Anne Reinecke Leinsee

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Inhaltsangabe zu „Leinsee“ von Anne Reinecke

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

Ein schwierig zu lesendes Buch, aber zwischendurch interessant

— Lealein1906

Farbenprächtig und voller Poesie!

— tardy

Eine ganz besondere Beziehung zwischen den Jahren. Wunderschön geschrieben und macht nachdenklich

— schokokaramell

Die Kunst im Schatten seiner berühmten Eltern zu überleben.

— Waschbaerin

Vielfarbig düsteres Porträt

— Sabine_Hartmann

Ein ungewöhnliches Debut voller Sprachwitz und eine Hommage an die Kunst!

— Hopeandlive

Was für ein Debüt! Liebenswerte Figuren, eine schöne Entwicklung und eine Hommage an die Farben des Lebens!

— miro76

Ein Buch wie ein kleines Kunstwerk!

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Poetisch und erstaunlich offen für unterschiedlichste Interpretationsansätze.

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Ein Roman, der sich in keine Schublade stecken lässt. Eine leise Erzählung von ungeahnter Wucht, voller Farben und Poesie.

— LitteraeArtesque

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  • Ging leider nicht an mich

    Leinsee

    Lealein1906

    17. April 2018 um 01:03

    Leider habe ich mich mit "Leinsee" doch ziemlich schwierig getan.Es geht um Karl, einen Künstlersohn, der selbst Künstler ist. Seine Mutter ist schwer krank, der Vater begeht deswegen Selbstmord. So kommt der Leser in die Geschichte hinein. Nach und nach erfahren wir dann mehr Details aus Karls Leben, der nur wenig Liebe von seinen Eltern erfahren durfte. Während er probiert sein Leben in seinem Geburtshaus neu zu ordnen, taucht immer wieder ein kleines Mädchen namens Tanja auf, die bald eine wichtige Rolle in Karls Leben spielen wird.Um ehrlich zu sein, weiß ich immer noch nicht genau, was mir dieses Buch sagen wollte. Zwar gibt es durchaus interessante Szenen, aber ich konnte den gesamten Sinn der Geschichte nicht erfassen (was durchaus auch an mir liegen kann).Ohne die kleine Tanja hätte mir dieses Buch gar keinen Spaß gemacht, aber sie ist wirklich ein Lichtblick und bringt Leben in die Geschichte. Denn Spannung ist eigentlich überhaupt nicht vorhanden (ich glaube aber auch nicht, dass die Autorin dass so wollte), aber meiner Meinung nach, hätte das dem Buch gut getan. Die Charaktere sind alle eher schwieriger Natur, sodass sie schwer zu fassen sind. Identifizieren konnte ich mich nur mit Tanja.Der Schreibstil war für mich eher anstrengend zu lesen, allerdings gibt es immer mal wieder interessante Erzählstil-Abschnitte, in denen Zeitung und Erzählung vermischt werden. Davon hätte ich gerne auch noch etwas mehr gelesen.Ich persönlich konnte mit dem Buch leider zu wenig anfangen, deswegen kann ich nur zwei Sterne geben. Trotzdem möchte ich nicht verschweigen, dass das Buch interessante Ansätze hatte, die für Fans der hohen Literatur sicherlich sehr ansprechend sein können.

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  • Leinsee

    Leinsee

    tardy

    12. April 2018 um 09:22

    Das berühmte Künstlerpaar Ada und Kurt Stiegenhauer war sich immer selbst genug. Da war wenig Platz für den gemeinsamen Sohn Karl. Früh ins Internat abgeschoben, sogar unter einem  anderen Namen, fühlte er sich immer ungeliebt und wie ein fünftes Rad am Wagen. Als sich der Vater erhängt, da die Mutter schwer erkrankt ist und ins Koma fällt, muss Karl nach Leinsee, dem Wohnort der Familie, um alle Dinge zu regeln. Mittlerweile hat er sich selbst einen Namen als Künstler gemacht und eine große Ausstellung steht bevor. Doch die Mutter erwacht allen Aussagen zum Trotz und Karl beschließt länger zu bleiben. Leinsee, der Ort, der ihm nie Heimat war, beginnt ihm zu gefallen. Und dann ist da dieses kleine achtjährige Mädchen, Tanja, das eine besondere Faszination auf den jungen Künstler ausübt.Anne Reinecke hat ein wunderbares Debüt erschaffen. Auf mich wirkt es wie ein großes Gesamtkunstwerk, das mich durch seine eigenwillige und formenreiche Sprache sehr beeindruckt hat. Zahlreiche Wortneuschöpfungen haben es mir besonders angetan. Man sollte den Duden neu schreiben und Wörter, wie "Kaugummigrau", "Atelierbodendreck" oder "Gewürzregalfächer" müssten dringend aufgenommen werden. Sie perlen auf der Zunge wie ein guter Champagner. Allein wegen dieser Sprache ist das Buch für mich absolut lesenswert. Ich habe Farben entdeckt, von denen ich nie zuvor gehört habe, die aber so klar, so selbstverständlich sind, dass ich keinen Moment an ihnen gezweifelt habe. Auch, wenn die Geschichte selbst nicht immer unbedingt glaubwürdig war, wenn es auch einige Ungereimtheiten gab, einige Sachverhalte nicht real erschienen oder nicht in unser Konzept von Moral und Verhaltenskodex passen. Ich habe jedes einzelne Wort genossen. Es ist mehr als nur reine Literatur, es ist pure Poesie und die Autorin hat das Stipendium völlig zu Recht bekommen. Absolut lesenswert!!

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  • REZENSION: Leinsee

    Leinsee

    igbuchblueten

    09. April 2018 um 23:18

    Wenn man einen Klappentext missdeutet... ... ist man zwar selbst schuld, das Lesevergnügen leidet aber trotzdem. Die Beschreibung zu Leinsee klang für mich nach dem deutschen Pendant zu "Ein Mann namens Ove" (was ich abgöttisch geliebt habe) und deshalb wanderte auch Leinsee sehr Bald auf meine Wunschliste. Zu Beginn scheint auch noch alles in diese "Mann mit Midlife Crisis trifft Kind ohne Bezugsperson" - Schiene zu passen, aber spätestens nach der Hälfte des Buches hatte sich alles in eine Richtung entwickelt, die mir ganz und gar nicht gefiel. Karl Stiegenhauer, renommierter Künstler, trifft auf Tanja, ein, wie es auf den ersten Blick scheint, verwildertes Mädchen. Was ich erwartet habe ist eigentlich ganz einfach erklärt. Karl nimmt sich dem Mädchen an, päppelt sie auf, sieht, dass es auch noch etwas anderes, als seine Arbeit gibt und Tanja schenkt ihm im Gegenzug die Unbekümmertheit eines glücklichen Kindes. Was ich bekommen habe, kann ich gar nicht richtig in Worte fassen. Ein schaffensmüder Protagonist mit vielen Eigenheiten, trifft auf ein kleines Mädchen mit genauso vielen Macken, wird regelrecht besessen von ihr (auf keine pädophile Art und Weise) und handelt ohne jegliche Berechenbarkeit. Zu Beginn fand ich Tanja noch sehr interessant, habe mich für ihre Hintergründe interessiert, wieso kommt sie in Karls Garten? Ist sie verstört? Wie nimmt sie Karl wahr? Und was erhofft sie davon? Schnell jedoch, ging sie mir tierisch auf die Nerven, was mit zunehmendem Alter immer noch schlimmer wurde. Und auch Karl wurde unerträglich, als seine Gedanken 24 Stunden am Tag nur noch um Tanja kreisten. Alle Nebenhandlungen, wie z. B. die Krankheit von Karls Mutter, oder die Beziehung zu seiner Freundin, gingen bei mir total unter, weil ich mich fast pausenlos über Karl und Tanja geärgert habe. Ich verstehe auch die Moral der Geschichte, oder was die Autorin mit der Geschichte aussagen möchte, nicht. Soll es Freiheit darstellen? Handelt das Buch von Macht? Vielleicht bin ich auch noch nicht reif genug um die Geschichte zu verstehen und habe wichtige Punkte übersehen, aber mit eigenem Verstand kann ich aus der Geschichte nichts für mich wertvolles herausziehen.

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  • Leserunde zu "Leinsee" von Anne Reinecke

    Leinsee

    aba

    "Wenn das Kind da war, ging es ihm am besten." Künstler sind etwas Besonderes, sie sind begabt, exzentrisch, oft kann man sie einfach nicht verstehen. Vor allem aber sind Künstler eins: nur Menschen.In ihrem Debütroman "Leinsee" porträtiert Anne Reinecke das Leben einer Berliner Künstlerfamilie, gewährt tiefe Einblicke in ihre Seelen und zeigt, was Liebe und Freundschaft bewirken können, wenn ein kleines Mädchen in Erscheinung tritt.Der Roman "Leinsee" wurde für den Debütpreis der LitCologne 2018 nominiert, und ihr habt jetzt die Chance, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde kennenzulernen.Zum InhaltKarl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.Lust auf eine Leseprobe? Zur AutorinAnne Reinecke, geboren 1978, hat Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur studiert und für verschiedene Theater-, Film- und Ausstellungsprojekte sowie als Stadtführerin gearbeitet. "Leinsee" ist ihr erster Roman. Für das Manuskript wurde sie mit einem Stipendium der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berlin. Noch mehr Videos zu "Leinsee" findet ihr in dieser Playlist.Zusammen mit Diogenes vergeben wir 50 Exemplare von "Leinsee" unter allen, die neugierig geworden sind und mit uns an einer Leserunde zu diesem besonderen Roman teilnehmen möchten.Habt ihr Lust, euch mit anderen Lesern über Karl und seine Geschichte auszutauschen und eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 04.03., und antwortet auf folgende Frage:Das kleine Mädchen Tanja holt Karl ins Leben zurück.Wie, glaubt ihr, könnte es diesem Kind gelungen sein, das Leben eines Erwachsenen zu ändern?Einige Exemplare haben wir für Blogger reserviert. Gebt also bitte gegebenenfalls eure Blogadressen bei eurer Bewerbung mit!Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück! * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 1355
  • Fluch und Segen, das Kind berühmter Eltern zu sein

    Leinsee

    Waschbaerin

    05. April 2018 um 19:49

    Die Bücher des Diogenes Verlages (die ich kenne) haben eines gemeinsam: Alle sind in einem handlichen Format, lassen sich gut in die Handtasche stecken und mitnehmen. "Leinsee", das Erstlingswerk von Anne Reinecke besticht aber noch durch mehr. Erzählt wird das Leben von Karl, dem Sohn des Künstlerpaares Ada und August Stiegenhauer. Was für Außenstehende wie ein Segen aussieht, entpuppte sich bereits für das Kind Karl als Fluch. Seine Eltern waren sich selbst immer genug. Zusammen mit ihrer Kunst blieben sie ihr ganzes Leben lang ein geschlossener Kreis, in den nichts und niemand eindringen konnte. Nicht einmal ihr einziges Kind Karl. Bereits in sehr jungen Jahren wurde dieser unter anderem Namen in einem Internat untergebracht. Niemand sollte die Verbindung zu den berühmten Eltern bemerken.Doch zurück zum Anfang des Romans. Wir begegnen Karl, als er sich mit dem Zug aufmacht, seine todkranke Mutter zu besuchen und gleichzeitig die Beerdigung seines Vaters zu organisieren, der sich selbst tötete. Seit Jahren hatte Karl keinen Kontakt mehr mit seinen Eltern. Doch er ist der einzige nahe Verwandte. Leinsee - dieses Haus, in dem er die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte. Widerwillig geht er durch die Räume, in denen er nie ein Zuhause hatte. Nur mit viel Alkohol funktioniert er an der Stätte seiner Kindheit, steht Tag für Tag durch, hält den Anforderungen stand. Allein vom Lesen seiner täglichen Trinkgewohnheiten hatte ich schon einen Kater.  Einzig Tanja, ein 8jähriges Mädchen, das in dem Garten spielt, dabei in einem Baum herum klettert lässt ihn das Leben spüren. Mein Gedanke war, dass Karl in Tanja das Kind sieht, das er hätte sein können, wenn seine Eltern es zugelassen hätten. In diesem wunderschönen und großzügigen Garten spielen, nach Herzenslust toben und auf alte Bäume klettern - wieso wurde ihm so ein Leben von Ada und August versagt?Entgegen aller Prognosen überlebt seine Mutter die schwere Operation, kommt wieder zu sich. Doch halt, was spricht sie da? Sie spricht mit zärtlicher Stimme ihren Sohn mit dem Namen August an. Karl fühlt endlich wie es ist, von seiner Mutter geliebt zu werden und spielt mit. Lässt sich von seiner Mutter zärtlich durchs Haar streichen, küssen. Es sind gestohlene Liebesbeweise, die nicht ihm, sondern ihrem Ehemann, Karls Vater gelten. Doch das ist Karl egal. Endlich bekommt er das, was er sein ganzes Leben lang so schmerzlich vermisst hatte. Dann ein Zeitsprung. Mehrere Jahre sind vergangen. "Das Traumpaar geht ab jetzt getrennte Wege", schreibt die Presse, als sich Karl und seine Freundin Mara trennen. Dabei wurde diese Trennung schon vor Jahren im Haus am Leinsee eingeleitet - als sie es beide noch gar nicht richtig erfassten.  Karl ist nun berühmt wie zuvor seine Eltern. Doch irgendwo in ihm lebt noch immer das Kind, welches in Leinsee kein Zuhause finden konnte. So kehrt er zurück. Mehr will ich von der Handlung nicht verraten. Die Autorin schreibt den Roman aus der Sicht von Karl und es ist, als wechsele der Leser dabei die Position vom Zuschauer außen, hinein in Karl's verletzte Seele. Dabei erleben wir als Leser die Aufs und Abs, die traurigen als auch die Glücksmomente, die ihn im Alltag begleiten. Als ich diesen Roman nach der letzten Seite wieder an mir vorbeigleiten ließ breitete sich Verständnis für  Kinder berühmter Eltern in mir aus, die ihr Leben nicht recht auf die Reihe bekommen. Für viele ist es ganz sicher eine Last. Mit den Sternchen bin ich uneins. Vier sind mir im Grunde zu wenig, aber fünf wiederum etwas zu viel.

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  • Leinsee

    Leinsee

    nellsche

    05. April 2018 um 16:00

    Karl hat sich mit seinen noch nicht einmal 30 Jahren bereits einen Namen als Künstler gemacht. Sein Talent dürfte er von seinen Eltern geerbt haben, dem bekannten Künstlerpaar Ada und August Stiegenbauer. Das Verhältnis zu seinen Eltern war jedoch nicht das beste, denn eigentlich war für ein Kind in deren Beziehung kein Platz. Nun ist sein Vater gestorben und seine Mutter schwer erkrankt. Karl muss nach Leinsee zurückkehren und sich um die Angelegenheiten kümmern. Dort begegnet er dem achtjährigen Nachbarsmädchen Tanja, die ihn mit ihrer unbekümmerten und kindlichen Art ins Leben zurückholt.Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, weil er einfach anders ist. Er handelt von Karl und seinem Leben und wie er sich durch die Begegnung mit Tanja verändert.Der Schreibstil war flüssig und sehr gut zu lesen, dabei äußerst bildhaft und detailliert, so dass ich das Geschehen und die Situationen sehr gut vor Augen hatte. Die Geschichte wird aus Karls Perspektive erzählt, so dass man als Leser einen sehr guten Einblick in seine Gedanken und Gefühle erhält. Schnell wird klar, dass Karl kein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hatte. Es fehlte ihm an Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit, da er im Internat aufgewachsen ist.Ich fand Karls Persönlichkeit sehr interessant dargestellt. Er wirkte ein wenig schwermütig und nachdenklich, doch als er Tanja kennenlernte, kam etwas Leichtigkeit zurück. Die Entwicklung fand ich sehr schön.Was ich auch sehr gelungen fand, war, dass Karl die anderen Personen in seiner Umgebung einfach so hinnahm, wie sie waren. Als Leser erfährt man seine Gedanken zu ihnen oder den Situationen, doch die teilt er nicht immer mit. Das sorgte bei mir auch für den ein oder anderen Lacher.Der Humor hat mir insgesamt sehr gut gefallen, da er immer wieder durchkam. Die Geschichte ist gespickt mit witzigen und skurrilen Szenen, bei denen ich laut lachen musste.Das Buch behandelt zwar auch recht schwere Themen, die dennoch mit einer gewissen Leichtigkeit bei mir ankamen.Mir hat es Freude gemacht, Karl und Tanja zu begleiten und mitzuerleben, wie sie sich mit den Jahren entwickelt haben.Ein besonderer Roman, den ich gerne gelesen habe! Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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  • Ada und August. August und Ada. Und Karl.

    Leinsee

    Orisha

    03. April 2018 um 22:18

    Als Ada Stiegenhauer ins Krankenhaus eingewiesen wird, kann August dies nicht ertragen. Die Diagnose? - Hirntumor. Die Überlebenschancen? – gering. August nimmt sich das Leben, doch Ada überlebt. Als Karl, ihr Sohn von den Geschehnissen erfährt, muss er nach Leinsee zurück, jenen Ort, den er über Jahre gemieden hat. Ein Ort, der für die große Liebe seiner Eltern und ihrer Kunst steht. Und ein Ort, der für Karls Einsamkeit steht. Doch er wagt sich zurück und stürzt sich in die Arbeit: Die Beerdigung muss organisiert, die Mutter gepflegt, das Erbe arrangiert werden. Immer an Karls Seite ist Tanja, das Nachbarsmädchen, das frech durch seinen Garten tollt und Karl nach und nach ins Leben zurückholt. Anne Reineckes Debüt „Leinsee“ hat es in sich. Nicht nur widmet sie sich solch’ schweren Themen, wie Verlust, Tod und Krankheit, sie nimmt den Leser mit in die Welt von Karl Stiegenbauer, der sich als Sohn berühmter Eltern ganz eigene, identitätsstiftende Grundfragen stellen muss. Dabei kombiniert Reinecke Humor mit ernsten Inhalten, eine Paarung die gekonnt sein will und die sie beherrscht. Ein ums andere Mal treibt sie selbiges so auf die Spitze, dass dem Leser, das Lachen doch manchmal im Hals stecken bleiben will. Dabei überschreitet sie bewusst Grenzen – Grenzen, die die Kunst und ihre Akteure gern einmal überschreiten – und lässt den Leser irritiert zurück.  Selten rief ein Buch bei mir so unterschiedliche Emotionen hervor: Neugier, Amüsement, Traurigkeit, Betroffenheit, Schadenfreude, Irritation. Leider ist es das Ende, dass die Freude am Lesen etwas getrübt hat.  Fazit: Ein gelungenes Debüt, das die Grenzen von Kunst, Trauer, Freundschaft und Liebe auslotet und zugleich sprachliche Eleganz mit Humor gekonnt paart. Lesenswert.

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  • Vielfarbig dunkel

    Leinsee

    Sabine_Hartmann

    03. April 2018 um 12:22

    „Leinsee“ ist der Debütroman der Autorin Annette Reinecke. Der weltberühmte Künstler August Stiegenhauer hat sich das Leben genommen, weil seine Frau, mit der er eine sehr enge Verbindung hatte, ins Krankenhaus gekommen ist und vermutlich nicht überleben wird. Sein Sohn Karl, der sich ebenfalls in Berlin als Künstler einen Namen gemacht hat, obwohl er erst sechs und 20 Jahre alt ist, fährt nach Hause, nach Leinsee, wo seine Eltern gelebt haben. Er selbst ist im Internat aufgewachsen, was er seinen Eltern noch heute Nacht trägt. Er fühlte sich abgeschoben. Als er nach Leinsee kommt, erfährt er, dass seine Mutter sich wider Erwarten erholt hat. So bleibt er länger, um sich um alles zu kümmern. Dabei erfährt er, dass alle Ansprüche an ihn haben. Seine Freundin Mara möchte, dass er möglichst bald wieder nach Berlin zurückkehrt. Sein Agent möchte neue Kunstwerke. Seine Mutter möchte, dass er sich um sie kümmert. Er kann nicht in dem Haus seiner Eltern leben, will es aber auch nicht verlassen. Etwas zur Ruhe kommt er, nachdem Kinder im Garten aufgetaucht sind, vor allem eines, ein Mädchen, Tanja, beeindruckt ihn tief. Karl braucht lange, um zu Entscheidungen zu kommen, lässt sich treiben, wird selten aktiv. Da das Buch komplett aus seiner Perspektive geschrieben ist, bleiben alle anderen Figuren seltsam unwirklich, in ihren Beweggründen und Handlungen nicht immer nachvollziehbar. Das liegt auch daran, dass Karl nicht wirklich daran interessiert ist, diese Beweggründe herauszufinden, für sich zu klären. Er nimmt alles hin, Tanjas Besuche genauso wie ihr Verschwinden. Selbst Figuren, die er nicht leiden kann, wie den Assistenten seiner Eltern, nimmt der einfach hin. Jedes Kapitel ist mit einer ungewöhnlichen Farbe überschrieben, wie Regentageblau oder Föhnblond. Diese Überschriften weisen gleichzeitig auf Karls emotionale Lage hin. Die Leserinnen und Leser verfolgen Karls Entwicklung über viele Jahre hinweg, dabei kommt der einem nahe, obwohl er eigentlich ein ablehnender bleibt, der kaum Einblicke gewährt, der hauptsächlich um sich selbst kreist, dabei gleichwohl Kraft aus seiner Umwelt entzieht und für sich selbst nutzt. Das Ende bleibt relativ offen, allerdings scheint es positiv konnotiert zu sein. Die Sprache der Autorin ist spröde, was gut zu Karls Charakter passt. Besonders interessant ist die Eltern-Kind-Beziehung, die aufzeigt, dass ich nicht vorhersagen lässt, wie bestimmte Entscheidungen sich später auswirken.

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  • Ergreifender Roman über einen Künstler mitten im Beziehungskonflikt

    Leinsee

    hundeliebhaber

    03. April 2018 um 11:01

    Karl ist der Sohn des berühmten Künstlerpaars Ada und August Stiegenhauer aus Leinsee. Doch gab es für das Ehepaar nur die Liebe zueinander und zur gemeinsamen Kunst. Karl bekam wenig Zuneigung, fühlte sich nicht von seinen Eltern geliebt und wurde mit zehn Jahren ins Internat abgeschoben. Leinsee war für ihn nie ein Zuhause. Er ist von dort schnellstmöglichst verschwunden, brach den Kontakt zu den Eltern ab und erarbeitete sich in Berlin untern einem Pseudonym - unabhängig vom Stiegenhauer Glamour-Status - einen eigenen Ruf in der Kunstszene. Ein Anruf aus Leinsee bringt Karl aus dem Gleichgewicht: Seine Mutter muss wegen eines Hirntumors notoperiert werden und sein Vater hat sich aufgrund ihrer sehr niedrigen Überlebenschance umgebracht.Karl fährt nach Leinsee, organisiert die Beerdigung des Vaters und besucht seine komatöse Mutter. Hingegen aller Erwartung wacht sie auf, erkennt in Karl ihren Ehemann August und schenkt ihm die Liebe und Nähe, die Karl als Kind verwehrt blieb.Entgegen der Vorstellungen seiner Freundin Mara, die ihn gern wieder in Berlin auf seiner Ausstellung sähe, bleibt Karl in dem Haus seiner Eltern. Im Garten entdeckt er Tanja, ein achtjähriges Mädchen, das ihn neugierig macht und auf ganz eigene Art seine Nähe sucht.Im weiteren Verlauf des Romans begleitet der Leser Karl in seinen nächsten Lebensjahren. Die Zeit in Leinsee ist für ihn aufwühlend, aufheiternd und im ganzen sehr intensiv. Der Leser wird durch den leichten, nüchternen und gleichzeitig sehr intensivem Schreibstil voller Subtext mitgenommen in die Gedanken- und Erfahrungswelt von Karl - auf der Suche nach Liebe, Anerkennung, seiner Kunst und vor allem zu sich selbst.Die Kapitel haben angenehme Längen und kreative Titel, die immer eine Farbe, bspw. "Gottweiß" oder "salamirot" tragen. Wie alles andere in der Geschichte liegt es auch hier beim Rezipienten, die entsprechnde Bedeutung hinzuzufügen.Das ist der Aspekt, mit dem Anne Reinecke mich am meisten begeistern konnte: Obwohl sie alles Erkennbare und Wichtige aufschreibt, jede Handlung, jeden Gedanken schildert und eine sehr intensive Atmosphäre all der Beziehungsgeflechte herstellt, bleiben so viele Bedeutungslücken, die Platz für die Deutung lassen. So sind die ein oder anderen Entscheidungen und Verhaltensweisen von Karl vielleicht nicht im Sinne des Lesers. Aber wer Karls Gedankenwelt versteht, kann seine stringente Handlungsweise absolut nachvollziehen - ohne dass die Autorin sie lang und breit erklären muss.Ein Roman, der ein brisantes Beziehungsgeflecht voller Künstlerattitüden, Situationskomik, Tristesse und Humor schafft, in deren Mitte sich Karl wiederfindet und seinen eigenen Standpunkt im Leben und in den Beziehungen finden muss. Der Schreibstil ist intensiv, packt und konnte mich in einem Rutsch durch den Roman tragen!

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  • Traumfarben

    Leinsee

    los_lesen

    01. April 2018 um 15:56

    Ada und August Stiegenhauer sind ein berühmtes Künstlerehepaar. Ihr Zentrum, sowohl in künstlerischer als auch persönlicher Hinsicht, finden sie in einer Villa am sogenannten Leinsee. Als beide schon etwas in die Jahre gekommen sind, erkrankt Ada an einem Gehirntumor, muss operiert werden und ihre Überlebenschancen sind sehr gering. Ihr Ehemann August verkraftet das nicht, er nimmt sich das Leben.Erst jetzt rückt ihr gemeinsamer Sohn Karl langsam zurück in den Mittelpunkt der Geschehnisse. Er wird über die tragischen Ereignisse informiert, reist von seinem Wohnort Berlin sofort nach Leinsee in die elterliche Wohnung bzw. ins örtliche Krankenhaus um die Mutter zu besuchen. Was der Öffentlichkeit noch nicht bekannt ist, Karl hat sich unter einem Pseudonym bereits selbst einen Namen in der Künstlerszene gemacht. Die Mutter überlebt die Operation wider Erwarten, der Vater ist tot und Karl muss nun anfangen sich mit seiner verloren Kindheit und seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Erst ein Mädchen, das immer wieder mir nichts dir nichts im Garten am Leinsee auftaucht, schafft es Karl aus der Reserve und zurück ins Leben zu locken. Dies ist Anne Reineckes erster Roman, was man bereits nach den ersten Zeilen, nicht glauben kann. Frau Reineckes Schreibstil, lässt die Geschehnisse so vereinnahmend und stetig dahin fließen, dass der Leser kaum merkt, wie er von ihnen mitgenommen und davon getragen wird. Das machte es mir leicht dabei zu bleiben und die Geschichte zügig zu lesen. Doch auch die Charaktere machen es dem Leser einfach sie mit ihren Eigenheiten kennenzulernen und sich in sie hineinzuversetzen. So, war ich z.B. ebenfalls Gast bei der „Teeparty“ am See und wurde Zeuge einer unsäglichen Auseinandersetzung zwischen Karls Lebensgefährtin und Tanja. Gerne hätte ich der Dame ein Stück Torte ins Gesicht gedrückt.Kurz vor Schluss kommt es dann zu einer, für mich überraschenden, Verbindung, die für die Handlung zwar stimmig ist, ich der Geschichte aber einen anderen Verlauf gewünscht hätte.Das Ende hat mich dann aber wieder absolut versöhnt. Der Autorin ist ein sehr harmonischer und origineller Abschluss gelungen. Fazit: Ein Debüt, das durch seine eigenwilligen Arrangements, auf sich aufmerksam macht.

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  • Eine Geschichte, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch

    Leinsee

    BuchHasi

    01. April 2018 um 13:39

    Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch. Cover: Natürlich erkennt man auf dem ersten Blick, dass es sich hier um ein Buch vom Diogenes-Verlag handelt. Ich muss sagen, dass dieses Cover aber zu den schöneren gehört. Sonst ist Diogenes ja für seine speziellen Cover bekannt, aber dieses leuchtet schön und macht Lust auf Frühling! Schreibstil: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es, Themen wie z.B. Tod oder Trennung so aufzugreifen, dass es einen nicht belastet und dennoch die Ernsthaftigkeit der Themen beizubehalten.  Man kommt gut durch die Geschichte und kann sich sehr gut in Karl hineinversetzen. Die Geschichte hat mich von Anfang abgeholt und am Ende wie ein Samen von einer Pusteblume sachte  zurück in die Realität gepustet. Fazit: Mein erstes Buch-Highlight dieses Jahr!

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  • Gefühlsvakuum trifft Schatzjägerin

    Leinsee

    Marapaya

    30. March 2018 um 12:36

    Vor einiger Zeit habe ich „Tyll“ gelesen. Von Daniel Kehlmann. Neben dem 30jährigen Krieg geht es bei Kehlmann auch um so etwas wie Kunst: Überlebenskunst, Gauklerkunst und ähnliches. Tyll verweilte einige Zeit als Hofnarr im Exil des Winterkönigs und dessen Königin, und er schenkte dem Königspaar eine leere Leinwand. Sie wurde in den öffentlichen Räumen aufgehängt und man ließ verkünden, dass nur nicht dumme Menschen das Gemälde darauf sehen, während die Dummen nur eine leere Leinwand sehen könnten. Manchmal war selbst das Königspaar verwirrt, ob sie nun zu den dummen oder nicht dummen Menschen gehörten. Aber alle bewunderten immer dieses wunderbare Kunstwerk an der Wand. Mir geht es heute manchmal mit der Kunst ähnlich. Ich bin nie sicher, ob ich die Dumme bin oder die anderen. Das kann manchmal amüsant und manchmal erschreckend sein. Kunst ist auch in dem Roman von Anne Reinecke der Dreh- und Angelpunkt für die Hauptfigur. So scheint es zumindest. Karl ist Sohn eines berühmten und erfolgreichen Künstlerpaares und lebt seit seiner Kindheit „inkognito“. Das wollten die Eltern so. Er sollte ein normales Leben haben. So normal wie ein Leben eben sein kann, in dem man mit neun Jahren ins Internat gebracht wird und allmählich den Zugang zu den Eltern verliert, die sich selbst zusammen vollauf genügen. Logische Konsequenz nach dem Schulabschluss den Kontakt zu den Eltern gänzlich aufzugeben. Aber es steckt Künstlerblut in Karl. Er wird an der Kunsthochschule in Berlin angenommen und erarbeitet sich unter seinem eigenen Namen allmählich einen eigenen Stand in der Kunstwelt. Dann zwingt ihn der Selbstmord seines Vaters und die schwere Erkrankung seiner Mutter zurück in die Familienresidenz am Leinsee. Und es ist, als ob Karl erneut in seine Kindheit zurückspringt und nun erst die Chance hat wirklich erwachsen zu werden. Niemand versteht ihn so recht. Keiner kommt richtig an ihn heran. Wohl fühlt er sich nur in der Gegenwart eines unbekannten kleinen Mädchens, dem er den Kirschbaum im Garten schmückt und dessen Blick in seinem Nacken, ihn in der Welt zu halten scheint. Mal so ins Grobe gesprochen, würde ich sagen, Anne Reineckes Roman polarisiert. Es ist schon mutig, sich als Hauptfiguren ein Kind und einen Erwachsenen zu wählen, die am Ende, als beide erwachsen sind [Achtung Spoiler!] eine Liebesbeziehung eingehen. Und dann diese Wahl der Perspektive. Die Geschichte erzählt sich gänzlich eingefärbt aus Karls Sicht. Doch wie sehr können wir seinem Blick trauen? Ist es nicht ein verzerrtes Bild auf die Welt vor seinen Füßen? Über die Beweggründe der anderen Figuren erfahren wir nur das, was Karl weiß und sich zusammenreimt. Eine ganz schlechte Grundlage, um wirklich eine ausgewogene Interpretation der Geschehnisse vorzunehmen. Es bleibt nur Spekulation, warum das Kind Tanja die Nähe zu Karl sucht, warum sie als Jugendliche in seiner Nähe bleibt, mit ihm intim wird. Ob sie in ihn verliebt ist oder nur mit ihm spielt, die eigenen weiblichen Reize austestet. Es bleibt unklar, ob die Eltern in ihrer symbiotischen Beziehung den Sohn je vermisst haben. Ihn je geliebt haben? Karl ist eine furchtbare literarische Figur. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihn sympathisch, durchgeknallt, bescheuert, beziehungsunfähig und und und finde. Wahrscheinlich alles zusammen. Ich finde durch die Erzählsprache keinen Abstand zu ihm, kann ihn schlecht von außen betrachten und nur ahnen, wie es ihm geht, wenn er in der Lage wäre, klare Worte für seine Gemütszustände zu finden. Klare Worte, die mich erreichen. Aber Karl muss sich nicht um mich kümmern. Er hat einige wenige Menschen, die ihn erreichen, mit denen er sich wohl fühlt. Ihm ist egal, wie ich das finde. Reineckes Sprache ist großartig. Sie hat einen ganz eigenen sprachlichen Stil für Karl gefunden. Tolle Bilder, die anklingen, wie einzigartig jeder die Welt und sich darin wahrnimmt. Die Kapitel sind durchgängig mit Farbzuschreibungen betitelt, wie kleine farbige Gefühlsanker, die ankündigen, wie Karl gerade zumute ist. Mir gefällt Reineckes Umgang mit den Figuren sehr. Ich mag es, dass sie mir viel Spielraum in meiner Einordnung des Gelesenen lässt und dennoch selbst auch klare Zuweisungen trifft, sich nicht darum schert, was man zwischenzeitlich unaussprechliches vermuten könnte, sondern man ihrem Erzählweg anmerkt, dass er seine eigene Richtung eingeschlagen ist. Sie bleibt ganz dicht bei ihrer Hauptfigur, lässt sich nicht ablenken, auch wenn es wehtut. Für die Geschichte ist es genau richtig so.

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    • 3
  • Ein Künstler findet zu sich selbst

    Leinsee

    Isador

    29. March 2018 um 23:33

    Der Protagonist im Roman "Leinsee" von Anne Reinecke ist Karl, Sohn eines berühmten Bildhauerehepaars. Er wurde schon früh in ein Internat gesteckt, anschließend ist der Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen. Inzwischen ist Karl selbst ein berühmter Künstler und lebt in Berlin, wo ihn die Nachricht erreicht, dass sein Vater gestorben und seine Mutter schwer krank ist. Daraufhin kehrt er erstmals nach vielen Jahren zurück nach Leinsee, den Ort seiner Kindheit. Kaum, dass er in Leinsee angekommen ist, bemerkt er ein Kind, das immer wieder in seinen Garten zurückkehrt. Das Mädchen heißt Tanja und zieht Karl so sehr in seinen Bann, dass er sich wegen ihr  schließlich dafür entscheidet, in Leinsee zu bleiben. Der Roman hat mir sehr gut gefallen, ich bin direkt in die Geschichte reingekommen und fand sie sehr interessant und kurzweilig. Der Schreibstil der Autorin hat mir ganz besonders gut gefallen, und auch das Ende war für mich persönlich "rund". Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen, hatte entspannte Lesestunden und empfehle das Buch sehr gerne weiter!

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  • Eine Art Wunderland

    Leinsee

    MrsFraser

    28. March 2018 um 16:12

    Selten habe ich ein Buch gelesen, das so unterschiedliche Meinungen und Interpretationsansätze liefert, wie 'Leinsee' von Anne Reinecke. Allein das Ende des Buches wurde in einer Leserunde wohl auf ca. 5 unterschiedliche Weisen gedeutet, wobei mir meine Interpretation eigentlich total unzweifelhaft als geschlossenes Ende erschien. :D Andere haben ganz eindeutig ein offenes Ende gelesen und wieder andere auch ein geschlossenes, aber ganz anders ausgelegtes. Das zeigt, dass eine Rezension dieses Romans nur EINE von vielen subjektiven Meinungen ist, nicht wirklich klar gesagt werden kann, was die Autorin zum Ausdruck bringen will und jede Auseinandersetzung mit einem weiteren Leser wird neue Ansätze und Assoziationen hervorrufen.  'Leinsee' handelt von Karl Stiegenhauer, dem Sohn eines gefeierten Künstlerehepaares, der selbst Künstler ist und nach dem Selbstmord seines Vaters in sein Elternhaus zurückkehrt. Sein Leben verlief in den Jahren zuvor ohne nennenswerten Kontakt zu seinen Eltern und einen Bezug zu seinem alten Zuhause zu finden, fällt Karl schwer. Ein wichtiger Bezugspunkt wird für ihn bald ein kleines Mädchen, das sich in seinen Garten stielt und in einem Baum sitzt und Karl beobachtet. Bald machen die beiden zusammen Kunst und werden Freunde. Diese besondere Verbindung zieht sich durch die Jahre und ist der rote Faden des Romans.  Für mich ließ sich an der besonderen Verbundenheit, die Karl und Tanja (das Mädchen) verbindet, ablesen, dass Freundschaft bzw. Liebe keine Frage des Alters ist und 'Erwachsensein' bzw. sich erwachsen zu verhalten nicht nur alten Menschen vorenthalten ist, genauso wie 'Große' sich oft 'kindisch' benehmen. Alter ist nur eine Zahl und die wichtigsten Beziehungen führen wir mit Menschen, die uns ungeachtet dieser kalendarischen Unterschiede zuhören und die wir ernst nehmen.  Der Titel meiner Rezension ist daher auch eine Assoziation zu eben diesem Thema, denn Tanja kommt mir in der Welt von Karl vor wie Alice im Wunderland. Klar gehört sie da 'eigentlich' nicht hin, doch sie bringt einen ganz besonderen Zauber in diese Welt und bereichert die Leben der Erwachsenen, die sie trifft und von denen sie willkommen geheißen wird. Aber natürlich gibt es auch eine böse Herz-Königin. Letztlich ist Tanja irgendwie 'Retterin' dieses Wunderlandes und seines wichtigsten Bewohners. Die Assoziation kommt nicht von ungefähr, eine der Schlüsselszenen des Romans ist eine verquere Teeparty im Stiegenhauerschen Anwesen, bei der Tanja Ehrengast ist und sogar gekleidet ist wie Alice aus dem Disney-Zeichentrickfilm.  Und wie das mit guten alten Märchen so ist, sind auch die Guten nicht wirklich durch und durch gut und es gibt an den Charakteren in Leinsee auch so einiges auszusetzen. Gerade Tanja ist von Anfang an auch ein wenig undurchschaubar und agiert nach ihrer ganz eigenen Agenda.  So ist Leinsee schlussendlich kein Roman, der mir aufgrund seiner Geschichte oder der Charaktere ans Herz wächst. Ich bin mir abschließend nicht sicher, was ich von diesem Roman mitnehme und wie ich das finde. Ich KANN für mich passende positive Botschaften hineininterpretieren, bin mir aber bewusst, dass das keineswegs von der Autorin so gedacht sein muss. Was mich aber beeindruckt, ist die Form des Romans und die Schreibkunst von Frau Reinecke. Diese sich durch das Buch ziehende unterschwellige Parallelität zum Carroll'schen Wunderland finde ich genial gemacht und sie eröffnet einen ganzen Pool an möglichen Interpretationen. Die Sprache ist unaufgeregt und trotzdem dynamisch, obwohl kein Nervenkitzel entsteht, zieht sie einen zügig durch den Roman. Da es sich um ein Debüt handelt, kann man vielleicht verzeihen, dass sich die Geschichte in der zweiten Hälfte des Buches zu verselbständigen scheint und die in der ersten Hälfte thematisierten Konflikte kaum noch zum Tragen kommen. Hier wäre ein wenig mehr Geschlossenheit stimmiger gewesen. Alles in allem eine vielversprechende Autorin und sicherlich goldrichtig bei Diogenes!

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    • 3
  • Die Kunst verwirrt den Geist!

    Leinsee

    Bluesky_13

    28. March 2018 um 10:59

    INHALT Karl lebt in Berlin und er hat sich unter einem Pseudonym hier selbst einen Namen gemacht. Seine Eltern waren ja auch ein sehr bekanntes Künstlerpaar, doch der Kontakt war vor Jahren abgebrochen. Nun bekam Karl von einem fremden Menschen aus Leinsee einen Anruf. Seine Mutter hatte einen Hirntumor und musste umgehend operiert werden. Viel Hoffnung machten ihm die Ärzte nicht. Eigentlich hätte ihn da ja sein Vater anrufen sollen aber der verkraftet die Krankheit seiner Frau nicht und erhängte sich deshalb. Nun musste Karl also nach Leinsee fahren und irgendwie hoffte er wohl, seine Mutter noch zu sehen. Im Zug war er sehr unruhig und schaute immer wieder auf sein Handy. Seine Mutter überlebt die OP und nun muss er sich um die Bestattung seines Vaters kümmern. Er hat ihm alle Unterlagen bereit gelegt und ihm einen Brief geschrieben. Mara, die Freundin von Karl war in Berlin geblieben und sollte nur zur Beerdigung kommen. Im Kirschbaum im Garten saß ein kleines Mädchen, Tanja. Mit ihr freundet er sich an. Das Mädchen war gerade mal 8 Jahre alt. MEINE MEINUNG Bei diesem Buch wird eines sehr schnell deutlich, wie wichtig Zuneigung ist. Die Autorin hat hier eine außergewöhnliche Art gewählt, diese Geschichte zu erzählen. Zu Beginn von jedem Kapitel steht eine sehr seltsame Farbe, die dann wieder mit der Geschichte schlüssig wird. Da findet man sehr poetische Farben wie „Gottweiß“ und „Klirrsilbern“, aber man findet auch abstruse Farben wie „Salamirot“. Damit beweist die Autorin hier auch ein wenig Humor, den iwr auch in der Geschichte wieder finden. Das Thema, um das es hier geht, ist ein sehr ernstes Thema. Karl, die Hauptperson erzählt diese Geschichte aus seiner Sicht. Er macht auch schnellt deutlich das es um Zuneigung geht. Die Autorin hat das durch die klaren Worte sehr deutlich gemacht, um was es hier geht. Es weisen auch sehr viele Geschehnisse darauf hin das Karl im Grunde sehr einsam ist. Dazu kommt dann noch die Trauer, die er aufarbeiten muss. Durch die Ausdrucksweise der Autorin lässt sich die Geschichte auch sehr Zügig lesen. Auch wenn es ein ernstes Thema ist, dann macht es auch Spaß in die Welt der Künstler abzutauchen. Man findet hier viele Worte und Dinge die einem doch sehr bekannt vorkommen. So, oder so ähnlich hat man doch auch schon Dinge erlebt. Gerade wenn man selbst auf der Suche nach Zuneigung ist auch wenn man kein Künstler ist. Da ich der Meinung bin, das diese Geschichte durch die neuen Farbkreationen sehr aussagekräftig ist, vergebe ich hier gerne 5 Sterne. Die Farben muss man erst mal so darstellen können, wie es der Autorin hier gelungen ist. Die Geschichte wirkt an manchen Stellen sehr skurril und das macht es zu etwas ganz besonderen. Bluesky_13 Rosi

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