Anne Holt Schattenkind

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Inhaltsangabe zu „Schattenkind“ von Anne Holt

Am Nachmittag des 22. Juli 2011 stirbt in Oslo ein 8-jähriger Junge. Was zunächst wie ein Unfall wirkt, entpuppt sich unerwartet als Mord – und die Ermittlungen der Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik werden zu einem emotionalen Drahtseilakt. Denn sie ist mit der Mutter des Kindes befreundet. Und der 22. Juli ist nicht irgendein Tag in Norwegen, es ist der Tag des Massakers von Utøya.

Bis zur letzten Seite spannend mit überraschendem Ende

— meppe76

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— makama

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  • Wenig gelungener Krimi mit schwierigem Grundthema

    Schattenkind

    Stephanus

    04. December 2017 um 17:22

    Am gleichen Tag, als Norwegen die Anschläge von Utoya erschüttern, stirbt in einer wohlhabenden Gegend der achtjährige Junge Sander, angeblich durch einen Sturz von einer Leiter. Die Kriminalpsychologin Inger Vik, eine Freundin der Familie Sanders wird in den Fall hineingezogen und beginnt zu ermitteln. Jon, Sanders Vater, wird des Kindesmissbrauchs verdächtigt, während Ellen, seine Frau, ein dunkles Geheimnis hütet. Zwischen den nationalen Trauerereignissen von Utoya gerät der Fall zur Nebensache für die Polizei, doch Inger Vik erkennt und ermittelt den wahren Schuldigen an Sanders Tod. In einem überraschenden Finale gelangt sie schließlich zur Lösung des Falles, kann dies jedoch nicht mehr weitergeben, da sie selbst durch einen Unfall stirbt. Sprachlich und stilistisch gelingt die Verwebung der Geschichte einer Kindstötung, mit dem nationalen Träume Norwegens durch den Anschlag in Utoya, bei dem hundert Jugendliche und Kinder getötet wurden. Eine solche Mischung aus diesen Themen ist bereits schwierig und dazu noch für einen Krimi. Es gelingt aber sogar eine gewisse Krimi-Spannung. Oft geht diese aber verloren und die Handlung windet sich seltsam zwischen den Ereignissen. Gut gelungen fand ich nur das Ende. Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen, wegen der düsteren Grundstimmung, der seltsam gewundenen Handlung und der fehlenden Krimi-Spannung. Daher für mich keine Empfehlung

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  • Kindesmisshandlung - ein Thema auch in gut situierten Familien

    Schattenkind

    meppe76

    26. July 2017 um 14:11

    Am 22. Juli 2011 stürzt in Oslo ein 8-jähriger Junge von einer Leiter und stirbt. Die Eltern sind verzweifelt, fühlen sich schuldig an seinem Tod. Sie haben nicht aufgepasst. Es sieht zunächst so aus, als ob die Ermittlungen schnell eingestellt würden, denn alle verfügbaren Kräfte bei der Polizei werden gebraucht, um eine Katastrophe aufzuklären, die sich am selben Tag in Oslo ereignet hat: das Massaker auf der Halbinsel Utøya und die Anschläge in Oslo. Nur der junge, unerfahrene Polizist Henrik Holme entdeckt etliche nicht stimmige Details, verbeißt sich in den Fall und stellt weiter kritische Fragen. Und auch die Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik wird ungewollt in den Fall hineingezogen, als sie als Freundin der Familie um Hilfe gebeten wird.  Es geht um den 8-jährigen Sander, der schon in der Vergangenheit immer wieder kleinere Unfälle mit diversen Verletzungen hatte, die aber alle mit seiner ADHS Diagnose in Zusammenhang gebracht wurden. Und jetzt ist Sander ist beim Sturz von einer Leiter zu Tode gekommen. Schritt für Schritt nähern sich der Polizist und die Kriminalpsychologin auf getrennten Wegen den Ereignissen in der Familie an und sind bald überzeugt, dass Sanders Tod kein Unfall war. Die Frage bleibt, wer ihn getötet hat. Der Vater? Der gute Freund der Familie? Die Mutter? Oder eine ganz andere Person aus seinem familiären Umfeld? Oder war es am Ende doch ein tragischer Unglücksfall? Die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend und endet mit einer Überraschung. Das Thema Kindesmisshandlung ist zwischen den Zeilen durchgängig präsent, ohne dass die Autorin konkret wird. Es gibt Andeutungen und Hinweise, die vage bleiben, aber ausreichen, um dem Leser das Leid des Jungen vor Augen zu führen. Bedrückend für mich war die Erkenntnis, wie schnell doch der Tod des Jungen als Unfall zu den Akten gelegt werden wäre und wie schnell sich Ermittlungsbehörden zufrieden gegeben hätten. Eine gut situierte Familie, sich sorgende Eltern, ein intaktes Umfeld… das reicht wahrscheinlich, um Kindesmisshandlung (vor)schnell auszuschließen. Wer die Krimis von Anne Holt und deren eher nüchterne Sprache mag, dem gefällt auch dieses Buch. Für mich absolut lesenswert und bis zur letzten Zeile spannend. Der Schluss hat mich allerdings überrascht, ratlos und ein bisschen unwillig zurück gelassen. Deshalb auch nur vier statt fünf Sterne.

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  • tragischer Unfall oder Mord?

    Schattenkind

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. January 2016 um 14:32

    (Klappentext) Am Nachmittag des 22. Juli 2011 stirbt in Oslo ein 8-jähriger Junge. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich unerwartet als Mord - und die Ermittlungen der Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik werden zu einem emotionalen Drahtseilakt. Denn sie ist allzu eng mit der Mutter des Kindes befreundet. Und der 22. Juli ist nicht irgendein Tag in Norwegen, es ist der Tag des Massakers von Utoya. Meinung / Fazit:  In das Massaker von Utoya hat die Autorin die fiktive Geschichte des 8-jährigen Sander eingewebt. Schon zu Beginn hatte ich Zweifel: war es wirklich ein Unglück oder war es Mord, bei dem Sander sein Leben ließ. Die Eltern verzweifelt, die Polizei mit dem Massaker völlig ausgelastet, wurde der junge und unerfahrene Polizist Hendrik Holme mit dem Fall beauftragt. Gewissenhaft und teilweise auch sehr verbissen recherchierte er in alle Richtungen. Schnell schloss er ein Unglück aus und sein Hauptverdacht fiel auf die Eltern, insbesondere auf den Vater Jon Mohr. Holme kontaktierte auch die Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik, die mit dem Ehepaar Mohr befreundet ist und der auch langsam Zweifel an einem Unglücksfall kommen. Der Schreibstil ist klar und ohne Firlefanz, die Atmosphären gut eingefangen und dargestellt. Ein Kriminalroman, spannend geschrieben und mit einem Ende, welches so nicht vorhersehbar war.

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  • genauso ersschreckend wie spannend

    Schattenkind

    robbylesegern

    09. January 2016 um 21:36

    " Schattenkind " ist ein Buch, das sich eines sehr prekären Themas annimmt, wie es bei der Autorin ja oft der Fall ist, hier ist es Kindesmissbrauch. Ein Thema , dass immer wieder in den Medien auftaucht und doch so oft übersehen wird. Am 22 Juli 2011 hat Norwegen seine Unschuld verloren. Ein psychisch kranker Täter rechtsradikalen Ursprungs veranstaltete das Massaker von Utoya, dem viele junge Norweger zum Opfer fielen. Da fällt der Unfall eines achtjährigen Jungen, der von der Leiter fiel nicht ins Gewicht. Doch einem jungen Polizisten geht dieser Unfall nicht aus dem Kopf und er recherchiert. Inger Johanne Vik, eine Freundin der Mutter des toten Sander, wird in den Fall mit hineingezogen. Von Anfang an liegt ein dunkler Grundton über der Geschichte, denn den 22. Juli 2011 wird kein Norweger vergessen. Der Tag des Massaker, das viele junge Norweger tötete. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass keiner dem 2 Unfall des 8 jährigen Sander nachgeht. Das Massaker hatte nationale Priorität. Anne Holt baut ihren psychologisch ausgefeilten Roman geschickt um dieses Ereignis herum auf , sodass der Fortgang dieser Sache auch durchaus glaubhaft ist. Mit viel Geschick für das Wesentliche und eine gute Beschreibung der Figuren rundet die Autorin diese Geschichte ab, wodurch die die Brisanz dieses Themas noch verstärkt wird. Kindesmissbrauch ist immer noch ein Thema was bagatellisiert wird, wo man wegschaut. Dadurch dass in diesem das Attentat im Vordergrund steht , wird der Fall eines Einzelnen auch bagatellisiert. Was ich sehr gut an diesem Buch fand war, dass die Misshandlungen nicht expliziert beschrieben wurden. Ich glaube , dann hätte ich das Buch auch weggelegt. An Tragik und Intensität hat es diesem Buch aber nicht gefehlt , da man seiner eigenen Fantasie da auch vertrauen kann. Geschickt legt die Autorin falsche Fährten und wartet mit einem Ende auf, dass ich so nicht erwartet hätte. Absolut empfehlenswerter Krimi !!!!

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  • Im Schatten von Utöya

    Schattenkind

    Günter-ChristianMöller

    Am Tag des Massakers von Utöya stirbt in Oslo ein achtjähriger Junge. Die traumatisierten Eltern sprechen von einem Unfall, als die Mutter die Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik um Hilfe bittet. Es fällt ihr schwer, die Rolle als Freundin der Familie zu spielen, denn der junge ermittelnde Polizeibeamte stellt zu viele kritische Fragen zu einigen merkwürdigen Indizien dieses Unfalls. Auch das Verhalten der ihn kontrollierenden Staatsanwaltschaft geht ihm gegen den Strich. Ein Buch mit einigen vielschichtigen Charakteren, die mit ihrem undurchsichtigen Verhalten viel Spannung aufbauen. Eine stille manchmal bedrückende Melancholie zieht sich durch die Erzählung. Doch diese Atmosphäre steigert die Spannung eher noch, weil sie die Entscheidungen der Akteure noch unvorhersehbarer machen. Es sind die Charaktere, die die Autorin exzellent zeichnet und trifft, die das Buch aus dem großen Reservoir der Kriminalromane herausragen läßt. Fast alle Akteure wirken verletztlich oder gar zerbrechlich, selbst wenn sie scheinbar vor Kraft strotzen und man glaubt, nichts könnte sie aus der Bahn werfen. So hält das Buch viele Überraschungen für den Leser parat, mit denen man kaum glaubt rechnen zu müssen. In meiner Kindheit hatte ich nie das Vergnügen mit Feuerwehrautos zu spielen. Jetzt weiß ich, warum mir meine Eltern dieses Spielzeug vorenthalten haben. Rote funktionsfähige Feuerwehrautos können großes Unglück über Leib und Leben von Erwachsenen bringen. Vielleicht liegt es an der langen Leiter drauf? Die Dinger sind ja selbst im liegenden Zustand höllisch gefährlich. Insgesamt kann ich für dieses Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben.

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  • Tod eines Kindes

    Schattenkind

    makama

    02. April 2015 um 19:41

    Der 8 jährige Sander ist tot, er ist in einer Osloer Wohnung von einer hohen Leiter gestürzt, ausgerechnet am 22 Juli 2011, das ist derTag des Massakers von Utoya.... Die Eltern sind recht wohlhabend und hatten an diesem Sommertag ein großes Fest geplant. Die Polizeipsychologin Inger Johanne Vik ist in den Fall involviert .... doch ist kann sie weiklich neutral sein. Sie ist schon seit ihrer Kindheit mit der Mutter befreundet. Während die Polizei mit den grausamen Massakers von Utoya beschäftigt ist, hat Inger Johanne nur einen jungen Polizeiassistenten zur Seite, der sie zwingt an das Unfassbare zu denken. Bei en Ermittlungen kommt heraus, das der sehr lebhafte Junge immer wieder unerklärliche Verletzungen hatte. Er hatte ADHS und die Eltern hatten große Probleme ihm. War es wirklich ein Unfall oder haben die Eltern schuld an diesem Geschehen? Anne Holt schafft es das Thema Kindesmisshandlung in eine spannende und komplexe Story zu packen. Allerdings waren mir die Protagonisten alle nicht wirklich sonderlich sympathisch. Von mir gibt es 4 Sterne

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  • 2 Tragödien an einem Tag

    Schattenkind

    Kerstin_KeJasBlog

    16. December 2014 um 21:40

    "Nicht", sagte die Mutter fast unhörbar."Nicht.Nicht.Nicht." Zur Story: Die Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik findet im Wohnzimmer einer entfernten Bekannten eben diese Mutter, in ihren Armen der 8 jährige Sohn Sander, Sander ist tot und Mutter wie Vater Jon stehen unter Schock.  Aufgrund ihrer persönlichen Beziehung zu den Eltern versucht Inger behutsam nachzuvollziehen was geschehen ist. Hatte Sander einen Unfall oder war es Mord? Der junge Polizist Henrik Holme, der mit den Ermittlungen betraut ist, recherchiert im Umfeld der Familie und kommt einer furchtbaren Tragödie auf die Spur, doch letztendlich löst Inger den Fall. Zeitgleich geschieht das Massaker auf der Insel Utøya, bei der 77 Menschen starben, die meisten davon noch Kinder und Jugendliche, nur ein Randthema dieses Buches, das ob seiner Unfassbarkeit eigentlich viel zu kurz kommt. Aber dadurch sind alle Kräfte der Polizei im Einsatz, so auch Ingers Ehemann Kommissar Yngvar Stubø. Meine Eindrücke und Meinung :  Ein Kind mit ADHS wie Sander, scheinbar behütet in seiner Familie wird ein Opfer von Versagensängsten, wegschauen und Überforderung. Die Geschichte ist intelligent aufgebaut, die üblichen Verdächtigen schnell aber nur scheinbar ausgemacht. Pornografische Dateien auf dem Computer des Vaters, ein seltsamer Familienfreund, eine Großmutter mit schlechtem Verhältnis zur Schwiegertochter.  Dann auch die Abschnitte um Inger, die mehr mit sich selbst und ihrer Mutter zu tun hat. Der junge Polizist, der unfassbar ist wie unwichtig dieser Fall zu sein scheint angesichts des Massakers. Verantwortliche die sich sträuben einen Fall von Kindesmißhandlung in einer sozial gut gestellten Famile zu sehen. Schuld tragen viele, aber die endgültige Auflösung wird bis zum Schluss bewahrt und der ist sehr überraschend.  Obwohl ich ein absoluter Anne Holt Fan bin vergebe ich 'nur' 4 von 5 Sternen, da die Opfer, die Kinder selbst, in diesem Buch zu sehr im Schatten stehen-der Titel ist dagegen absolut passend. c)K.B.

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  • Sprachlich wohltuend sachlich und psychologisch nachvollziehbar

    Schattenkind

    WinfriedStanzick

    16. September 2014 um 14:16

      In ihrem neuen Kriminalroman verbindet die norwegische Schriftstellerin Anne Holt ein privates Schicksal mit einem nationalen Trauma.   Es ist der 22. Juli 2011. In Oslo ist ein 8-jähriger Junge zu Tode gekommen. Zunächst sieht alles wie ein Unfall aus, doch die Ermittlungen der Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik, die mit der Mutter des Jungen eng befreundet ist, lassen bald den Verdacht aufkommen, dass es sich um einen Mord handelt.   Von ihren Mann Yngvar Stubo kann sie dieses Mal wenig Unterstützung erwarten, denn er steckt mitten in den Ermittlungen des furchtbaren Massakers von Utoya, das sich am selben Tag ereignet hat. Und ihre Beziehung steht nicht nur deshalb vor einer großen Herausforderung. Anne Holt schafft es wieder hervorragend, ihre Leserinnen und Leser in die Ereignisse der Geschichte "hinein zu ziehen". Sprachlich wohltuend sachlich und psychologisch nachvollziehbar entblättert sie die gutbürgerliche Fassade der Familie und lässt das Buch völlig unerwartet enden.

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  • Ueberraschender Krimi

    Schattenkind

    Igela

    12. March 2014 um 11:14

    Der 8 jährige Sander stirbt bei einem Sturz von der Leiter im Wohnzimmer seiner Eltern. Alles deutet auf einen Unfall hin. Da zeitgleich ein Attentat in Oslo geschieht , hat die Polizei alle Hände voll damit zu tun. Ein junger und unerfahrener Polizist untersucht den Unfall von Sander und bemerkt, dass der Junge wohl schon längere Zeit ein Opfer von Kindesmisshandlung ist. Eine Freundin der Eltern und psychologische Mitarbeitende der Polizei Inger Johanne kann das zuerst nicht glauben. Als sie eine verdeckte SMS bekommt, die genau das gleiche sagt, geht sie der Sache nach und entdeckt überraschendes. Lange hat man als Leser das Gefühl, dass die Fakten klar und eindeutig sind wer den Jungen umgebracht hat. Erst gegen Ende des Buches geschieht die grosse Ueberraschung. Und genau aus diesem Grund hat mir das Buch gefallen , denn es hat es geschafft meine vorgefertigte Meinung zu revidieren. Wie schnell man doch Verdächtigungen denkt! Schattenkind ist sicher nicht das beste Buch von Anne Holt, aber doch eines das mitreisst und den Leser packt. Mühe hatte ich, dass die Geschichte manchmal ohne Tiefgang an einem vorbeizieht .Man bekommt zum Beispiel als Leser nicht viel mit über die Trauer der Eltern und den Umgang miteinander. Schade, denn mehr Emotionen hätte dem Buch gut getan. Die Autorin hat aus einem aktuellen Anlass über einen Fall der Kindesmisshandlung in Norwegen dieses Buch geschrieben.  Cover: Je länger ich es betrachte, je mehr frage ich mich, was ein blutiger Apfel auf einem Buch über Kindesmisshandlung zu tun hat?

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  • Gibt es Kindesmisshandlungen in der norwegischen Gesellschaft?

    Schattenkind

    UteSeiberth

    26. December 2013 um 22:49

    An einem Nachmittag im Juli 2011 fällt ein 8-jähriger Junge in Oslo von einer Leiter im Hause seiner Eltern und stirbt . Der Jammer und das Leid in dieser Familie ist groß, weil der Junge ein lang ersehntes Wunschkind war. Die Polizeipsychologin Inger Johanne Vik wird dazu gerufen, weil sie eine frühre Schulfreundin der Mutter war. Der Junge war sehr temperamentvoll und mitunter schwierig, ihm wurde auch das ADHS-Syndrom zugeschrieben. Inger Johanne Vik geht dieser Unfall besonders nah, weil sie die Eltern und das Kind gekannt hat. Allerdings legt die Polizei in diesen Tagen keinen besonderen Wert darauf , sich um diesen ungeklärten Todesfall zu kümmern,weil gerade das Massaker von Utoya stattgefunden und alle polizeilichen Kräfte auf sich gezogen hatte. Ein junger , noch unerfahrerer Polizist, wird dann mit dieser Sache betraut und er findet dabei erstaunliche Sachen über den Vater und dessen Firma heraus. Auch die Befragungen im Umkreis des Kindes sind sehr widersprüchlich und die Polizeipsychologin steht in dieser Situation jetzt selber im Zwiespalt. Nach und nach zeigt es sich, es könnte sich hier auch um eine verdeckte Kindesmisshandlung handeln und das ist wohl auch ein "heisses Eisen" in der norwegischen Gesellschaft, das hier aufgegriffen wird. Anne Holt ist hier ein spannender und menschlich anrührender Krimi gelungen, der alle ansprechen wird, die Kinder lieben und mit ihnen zu tun haben. Leider ist das zugleich auch der letzte Fall für Inger Johanne Vik, die am Ende des Romanes zu Tode kommt. Schade!

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  • Nationale und familiäre Tragödien

    Schattenkind

    MikkaG

    21. November 2013 um 23:12

    Pro: Der Leser wird direkt mitten in das familiäre Trauma gestoßen, aber schnell etablieren sich auch die schrecklichen Todesfälle auf Utøya als allgegenwärtige Kulisse - denn zunächst hat kein Polizist Zeit, sich um den Tod des kleinen Sander zu kümmern. Er wird beinahe bedeutungslos im Vergleich, und nur ein junger, unerfahrener Ermittler wird schließlich abgestellt, um die Eltern zu befragen und sich das Umfeld des Jungen anzusehen. Unterstützt wird er dabei von Inger Johanna, die Lesern von Anne Holt bereits aus früheren Büchern bekannt ist. Die Autorin baut schon in den ersten Seiten Spannung auf, die im Verlauf des Romans auch selten einmal nachlässt und dem Leser eine Verschnaufpause gönnt. Es ist dabei eine eher subtile, psychologische Spannung, die größtenteils ohne drastische, blutige Schilderungen von Gewalt und Tod auskommt. Und es geht hier nicht nur um die Klärung des Todesfalls, sondern um Themen wie Trauerbewältigung, persönliche Haftbarkeit und die Frage, ob man Menschen, die man schon viele Jahre kennt, wirklich bis ins Innerste kennt. Die Atmosphäre ist bedrückend, aber packend. Die Charaktere waren für mich alle sehr glaubwürdig - auch oder gerade die, die einem (erst einmal) nicht sympathisch sind. So konnte ich zum Beispiel den jungen Polizisten erst nicht leiden, aber im Verlauf des Buches erfährt man immer mehr über ihn und er gewinnt eine berührende emotionale Tiefe, so dass er am Ende sogar mein Lieblingscharakter war. Ich hoffe darauf, ihn in zukünftigen Bücher von Anne Holt wiederzutreffen! Die Familie von Sander lebt nach seinem Tod wie in einer Blase, als einzige abgeschottet vom kollektiven Albtraum Norwegens. Wer könnte ihnen das übelnehmen? Wie ein Freund der Familie, für den Sander wie ein kleiner Bruder war, an einer Stelle sagt: ihm ist bewusst, dass es auf Utøya 69 tote Kinder gab, aber nur Sander hat er gekannt und geliebt, und damit wiegt für ihn der Tod dieses einzelnen Kindes schwerer. Inger Johanna steht in diesem Roman sehr alleine da. Ihr Mann, beteiligt an den Ermittlunge von Utøya, ist emotional zerissen und leidet dermaßen, dass sie ihn nicht weiter belasten will - und dann kommt für Inger Johanna ein weiteres, sehr persönliches Problem dazu. Der Schreibstil ist wunderbar. Klar und oft eher nüchtern, aber trotzdem eindringlich... Mir gefiel sehr gut, wie konsequent die Autorin auf Effekthascherei und übertrieben dramatische Schilderungen verzichtet. Die Geschichte ist tragisch genug, dass leise Töne mehr als genügen, um sie zu erzählen. Zitat: "Es war ohnehin zu spät. Das Wohnzimmer war ordentlich und sauber, als ob es in wenigen Stunden fröhliche Gäste empfangen würde. Wenn da nur nicht das tote Kind gewesen wäre. "Nicht", murmelte die Mutter fast unhörbar." Das Cover springt direkt ins Auge und macht klar: hier erwartet den Leser ein moderner Thriller mit Hochspannung pur! Der Apfel und die Rasierklinge haben zwar herzlich wenig mit dem Inhalt zu tun, aber das Titelbild fand ich dennoch ansprechend. Kontra: Ich bin leider schon relativ früh darauf gekommen, was passiert ist - allerdings blieb es dennoch spannend, weil die Frage blieb, ob und wie der Fall geklärt werden würde, und welche Konsequenzen es für die Beteiligten haben würde. Das Ende... Ohje, das Ende. Nachdem ich die letzten Seiten gelesen hatte, war ich so schockiert, dass ich das Buch am Liebsten an die Wand gepfeffert hätte. Ich habe mich bitter bei meinem Mann beschwert, und er wies mich darauf hin, dass es ein konsequenter Schluss dieses Buches ist und nahtlos in die Thematik passt. Nach drei Tagen des Nachdenkens muss ich ihm Recht geben, aber es bleibt ein Ende, das nicht leicht verdaulich ist. Zusammenfassung: Für mich ist "Schattenkind" ein erstklassiger nordischer Krimi, der das Kunststück schafft, eine nationale Tragödie zum Hintergrund zu machen, ohne ihm die Tragweite und Relevanz zu nehmen.

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  • Verdecktes Familiengeschehen

    Schattenkind

    michael_lehmann-pape

    07. November 2013 um 12:49

      Es ist die Zeit des Amoklaufes in Norwegen.   Ein Geschehen, dass Anne Holt nicht in den Vordergrund ihres sensiblen Kriminalromans stellt, dass aber im Hintergrund stetig mitläuft und hier vor allem als Erklärung dafür dient, dass die erfahrenen Polizisten alle Hände voll zu tun haben und damit der häusliche Todesfall eines achtjährigen Jungen wenig Beachtung findet in den offiziellen Ermittlungen, von Beginn an als geklärt schon gilt. Nur ein unerfahrener Polizist soll die Formalitäten dieses „Sturzes von der Leiter“ ordentlich abwickeln, mehr wird nicht erwartet.   Das Kind einer entfernten Jugendbekannten der aus Vorgängerbüchern bereits bekannten Inger Johanne Vik, Psychologin, ist das Opfer. Kurz vor Beginn eines Festes im Hause der Eltern. Als Inger eintrifft, liegt der Junge bereits tot am Fuß der Leiter im Wohnzimmer.   „Ich hätte besser aufpassen müssen“, stöhnt der Vater, Jon Mohr. „Jon hat nicht aufgepasst“, winselt die Mutter, Ellen Mohr.   Kernsätze des Buches, im Übrigen, die sich wie ein roter Faden durch die verwirrenden Verhältnisse der Eheleute und deren Umfeld durchziehen, bis erst zum Schluss dieses sehr spannenden Romans sich die eigentliche Bedeutung dieses „Aufpassens“ erschließen wird.   Denn was so klar als Unfall des „Zappelphillips“ Sander erkennbar scheint, was offenkundig mit dem ausgeprägten ADHS Syndrom des Jungen zusammenzuhängen scheint, entpuppt sich schon beim ersten, näheren Hinsehen als überhaupt nicht einfach.   Der Vater, Jon, packt der den Jungen zu hart an? Sind die vielen blauen Flecke der Vergangenheit, die „Veilchen“ an den Augen, der gebrochene Arm wirklich vom Jungen selbst verschuldet? Was hat es mit dem ominösen Inhalt von Jons Laptops auf sich, den Ellen „entsorgt“? Der Freund und Geschäftspartner Jons, Joachim, für Sander eine Art „bester lieber Onkel“, bei dem Sander oft übernachtet, war da alles im guten Rahmen oder wie sah das Verhältnis zwischen Kind und „Onkel“ genau aus?   Dinge, auf die der junge Polizist, Henrik Holme, bei seinen Ermittlungen stößt. Ermittlungen, die er auf eigene Faust angeht. Der junge Mann will sich beweisen und hat sich verbissen in diesen Fall. Und es gibt ja auch genügend Indizien, die nicht zueinander passen. Die Eltern Ellens, zu denen Ellen den Kontakt abgebrochen hat. Die Mutter Jons. Die Betreuungskraft Sanders, alle erzählen Dinge, die kein gutes Licht auf den Jon, den Vater werfen.   Inger Johanne Vik geht derweil in ihrer eigenen Weise den Geschehnissen nach. Eine anonyme SMS setzt sie auf die Spur er hintergründe dieses vermeintlichen Unglücks. Und auch sie vermag kaum zu glauben, was ihr mehr und mehr in die Augen fällt. Wobei sie zudem noch mit ganz eigenen Veränderungen in ihrem Leben konfrontiert wird.   Anne Holt wählt ein schweres Thema, in dem Schuld, Kontrolle, unruhige Kinder, überforderte Erwachsene, nicht-hinschauende Offizielle und jeweils ganz eigene, verdeckte Interessen sich überschneiden und erst ganz zum am Ende hin in überaus überraschender Weise sich aufklären werden.   Wobei es, mit dem Fall selbst nicht mehr zusammenhängend, gerade die Schlussszene des Buches noch einmal massiv in sich hat und den Leser völlig überraschen wird.   Ein aufrüttelnder Fall, überzeugend und differenziert dargestellte Personen, Spannung bis zum Schluss, überraschende Wendungen und ein sensibles Thema, all das verbindet Anne Holt in diesem überzeugenden Roman.

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