Anne Golon Angélique - In den Gassen von Paris

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Inhaltsangabe zu „Angélique - In den Gassen von Paris“ von Anne Golon

Nachdem ihr Mann als Ketzer verbrannt wurde, ist die schöne Angélique auf sich allein gestellt. Sie lebt nun auf den Straßen von Paris, und Nicolas Calembredaine, der Anführer einer Bettlerbande, ist zu ihrem Gebieter geworden. Ihm gehört ihr Körper, aber nicht ihr Herz. Unter großen Opfern gelingt es Angélique, ihre Kinder zu sich zu holen und deren Leben so zu gestalten, dass sie nicht mehr hungern oder frieren müssen. Dabei muss die junge Frau unentwegt ihren Mann stehen. Aber nicht allen Gefahren kann man nur mit Mut und Tapferkeit entgegentreten. (Quelle:'Flexibler Einband/16.01.2012')
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    Angélique - In den Gassen von Paris

    Principessa97

    10. February 2015 um 17:16

     Angelique ist eine historische Romanserie. Ich habe den sechsen Band Angelique in den Gassen von Paris gelesen, ohne die Vorgänger zu kennen, aber das hat mich keineswegs gestört. Ich finde, dass man die Bücher ruhig als Einzelbände betrachten kann. Am Anfang hat es mich natürlich etwas verwirrt, weil ich einfach ins kalte Wasser geschmissen wurde und rein gar nichts darüber wusste, wie Angelique in dieses Leben hinein geschlittert war. Die ist die Geliebte von Nicolas Calembredaine, den sie noch aus Kindheitstagen kennt. Sie liebt ihn nicht, aber er bietet ihr Schutz vor den Gaunern, Bettlern und keiner wagt es sie anzurühren. Nur so kann sie in den Gassen von Paris bei den Dieben und Mördern überleben. Später holt sie ihre Kinder, die sie auf dem Land zurücklassen musste von ihrem toten Ehemann zurück und schafft es Calembredaine zu überreden, sie großzuziehen. Später wandelt sich die Handlung plötzlich und durch einen Überfall auf einem Jahrmarkt gerät plötzlich die gesamte Bettlerbande aus den Fugen. Angelique kommt bei einem Wirtshaus unter und meistert sich zu einer geliebten Wirtin, während sie energisch dem alkoholisiertem Witwer unter die Arme greift und das Wirtshaus Zum kecken Hahn in Paris Berühmtheit erlangt, indem auch die feinen Gäste absteigen. Und gerade als es spannend wird und sie auf einen alten Freund trifft, der wie der Wind sie im Heu auf einem Kahn vor mehreren Jahren entdeckte, flammt eine ungeahnte Leidenschaft auf und das Buch endet mit den Worten "Komme wieder." Ich war ganz enttäuscht als ich die Seite umschlug und feststellen musste, dass das Buch zu Ende war. Somit ist es leider ein offenes Ende, was natürlich auf den nächsten Teil aufbauen soll. Angelique war mir am Anfang überhaupt nicht sympathisch. Sie ist ziemlich kühl, weigert sich zu sprechen und wirkt wie ein kleines zartes Püppchen. Aber im laufe des Romans legt sie einen deutlichen Entwicklungsschub hin. In Verantwortung für ihre Kinder ein gutes Leben zu schaffen, indem sie nie mehr hungern leiden und frieren müssen, greift sie ihr Leben selbst in die Hand und kapselt sich von den Männern ab. Sie wird selbstbewusst und weiß genau was sie will. Natürlich stößt sie damit auf Unverständnis. Vor allem Audinger, der ihr den Hof macht, möchte sie mehr züchtigen, aber gleichzeitig ist er auch von ihrer Willensstärke und Autorität beeindruckt. Angelique kann sehr gut kochen, verfeinert Soßen mit einem Klecks Honig und fügt Käse frischen Kräutern hinzu, ist nicht auf den Mund gefallen und was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat, das versucht sie auch mit allen Mitteln in die Tat umzusetzen. Sie versteht sich aus ihrer Vergangenheit als höfische Dame, der Goldbrokat sehr gut steht und die mit der höfischen Welt verschmilzt, aber an anderer Stelle kann sie auch barbarisch und derb in der Gaunersprache fluchen und Anweisungen erteilen. Ihr Leben ist so vielfältig und immer wieder blitzen Bruchstücke aus ihrem alten Leben hervor, sodass ich am liebsten die Reihe jetzt gern ganz von vorn lesen würde. Nicolas Calembredaine ist grausam und brutal, aber er liebt die Marquise der Engel, wie Angelique auch genannt wurde, über alles und würde alles für sie tun. Ich fand ihn als Herr der Bettler und Diebe echt toll und konnte gar nicht verstehen warum Angelique ihn nicht liebt. Er hatte etwas sehr faszinierendes an sich und ich hoffe ja, dass er in den Folgebänden noch mal auf's Tapet kommt und nicht nur eine kurze Episode ihres Lebens bleibt. Audinger war für mich ein sehr aufdringlicher Kerl, der definitiv noch an seinem Charme spielen muss und da einiges vom Hungerharken, ihren letzten Liebhaber, lernen kann. David fand ich sehr niedlich. Er ist der Neffe des Wirts, ein junger Bursche und unsterblich in Angelique verliebt, obwohl sie doch viel zu alt für ihn ist und auch die anderen Kinder wie Florimond, Flipot und viele weitere wie die Mädels Rosine und Baebe fand ich ausdrucksstark ihrem Charakterbild treu. Dieser historische Roman hat mir wirklich gut gefallen. Obwohl ich mich mit dem Anfang schwer getan habe, habe ich mich zum Ende hin immer mehr in das Paris hineingelebt, von den damaligen Gepflogenheiten, die Rolle von Mann und Frau und wie die Zeit im generellen in ihrer Entwicklung war. Es schockierte mich über grausame Kinderhändler zu lesen, über die Grausamkeit dass Weiber sich oftmals nur mit ihrem Körper etwas ausrichten können, aber auch schöne Sachen wie die Einführung des exotischen Getränks Schokolade, welches sehr skeptisch aufgenommen wurde. Anne Golon betrachtet alle Gesellschaftsschichten in allen möglichen Konventionen, über Kinder, kleine Diebe, Polizisten, Gefängniswärter, Geistliche und Zigeuner, sodass ich ein wirklich detailgetreues Abbild von Paris in meinem Kopf hatte. Der Schreibstil war angenehm zu lesen. Anne Golon bringt gewitzte Dialoge mit lustigen Schlagabtauschen unter, genau wie poetisches Liebesgeflüster und detaillierte Kleidungsbeschreibungen. Fazit: Angelique ist eine wundervolle Romanreihe die ganz zauberhaft das historische Paris widerspiegelt. Allerdings würde ich es empfehlen die Reihe von Anfang an zu lesen, obwohl ich mittendrin auch sehr viel mitbekommen und meinen Spaß beim Lesen hatte. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Charaktere gewinnen im Laufe des Romans eine liebevolle Plastizität - alle sin allem. Sehr schön.  

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