Anne Perry Die dunklen Wasser des Todes

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Inhaltsangabe zu „Die dunklen Wasser des Todes“ von Anne Perry

Ein geheimnisvoller Mord – eine mutige Heilerin – eine untergehende Welt

Konstantinopel 1273: Ein hoher Adeliger wird in der städtischen Zisterne ermordet. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden. Doch dessen Schwester Anna kann nicht an seine Schuld glauben. Als Eunuch verkleidet versucht sie die Wahrheit zu ergründen. Schon bald ist sie in ein Intrigengespinst verwoben, das das ganze Weltreich zu Fall bringen soll.

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  • Rezension zu "Die dunklen Wasser des Todes" von Anne Perry

    Die dunklen Wasser des Todes

    michael_lehmann-pape

    20. November 2012 um 11:06

    Historischer Kriminalroman mit geistlichem Hintergrund Es ist die Zeit der Glaubenskriege und Glaubenskonkurrenz. Kreuzzüge, Spannungen zwischen der katholischen und Orthodoxen Kirche seit der Trennung beider Großkirchen, der Anspruch Roms auch auf weltliche „Weltherrschaft“ und mitten drin Byzanz, das ehemalige Konstantinopel, Scheidepunkt zwischen Orient und Okzident, Europa und Asien. Folgt man Anne Perry in ihrem neuen Kriminalroman und taucht man ein in die von ihr, durchaus sorgfältig, recherchierte Atmosphäre der Stadt, so stellt man umgehend fest, dass Intrigen, politische Ränkespiele, Bedrohungen von außen und so manches mehr an zunächst Undurchschaubaren das öffentliche Leben in Byzanz belasten. Und schon die ersten Sätze des Buches führen mitten hinein in die politischen Ränke der Stadt. „Wir werden die Kirche nicht retten, wenn die Stadt fällt, aber genau dazu würde es kommen, wenn wir morgen unseren Plan ausführen“. Was auch immer mit diesem Plan gemeint sein sollte, es kommt nicht zur Durchführung, stattdessen findet sich umgehend der erste Tote des Buches. Der Adlige Bessarion wird ermordet aufgefunden. Warum und von wem? Das sind die beiden Frage, denen Anne Perry über gut 700 Seiten nun nachgeht. Zwar findet sich umgehend der vermeintliche Täter. Iustinianos Laskaris wird des Mordes beschuldigt. Doch dessen Schwester Anna Zarides glaubt nicht eine Sekunde an die Schuld ihres Bruders. Zum Beweis seiner Unschuld macht sie sich auf nach Byzanz und macht sich dort bekannt, als Eunuch verkleidet, als „Heiler(in)“. Eine Tätigkeit, die ihr Zugang zu den höchsten Kreisen der Stadt ermöglicht, eine Tätigkeit, mittels derer sie viele Informationen und Hinweise auf eine umfassende Verschwörung findet, Byzanz zu stürzen. Eine Verschwörung, deren Wurzeln bis nach Rom und Venedig reichen und in die allerhöchste Kreise auch in Byzanz selbst eingebunden sind. Eine „westliche“ Konkurrenz zwischen Venedig und Rom, die nun auch in Byzanz ausgetragen werden wird. Mehr und mehr gerät Anna selbst in Gefahr. Zum einen, weil sie als „Frau in Männerkleidern“, zudem noch mit dem allein für Männer vorbehaltenen Beruf des Heilers, in ständiger Gefahr steht, enttarnt zu werden. Mit der sofortigen Todesstrafe. Zum anderen aber natürlich auch, weil Anna mehr und mehr Einblick erhält in die Umsturzpläne und damit für die Verschwörer selbst zu einer Gefahr werden wird. Eine tödliche Gefahr, denn Bessarion wird nicht der letzte Tote bleiben, den Byzanz in diesen Tagen erlebt und Anna nicht die einzige Frau, die geheimen Wegen nachgeht. Als dann noch romantische Gefühle auf Seiten Annas in den Raum treten, hat sie alle Hände voll zu tun, sich selbst zu bewahren. Verschwörung, Machtkampf, Verkleidung als Tarnung, politische Intrigen, Romantik. Zutaten, die durchaus breit bekannt sind und die auch Anne Perry in ihrem neuen Roman nicht unbedingt zu neuen Höhen führt. Zu stereotyp wirken doch gerade ihre Hauptfiguren und zu vorhersehbar die Spannungskurven im Buch. Da dies alles auch in recht einfacher Sprache und meist eher einfachen Bildern geschildert wird, fesselt dieser Roman nicht vollständig. Andererseits schildert Perry die Atmosphäre der Zeit und der Stadt durchaus treffend und verweist auch nachvollziehbar auf die (kirchen-) politischen Hintergründe des Ringens um Vorherrschaft und Macht. Mit vielen Figuren ausgestattet, vermag Perry so durchaus recht unterhaltsam ihre Geschichte voranzubringen, ohne vollends zu überzeugen.

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