Anne Kristin Woeller

 4,2 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Vier Sommer lang.

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Cover des Buches Vier Sommer lang (ISBN: 9783954526468)

Vier Sommer lang

(5)
Erschienen am 01.08.2014

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Cover des Buches Vier Sommer lang (ISBN: 9783954526468)
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Rezension zu "Vier Sommer lang" von Anne Kristin Woeller

Bellis-Perennis
„Egal, was du tust, du musst es mit deinem Gewissen vereinbaren können, auch noch Jahre später.“

„Egal, was du tust, du musst es mit deinem Gewissen vereinbaren können, auch noch Jahre später.“ (Margarete Engel) 

Dieses nur 122 Seiten dünne Buch ist die Geschichte der Margarete Engel aus dem kleinen Ort Gorsleben. Sie findet 1941 kurz nach der gewaltsamen Vertreibung der wenigen Juden, die am Rande des Dorfes leben, in ihrem Vorratskeller einen kleinen verschreckten Jungen. Sie holt ihn ins Haus, versorgt seine durch Rattenbisse verursachten, Verletzungen und erkennt in ihm jenen Kleinen, den sie bei der Vertreibung der jüdischen Familien, erschossen wähnt. Das Kind ist 5 Jahre alt und heißt Daniel.  

Obwohl sie weiß, welche Folgen es für sie und ihren Mann Martin haben kann, versteckt sie Daniel auf dem Dachboden. Sie schärft ihm ein, ja still zu sein. Nur in der Nacht darf er in den Innenhof, um sich zu bewegen. Margarete unterrichtet Daniel und richtet ihm eine winzige Sonnenterrasse ein, damit er gesund bleibt. Nicht einmal Martin weiht sie ein. Doch der ist ähnlich gestrickt, und versteckt mehrere Juden in Gemüsefässern. 

Mehrmals geraten Margarete, Martin und Daniel in Gefahr entdeckt zu werden. Doch Margarete schafft es, die NS-Schergen auszutricksen. 

Vier Sommer lang gelingt es ihr, Daniel im Haus verborgen zu halten, doch dann soll der Hof mit Spürhunden durchsucht werden .... 

Meine Meinung: 

Margarete Engel, geborene Rank, hat wirklich gelebt und die Geschichte hat sich so zugetragen. Aus den Tagebüchern Margaretes, die 1978 gestorben ist, und verschiedenen Erzählungen hat die Autorin dieses Buch geschrieben.  

In einer Zeit, in der sich kaum jemand ein kritisches Wort über das Regime zu sagen traute, wächst eine einfache Frau über sich hinaus und versteckt ein jüdisches Kind. Es muss ziemlich schwer für sie gewesen zu sein, mit diesem lebensbedrohenden Geheimnis zu leben.  

„Angst ist doch nur ein Gemütszustand, den man wie die Wolken vorüberziehen lassen muss. Wenn sie da ist, nütze sie zu deinen Gunsten. Halte aber nicht daran fest, sondern lass sie wieder gehen. Und die Zeit, loszulassen, kommt immer irgendwann. Irgendwann kommt sie immer.“ 

Der Schreibstil ist locker und flüssig zu lesen. Manchmal wirkt das Buch ein wenig nüchtern, doch gerade deswegen löst es starke Emotionen aus. An einigen Stellen musste ich, ob der Spannung, die Luft anhalten.  

Obwohl natürlich Margarete hier im Mittelpunkt steht, hätte ich noch gerne mehr über die dörfliche Struktur und die Arbeiter auf dem Hof erfahren. Denn ganz ohne Mitwisser, konnte ja auch Martin „seine“ Juden nicht verstecken. Unvorstellbar ist für mich, dass ein Ehepaar solche schwerwiegenden Geheimnisse vor einander verbergen kann.  

Fazit: 

Um es mit Michael Degen zu sagen „Nicht alle (Deutschen) waren Mörder“. Es gab auch solche, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens geholfen haben. Gerne gebe ich dieser Geschichte 5 Sterne.

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