Anne Levin

 4,3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Refugium.

Lebenslauf von Anne Levin

Anne Levin wurde 1966 geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Lilienthal. Nach einer Schauspielausbildung in Hamburg arbeitete sie zehn Jahre lang am Theater bevor sie in Hamburg Psychologie studierte. Seit 2010 arbeitet sie als Professorin an der Universität Bremen. Ihr Buch Refugium – Insel der Verlorenen ist das erste Buch einer dreiteiligen Reihe.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Refugium (ISBN: 9783748127710)

Refugium

 (3)
Erschienen am 10.12.2019

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Cover des Buches Refugium (ISBN: 9783748127710)W

Rezension zu "Refugium" von Anne Levin

Ein Buch, das den Nordseeurlaub ersetzt
WakoniggDvor 10 Monaten

Selten wird, was das Cover eines Buchs verspricht, von seinem Inhalt eingehalten. Bei Anne Levins "Refugium – Insel der Verlorenen" wird das Versprechen hingegen eingelöst. Ebenso nebelumhüllt wie das Cover präsentieren sich die ersten Seiten dieses Buchs. Gemeinsam mit dem zwölfjährigen Elaf watet der Leser durch den Nebel des Wattenmeers und wird mit einer mysteriösen Geschichte konfrontiert: einer geheimnisvollen Insel, auf der Seelen mittels einer magischen Glaskugel eingesperrt werden können, während ihre seelenlosen Körper an Land zurückkehren. So geschieht es auch der Seele von Elaf, die von der bösen Tante des Jungen dazu verdammt wird, auf der Insel zu bleiben.  


Die Geschehnisse um Elaf wecken beim Leser das Bedürfnis, mehr zu erfahren über die nur schemenhaft skizzierten Figuren und das Geheimnis der Glaskugel. Doch Levin denkt nicht daran, dieses Bedürfnis schnell zu befriedigen. Nicht nur um die titelgebende Insel hebt sich der Nebel langsam, auch auf der Handlungsebene lichtet sich der Schleier des Geheimnisses rund um Elaf und seine Geschichte nur nach und nach. Und genau das macht den Reiz dieses Buchs aus, bei dem der Leser in jedem Kapitel mit Spannung nach weiteren Mosaiksteinen des Rätsels lechzt.


Nach der anfänglichen Erzählung rund um die Verbannung von Elafs Seele auf die Insel öffnet sich überraschend eine weitere Handlungsebene. Während die Ereignisse um Elaf "vor etwa 90 Jahren" stattfanden, befindet sich der Leser nun "viele Jahre später in einem Dorf in Norddeutschland". Dort lernt er zusammen mit dem Neuankömmling Tom das strenge Lehrpersonal der Schule kennen. Ein Klassenausflug führt Tom und seine Mitschüler in das Dorf an der Küste, in dem einst Elaf lebte. Noch immer verschwinden von dort Kinderseelen auf die geheimnisvolle Insel – auch die seiner Mitschüler. Gemeinsam arbeiten Tom und Elafs Geist daran, den Fluch zu brechen und die Seelen der Kinder zu befreien.  


Levins "Refugium" lässt sich in keine der gängigen Genre-Schubladen stecken. Obwohl die zentralen Protagonisten des Buchs Kinder an der Schwelle zur Jugend sind, ist es kein Jugendbuch. Und obwohl es um eine mysteriöse Insel, körperlose Seelen und magische Objekte geht, ist es kein Fantasyroman aktueller Prägung, wo kaum eine Handlung ohne Dämonen und gefallene Engel auskommt. Levins Buch atmet vielmehr den Geist alter Spökenkieker-Erzählungen, die – vorgetragen am prasselnden Kamin einer reetgedeckten norddeutschen Kate – viele Jahrhunderte lang Groß und Klein mit sanftem Grusel die Ohren spitzen ließen, während die Welt draußen im Nebel der nahen See versank.  


Ein Buch, das den Nordseeurlaub ersetzt. 

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Cover des Buches Refugium (ISBN: 9783748127710)Kapitel94s avatar

Rezension zu "Refugium" von Anne Levin

Gute Fantasyspannung für zwischendurch
Kapitel94vor einem Jahr

Was einst aus Liebe begann, wurde später zu Machthaberei und Unterdrückung. Als Johann für seine kranke Frau Milli eine Insel erschuf, auf der ihre Seele frei von jeglichen Schmerzen sein konnte, ahnte er noch nicht, dass dieser Zauber von seiner eigenen Familie missbraucht werden würde. Hunderte Jahre nachdem Johann Grabstatt die Kugel erschuf, mit der die Seele vom Körper seiner Frau getrennt werden konnte, benutzt seine Ururenkelin die Macht des Zaubers aus ganz anderen Gründen: Als Direktorin will sie Schüler erschaffen, die sich in die Gemeinschaft einbringen und ohne Widerworte genau das tun, was von ihnen verlangt wird. Sie will kleine Marionetten, die ihren Job leichter machen und den Ruf der Schule nicht gefährden.


Tom kommt als neuer Schüler auf die „Schule an der kargen Hütte“ und obwohl er recht schnell Anschluss findet, fühlt er sich doch fortwährend unwohl in seiner neuen Umgebung. Auf einer Klassenfahrt nimmt das Unheil dann seinen Lauf: Die Schulleiterin führt die Kinder auf eine verborgene Insel und beraubt sie ihrer Seelen. Nur Tom kommt unbeschadet zurück und muss nun versuchen, seine Freunde zu retten. Doch wie soll er es schaffen, das Geheimnis um die Glaskugel zu lüften? Kann er sich überhaupt gegenüber der seelenlosen Gruppe seiner Mitschüler behaupten?


Refugium: Insel der Verlorenen war eine schöne Lektüre für zwischendurch. Ich fand es interessant, eine Fantasygeschichte zu lesen, die sich zur Abwechslung in Deutschland abspielt und konnte mich daher auch leichter in die Handlung einfinden, da mir das Setting bekannt war. Das Geheimnis um die Glaskugeln, mit deren Hilfe man die Seelen verschiedener Menschen einfangen kann, hat mich sehr begeistert – so sehr sogar, dass man meiner Meinung nach einige Schulaktivitäten auf der Klassenfahrt hätte auslassen und stattdessen mehr zur Geschichte der Insel und zum Zauber hätte erzählen können. Die Schulatmosphäre (vor allem der Umgang bestimmter Lehrer mit Schülern und die Beschreibung der Herberge) erinnerte mich an einigen Stellen an Matilda von Roald Dahl, was mir sehr gefiel, da ich ein großer Fan des Filmklassikers von Danny DeVito bin. Das Sprachregister fand ich insgesamt für ein Jugendbuch etwas zu hoch. Die teilweise zwölfjährigen Charaktere kamen sehr reif rüber und manche Formulierungen waren für den mündlichen Sprachgebrauch etwas untypisch, daher fiel es mir schwer, mich in die Hauptfiguren hineinzuversetzen. Doch insgesamt hat mir Refugium: Insel der Verlorenen gut gefallen. Der Familienzauber wird nach und nach in die Geschichte eingebaut, macht den Leser neugierig auf mehr und wird zum Ende hin noch einmal richtig spannend.

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Cover des Buches Refugium (ISBN: 9783748127710)M

Rezension zu "Refugium" von Anne Levin

Atmosphärisch dicht und packend, mit Tiefgang, für Erwachsene und Kinder ab 12.
Mughead_Lonesvor einem Jahr

Ich bin ich eigentlich kein Schnellleser, aber "Refugium - Insel der Verlorenen" hat mich schon auf den ersten Seiten so in seinen Bann gezogen, dass ich dranbleiben musste. Es ist eine geheimnisvolle Geschichte um eine Schulklasse, die von einer Lehrerin auf einer Insel im Wattenmeer mit einer Art Fluch belegt wird, um die Jugendlichen fügsamer und leistungswilliger zu machen. Ein Mädchen und ein Junge aus der Klasse, Sarah und Tom, entgehen dem Zauber. Sie beobachten mit Schrecken, wie ihre Mitschüler ihnen immer fremder werden, wie Misstrauen und Feindschaft wachsen. Obwohl die Chancen schlecht stehen, nehmen Tom und Sarah den Kampf gegen den Fluch auf und begeben sich in große Gefahr, um ihre Freunde zu befreien. Was mir an diesem Roman besonders gefallen hat, war die zweite Zeitebene der Handlung, um 1930 herum. In diesen Passagen beschreibt Anne Levin den Ursprung des Refugiums auf der nebelverhangenen Insel. Die Autorin enthüllt die Zusammenhänge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart Schritt für Schritt und ihr dabei zu folgen, hat mir viel Spaß gemacht. Es ist eine überaus spannende Geschichte, die von humorvoll und facettenreich beschriebenen Figuren getragen wird, die für einige Überraschungen gut sind. Eine Hauptrolle spielt dabei der faszinierende Naturraum Wattenmeer und dessen Unberechenbarkeit durch den ewigen Wechsel von Ebbe und Flut. Wer die Romane von Michael Ende oder von Cornelia Funke liebt, wird auch an "Refugium - Insel der Verlorenen" Freude haben. Ich würde den Roman Kindern ab 12 Jahren empfehlen, aber genauso auch Erwachsenen.

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