Anne Kuhlmeyer Drift

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Drift“ von Anne Kuhlmeyer

Als sie sich ins Auto setzt und losfährt, will ­Metha Engelhart nur Urlaub in der Sonne machen. Etwas, das sie seit Jahren, Jahrzehnten nicht getan hat. Doch der Dauerregen sorgt für Vollsperrung der Autobahn, immer mehr Straßen werden unpassierbar. Die Werra tritt über die Ufer. Das Wasser steigt. Und steigt …
In einem alten Haus am Hang treffen Fremde aufeinander, die dem Hochwasser vorerst entronnen sind. Metha hat es mit einem Platten gerade noch bis dorthin geschafft. Albrecht Jackwitz, seines Zeichens Lektor, kommt zu Fuß mit seinem Koffer voller Bücher. Der halbwüchsige Sydney saß in einem Reisebus, als vor ihnen die Straße unterging. Er hat als Einziger den Bus rechtzeitig verlassen.
Dann fährt donnernd ein Erdrutsch nieder, und die Fluten steigen noch schneller. Draußen wird es dunkel. Plötzlich taucht der Hausbesitzer auf, ein ruppiger Bauer namens Jan, mit einem Schaf und einer verunglückten jungen Frau im Schlepptau – und nicht gerade glücklich über all die ungebetenen Gäste.
Unbeholfen versuchen die vom Wasser Eingeschlossenen, sich miteinander zu arrangieren, um die Sintflut auszusitzen. Doch jede der Personen trägt Bürden mit sich herum. Der belesene Jackwitz verschanzt sich hinter Vergesslichkeit. Der junge Sydney wäre lieber ein Mädchen. Bauer Jan ist wütend auf alles und jeden. Und warum verspürt Metha, die lebenstüchtige Ärztin, oft so eine Todessehnsucht?

"Drift" übertritt die Genregrenzen wie der Fluss seine Ufer und schwemmt sie fort. Ein Roman mitten aus der Wirklichkeit, ein Mosaik aus Schuld und Verantwortung, Erfahrung und Erinnerung mit Einblicken in andere Kulturen und sinnlichen, ver-rückenden Hommagen an mitreißende Literatur.

Ein Abenteuer über alle Grenzen hinweg. Habt keine Erwartungen, lasst Euch einfach mitnehmen, spürt den Sog, den dieses Buch entwickelt.

— DunklesSchaf

Stöbern in Krimi & Thriller

Stille Wasser

Spannend und voller Geheimnisse, ein Krimi der uns in die Abgründe der Seele blicken lässt.

Ladybella911

Ich bin nicht tot

Teilweise vielleicht etwas überzogen, aber überaus spannend! Bitte mit dem zweiten Teil beeilen ;)

Schattenkaempferin

Das Vermächtnis der Spione

Einblick in die Spionage des Kalten Kriegs ohne viel Action

Schugga

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, dennoch eine tolle Story.

VickisBooks

Hex

Unerwartet! Ein interessanter Einblick in die Abgründe des menschlichen Verhaltens...

19Coraline82

Zorn - Lodernder Hass

Einfach total genial, es wirkte auf mich wie ein Sog. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich es inhaliert.

Thrillerlady

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Über alle Grenzen hinweg - grandios!

    Drift

    DunklesSchaf

    29. May 2017 um 21:12

    Wenn man Anne Kuhlmeyers neuesten Streich lesen möchte, muss man sich darauf gefasst machen, dass die Grenzen des Genres hier nicht nur ausgelotet werden, sondern mal gänzlich ignoriert werden. Der Titel des Buches deutet hier ganz und gar nicht dezent darauf hin. Man driftet darüber hinaus. Krimi? Eher nicht. Mit kriminellen Elementen, aber ja. Schuld, Reue, Straftat, all das lässt sich finden. Die Realität ist noir. Doch was ist überhaupt Realität? Auch über deren Grenzen driftet Anne Kuhlmeyer hinaus. Ja, was ist das Buch also? Ganz einfach: es ist außergewöhnlich. „Vielleicht hat er ja etwas darüber gelesen […], zum Beispiel, dass man schon in der Steinzeit Schädel öffnete, um die bösen Geister aus ihnen zu entlassen. Dies scheint mir zuweilen eine Methode, die generalisiert gehörte. Ein Loch in jedermanns Kalotte würde womöglich sämtlichen Todsünden den Garaus machen. Kein Hass, kein Krieg,  und die Kirchensteuer könnte unmittelbar im Straßenbau Verwendung finden. Wege zwischen Leuten zu bauen wäre nützlicher als welche zu Gott, der sowieso nie zu Hause ist, wenn man ihn braucht. Man sollte diese Technik einführen, wie man Tuberkuloseschutzimpfung eingeführt hat, flächendeckend.“ (S. 128) Anne Kuhlmeyers Schreibstil konnte man schon in „Es gibt keine Toten“ und „Night Train“ bewundern.  Er ist so vieles, doch nie einseitig. Man folgt ihr hinein in philosophische Betrachtungen, lakonische Seen und Nüchternheit, überwindet gemeinsam sarkastische Spitzen und findet doch Verletzlichkeit. Der Tod spielt eine zentrale Rolle, nicht nur, weil Metha, die Protagonistin, Rechtsmedizinerin ist, aber auch.  Diese strandet, gemeinsam mit ein paar anderen Seelen in einem alten, heruntergekommenen Haus, mitten in einem überfluteten Deutschland. Früher ein Grenzposten, nun Bauer Jans Besitz, genauso wie Schaf Olga. Mit dabei sind noch Sydney, ein Junge der sich als Mädchen fühlt, Rosalie, die auf der Suche nach einem Mann ist und Albrecht, der zwischen zwei Frauen pendelt. Das Unwetter, welches die Werra über die Ufer treten lässt, schneidet sie von der Welt ab und sperrt sie gemeinsam in die Hütte. Angst und Unsicherheit macht sich breit, die Vorräte werden gehortet, bis die Flut an die Haustür klopft. Ein jeder der Gruppe hat Geheimnisse und Sehnsüchte, Erinnerungen und Geschichten, ein Floß kommt vorbei. Die Situation eskaliert und alle tragen Schuld daran. Doch dann gelingt der Autorin ein wunderbarer, außergewöhnlicher aber sehr ungewöhnlicher Kniff. Diesen werde ich natürlich nicht verraten, damit jeder Leser sich selbst überraschen lassen kann, doch sollte er darauf gefasst sein, zu driften. Über das Genre hinaus, über die Grenzen hinweg und an der Realität vorbei. Für den ersten Moment mag es befremdlich wirken, doch dann entwickelt es sich zu einer Geschichte in Geschichten, einem Abenteuer wie ich es in einer eingeschlossenen Hütte nahe der Werra ganz sicher nicht erwartet habe. Ich mag Anne Kuhlmeyers bisherige Bücher, doch dieses hier hat mich begeistert. Und das mitten im größten Unwetter Deutschlands, abgeschottet mit den Ängsten, Geheimnissen und Erinnerungen von Fremden. Eine Hütte, die die Grenzen der Realität sprengt und doch so realistisch bleibt wie es nur geht. Doch alles kreist um Metha, die schon viel zu lange lebt, um sich immer noch Sorgen zu machen, die aber erst jetzt jemanden findet, der ihre Geschichte nieder schreibt. Fazit: Ein Abenteuer über alle Grenzen hinweg. Habt keine Erwartungen, lasst Euch einfach mitnehmen, spürt den Sog, den dieses Buch entwickelt. Außergewöhnlich ungewöhnlich – grandios!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks