Anne Köhler Ich bin gleich da

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Inhaltsangabe zu „Ich bin gleich da“ von Anne Köhler

Für Elsa ist Kochen viel mehr als nur ihr Beruf oder die bloße Zubereitung einer Mahlzeit. Nur in der Küche gelingt es ihr, ihre Sorgen hinter sich zu lassen und sich ein anderes Leben zu erträumen. Außerdem hat Elsa sich ein Ziel gesetzt: Sie will nach Norden ans Meer. Und damit möglichst weit weg von der Familie in Süddeutschland, weg von der schmerzhaften Leerstelle, die der Tod ihres Vaters in ihr Leben gerissen hat. Sensibel und berührend gelingt es Anne Köhler in ihrem Debütroman, von großen Gefühlen zu erzählen und sie in atmosphärisch einzigartigen Koch- und Küchenszenen aufgehen zu lassen. ›Ich bin gleich da‹ ist die Geschichte einer jungen Frau, die auf der Suche nach sich selbst ihrer Familie wieder näherkommt – und vielleicht auch einer glücklichen Liebe.

Emotional- aber mit leisen Tönen mit einer fesselnden Atmosphäre. Eine intensive Geschichte

— Buchraettin
Buchraettin

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  • Emotional- aber mit leisen Tönen mit einer fesselnden Atmosphäre.

    Ich bin gleich da
    Buchraettin

    Buchraettin

    18. December 2016 um 13:09

    Was ist Schuld? Das ist so eine Frage in diesem Buch. Einen Moment nicht da sein, etwas passiert und damit ändert sich das Leben für immer. Dieses Buch ist etwas melancholisch, aber dennoch hat es einen Sog erzeugt bei mir als Leser und mich gefesselt lesen lassen. Es ist beim Lesen als blicke ich von außen auf das Geschehen. Die Vater-Tochter Beziehung wird erwähnt. Sie ist distanziert. Zu Beginn liegt die Sicht eher auf dem Vater, er berichtet. Die Distanz zur Tochter, er beschreibt ihre Frühgeburt, die Wochen im Inkubator, die kaum bestehende emotionale Nähe zum Neugeborenen zugelassen haben und damit diese Distanz auslösten, die immer blieb. Auch im Laufe der Geschichte fühle ich diese Distanz zu Elsa, die sie auch zu mir als Leser hat. Da hat mir die Erzählform sehr gut gefallen, es keine Ich- Erzählung und auch so hält sich die Distanz. Der Vater versucht Nähe durch Rituale herzustellen. Ein Tochter –Vater –Beziehung aufzubauen. Elas ist 14, es ist der Tag des Maifeuers. Es soll ein letztes Abenteuer der beiden werden, bevor Elsa zu alt dafür ist. Es wird ein tragisches Ende, auch ihrer Kindheit. Diese Vorgeschichte war sehr intensiv und schon hier spürte ich die Distanz von Elsa. Nun wechselt die Geschichte in die Zukunft. Elsa ist erwachsen, arbeitet als Köchin, zieht immer näher ans Meer mit jedem neuen Job. Sie hält die Distanz zu den Menschen, ihrer Familie. Die Gedanken kreisen um diese Nacht mit dem Maifeuer, den Verlust des Vaters. Es gibt immer wieder Rückblenden in die Zeit nach dieser Mainacht. Wie eine Art Omen, sind die Gedanken an die letzten Minuten des Vaters immer wieder Thema und bieten den Ausblick auf das Verhalten der Tochter, die unter Schuldgefühlen zu leiden scheint. Den Mittelpunkt der Geschichte bildet Elsa. Sie fasziniert mich als Leser, als Figur auch wenn sie mich auf Distanz hält. Sie nimmt mich gefangen in dieser doch auch melancholischen, aber so starken Geschichte. Die Geschichte ist intensiv, aber nicht aufdringlich. Sie ist eher ruhig, aber nicht langweilig. Emotional- aber mit leisen Tönen. Manchmal liest es sich ein wenig wie eine Art Bericht. Ein Bericht über das Leben von Elsa und den Tod des Vaters und auch das Arbeitsleben als Köchin. Ein Merkmal der Geschichte ist auch, dass es kaum wörtliche Rede gibt. Es ist eine Art atemlose Atmosphäre. Die Erschöpfung nach einem langen Arbeitstag, die Gedanken an den Vater, aufkeimende Schuldgefühle, das war sehr anschaulich und als Leser spürt man diese Emotionen hautnah. Die Geschichte ist intensiv, aber nicht aufdringlich. Sie ist eher ruhig, aber nicht langweilig. Emotional- aber mit leisen Tönen mit einer fesselnden Atmosphäre.

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  • Elsa ist auf dem Weg

    Ich bin gleich da
    Girl56

    Girl56

    13. December 2015 um 12:55

    Anne Köhler hat mit ihrem ersten Roman „Ich bin gleich da“ ein eigenwilliges, aber sehr beeindruckendes Buch veröffentlicht. Schon allein die Wahl des gesellschaftlichen Milieus, in dem die Geschichte von ihrer Heldin „Elsa“ in der Hauptsache angesiedelt ist, ist für die momentan vorherrschende literarische Wirklichkeit (Großstadt, Szeneviertel, Elendsviertel etc.) recht ungewöhnlich. Elsa ist nämlich Köchin und viele Seiten der Geschichte spielen genau da, an Elsa Arbeitsplätzen, in den Küchen wechselnder Gastronomiebetriebe. Elsa verliert früh ihren Vater und weil sie sich an dessen Herztod die Mitschuld gibt und sie die unendliche Trauer der Mutter und die beständigen stummen Vorwürfe von David, ihrem Bruder, nicht mehr aushält, sucht sie sich kurzerhand eine Lehrstelle als Köchin, die ihr die Möglichkeit gibt, mit knapp fünfzehn Jahren ihre Familie und den Heimatort zu verlassen. Zuvor schon hatte sie sich, zur Trauerbewältigung und zum Strukturieren der endlosen Tage, das Kochen einfacher Gerichte beigebracht und in dieser Tätigkeit Ruhe und Halt gefunden. Nach dem Abschluss der Ausbildung wechselt Elsa Stelle um Stelle, immer in Richtung von Deutschlands Norden, der Küste entgegen. Sie sucht das ferne Meer als Möglichkeit, dem toten Vater nahe zu kommen, der die See und das Segeln, die Wolken und das Wetter am Meer liebte. Mit der Mutter telefoniert sie nur, denn diese erstickt fast an der Trauer um den früh verstorbenen Mann und kann ihren eigenen Lebensweg nicht mehr neu aufnehmen. In Hamburg dann, ganz nahe am Meer, lernt Elsa Jan kennen, und mit ihm eine ganz neue Welt. Jan ist gebildet, weitgereister Architekt, Musikfan und leidenschaftlich bei allem, was er tut. Er schaut nicht auf die kleine Köchin herab (Elsa ist wirklich klein bzw. zierlich, nicht klein was Geist und Mut etc. angeht), sondern bestärkt sie darin , ihr Arbeitsglück bei einem Sternekoch zu suchen. Gerade dieser Teil des Romans hat mir sehr gut gefallen, Elsa zu beobachten, wie sie quasi nochmals in die Lernsituation geht (als junge Frau von knapp 24 Jahren), ihre Freude an der Arbeit in dieser besonderen Küche war sehr spürbar, und manchmal hätte ich gerne auch gerochen und probiert! Doch bei allem beruflichen Erfolg schwebt über Elsas Leben der ungelöste Familienkonflikt, von dem sie tunlichst nie jemanden erzählt. Wer auf ihren Lebensstationen zu viel Nähe wollte, wurde von ihr verlassen. In Hamburg nun und fast „gleich da“, wo ihr Herz hinwollte, muss sie sich dem Leben stellen, vor dem sie scheinbar so erfolgreich weggelaufen ist. Mir hat Anne Köhlers Heldin „Elsa“ sehr gut gefallen, ein starke, aber auch verletzliche Heldin, die durch ihr Leben mäandert, weil das gesteckte Ziel zu erreichen möglicherweise das Leben mehr auf den Kopf stellt, als das Unterwegssein.

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  • Es schleicht sich mit sanften Töne in das Herz des Lesers

    Ich bin gleich da
    Sommermaedchen23

    Sommermaedchen23

    28. July 2015 um 20:51

    Inhalt Für Elsa ist Kochen viel mehr als nur ihr Beruf oder die bloße Zubereitung einer Mahlzeit. Nur in der Küche gelingt es ihr, ihre Sorgen hinter sich zu lassen. Außerdem hat sich Elsa ein Ziel gesetzt, zumindest die grobe Richtung eines Ziels: Sie will nach Norden, ans Meer. Und damit möglichst weit weg von ihrer Familie in Süddeutschland. Jahrelang hat Elsa nur für den Augenblick gelebt. Erst als ein neuer Mann in ihrem Leben auftaucht, beginnt sie, über ihre Zukunft nachzudenken. Als die Vergangenheit sie einholt, muss sie sich entscheiden: Flieht sie weiter oder stellt sie sich ihren Gefühlen? Meinung Elsas Vater Jost stirbt in der Walpurgisnacht an einem Herzinfarkt. Für Elsa ist dies das absolut einschneidenste Erlebnis in ihrem jungen Leben, denn zu ihrem Vater hat Elsa eine besondere Verbindung. Schon von Geburt an. Da Jost das Meer und das Segel liebt gibt sich Elsa schon als Kind Mühe alles Wesentliche für das Segeln zu lernen, um mit ihrem Vater auch mal auf’s Meer zu fahren. Nach dem Tod des Vaters ist Daheim nichts mehr so wie es sein soll. Elsa fühlt sich zunehmend unwohl, denn ihre Mutter ist in eine Art Lethargie gefallen und kümmert sich um nichts mehr. Aus der Not heraus entdeckt Elsa die Leidenschaft am Kochen. Während des Kochens kann sie all ihre Sorgen, Gefühle und Gedanken verdrängen, sie konzentriert sich auf nichts anders als auf das Rezept und die passenden Zutaten. Als ihr das alles Daheim zu viel wird zieht Elsa mit gerade mal 15 Jahren aus, um in einem Hotel Köchin zu lernen. Mittlerweile sind 9 lange Jahre ins Land gezogen und sie war seither nicht mehr zu Hause, nirgends hält sie es lange aus, kein Ort ist ihr nahe genug am Meer. Denn es zieht sie beständig Richtung Norden, weit weg von ihrer Familie die im Süden Deutschlands lebt. Genauso wenig will sie Routine in ihrem Leben haben und schon gar keine näheren zwischenmenschlichen Beziehungen. Viel zu sehr hat sie Angst davor, dass dieser Mensch einfach verschwindet und eine große Leere hinterlässt, wie der Tod ihres Vaters. Nach dem Elsa im Norden am Meer angekommen ist beginnt sie festzustellen, dass weglaufen überhaupt nichts bringt und sie beginnt sich teilweise ihrer Vergangenheit zu stellen. Als es Elsa nach Hamburg verschlägt begegnet sie dem smarten, lebensbejahenden Architekten Jan, der sie dabei unterstützt ihre Träume zu verwirklichen und dabei steht ihre Welt Kopf. Jetzt heißt es sich entweder dem Leben stellen oder weiter davor zu fliehen. Elsa ist eine zurückhaltende, schüchterne Persönlichkeit, die ihre Liebe zum Kochen über alles stellt, dabei vermittelt sie dem Leser wie ein Koch zu zum Thema Essen steht und wie viel Liebe in einem selbst zubereitetem Gericht stecken kann. Sie löst beim Leser das Gefühl aus sie beschützen zu müssen, schon nach den ersten Seiten hat der Leser Elsa ins Herz geschlossen und begleitet die junge Frau auf dem Weg für ihre Träume zu kämpfen und sieht die Entwicklung die sich im Laufe der Geschichte durchlebt. Über jeden kleinen Erfolg den Elsa für sich erkämpft hat habe ich mich gefreut und auch die eine oder andere Träne für Elsa vergossen. Fazit Mit Ich bin gleich da hat Anne Köhler einen starken Roman geliefert, der einen bis in den hintersten Winkel des Herzens berührt. Sie zeigt auf was das Konsumverhalten aus Menschen machen kann und wie wir manchmal vergessen, dass weniger auch oft mehr ist. Mit leisen, sanften Tönen schleicht sich das Buch in die Herzen des Lesers und lässt ihn auch ein bisschen Nachdenklich zurück, denn oftmals ist weglaufen nicht der richtige Weg.

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  • Halt in der Sterneküche

    Ich bin gleich da
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Bücher über das Kochen, besonders das Kochen im Olymp der Sterne-Restaurants erfüllen mich - wohl ungerechterweise - mit Misstrauen. Vielleicht liegt es am medialen Hype, der zur Zeit um das Kochen veranstaltet wird. Zu viele dubiose Titel ziehen damit unverdient Aufmerksamkeit auf sich.  Deshalb habe ich mich Anne Köhlers Roman etwas zögerlich genähert.  Junge Frau, nach dem Tod des Vaters, an dem sie sich nicht ganz unschuldig fühlt, ein wenig aus der Bahn geraten, bricht mit der Familie, zieht mit diversen mehr oder minder anspruchsvollen Küchenjobs durch Deutschland, rastlos, weitgehend beziehungslos, Richtung Meer, denn das liebte der Vater - auch der Plot machte mich nicht sehr neugierig. Das klang alles zu sehr nach Coming-of-age, Selbstfindung, zu oft gelesen. Was Anne Köhler aus diesen Ingredienzien allerdings macht, hat mich mehr und mehr in den Bann gezogen. Leise, tastend, sensibel nähert sie sich einer zutiefst verletzten, vor sich selbst davon laufenden Frau, die in der Ordnung, Strukturierung und Überlastung einer Profiküche Halt sucht.  Sie erzählt so sachte und doch so packend, dass mich sogar die wirklich fundiert recherchierten Küchenszenen mitgerissen haben. Für mich eine sehr positive Entdeckung!

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  • Seelenfeuer

    Ich bin gleich da
    steffchen3010

    steffchen3010

    14. June 2015 um 23:15

    “Schweigen floss durch die gesamte Länge des Telefonkabels, über sechshundert Kilometer Ungesagtes in der Leitung zwischen ihnen, Elsa spürte, wie es aus dem Hörer drang, ihre Wange streifte und sich im Zimmer verteilte, den Sauerstoff verdrängte.” Zitat, Seite 68 Es ist die Nacht des Maifeuers, in der Elsa ihren Vater für immer verliert. Als Jost in einem Moment von Elsas Abwesenheit einen Herzinfarkt erleidet und stirbt, hinterlässt er eine verunsicherte Tochter voller Schuldgefühle. Von da an kreisen ihre Gedanken um diese eine Nacht. Nichts ist mehr wie vorher. Die Mutter ist fortan ein Wrack, wirkt nur noch wie ein Schatten ihrer Selbst. Der Bruder, distanziert und stets auf Konfrontation mit Elsa. Ein unangenehmes Schweigen gewinnt die Oberhand in der Familie. Langsam aber sicher beginnt Elsa zu fliehen, entfernt sich Stück für Stück von ihrem alten Leben und versucht die Schatten der Vergangenheit abzustreifen, die ihr Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Im hitzigen Alltag als Köchin gelingt es Elsa ihre Sorgen für eine Weile zu vergessen. Hier versteckt sie sich vor der restlichen Welt, nutzt jeden Moment der Arbeit um sich an routinierte Arbeitsabläufe zu klammern, die ihr notwendigen Halt schenken. Doch Elsa bleibt rastlos und will ans Meer. Eine undefinierbare Sehnsucht ergreift sie. Am Meer erhofft sie sich einen Neuanfang. Ihr Vater meinte immer, dort lösen sich alle Probleme auf. Doch die erhoffte Erlösung bleibt aus. Es ist vielmehr ein 5-Gänge-Menü auf der Durchreise, das in ihr die Sehnsucht nach dem Kochen auf hohem Niveau endgültig weckt, das sie während ihrer Ausbildung kennengelernt und danach aus den Augen verloren hat. Im Hafen von Hamburg trifft sie auf die gestrandete Seele Jan und findet bei ihm Zuflucht. Plötzlich scheint alles möglich. Und noch viel mehr. Doch ein Anruf ihres Bruders lässt Elsa jäh erwachen. Sie muss sich nun endlich ihrer Vergangenheit stellen. “Oben Himmel, unten Holz, rundum Wasser. Die Sonne blendete, strahlte von der Meeresoberfläche zurück in die Augen. Es fehlte nicht viel und der Wind trüge sie davon. Der Himmel öffnete sich über ihr, stieß in der Ferne mit dem Wasser zusammen. Hier endete nichts, hier fing alles erst an.” Zitat, Seite 130 “Als Kind hatte Elsa geglaubt, indem sie die Augen schloss, könnte sie die ganze Welt verschwinden lassen. Nach dem Tod ihres Vaters fürchtete sie sich davor, die Augen wieder zu öffnen. (…) Sie versuchte den Prozess des Erwachens in die Länge zu ziehen, die Realität so lange wie möglich vor den geschlossenen Lidern zu lassen. Spürte das Licht auf der Haut. (…) Doch irgendwann konnte man nicht mehr anders, irgendwann musste man die Augen aufschlagen, und dann war die ganze Welt da.” Zitat, Seite 113 Köhler ist ein sensibles Debüt gelungen. Unaufdringlich und einfühlsam erzählt sie in “Ich bin gleich da” die Geschichte von Elsa, einer rastlosen jungen Frau, die nach dem Verlust ihres Vaters ziellos durchs Leben taumelt. Kaum 23 Jahre alt, sehnt sie sich schon nach Erlösung. Die Schuldgefühle, die sie seit dem Tod ihres Vaters verfolgen, haften an ihr wie Kletten. Weder bei ihrer Familie noch in ihren Beziehungen findet sie Trost. Nur beim Kochen gelingt es ihr abzuschalten und ganz Ella zu sein. Das grelle Licht in der Küche betäubt sie, lässt sie Zeit und Raum vergessen. Doch das qualitativ hochwertige Kochen hat Elsa längst hinter sich gelassen. Sie ist in einem XXL-Megatempel gestrandet, in dem Quantität vor Qualität steht. Hauptsache viel für wenig Geld. Ihr Chef lebt das Motto. Der scheiß Sternegastronomie kann er nichts abgewinnen. Als es während der Arbeit zu einem Zwischenfall kommt, schmeißt Elsa die Stelle. Sie will ans Meer. Hauptsache weg von zuhause. Sie landet in Hamburg und trifft an den Landungsbrücken auf die ähnlich verlorene Seele Jan. Plötzlich ist da jemand, der sie versteht und sie bestärkt, ihre Träume zu leben. Man schenkt ihr die Möglichkeit, sich in einem Sternerestaurant zu beweisen. Ohne es zu wissen, hat Köhler mir ein ganz persönliches Herzensbuch geschenkt. Sie vereint Dinge, die mir lieb sind: die Liebe zum Kochen, meine liebste Hansestadt und die Sehnsucht nach dem Meer. Vor diesem Hintergrund spielt sich Elsas Geschichte ab. Eine Suche nach Liebe und Geborgenheit. Eine Suche nach sich selbst. Köhlers Zeilen sprudeln vor Lebendigkeit. Mit ihren detailreichen und atmosphärischen Beschreibungen katapultiert sie mich direkt an den Ort des Geschehens, lässt mich Zeuge von der schäbigen Arbeitsweise im XXL-Billigrestaurant werden und professionellen Sterneköchen über die Schulter schauen. Ich vernehme intensive Gerüche, Farben und Geschmäcker. Spüre, wie mir der Wind durch die Haare weht, höre die Möwen schreien und Signalhörnern der Schiffe am Hamburger Hafen tuten. Alles scheint zum Greifen nah! Plötzlich bin ich wieder mittendrin. Denke an die vertrauten Abläufe in der Küche, die für lange Zeit auch zu meinem täglichen Arbeitsablauf gehörten und an die vielen Momente am Hamburger Hafen. Hamburg, meine Perle! Liebevoll zeichnet Köhler ihre Figuren, erweckt nicht nur Elsa sondern auch all die Nebenfiguren der Geschichte zum Leben. Versorgt uns mit kleinen Details, liebevolle Gesten und verlorenen Blicken. Köhlers Botschaft scheint ganz klar: Weglaufen ist keine Lösung. Nur wenn man sich seiner Vergangenheit stellt, kann man in der Gegenwart ankommen. Leben.

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  • Eine Reise durch die Küchen und sich selbst ...

    Ich bin gleich da
    SharonBaker

    SharonBaker

    12. May 2015 um 18:22

    In der Küche fühlt sich Elsa zu Hause, hier ist sie in ihrem Element und kann den Alltag und ihre Sorgen ausblenden. Sie lebt für den Augenblick, für den Moment, wenn das Essen perfekt angerichtet ist und zum Gast kann, ist das für sie eine Erfüllung. Außerhalb der Küche sieht Elsas Leben nicht so toll aus, von ihrer Familie hat sie sich schon sehr früh getrennt und möchte nur eins, nicht wieder zurück und ihr zweiter Plan, ist das Meer. Sie möchte so gern nach Norden ans Meer und das macht sie auch. Dort lernt sie jemanden kennen und zum ersten Mal seit sehr langer Zeit, traut sich Elsa an die Zukunft zudenken, aber wird das gehen, ohne die Vergangenheit in Ordnung gebracht zu haben? Das Schicksal schlägt zu und Elsa muss sich Entscheiden, weiter zu fliehen, oder sich ihren Gefühlen und einer Zukunft zustellen? Wie wird sie sich Entscheiden? Kann sie ihr Leben wieder auf die richtige Bahn bringen? Ich mag ja Romane, wo es um Essen und tolle Charaktere geht, nur leider bekommt man diese nicht immer so, wie man sich das gerne vorstellt. Entweder hat man nur die Küche als Rahmen und liest nicht viel darüber, oder es Reihen sich Rezept an Rezept an, wo man sich fragt, wo ist die Geschichte geblieben. Hier habe ich genau das Bekommen, was ich wollte, eine interessante berührende Geschichte über eine junge Frau und den Einblick in Restaurantküchen und ihre eigene Welt, dazu kommt ein Schreibstil, der sensibel und berührend zugleich ist. Wir lernen Elsa direkt mitten drin kennen und das in einem XXL-Restaurant, hier gibt es alles in Übergröße und die Geschmacksverstärker obendrein. Obwohl das für Elsa nicht das Kochen bedeutet, ist sie hier gelandet und wirft sich in die Arbeit. Dass ihr das nicht auf lange Sicht reicht, merkt man schnell, denn ihr Wunsch mal was selber herzustellen, oder den Kunden besser zu verwöhnen, wird hier kategorisch ausgeschlossen. Der Restaurantbesucher möchte das so und deshalb bekommt er es eben so, dass es hier nicht ums Kochen und die Qualität von Lebensmitteln geht, ist schnell klar. Trotzdem macht Elsa dieses einige Zeit mit, jede Schicht wird angenommen und so ist sie selten allein, kann ihre Probleme ausblenden und fühlt sich nicht einsam. Lange geht es aber nicht gut und so nimmt sie ihren Rucksack und macht sich auf ans Meer nach Hamburg! Dort lernt sie gleich Jan kennen und dieser bringt nicht nur das Chaos in ihr Leben, sondern auch den Wunsch an ihre Träume zu glauben und vor der Umsetzung nicht zu zögern. Anne Köhler hat hier eine ganz besondere Figur geschaffen, die einen schweren Start im Leben hatte und immer noch nach ihrem rechten Platz sucht. Dabei macht Elsa eine interessante Entwicklung durch, von der schüchternen immer Davonlaufenden, zur starken Frau, die weiß, was sie möchte und was nicht. Die früher gern den Unangenehmen aus dem Weg gegangen ist, sich aber jetzt fragt, was haben die anderen gefühlt. Der jetzt bewusst wird, dass sie auch an eine Zukunft und ihr Talent glauben kann, das der Weg zwar nie einfach ist, aber zu bezwingen. Sehr sensibel und feinfühlig erzählt hier die Autoren Elsas Geschichte und man spürt förmlich den Unterschied von Elsas Anfang und dem Ende, ihre Veränderung ist fast greifbar. Auch die Figuren um unsere Hauptperson drum herum sind mit sehr viel Liebe eingefangen und tragen zur Geschichte und Entwicklung bei. Dabei hat mir nicht nur Jan gut gefallen, sondern auch sein bester Freund Lorenzo, der mehr sieht, als Elsa manchmal lieb ist. Besonders gut gefallen hat mir aber der Blick in die Küche, so habe ich es noch nicht gelesen, aber ich finde es spiegelt, es so realistisch wieder. Man kann förmlich den Küchendampf spüren, die angespannte Stimmung fühlen und den rauen Ton hören. Mit ganz tollen Worten hat Anne Köhler diese Welt eingefangen und die Beschreibungen von Essen so toll wiedergegeben, das man es förmlich sehen und sogar die Konsistenz miterleben konnte, nur der letztendliche Geschmack blieb leider aus, obwohl man die Geschmacksexplosion erahnen konnte. Dieser Einblick war für mich wahnsinnig interessant und so aufregend, eine ganz andere Welt, und ich bin von den Leuten in der Küche mächtig beeindruckt, die ihr Talent jeden Tag unter diesen Druck abrufen müssen, ein Beruf, der an die Substanz geht, wenn man im richtigen Restaurant ist. Ein wunderbares und feinfühliges Debüt, was uns nicht nur die Welt der Küchen zeigt und ihr Konsumverhalten, sondern auch die Geschichte von Elsa erzählt, die ihren Platz im Leben finden muss und lernen das es besser ist, sich manchmal zu stellen, als immer davon zu laufen. Dieses Buch ist wie ein gutes Diner, man sollte es in Ruhe genießen und auf sich wirken lassen.

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  • Gewinnt die LovelyBooks Goodiebag vom #LBlesertreff auf der Leipziger Buchmesse

    Ich bin gleich da
    TinaLiest

    TinaLiest

    Wir haben ein besonderes Schmankerl für alle von euch, die nicht bei unserem LovelyBooks Leser- und Bloggertreffen auf der Leipziger Buchmesse dabei sein konnten! Wir haben für euch nämlich 3 prall gefüllte Goodie-Bags gerettet und möchten diese jetzt gerne hier verlosen! Die Goodie-Bags beinhalten jeweils 6 Bücher und einige weitere Kleinigkeiten. Die Bücher sind hierbei bunt gemischt zwischen allen Genres und wie auch beim #LBlesertreff entscheidet der Zufall, welche Titel in eurer Goodie-Bag zu finden sind. "Ich bin gleich da" von Anne Köhler ist nur ein Beispiel für eines der Bücher, das in den Goodie-Bags enthalten sein könnte! Zusätzlich verlosen wir auch noch 10 LovelyBooks Stoffbeutel ohne Inhalt im neuen Design! So könnt ihr mitmachen: Teilt das Foto, das an diesen Beitrag angehängt und hier auch eingefügt ist, mit dem Hashtag #allyouneedislovelybooks auf Instagram, Twitter oder Facebook, folgt uns auf dem jeweiligen Kanal und erwähnt uns im Beitrag bzw. verlinkt uns im Foto! Somit nehmt ihr automatisch an der Verlosung teil! Ich freue mich auf rege Teilnahme und vor allem natürlich auf das nächste Treffen auf der Buchmesse in Frankfurt, bei der dann vielleicht der Eine oder Andere, der es nicht nach Leipzig geschafft hat, wieder dabei sein kann! :) Ich drücke euch die Daumen!

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    • 248
  • Lesemarathon zu Ostern vom 3. - 6. April 2015

    Panthertage - Mein Leben mit Epilepsie
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ostern rückt immer näher und damit ein schönes, verlängertes Wochenende um mal wieder richtig viel zu lesen! Wir zumindest finden, dass das die perfekte Gelegenheit für einen Lesemarathon ist, bei dem wir uns so richtig Zeit für all unsere tollen Bücher nehmen. Wir freuen uns schon sehr und sind natürlich dabei - ihr auch? Was ist ein Lesemarathon? Bei unserem Lesemarathon kommen wir hier vom 3. - 6. April (Karfreitag bis Ostermontag) zusammen und tauschen uns darüber aus, welche Bücher wir gerade lesen. Der Lesemarathon ist die perfekte Gelegenheit, um sich mal wieder ganz bewusst Zeit fürs Lesen zu nehmen und das gleich für mehrere Tage. Sonst kommt ja doch immer wieder was dazwischen und plötzlich hat man die schöne Lesezeit mit Putzen, Fernsehen usw. verbracht. Natürlich müsst ihr nicht die gesamten 4 Tage durchlesen, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier haben wir dann einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns über unsere Lesefortschritte und die gelesenen Bücher austauschen können. Wie kann man mitmachen? Jeder ist herzlich willkommen hier jederzeit mitzumachen. Einfach drauflosschreiben und dabei sein - wir freuen uns über jeden, der uns ein kleines oder auch großes Stück unseres Lesemarathons begleiten möchte. Für die Abwechslung zwischendurch, werden wir hier im Zeitraum der 4 Tage kleine Fragen oder Aufgaben stellen, bei denen ihr gern mitmachen könnt. Natürlich ist das kein Muss, aber es macht immer wieder viel Spaß, auf diese Weise andere Leser kennen zu lernen, neue Bücher zu entdecken und sich sein eigenes Leseverhalten näher anzuschauen. Selbstverständlich könnt ihr gern auch über eure Blogs und Social Media Kanäle teilnehmen. Verwendet hierbei bitte den Hashtag #lblm - so können wir unsere Beiträge leicht wiederfinden. Jetzt heißt es nur noch, ein paar Tage warten und schon ist unser Lesemarathon da. Wir freuen uns auf viele spannende, berührende, lustige und einfach nur schöne Lesestunden mit euch! PS: Vielleicht wundert ihr euch, warum wir unseren Lesemarathon gerade zum Buch "Panthertage" angelegt haben? Wir möchten euch dieses Buch gern als persönliche Leseempfehlung ans Herz legen. Die Autorin Sarah ist eine ehemalige Kollegin von uns und hat hier fast 4 Jahre mit uns zusammen gearbeitet. Wir sind ganz begeistert von ihrem Buch und sehr stolz! Vielleicht sucht der ein oder andere von euch ja noch passenden Lesestoff?

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    • 734
  • das gewisse etwas

    Ich bin gleich da
    dorothea84

    dorothea84

    23. March 2015 um 11:18

    Als Elsa´s Vater stirbt wird alles anders und Sie entdeckt das Kochen für sich, mehr aus Not als aus Leidenschaft. Bald wird das Kochen für Sie eine Rückzugsort, wo sie einfach alles vergessen kann und einfach nicht Nachdenken muss bzw. kann. Ihr Ziel: Norden und als sie dort ankommt wird alles anders. Sie fängt an Träume zu haben, nachzudenken und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Geschichte hat etwas, was genau kann ich nicht beschreiben. Die Küchenteile der Geschichte hat sie sehr gut herüber gebracht. Die Atmosphäre konnte man richtig spüren, das Tempo und das arbeiten wie auf einem Fließband. :) Aber auch die Taubheit die Elsa seit dem Tod ihres Vater empfunden hat war spürbar. Das langsam auftauen als Sie im Norden ankommt. Obwohl ich manchmal etwas verwirrt war ob ich wieder in der Gegenwart war oder ist das wieder ein Rückblick in die Vergangenheit. Das war ab und zu nicht wirklich merkbar. Mir hat das Ende auch gefallen. Denn es war genau richtig und ich freue mich auf weitere Bücher von Anne Köhler. Das Buch bringt einem zum Nachdenken.

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