Anne Nürnberger , Jan Rentzow Reich kann jeder

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Inhaltsangabe zu „Reich kann jeder“ von Anne Nürnberger

Wer von den Reichen lernen will, muss zu ihnen hin, sich unter sie mischen, sie beobachten und sich möglichst viel von ihnen abgucken. Die Autoren kennen keine Reichen, sie haben ein bisschen Angst vor ihnen. Sie müssen ihre Ängste überwinden. Und zwar schnell. Sie müssen ihre Ansprüche hoch schrauben. Und zwar gründlich. Dieses Buch ist das aberwitzige Abenteuer von zweien, die auszogen, die Oberschicht zu erobern, und nicht glauben können, was ihnen da passiert. Eine große Satire darüber, wie nahe gut und böse beieinander liegen, und wie schwer es ist, beides auseinander zu halten. Der gelebte Erfolg.

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  • Rezension zu "Reich kann jeder" von Anne Nürnberger

    Reich kann jeder

    michael_lehmann-pape

    22. December 2011 um 11:18

    Von Zweien die auszogen..... Ein wenig irreführend ist das alles schon, mit dem Buch, dem Selbstversuch und vor allem dem Titel des Buches. „Reich kann jeder“ stimmt allerhöchstens insoweit, wenn man innere Ruhe und das Wagen von Erfahrungen als „Reichtum“ bezeichnet. Wer nach einigen Stunden „Strandsammeln“ (mit durchaus ausgefallen Ideen) zwischen 150 und 300 Euro eingenommen hat, der ist zumindest materiell nicht unbedingt auf dem Weg zum großen Reichtum. Soviel dann auch vorweg gesagt, es verbleibt nach der Lektüre des Buches eher der Eindruck, dass die ganze Sache eher ins Soll denn ins Haben gerutscht ist. Denn um mit den „Reichen“ mithalten zu können, in deren Kreisen sich zu bewegen, durchaus Investitionen in Kleidung und Beiwerk wurden von den Autoren getätigt. Dem gefühlten Anschein nach deutlich mehr, als an Gewinn auf dem Weg zum Reichtum „eingesammelt“ wurde. Nürnberger und Rentzow gehen zunächst auf ihrer Suche nach Reichtum den Weg, sich an jene Orte zu bewegen, an denen eben die Reichen eher unter sich sind. Der Starnberger See ist hier die erste Adresse, aber auch St. Tropez und andere Orte werden folgen. Und vielfache Ideen (als Mittler für den Verkauf der Reste der Berliner Mauer, als Investoren für eine professionelle Pokerspielerin unter Gewinnbeteiligung, mit exotischen Angeboten am Strand und in Spanien) erproben die beiden „Reichtumssucher“ den Weg zum pekuniären Erfolg. Auf diesem Weg kreuzen zudem Personen ihren Weg. Gespräche mit dem Freiherrn von Knigge, mit der Stilberaterin Laura Reinking, mit dem Konversationsexperten Alexander von Schönburg und manch anderen kommen Nürnberger und Rentzow ins Gespräch, immer auf der Suche nach dem rechten Habitus, den „goldenen Regeln“ für den Eintritt in die Welt der Reichen. Auch hier sei bemerkt, dass diese Gespräche weniger sich aus Situationen oder Sympathie ergeben haben, sondern im Zuge des Buchprojektes ein gewisses Interesse auf der „anderen Seite“ mit im Raume stand. Letztlich kann das Buch und die darin geschilderten Begegnungen nicht den Eindruck entkräften, dass „Otto Normalverbraucher“ im Leben nicht zum Gespräch mit Gunter Sachs Gelegenheit gekommen wäre. Und ebenso die meisten anderen der „Promis“ im Buch nur aus der Ferne zu Gesicht bekommt (wenn überhaupt). Fast verzweifelt oder naiv wirkt die ein oder andere „Geschäftsidee“, sich dem pekuniären Reichtum entgegen zu robben. Wer also den Titel des Buches für bare Münze nimmt, wird sich enttäuscht wiederfinden, denn, immer auf das Materielle bezogen, reich kann eben nicht jeder. Vor allem nicht ohne Geld. Die Ausgangsfrage Rentzows, „wie wird man in Deutschland eigentlich reich?“, sie wird letztlich Buch eindeutig nicht beantwortet. Viel ist zu lesen von der „Welt der Reichen“, von Umgangsformen, Beziehungsgeflechten, modischen (teuren) Notwendigkeiten. Aber das reine Nachäffen äußerer Formen (oder das Hineinschleichen in die fremde Welt derer „da oben“) führt, wie an den beiden Autoren zu sehen, nicht wirklich zu materiellem Reichtum. Die Interviews und Gespräche geben keinen Aufschluss für Geschäftsideen. Der Versuch, die eigene Wohnung als „Location“ für Filmschaffende anzudienen füllt die Kasse ebenso wenig nachhaltig wie das Einsammeln von Geld für eine fiktive Heirat im spanischen Cafe. Was verbleibt ist ein Eindruck in die konkrete Lebenswelt mancher reicher Menschen. Neureiche, wie der Erfolgscoach Vojta und alteingesessene wie der Freiherr von Knigge. Ein Eindruck, der durch einen der Sponsoren des Experiments, die Merriott Hotel Kette, stilecht zumindest vom Umfeld her ermöglicht wird. Was ebenso verbleibt ist die ein oder andere humorige Schilderung und anregende Begegnung, wobei die wohl interessanteste mit Gunter Sachs im Buch leider nicht wirklich geschildert wird. Das alles in gut lesbarer, leichter und lockerer Sprache zu Papier gebracht. Was vor allem bleibt ist ein Einblick in so manche Unsinnigkeit (und auch Unlauterkeit) dessen, was „reiches Leben“ in Deutschland eben auch ist und die im Raum verbleibende Frage, ob das wirklich so anstrebenswert wäre. Im Gesamten eine „leichte“ Lektüre über ein „so tun als ob“ ohne durchschlagenden Erfolg. Bis auf den, dass der Leser nachher weiß, mit welchen „Geschäftsideen“ man materiell nicht reich wird. Und ebenso ins Grübeln gerät, ob es für ein „reiches Leben“ tatsächlich ausufernder materieller Mittel bedarf.

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