Anne Kanis Nichts als ein Garten

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Inhaltsangabe zu „Nichts als ein Garten“ von Anne Kanis

Aufrichtig und mit viel Empathie erzählt Anne Kanis' Protagonistin von Kindheit und Jugend in der DDR, von dem Zusammenhalt ihrer Familie, von der Verzweiflung des Vaters und der Angst der Mutter, von der Kunst und ihren Bedingungen – und von jenen, die nach der Wende, mit den Härten der neuen Lebenswirklichkeit konfrontiert, damit beginnen, sich mühsam zurechtzufinden. Die junge Ich-Erzählerin, eine Sängerin aus Ost-Berlin, hält sich mit schlecht bezahlten Angeboten über Wasser. Das Geld und die Kunst wollen sich nicht verbinden. Ihre Agentin vermittelt sie auf Firmenfeste, ihre Freundin drängt sie, eine Beziehung mit einem reichen Mann einzugehen. Bis sie schließlich auf den Einen trifft, der seinen »Ofenrohrarm « um sie legt – und nichts vorzuweisen hat als den Schrebergarten seiner Großmutter. Anne Kanis zeichnet die Verwerfungen und Veränderungen jener Jahre sehr präzise nach, doch sie bringt die Ereignisse nicht sachlich in Erinnerung, sie hat dafür einen Ton gefunden, der den Ängsten und Hoffnungen ihrer Figuren nachgeht. Und es ist diese Verletzlichkeit, die ihrer Prosa bei aller Zartheit Kraft verleiht.

Ein wenig fehlen mir die Worte, um den Zauber dieses Romans zu beschreiben, den ich an einem einzigen Tag verschlungen habe!

— MarinaB

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LeseBlick

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  • Unterhaltsam geschrieben, dennoch habe ich mir mehr erhofft.

    Nichts als ein Garten

    Heldentenor

    21. February 2016 um 09:44

    Ich habe nicht erwartet, meine eigenen Wendeerfahrungen in diesem Buch wiederzufinden. Dennoch eine leider etwas zu konventionell erzählte Geschichte mit einer vorhersehbaren Geschichte eines armen Mädchens und zwei Prinzen.

  • Wunderbares Romandebüt der Schauspielerin Anne Kanis

    Nichts als ein Garten

    MarinaB

    14. October 2015 um 22:45

    Es ist schon ein sehr besonderer Ton den Anne Kanis erklingen lässt. Ihre Sprache wirkt beinahe naiv, aber ganz im positiven Sinn, ungekünstelt, unverstellt, herzlich und eben auch überzeugend auf ihre Hauptfigur zugeschnitten. Mich hat das Buch sehr getroffen, auch aufgrund des Themas, dass ja immer noch relevant scheint. Denn es ist eine sogenannte "Wendegeschichte". Mich interessieren solche Geschichten brennend und ich bin immer wieder überrascht in welch neuen Konstellationen die unterschiedlichsten Autoren damit sprachlich und inhaltlich umgehen. Im Klappentext heißt es: Ost und West, arm und reich, Geld oder Liebe. Das trifft den Inhalt der Geschichte ziemlich genau. Es geht um eine junge Sängerin, die nur kleine Auftritte mit geringer Gage erhält. Um sich über Wasser zu halten jobbt sie als Buffetthilfe in einer Kantine. Immer geht es darum, das schwankende Lebensgleichgewicht wieder herzustellen, welches zum Glück schon durch Kleinigkeiten, wie den Anblick einer Rose, eines Gartens mit Kirschbäumen oder der Erinnerung an eine Venedigreise mit den Eltern wieder herzustellen ist. Zumindest für kurze Zeit. Bis auf der Straße wieder ein Obdachloser mehr sitzt, sich die Straßenzüge im Heimatkiez bis zur Unkenntlichkeit verändert haben oder die stupide Arbeit an der Kaffeeausgabe alles in einen Grauschleier tunkt. "Das gibt es, dass das ganze Drumherum von vorne bis hinten in sich zusammenkracht und mittendrin etwas hell bleibt." .... "Auch bevor die Mauer fiel und das System tobte, gab es das." Die namenlose Ich-Erzählerin führt uns durch ihren Alltag und erzählt uns Geschichten, wie es damals war, vorm Mauerfall, jedoch ohne Sentimentalität. Sie erinnert den Schrebergarten und die darin gelebte Familiengeschichte, freut sich über den Familienhalt, den sie als besonders wertvoll empfindet, sehnt sich aber auch nach Zukunft, für die sie sich einen höheren Lebensstandard erhofft. Als der reiche Ben, Direktor eines Kunstmuseums auftaucht, scheint dies zunächst eine Möglichkeit. "Nichts herrlicher als Kunst." Er war selbst nie Künstler, so weiß er nicht, dass es nicht schön ist, immer beim Einkaufen Cent um Cent zu zählen. Doch viel mehr Echtheit und wirkliche Zuneigung erfährt sie erst in der Begegnung mit Lan, der sie dann auch wieder in einen Garten mitnimmt... Anne Kanis ist Schauspielerin und hat hier ihr Roman-Debüt vorgelegt. Sie ist in Ostberlin geboren und die Eltern stammen ebenfalls aus dem Künstlermilieu. So darf man davon ausgehen, dass ihre Geschichte autobiografische Züge trägt. 

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