Anne McCaffrey Dragonquest

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  • Rezension zu "Dragonquest" von Anne McCaffrey

    Dragonquest

    Feuerfluegel

    09. April 2011 um 00:42

    Hat einige Weile gedauert, bis ich mit Dragonquest durch gewesen bin. Dragonquest ist aber eine nahtlose Fortsetzung von Dragonflight und spielt, wenn ich das richtig verstanden habe, ein paar Jahre später. Einerseits gefiel mir Dragonquest besser als Dragonflight, andererseits aber auch weniger. Zu den positiven Seiten, kann ich nur sagen, Lessa tritt deutlich mehr in den Hintergrund und schafft Platz für mehr PoV Charaktere. F'nor (F'lars Halbbruder) tritt vermehrt in den Vordergrund und seine Geschichte hat es mir wohl am meisten angetan. Er ist auch die Hauptfigur des großen Endes. Er ist eine großartige, wenn auch deutlich einseitigere Figur, als sein Bruder. Aber er ist großherzig, klug und stark und daher mein persönlicher Held in Dragonquest. Dass er jetzt auch noch seine persönliche Liebesgeschichte erhält, war für mich das absolute i-Tüpfelchen auf dem Ganzen. Auch erhalten die Leser nun mehr Einblick in die Gedankengänge der Antagonisten. Man erfährt mehr über ihre Gefühle, ihr Bestreben und ihre Gründe. Die meisten Gründe sind nicht besonders vielfältig, aber es gibt auch in der Realität Menschen, die einfach nur machtlüstern oder streitlustig sind, daher kann ich das hier nicht als negativen Punkt anmerken. Dann mein absolutes Highlight in Dragonquest: Zum ersten Mal erfährt der Leser etwas über die firelizards. Kleine Echsen, die für die Vorfahren der Drachen gehalten werden. Der gesamte Handlungsstrang um die kleine Wesen hat mir unglaublich gut gefallen. Feuerfluegel mag nun auch einen firelizard haben - Und gerade dieser Handlungsstrang machte noch mehr Platz für einige Nebencharaktere, die einfach einen gewissen Charme haben und noch weiter an Farbe gewinnen konnten. Brekke zum Beispiel, die noch eine recht große Rolle spielen durften, aber auch das Mündel zum Beispiel habe ich ganz herzlich ins Herz geschlossen. Die meisten Charaktere habe ich bildlich vor Augen und viele von ihnen sind trotz der Kürze des Buches fast so etwas wie „Freunde“ geworden. Außerdem flechtet die Autorin die firelizards wunderbar in die Gesamtgeschichte ein, so dass sie auf mich nicht den Anschein einen Deus ex Machina erzeugten. Und es gab natürlich auch wieder eine gehörige Portion Drama und Gefühl. Dragonquest hat mich dennoch nicht so sehr berühren können, wie Dragonflight, auch wenn die Geschichte deutlich dramatischer ablief und noch mehr darauf ausgelegt war, auf die Tränendrüse zu drücken. Wobei wir nun bei den negativen Seiten des Buches wären. Wie schon gesagt, ich war die meiste Zeit der Geschichte eher weniger emotional involviert, als bei dem ersten Band. Erst gegen Ende konnte mich McCaffrey wieder überzeugen und ließ mich mitfiebern. Außerdem strotzt das Buch vor politischen und wirtschaftlichen Dialogen, die irgendwann beginnen sich im Kreis zu drehen. An manchen Stellen zog sich das Ganze wie Kaugummi. Als ich zum x-ten Mal erfuhr, dass der Meisterharfner am liebsten nach Benden kommt, weil der Wein so toll ist, konnte ich nur die Augen verdrehen. Aber die ganz besondere Überraschung gegen Ende des Buches (oder sollte ich sagen, die vielen kleinen Überraschungen am Ende) haben mich für so einige Durststrecken entschädigt. Die meiste Zeit war ich wieder begeistert. Die positiven Seiten überwiegen deutlich, wie man sehen kann und ich werde mich definitiv bald auch an den dritten Band begeben. Ich kann Dragonquest wieder nur empfehlen. Und man kann für den Preis wirklich nichts falsch machen. Mein Exemplar ist nur leider etwas zerfleddert. Die letzten hundert Seiten mochte ich gar nicht aufhören zu lesen und daher habe ich das Buch überall hin mitgeschleppt und danach sieht es nun leider auch aus.

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