Wir sind doch Schwestern

von Anne Gesthuysen 
4,1 Sterne bei192 Bewertungen
Wir sind doch Schwestern
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (158):
jockel12s avatar

Hat mir sehr gut gefallen. Drei alte Damen und ihre Lebensgeschichte.

Kritisch (12):
Miamous avatar

Nach einem zähen Start, wusste ich lang nicht so recht, wo die Reise hingehen sollte. Erst das letzte Drittel konnte mich wirklich packen!

Alle 192 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Wir sind doch Schwestern"

Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: "Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps." Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492304313
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:10.03.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.11.2012 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne76
  • 4 Sterne82
  • 3 Sterne22
  • 2 Sterne8
  • 1 Stern4
  • Sortieren:
    stachelbeermonds avatar
    stachelbeermondvor 9 Tagen
    Hat mich positiv überrascht!

    „Dieser Roman ist ein großes Glück.“ So steht es auf dem Cover des Buches, und, ja, doch, er ist gar nicht übel. Es geht um drei Schwestern, eine ist vierundachtzig Jahre alt, zwei fast einhundert Jahre, und alle drei blicken auf ein bewegtes, volles, nicht immer einfaches Leben zurück. Wie sich ihre Lebensgeschichten verknüpfen mit der Geschichte Deutschlands während beider Weltkriege und im Nachkriegsdeutschland der Adenauer-Zeit ist ein großes Thema, das andere ist die Art und Weise, wie sich das Leben der drei Schwestern immer wieder berührt und sie trotz großer Verschiedenheiten und Auseinandersetzungen doch nicht voneinander lassen können. Schließlich sind sie doch Schwestern – wenn das nicht verbindet, was dann?

    Gefallen haben mir die lockere Schreibweise, das beherzte, unbeschwerte Herangehen auch an schwierige Themen, der Humor, der immer wieder aufblitzt und dass aus dem Blickwinkel aller drei Frauen berichtet wird. Schön ist auch, dass alle drei eine große Lust aufs Leben haben, obwohl ihnen klar ist, dass es nun wohl nicht mehr allzu lange dauern wird bis es vorbei ist und sie trotzdem weder ihren Humor noch ihre Tatkraft verlieren. Ein großer Mutmacher für den Fall, dass man es tatsächlich unglaublicherweise schaffen sollte, achtzig zu werden. Sehr gut fand ich auch, wie einem normalen Leser ganz nebenbei einiges über deutsche Geschichte beigebracht wird und es ganz und gar nicht langweilig ist dabei. Und zum Schluss: Wenn auch nur die Hälfte davon wahr ist – genial. Doch, wenn ich es zusammenfasse, hat mir ziemlich viel an dem Buch gefallen.

    Eigentlich und normalerweise tue ich mich nämlich schwer mit Büchern, die Personen ein ganzes Leben lang begleiten. Mehrere Generationen in einem Buch brauche ich nicht, das dürfen gerne andere lesen, es gibt bestimmt gaaaanz tolle Bücher darunter, aber es gibt eben auch noch sehr viele andere, die ich viel lieber lese. Dieses hier bekam ich von einer Kollegin ausgeliehen, und da ist man ja immer ein bißchen in der Pflicht, also habe ich es tapfer angefangen. Für solch ein Buch wie oben beschrieben fand ich es gar nicht mal so übel. Doch-doch, es war ganz ok. Gut, vielleicht mehr als ok (hören Sie das Zähneknirschen?). Ich kann zwar aus eben genannten Gründen nicht in den begeisterten Reigen der Jubelnden einstimmen, die dieses Buch in den Himmel heben, aber es war durchaus lesenswert. Ich nehme mal an, für alle, die von Generationsbüchern (nennen wir sie mal so) begeistert sind, ist das Buch ein Hauptgewinn, ein goldener Treffer! oder eben ein großes Glück. Gerne! Es sei ihnen allen gegönnt! Ich werde nach diesem (guten) Buch trotzdem erst mal wieder eine Pause bis zum nächsten Generationsbuch machen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    N
    Nadezhdavor 3 Monaten
    Langweilig und unglaubwürdig

    Anne Gesthuysen - Wir sind doch Schwestern
    Piper Taschenbuch, 416 Seiten


    amazon:
    Adele wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: "Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps." Mit ihren Schwestern Katty und Martha lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tackenhof in jedem Winkel die Erinnerung ...


    Meine Meinung:
    Ich habe dem Buch gut 80 Seiten gegeben, komme aber überhaupt nicht in die Geschichte hinein. Drei alte Damen zwischen achtzig und hundert, die sich aber gar nicht wie solche benehmen. Gut, es gibt in jeder Generation wilde Feger, aber in diesem Alter werden die vielleicht doch auch mal etwas ruhiger?! Sind nicht mehr ganz so schlank und drahtig und honigblond? Davon abgesehen, habe ich die Schwestern anhand der Darstellung nicht wirklich als unterschiedliche Persönlichkeiten zu fassen bekommen. Zum Beispiel ist eine angeblich dominant, so wird es behauptet, aber die anderen zeigen sich in Dialogen und Handlungen nicht weniger dominant. Zerhackter Stil, logische Brüche, seltsame Dialoge, ständige Zeit- und Perspektivsprünge (wer jetzt nochmal mit wem? ach so, die... ach nee, doch die... oder? hä???), die Leserschaft wird oft seitenlang bewusst im Unklaren darüber gelassen, um welche Figur es jetzt gerade eigentlich geht - damit massig lose Enden, die erst viel später verknüpft werden, sodass ich aller Nase lang zurückblättern musste, um Infos nachzulesen und den Zusammenhängen noch irgendwie folgen zu können... Das macht keinen Spaß. Sowas kann man um der Spannung willen und wenn die Geschichte es erfordert, gerne dosiert einsetzen, aber in dem Ausmaß wie hier kann ich es nicht nachvollziehen und frage ich mich beim Lesen dann, wozu dieses ständige Verwirrspiel dienen soll.
    Schade, die Schwestern-Thematik hätte mich an sich sehr interessiert.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    makamas avatar
    makamavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte von drei Schwestern erzählt durch drei Jahrhunderte
    Der 100. Geburtstag

    Gertrud, Paula und Katharina (Katty genannt) sind Schwestern.Aufgewachsen sind  sie  in einem kleinen Ort am Niederrhein.....
    Und jetzt wird Gertrud 100 - und das muss groß gefeiert werden - wo natürlich auf Tellemannshof, da wo in jeder Ecke Erinnerungen lauern ---- und die Vergangenheit.
    Gertrud, die älteste ha t noch gute Augen, aber hören ist nicht so ihrs...
    Paula nur wenig jünger ist fast blind, hat aber immer ein Ohr offen für die Schwestern...
    und dann Katty, das Nesthäkchen, eine willensstarke Persönlichkeit feiert auch noch mit 84 die Feste so wie sie fallen.....
    Alle zusammen haben Eigensinn, Humor, dazu eine angeborene Kreislaufschwäche - da hiflt nur exhorbitant starker Kaffe und ein Schnaps -- immer punkt 11,00 Uhr.....
    Jede der Schwdestern hat so íhre Eigenarten ---
    Getruds verlorene Liebe - und ein  Spion, den sie versteckte...
    Paula, die ihren Mann an die Männer verlor und ihre Lebenslust behielt..
    Katty, die Strippenzieherin veehrte Adenauer und war in charismatischen Großbauern verliebt.....

    Fazit und Meinung:
    Gekonnt lässt Anne Gesthuysen all diese verschiedenen Charaktere vor unseren Augen auferstehen..... man sieht sie förmlich vor sich.....
    Geschickt werden die Geschichten der Vergangheit mit denen der Neuzeit verwoben und herausgekommen ist ein unterhaltsames Buch.
    Mir hat es gut gefallen und ich kann es allen Lesern weiterempfehlen
    Ich vergebe gute 4 Sterne.

    Kommentieren0
    23
    Teilen
    Engelmels avatar
    Engelmelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Es gibt Anstoß, seine Schwestern zu kontaktieren, in den Arm zu nehmen, zu lieben, zu umsorgen ...
    Interessante Geschichte


    Inhalt: Ein Buch über 3 Schwestern - Katty, Paula, Gertrud - die den 100sten Geburtstag Gertrud´s begehen wollen. Auf dem Weg zur Feier werden immer wieder Erinnerungen aus der Vergangenheit hervorgeholt, während gleichzeitig von den Vorbereitungen für die Feier berichtet wird.

    Fazit: Manchmal hat man beim Lesen den Eindruck, dass die Vergangenheit die Gegenwart einholt - jedoch merkt man zugleich, dass das eine nicht ohne das andere existieren kann.
    Das Buch berichtet auf wundervolle Weise über die Liebe der Schwestern zueinander, über die Tücken des Lebens, die Geschichte einer unglücklichen Kriegszeit

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    fraencisdaenciss avatar
    fraencisdaencisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein kurzweiliger Familienroman
    Ein kurzweiliger Familienroman


    Inhaltsangabe
    Katty und Paula richten auf Kattys Hof ein Fest zum 100. Geburtstag ihrer ältesten Schwester aus. Doch in den Tagen vor dem Fest werden alte Erinnerungen wach und einige Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

    Meiner Meinung nach müssen Familienromane wirklich gut geschrieben sein, damit ich mich nicht allzu schnell langweile. Daher war ich zu Anfang etwas skeptisch, als ich das Buch am Wochenende vor dem Buchclubtreffen in die Hand nahm. Meine Zweifel waren aber unbegründet, denn das Buch ist sehr gut geschrieben und schafft es, den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gut miteinander zu verweben.

    Da das Buch an die Wahrheit angelegt ist (die drei Protagonistinnen sind Anne Gesthuysens Großtanten gewesen), fand ich es noch ein wenig interessanter. Ebenso fand ich es gut, dass es bei uns in der Nähe am schönen Niederrhein spielt in der Gegend um Xanten. Die Niederrheiner wurden in meinen Augen treffend in dem Buch porträtiert und ich habe mich und meine Familie so manches Mal in den Beschreibungen wiederentdeckt. Ich hätte es nur gut gefunden, wenn das Platt mehr im Buch benutzt worden wäre und nicht nur als ein paar Ausdrücke oder bestimmte Wörter.

    "Nach all den Jahren gab es zwischen ihnen seh viel vermintes Gelände, was Paula oft bedauerte. […] Außedem sprach man in der Familie über gewisse Dinge einfach nicht. Man schwieg sie tot. Sture Niedderheiner sind wir, stellte Paula wieder einmal fest, diskutieren, das ist einfach, das konnten wir schon immer, aber ehrlich sagen, was man fühlt, das haben wir nie gelernt."
    - Seite 57

    Positiv hervorheben möchte ich, dass die Beziehung der drei Schwestern sehr deutlich wurde und eine tolle Entwicklung durchgemacht hat, sodass am Ende scheinbar unmögliche Dinge möglich wurden. Alle drei sprangen am Ende doch noch über ihren Schatten und das entlockte mir doch manchmal ein Schmunzeln. Katty, Gertrud und Paula sind mir im Laufe des Buches immer mehr ans Herz gewachsen, aber mein insgeheimer Liebling war von Anfang an Paula, da ich mich mit ihr am meisten identifizieren konnte.

    Fazit und Empfehlung
    Ein schöner, kurzweiliger Familienroman, in dem so manches Geheimnis aufgedeckt wird und die Schwestern auch nach fast 100 Jahren ihre Beziehung zueinander noch vertiefen. Lediglich der spärliche Gebrauch des niederrheinischen Platts hat mich ein wenig enttäuscht.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Miamous avatar
    Miamouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nach einem zähen Start, wusste ich lang nicht so recht, wo die Reise hingehen sollte. Erst das letzte Drittel konnte mich wirklich packen!
    Gertud, Paula und Katty....und der 100. Geburtstag!

    Gertrud wird 100 Jahre alt und ihre Schwester Katty ist der Überzeugung, dass das groß gefeiert gehört und so lädt sie mit der dritten Schwester, Paula, im Bunde, zum großen Fest auf den Tellemannshof. Doch das Zusammentreffen der drei ist nicht nur idyllisch, sehr schnell kommen Emotionen hoch, die angeblich schon vergessen sein sollten. Jede der Schwestern hat ihr Päckchen zu tragen, aber in all den Jahren kam es nie zu einer wirklichen Aussprache.

    Die drei Schwestern Gertrud, Paula und Katty könnten eigentlich unterschiedlicher nicht sein. Jede hat so ihre Eigenheiten, welche mir aber fast zu oberflächlich herausgearbeitet wurden. Gertrud als Älteste wurde unverhofft zum Familienoberhaupt und kümmert sich natürlich um ihre jüngeren Schwestern, auch wenn sie mittlerweile schon 100 Jahre ist. Grundsätzlich ist sie eine wirklich starke Frau und wenn man sie in die Zeitgeschichte setzt, ist sie an manchen Stellen eine sehr moderne Frau, die sich gerne gegen Konventionen aufbäumt, aber trotzdem wurde sie für mich erst auf den letzten Seiten so wirklich griffig. Im Grunde erst dann, als sie ihre Zeugenaussage vor Gericht machte, denn erst dann wurde klar, wo sie wirklich stand. Paula hätte die sympathischste Schwester werden können. Als „Sandwichschwester“ hat sie eindeutig so etwas wie eine Vermittlerrolle zwischen Gertrud und Katty. Sie geht so ein wenig den vorgezeichneten Weg und trotzdem ist nicht alles eitel Wonne, auch wenn sie dabei ihre humorvolle Art bewahren kann. Ihre Lebensgeschichte sondert sich ein wenig von den beiden anderen Schwestern ab, deren Leben sich doch schicksalshaft mehr verwebt hat. Paulas Leben bleibt nicht uninteressant, passte aber nicht wirklich in den eigentlichen Handlungsstrang hinein, sodass besonders im Mittelteil für mich sehr unklar war, wohin die Reise gehen soll. Katty war für mich die Schwester, die am skrupellosesten wirkte, was sie für mich nicht wirklich sehr sympathisch machte. Ohne Frage hatte sie auch ihre guten Seiten, aber an einigen Stellen hat mir vor ihrem Verhalten regelrecht gegruselt.

    Und dann gibt es noch Heinrich Hegmann, der „Schuld“ an Allem ist. Zugegeben war er wirklich ein sehr eigenartiger Charakter. Einerseits tritt er als der große Mann und Gutsverwalter auf, andererseits lässt er sich dann sehr von den gesellschaftlichen Normen herumkommandieren und stürzt sich liebestrunken in seine eigene Misere.

    Anna Gesthuysen schiebt immer eine andere der drei Schwestern ins Rampenlicht und macht so ihre Lebensgeschichten für den Leser zugänglich. Diese Art des Erzählens finde ich wirklich gut, weil zu Beginn das Ende in einer gewissen Weise schon verraten wird, aber erst im Laufe des Buches klar wird, wie es zu diesem Ende gekommen ist. Auch der Schreibstil ist klar und lässt sich gut lesen.

    An manchen Stellen war aber aus der Geschichte heraus für mich einiges unklar. Im Buch wird zu einem großen Teil der Zweite Weltkrieg geschildert, scheinbar ist dieser aber am Tellemannshof dann doch vorbeigegangen. Es war immer von den Alliierten die Rede, aber wie das Ganze dann tatsächlich ausging, war mehr eine Randnotiz. Und dass sich auf einem Gut wie dem Tellemannshof keine Flüchtlinge blicken ließen bzw. niemand kam, um um Essen zu betteln scheint doch eigenartig. Ja, es sind Kleinigkeiten und dadurch, dass eigentlich die Geschichte der Schwestern erzählt wurden, wären es eher unscheinbare Details gewesen, die aber mehr Authentizität in die Handlung gebracht hätten. Auch sonst wird sehr vieles kurz angerissen, aber nicht wirklich auserzählt. Es werden Themen eingeworfen, wie etwa der Antisemitismus in der Zwischenkriegszeit, die „Goldenen 20er Jahre“ oder wie sich die Republik nach dem zweiten Weltkrieg wieder auf die Beine gestellt hat, aber alles nur so nebenbei. Dabei wäre dafür wirklich Platz gewesen, da jede der drei Schwestern diese Themen hautnah erlebt hat. Es hatte also ein rundes, zeitgeschichtliches Buch werden können.

    Die Autorin beschreibt im Nachwort, dass sie das Leben ihrer drei Großtanten beschrieben hat. Sie meint, dass es keine wahre Geschichte ist, aber dass es durchaus wahre Elemente darin geben wird. Sie hat auch ihre Quellen preisgegeben und ich will ihr gar nicht absprechen, dass sie sehr viel Recherchearbeit betrieben hat, was das Leben der drei Schwestern angeht. Und trotzdem fehlte mir in der Geschichte der Funken an Emotionalität und in gewisser Weise auch der Rote Faden. Erst im letzten Drittel konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, was aber Gesamt gesehen, einfach zu wenig ist. 2,5 Sterne von mir…

    Kommentieren0
    69
    Teilen
    KarinFrankes avatar
    KarinFrankevor 2 Jahren
    was fürs Herz

    Katty, Gertrud und Paula sind Schwestern und haben sich versammelt, um Gertruds 100. Geburtstag zu feiern, drei starke Frauen, die trotz ihrer Verbundenheit immer noch das eine oder andere Geheimnis voreinander haben.

    Anne Gesthuysen verwebt in ihrem Roman geschickt Gegenwart und Vergangenheit und erzählt Geschichten, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen.

    Normalerweise sind Familiensagas nicht meins, aber diese Geschichte kann ich nur wärmstens weiterempfehlen.

    Die Frauen sind liebevoll gezeichnet und obwohl jede auch Eigenschaften besitzt, die sie in schlechterem Licht zeigen, überwiegt die Sympathie für jede der drei Schwestern. Man verfolgt interessiert die Höhen und Tiefen ihres Lebens.

    Ich bin eigentlich Krimi-Fan, muss aber gestehen dass mich dieses Buch ebenfalls gepackt hat und ich es nur zögernd aus der Hand legte. Es ist so lebendig erzählt, man erfährt so viele interessante Dinge aus früheren Zeiten (allein diese machend das Buch schon lesenswert), dass man am Ende fast traurig ist, die alten Damen nicht noch länger begleiten zu können.

    Eine eindeutige Leseempfehlung und damit 5 Sterne

     

    Kommentare: 2
    73
    Teilen
    sommerleses avatar
    sommerlesevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lesenswerte Familiengeschichte, die Einblick in gesellschaftliche Konventionen des letzten Jahrhunderts gibt!
    Unterhaltsame Zeitzeugengeschichte, die gesellschaftliche Konventionen des 20. Jahrhunderts zeigt

    Mit ihrem Roman "*Wir sind doch Schwestern*"  hat "*Anne Gesthuysen*" 2012 ihr Erstlingswerk geschrieben. Das Buch erscheint im "*Piper Verlag*".

    Gertrud wird 100. Das Geheimnis ihres langen Lebens: "Starker Kaffee ohne alles und jeden Tag um elf Uhr einen Schnaps." Mit ihren Schwestern Katty und Paula lädt sie zum großen Fest. So unterschiedlich die drei sind, haben sie doch vieles gemeinsam: Eigensinn, Humor und Temperament, das in diesen Tagen auch mal mit den alten Damen durchgeht; schließlich lauert hier auf dem Tellemannshof in jedem Winkel die Erinnerung ...


    Gertrud ist mit fast 100 die älteste der drei Schwestern, sieht noch gut, nur das Gehör lässt zu wünschen übrig.
    Paula kann kaum noch sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern. Und Nesthäkchen Katty möchte auch mit 84 Jahren Feste feiern, wie sie fallen.
     
    Allen drei Schwestern gemeinsam sind Eigensinn, Humor und eine angeborene Kreislaufschwäche, die mit exorbitant starkem Kaffee und gutem Schnaps bekämpft wird – so auch in diesen Tagen auf dem Tellemannshof, wo in jedem Winkel die Erinnerung lauert.
     
    Und so kommt es wie es kommen muss, bei den Festvorbereitungen für die Geburtstagsfeier holen die Erinnerungen die Schwestern ein.

    Es ist unterhaltsam wie die drei Frauen, die alle einen starken Willen und einen besonderen Humor haben, sich gegenseitig zwar lieben, aber doch immer wieder in Streitigkeiten verfallen.
    Die Vergangenheit ist zwar schon lange vorbei, aber noch lange nicht aufgearbeitet. Zu viele Schicksalsschläge und familiäre Bindungen und Vorkommnisse haben sich all die Jahrzehnte über aufgestaut und kommen ihnen jetzt auf dem Tellemannshof wieder in den Sinn. Das führt zu Streit, sind doch einige Dinge nie offen angesprochen worden und die klärenden Worte fanden nie statt. Es kommt mitten in den Geburtstagsvorbereitungen zu Konflikten, aber auch zu urkomischen Situationen.
     
    Dieser Roman ist eine lesenswerte Lektüre über die sozialen und politischen Aspekte des letzten Jahrhunderts. Außerdem verdeutlicht er mit welchen Alltagsproblemen die damalige Generation umzugehen hatte. 


    Der Erzählstil ist flüssig und sehr unterhaltsam. Anne Gesthuysen ist es gelungen, die gesellschaftlichen Konventionen darzustellen und in die Rahmenhandlung der Familiengeschichte einzubauen.


    Man erlebt die Zeit und ihre geltenden Normen, sieht Standesdünkel und Homosexualität, die damals noch strafbar war und erkennt wie die drei Frauen in ihrer Zeit gefangen waren. Obwohl man die Schwestern über einen langen Zeitraum begleitet, fehlt es mir an tieferen Einblicken in ihre Charaktere.


    Diese Geschichte zeigt das Leben, das Älterwerden und gibt durch Zeitzeugen einen Blick auf das vergangene Jahrhundert frei. Nicht mehr lange und dann werden auch diese Stimmen verstummen.
     

    Kommentieren0
    67
    Teilen
    Corsicanas avatar
    Corsicanavor 2 Jahren
    Eine Familiengeschichte vom Niederrhein

    Dieses Buch hat alles, was zu einem richtig guten Schmöker gehört. Interessante Protagonisten, tragische und schöne Geschichten und einen spannenden Aufbau durch abwechselnde Zeit-Ebenen.

    Ein Buch, um es hintereinander weg zu lesen.

    Wie der Titel schon sagt, geht es um drei Schwestern. 
    Gertrud ist die Älteste, sie wird in Kürze 100 Jahre alt. Und dies soll gebührend gefeiert werden. Organisieren wird dieses Fest ihre jüngere Schwester Katty, diese ist "erst" 84 und war ihr Leben lang eine begnadete Feier-Organisatorin (heute würde man wohl "Event-Managerin sagen). Die dritte Schwester, Paula, reist auch an. Sie ist kaum jünger als Gertrud, nämlich 98 Jahre alt. Stattfinden wird alles auf einem Hof am Niederrhein. Und dieser Hof spielt eine besondere Rolle in der Geschichte.

    Kurz bevor die Schwestern anreisen, findet Katty in einem Geheimfach in einem Schrank einen Aktenordner mit einem alten Gerichtsfall, der damals eine peinliche Sensation am Niederrhein war. Katty war in diesen Fall verwickelt - und auch ihre Schwestern können sich noch gut an diesen Fall erinnern. Und sie kommen ins Grübeln und überlegen, ob es nicht so langsam an der Zeit wäre, das "Nicht-Darüber-Reden" (was am Niederrhein wohl sehr beliebt ist) zu beenden und endlich reinen Tisch zu machen.
    Und so wird abwechselnd von den Geburtstags-Vorbereitungen und von den damaligen Geschehnissen berichtet, die im Gerichtsfall ihren Höhepunkt fanden. Daraus entwickelt sich die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts und die Geschichte eines Bauernguts am Niederrhein. Es gibt Familienstreitigkeiten, glückliche und unglückliche Ehen, aus Standesdenken oder sonstigen Gründen verhinderte Liebesbeziehungen, Gefängnisstrafen aufgrund des Paragraphen 175 (Homosexualität), die politische Entwicklung zu Beginn der Bundesrepublik, Krieg und Frieden. Ein packendes Zeitdokument in Romanform.

    Die Autorin hat den oben erwähnten Aktenordnerwohl in ihrer Familie entdeckt, die drei Schwestern waren ihre Großtanten. Auf dieser Grundlage wurde ein Roman geschrieben, der zwar fiktiv ist, jedoch die Zeit und deren Bedingungen sehr schön aufzeigt. Interessant sind hier vor allem auch die (für die damalige Zeit) schon sehr gut ausgebildeten und eigenständigen Frauenpersönlichkeiten.

    Für mich war das Buch ein richtiger Lese-Genuss!  

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    Aoibheanns avatar
    Aoibheannvor 2 Jahren
    Anne Gesthuysen - Wir sind doch Schwestern

    Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen regelrecht verschlungen. Die Geschichte der drei Schwestern hat mich sehr gefesselt und auch bewegt.
    Die wechselnde Erzählweise zwischen Erinnerungen an vergangene Zeiten und dem aktuellen Geschehen empfand ich als sehr gelungen umgesetzt. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die "Weltgeschichte", die alle drei zweifelsohne miterlebt haben, etwas zu kurz abgehandelt wird. Das hätte für meinen Geschmack ein wenig mehr ausgebaut werden dürfen. Aber wahrscheinlich würde es dann den Rahmen der Erzählung sprengen und eventuell ins langweilige abkippen - denn 100 Jahre Leben kompakt zu Papier zu bringen, nichts auszulassen und dazu noch die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen, ist für einen Autor sicher keine leichte Aufgabe. Von daher ist das aus meiner Sicht auch nur ein Minipunkt zu bemängeln.

    Mir hat gefallen, dass die Autorin die drei Frauen nicht nostalgisch weichgezeichnet hat, nicht immer eine Friede- Freude-Eierkuchen-Stimmung herrscht. Denn allzu leicht hätte es auch eine "Früher war alles besser"-Geschichte werden können.

    Ich habe mich während des Lesenmich oft an Erzählungen meiner Oma und Uroma erinnern müssen und dadurch noch wieder einen anderen Zugang zu dem Buch bekommen.
    Besonders berührt hat mich der kurze Epilog. Natürlich, die Hauptperson feiert ihren 100. Geburtstag, ein Happy End ist bei so einem Buch nur bedingt zu erwarten. Aber die kurze und einfühlsame Schilderung, wie weit der Lebensweg der Schwestern auf dieser Welt noch voranschreitet, hat mir quasi eine Ganzkörpergänsehaut beschert.
    Ich vergebe von Herzen gerne 5 Sterne.

    Kommentieren0
    4
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    DieBuchkolumnistins avatar
    Drei Schwestern, drei Leben, drei Lieben – und das Porträt eines ganzen Jahrhunderts. Anne Gesthuysen hat ein mitreißendes Buch über ihre faszinierenden Großtanten geschrieben, die zusammen 298 Jahre alt geworden sind:

    Katty, Paula und Gertrud treffen sich zu Gertruds 100. Geburtstag. Sie wollen ihre Zukunft planen, doch vorher müssen sie ihre Vergangenheit klären. Gertrud hat noch gute Augen, aber hören kann und will sie nicht. Paula kann kaum noch sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern. Und Katty, das Nesthäkchen, will auch mit 84 Jahren Feste feiern, wie sie fallen, so wie damals, als sie schon meisterhaft beherrschte, was man viel später erst PR nannte. Allen gemeinsam sind Eigensinn, Humor und eine angeborene Kreislaufschwäche, die mit exorbitant starkem Kaffee und gutem Schnaps bekämpft wird – so auch in diesen Tagen auf dem Tellemannshof, wo in jedem Winkel die Erinnerung lauert … (Leseprobe)


    Eindringlich verwebt Anne Gesthuysen in ihrem Roman Gegenwart und Vergangenheit und entfacht dabei ein Feuerwerk von Geschichten, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen. Sie erzählt von Katty, der charmanten Strippenzieherin mit ihrer Verehrung für Adenauer und ihrer Liebe zu einem charismatischen Großbauern, von Gertruds schicksalhafter Verlobung und dem Spion, den sie versteckte. Von Paula, die ihren Mann an Männer verlor und stets die Lebenslust bewahrte. Vom Tausch eines Huhns gegen einen Rembrandt, von einem Leumundsprozess, der den ganzen Niederrhein in Atem hielt, und von drei starken Frauen mit dem Mut zur Eigenständigkeit. Große Lebensgeschichten mischen sich mit wunderbaren Anekdoten, das Weltgeschehen mit dem Leben am Niederrhein. Ein unwiderstehliches Buch: so komisch wie berührend, so liebevoll wie wahrhaftig.

    25 Testleser suchen wir zusammen mit dem Verlag Kiepenheuer und Witsch für den ersten autobiografischen Roman der Journalistin Anne Gesthuysen "Wir sind doch Schwestern". Hast Du Lust mitzulesen, zu diskutieren und eine Rezension über das Buch zu schreiben? Dann bewirb Dich einfach bis einschl. 14.11.2012 mit einem Kommentar darüber, was Dir Deine Familie bedeutet!

    Anne Gesthuysen ist 1969 am unteren Niederrhein in dem kleinen Dorf Veen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur ging sie in die Großstadt. Doch vieles ist dem Landei bis heute fremd geblieben. Sie kann Ochse und Stier selbstverständlich unterscheiden, aber der Unterschied zwischen S-Bahn und Straßenbahn ist ihr nach wie vor ein Rätsel.
    Anne Gesthuysen hat Journalistik und Romanistik studiert. Seit 1987 arbeitet sie als Reporterin und Autorin von Dokumentationen für diverse Fernsehsender. Zwischendurch machte sie einen Abstecher zum französischen Radio. Seit 15 Jahren steht sie auch vor der Kamera, die bisher längste Zeit für das ARD-Morgenmagazin, das sie seit 2004 moderiert. Sie lebt mit Mann und Kind in Köln.
    AennAs avatar
    Letzter Beitrag von  AennAvor 6 Jahren
    Hier findet Ihr nun endlich auch meine Rezension: http://www.lovelybooks.de/autor/Anne-Gesthuysen/Wir-sind-doch-Schwestern-972377550-w/rezension-1024681537/ Leider konnte ich, aus nicht vorhersehbaren Gründen, nicht mehr zeitnah mitlesen und mich deshalb auch nicht so rege an der Runde beteiligen... Das ist mir sehr unangenehm und ich bitte um Entschuldigung... Dennoch geht mein herzlicher Dank an Lovelybooks und den Kiwi-Verlag.
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks