würde mich, wenn ich mich noch einmal entscheiden könnte, nun doch für das Buch aussprechen. Fazit: Eine wunderbare kleine Familiengeschichte, die den Leser in die Welt der vorreitenden Künstler entführt, die nicht nur den Weg für den Impressionismus sondern für die ganze moderne Kunst und für das freie Denken geebnet hat und davon erzählt, dass auch Vorreiter und Vordenker bei der Gesellschaft angeeckt sind. Und die vom 1. Weltkrieg auseinandergerissen wurde. Die Geschichte lässt aber auch die kleine Familie aus der Jetzt-Zeit nicht außer Acht. Leider wird das Buch besonders gegen Ende sehr knapp und eintönig. Es hätte ruhig noch etwas ausschweifender sein können. Gerade die Hörbuchfassung verkürzt die Geschichte dann noch zusätzlich. Deshalb 2 Punkte Abzug auf eine Bewertung von 3 Sternen und natürlich trotzdem eine Leseempfehlung, weil sie wirklich schön ist, die Geschichte.

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