Anne Goldmann Lichtschacht

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Inhaltsangabe zu „Lichtschacht“ von Anne Goldmann

Lena ist neu in der Stadt. Sie schlägt sich mit allerlei Jobs durch und genießt das Privileg, die schöne Dachgeschosswohnung einer weltreisenden Freundin für sich zu haben. Eines Abends gönnt sie sich nach getaner Arbeit ein, zwei Gläschen Wein und einen Joint. Entspannt sich. Beobachtet müßig drei Leute, die auf dem Dach eines nahen Hauses sitzen und offenbar etwas feiern. Plötzlich sind es nur noch zwei: ein Mann, eine Frau. Wo ist die Dritte hin? Hat Lena soeben ein Verbrechen beobachtet, oder geht ihre Phantasie jetzt mit ihr durch? Das Ereignis lässt sie nicht mehr los. Sie ist fast sicher, dass da vor ihren Augen etwas Schlimmes geschehen ist. Doch an die Polizei mag sie sich nicht wenden – zum einen hat sie keinerlei Beweis, zum anderen war sie selber in berauschtem Zustand. Freunde oder Vertraute hat sie hier noch nicht. Ihr bleibt nur, selbst ein paar Nachforschungen anzustellen, die jedoch nichts erbringen. Falscher Alarm also? Nach ein paar Tagen fällt ihr auf, dass über dem fraglichen Dach ständig Vögel kreisen … Die Meisterin des leisen Unbehagens erzählt die Geschichte einer ortlosen jungen Frau und entwickelt eine kriminalistische Parabel über Manipulation, Initiative und das Ergreifen von Gelegenheiten.

Der Schreibstil ist schön, aber es wird so langatmig erzählt... Für Geduldige empfehlenswert.

— Ira
Ira

Schön "alltäglich" geschrieben, Handlung ist sehr wahrscheinlich und trotzdem spannend!!!

— JayMins
JayMins

"Lichtschacht" ist ein raffinierter Krimi, der von einer unheimlichen und durchgehenden Spannung gespeist wird.

— DunklesSchaf
DunklesSchaf

Gute Idee, hätte man etwas mehr draus machen können. Trotzdem spannend und flüssig wegzulesen.

— Snordbruch
Snordbruch

Sehr sehr spannend & atmosphärisch!!

— Vilja2013
Vilja2013

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  • Rotkäppchen in der Großstadt

    Lichtschacht
    guybrush

    guybrush

    13. July 2015 um 14:59

    Eine moderne Version von Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“. Darüber hinaus ein gelungenes Portrait der Einsamkeit und Heimatlosigkeit in der anonymen Großstadt.  „Weißt Du Lena, was mir am meisten wehtut? Dass sie so lange dalag. Dass sie niemandem gefehlt hat. Sie muss doch Freunde gehabt haben!“ Dank der psychologischen Auslotung der Charaktere und der raffiniert geklöppelten Story, funktioniert der Plot zu 100%. Ein bisschen „Rotkäppchen“ hat sich auch reingemogelt. Nur weiß man bis zum Schluss nicht, wer den Part des „Bösen Wolfes“ gibt. Und auch wenn man es irgendwie geahnt hat, trifft einen die Auflösung doch wie ein Schlag ins Gesicht. Was mich gestört hat, war die eindimensionale Sprache. Wahrscheinlich wärs mir ohne die österreichischen Ausdrücke nicht so sehr aufgestoßen. Aber wenn zum 10. Mal die Zigarette ausgedämpft wird, frage ich mich erstens „wen interessierts“ und zweitens, „hätte man es nicht auch zur Abwechslung mal anders formulieren können“. Die Protagonistin ist ständig am „pfauchen“ (ja, das schreibt man im Österreichischen wirklich so). Aber auch dafür hätte hie und da eventuell ein Synonym gefunden werden können. Außerdem (und das ist jetzt wirklich nur eine ganz persönliche Befindlichkeit) kann ich diese jungen Erwachsenen, bei denen die Pubertät bis in die 30er geht, nicht mehr ertragen. Somit hatte ich leider mit den meisten Figuren in „Lichtschacht“ ein klitzekleines Akzeptanzproblem. Trotzdem ein gutes Buch in dem die Spannung zwar unterschwellig, aber immer präsent ist und das sich wohltuend vom Mainstream abhebt.  „Das Einzige, was die Österreicher und Deutschen trennt, ist die deutsche Sprache.“ Deshalb gibts am Schluss des Buches ein Glossar, das jedem klar macht, dass das o.g. Zitat von Karl Kraus seine Berechtigung hat.

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  • Einfach raffiniert: Lichtschacht - Anne Goldmann

    Lichtschacht
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    14. June 2015 um 22:30

    Lena zieht nach Wien, in die Wohnung einer Freundin, die verreist ist. Sie hat nicht viel Geld und versucht sich mit einem Teilzeitjob und Urlaubsvertretungen über Wasser zu halten. Am ersten einigermaßen lauwarmen Abend des Jahres gönnt sie sich einen Joint auf der Terrasse und sieht drei Fremde auf dem Hausdach gegenüber feiernd auf dem Dach. Als sie wegblickt und nach Sekunden wieder hinblickt, ist eine der Frauen verschwunden. Wo ist die Frau hin? Einfach nur weggegangen oder ist sie vom Dach gefallen? Jetzt gäbe es bestimmt viele Krimiheldinnen, die sofort in Aktionen treten würden – welcher Art auch immer – doch Lena ist hier eher zurückhaltend. Zum einen ist sie sich nicht sicher, ob tatsächlich etwas passiert ist. Fragt sich, ob es nicht der Wirkung des Joints geschuldet ist oder ob die Frau wirklich nur einfach wieder ins Haus gegangen ist. Zum anderen ist da die Reaktion der beiden anderen auf dem Dach. Es herrscht keine Hektik, keine Panik. Die beiden sind ruhig, ruhiger als vorher mit der anderen Frau zusammen, aber eben nur ruhig. Keine Aktion, als ob gerade jemand abgestürzt wäre. Lena ist sich unsicher und dies zieht sich durch das ganze Buch. Es gibt von ihrer Seite immer wieder Vorstöße, doch sind diese vorsichtig, abwägend. Sie kann die Beobachtung nicht aus ihren Gedanken verbannen und es gibt auch immer wieder Kleinigkeiten, die ihr auffallen. Manche Dinge geht sie gezielt an, doch letztendlich kann sie sich nie sicher sein, ob wirklich etwas geschehen ist. Nebenbei passieren Lena viele gute Dinge: sie verliebt sich, ihr Teilzeitjob wird auf einen Vollzeitjob ausgeweitet, ihre finanzielle Situation verbessert sich, sie findet Freunde. Und doch nagt beharrlich der Abend an ihr, an dem sie das Geschehen auf dem Dach beobachtet hat. Die Geschichte hört sich einfach an und doch gelingt es der Autorin,  hier nie das Gefühl von Langeweile aufkommen zu lassen, sondern sie kreiert ein unterschwelliges, immens spannendes Krimi-Paradestück, welches einen Großteil der Zeit ganz ohne Leiche zubringt. Neben Lenas Gedanken und Erlebnissen, bekommt man auch immer wieder Einblick in die des Täters, der dem Leser aber nicht namentlich genannt wird. Die Aktionen des Täters werden zunehmend gezielter und mörderischer, nicht nur als die zweite Frau auf dem Dach mit Zweifeln bestückt die Polizei aufsuchen will, sondern auch Lena ihm näher rückt. Die Autorin präsentiert einige Kandidaten in Lenas Leben, die als Täter in Frage kommen und irgendwann hat man auch einen konkreten Verdacht, doch das nimmt dem Krimi nicht die Spannung. Es geht gar nicht darum, wer der Täter ist, sondern darum, dass Lena sich im Spannungsfeld um den Täter aufhält und es selbst zwar ahnt, aber nicht weiß, wer es ist. Die Spannung ist fast greifbar und Lena immer mehr verunsichert, aber trotzdem hartnäckig.  Der Weg dorthin ist das Erlebnis, nicht die Lösung des Falls. Fazit: "Lichtschacht" ist ein raffinierter Krimi, der von einer unheimlichen und durchgehenden Spannung gespeist wird. Unspektakulär, aber überzeugend - das Buch hat mich in seinen Bann gezogen. Eine absolute Leseempfehlung!

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