Anne Lise Marstrand-Jørgensen

 4.2 Sterne bei 24 Bewertungen
Anne Lise Marstrand-Jørgensen

Lebenslauf von Anne Lise Marstrand-Jørgensen

Anne Lise Marstrand-Jørgensen wurde 1971 in Frederiksberg/Dänemark geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft und arbeitet als Literaturkritikerin für die Zeitung Berlingske Tidende. Sie veröffentlichte bereits mehrere Gedichtsammlungen und Romane. 2013 wurde sie mit dem Otto-Gelsted-Preis der Dänischen Akademie ausgezeichnet. Anne Lise Marstrand-Jørgensen lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen.

Alle Bücher von Anne Lise Marstrand-Jørgensen

Das indiskrete Leben der Alice Horn

Das indiskrete Leben der Alice Horn

 (22)
Erschienen am 06.10.2014
Tochter des Lichts

Tochter des Lichts

 (2)
Erschienen am 16.07.2012

Neue Rezensionen zu Anne Lise Marstrand-Jørgensen

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schafswolkes avatar

Rezension zu "Das indiskrete Leben der Alice Horn" von Anne Lise Marstrand-Jørgensen

Ein Leben in den 70er Jahren in Dänemark
schafswolkevor 4 Jahren

Das Buch spielt in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in Dänemark. Alice und Eric Horn haben drei Kinder und scheinen eine perfekte Ehe zu führen. Aber irgendwann erscheint alles so eintönig und auch sie wollen sich der sexuellen Revolution anschließen. Obwohl auch Alice davon fasziniert ist, verliert sie sich selbst immer mehr aus den Augen und trifft dann eine Entscheidung, die keiner erwartet hat.

Das Buch dreht sich nicht nur um Alice, denn im Laufe der Geschichte wird die mittlere Tochter Flora zur Hauptperson, von daher finde ich den deutschen Titel schon etwas irreführend.  

Ich habe mich mit dem Buch sehr geschleppt. Am Schreibstil lag es nicht, eher an der Geschichte selbst. Das Buch plätschert so dahin und immer wenn es mal ein wenig in Schwung kommt, wird dieser Schwung nicht über einen längeren Zeitraum mitgenommen:
ich musste mich immer dazu aufraffen in dem Buch weiterzulesen. Abbrechen wollte ich das Buch auch nicht, dafür war ich zu neugierig und wollte dann doch wissen, worauf das Ganze noch hinausläuft.

Bei diesem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Es ist nicht schlecht, aber durch die vielen langatmigen Stellen konnte ich mich nicht für die Geschichte der Familie Horn erwärmen. Ich mag gerne dicke Wälzer lesen, aber in diesem Fall, wäre für mich weniger mehr gewesen.
Als Einblick in eine eher nach außen spießig wirkende Gesellschaft, die sich im Umbruch befindet, ist das Buch gut geeignet.


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Estrelass avatar

Rezension zu "Das indiskrete Leben der Alice Horn" von Anne Lise Marstrand-Jørgensen

Leben in den Siebzigern
Estrelasvor 4 Jahren

"Das indiskrete Leben der Alice Horn" ist das Leben einer dänischen Familie mit drei Kindern Anfang der Siebzigerjahre. Trotz ihrer Versuche, neue Lebenskonzepte wie die freie Liebe auszuprobieren, sind sie gefangen im Rollendenken und den gesellschaftlichen Zwängen der Zeit. Gut sind die Beschreibungen im Buch, die vielen Situationen, in denen Alice doch ganz anders reagiert als Frauen heute und auch die vielen Zeitebenen, die mühelos in die Handlung eingeflochten werden, ohne dass sie den Leser durcheinanderbringen. Der deutsche Titel, ganz anders als der Originaltitel, ist nicht ganz passend, denn weder ist sie indiskret noch liegt der Fokus alleine auf Alice. Die Geschichte plätschert dahin, nimmt im letzten Teil kurz Fahrt auf und kommt doch zu keinem richtigen Höhepunkt. Kürzer (als 672 Seiten) wäre der Roman besser gewesen, denn eigentlich ist nicht richtig viel passiert. Der Einblick in die Zeit und die Gedankenwelt der Figuren war aber gut gemacht.

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Sicks avatar

Rezension zu "Das indiskrete Leben der Alice Horn" von Anne Lise Marstrand-Jørgensen

Die Unglücklichen ketten sich so gern aneinander.
Sickvor 4 Jahren

Dänemark, Ende der Sechziger Jahre. Alice Horn lebt mit ihrem Mann Eric und ihren drei gemeinsamen Kindern Marie-Louise, Flora und Martin in einer hübschen Vorort-Siedlung. Nach der harten, entbehrungsreichen Kindheit der Nachkriegszeit ist Alice mit dem Eigenheim und Erics gesichertem Einkommen sehr zufrieden. Doch ihr Mann fühlt eine innere Unruhe. In einem konservativen Umfeld aufgewachsen, kommt er während der Studienzeit erstmals mit alternativen Lebensformen in Berührung. Auch die neuen Freiheiten, die sich die jungen Leute herausnehmen, findet er anziehend und so überredet er Alice dazu Neues auszuprobieren. Eric möchte nicht ausschließlich an seine Frau gebunden sein und auch sie soll nicht den alten Konventionen ausgeliefert sein. So schleift er Alice in Swingerclubs und ermutigt sie zu Affären mit anderen Männern, nicht bemerkend, dass die zarte, scheue Alice mehr und mehr mit der Situation hadert...

 

"Das indiskrete Leben der Alice Horn", wie der deutsche Titel heißt, beschreibt nur teilweise, wovon das Buch handelt. Denn es wird nicht ausschließlich Alices Leben beleuchtet, sondern genauso intensiv das von Eric und ihren drei Kindern, allen voran der mittleren Tochter Flora. Der auktoriale Erzählstil erlaubt es der Autorin dabei zwischen den verschiedenen Figuren hin und her zu springen und auch einen Abstecher in Alices Kindheit und Jugend zu machen. So lernt der Leser sie und ihre Familie sehr gut kennen, bekommt alle Stärken und Schwächen vor Augen geführt und nimmt Teil an ihrem komplizierten Leben.

Dieses ist geprägt von Umbrüchen und neuen Erfahrungen, mit denen die Charaktere klarkommen müssen. Die Vorort-Atmosphäre ist trügerisch, lullt sie und auch den Leser ein, doch draußen wartet die wirkliche Welt. Die, in der Studenten auf die Straße gehen um für Frieden und Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu demonstrieren. Die Welt, in der die jungen Leute alle sozialen Regeln über Bord werfen und ohne Privatsphäre in Wohngemeinschaften leben. Die Welt, in der es mittels neuer Verhütungsmethoden möglich ist, mehrere Sexualpartner zu haben und auch schon vor der Hochzeit miteinander zu schlafen.

Alice schafft es weitestgehend, diese Veränderungen auszublenden. Nicht, weil sie sie nicht gutheißen würde, sondern schlicht und ergreifend, weil sie nichts mit ihrem Leben zu tun haben. Doch Eric möchte unbedingt ein Stück von dem leckeren Kuchen namens Freiheit und pickt sich die in seinen Augen schmackhafteste Rosine heraus, nämlich die sexuelle Selbstbestimmung. Dabei ist er so sehr auf sich fixiert, dass er nicht merkt, wie unglücklich Alice mit dieser neuen Lebensform ist. Auch dass seine Kinder nicht mehr so genau wissen, was richtig und falsch ist, in welche Richtung sie ihren Lebensweg einschlagen sollen, all das geht an ihm vorbei.

Für dieses Buch sollte man sich unbedingt Zeit nehmen, denn es spiegelt das Leben der Beteiligten facettenreich und eindringlich wider. Es werden viele Bilder und Andeutungen benutzt und die verschiedensten Themen angeschnitten, von Kindererziehung über Hausfrauenpflichten und Diäten bis hin zu revolutionären Sommercamps. Außerdem werden unterschiedliche Formen des Zusammenlebens vorgestellt, die für damalige Verhältnisse neu und zunächst gewöhnungsbedürftig waren. Die Einbindung zeitgenössischer Themen und Ereignisse trägt ungemein zur Authentizität bei, sodass ich mich beim Lesen tatsächlich in jener Zeit wiedergefunden habe.

 

Ich kann "Das indiskrete Leben der Alice Horn" allen empfehlen, die gerne Geschichten aus dem wahren Leben lesen und sich für die Zeit zwischen 1969-1972 interessieren. Zwar sind die knapp 700 Seiten nicht immer leicht und flüssig zu lesen, aber die durchdachte Handlung und die Tiefe der Protagonisten sind es allemal wert.

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Gespräche aus der Community

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Insel_Verlags avatar

Frauen, Familie und freie Liebe – wie frei ist der Mensch?

Ein freies, selbstbestimmtes Leben führen zu können, war lange nicht – und ist noch längst nicht überall auf der Welt – selbstverständlich. Mit der sexuellen Revolution in den 1970er Jahren nahm die Entwicklung dieser Freiheiten ihren Anfang. In Das indiskrete Leben der Alice Horn nimmt uns die Autorin Anne Lise Marstrand-Jørgensen mit zurück in diese turbulente Zeit. Mit emotionaler Kraft und psychologischem Feingefühl erzählt sie von einer Frau, die dem Treibsand des Selbstverrats zu entgehen versucht, von Töchtern, die sich und ihre Weiblichkeit neu erfinden müssen und von einer Familie, deren Grundfeste sich auflösen ...

Mehr über das Buch:
Es ist das Jahr 1969. Getrimmte Hecken, akkurat gestutzte Vorgärten und penibel vorgezogene Gardinen bestimmen das Leben der Vororte. Doch die Verheißung einer neuen Zeit liegt in der Luft: Revolutionäre Ideen verbreiten sich wie Lauffeuer, Kommunen und Swingerclubs schießen aus dem Boden, und in der Sommerhitze lassen immer mehr Menschen ihre Hüllen fallen: Freie Entfaltung! Freie Liebe! Freie Sexualität! Während Eric sich den neuen Idealen mit Haut und Haar verschreibt, stürzt seine zurückhaltende Frau Alice in einen zermürbenden Konflikt: Kann sie eine offene Beziehung führen, mit anderen Männern schlafen? Was wird aus ihrer Ehe, ihrer Familie, ihren Töchtern? Zwischen sexueller Experimentierlust und Prüderie, Emanzipation und Selbstaufgabe verliert Alice zunehmend den Halt in ihrem Leben und sich selbst aus den Augen. Und steuert auf eine Katastrophe zu, die ihre ganze Familie zu verschlingen droht …
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Die Zeitschrift Elle schreibt über Anne Lise Marstrand-Jørgensens Roman:
»Mad Men trifft auf Desperate Housewives.«

Wenn Ihr Lust habt, Euch in den fesselnden Roman dieser beeindruckenden dänischen Gegenwartsautorinnen zu stürzen, dann bewerbt Euch um eines von 25 Exemplaren von Das indiskrete Leben der Alice Horn, indem Ihr uns bis zum 06. Oktober 2014 folgende Frage beantwortet*:

Was bedeutet für Dich, ein freies Leben zu führen?

Mehr über die Autorin:
Anne Lise Marstrand-Jørgensen wurde 1971 in Frederiksberg/Dänemark geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft und arbeitet als Literaturkritikerin für die Zeitung Berlingske Tidende. Sie veröffentlichte bereits mehrere Gedichtsammlungen und Romane. 2013 wurde sie mit dem Otto-Gelsted-Preis der Dänischen Akademie ausgezeichnet. Anne Lise Marstrand-Jørgensen lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen.

*Bitte beachtet, dass ihr euch im Gewinnfall zur aktiven Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten und zum Verfassen einer abschließenden Rezension verpflichtet.
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