Anne Siegel

 4.3 Sterne bei 18 Bewertungen
Autorin von Frauen, Fische, Fjorde, Señora Gerta und weiteren Büchern.
Anne Siegel

Lebenslauf von Anne Siegel

Anne Siegel ist eine deutsche Autorin, Radio- und Filmemacherin. Sie ist Mentorin an der Universität Duisburg Essen für Studentinnen der Kommunikationswissenschaft und u.a. als Filmdozentin an der Universität von Panama City tätig. Anne Siegel wurde in Norddeutschland geboren und wuchs dort auf dem Land auf. Nach dem Studium der Volkswirtschaft, Sozialwissenschaften und Psychologie lebte und arbeitete in Dänemark, Island, Nordafrika, Israel, den Niederlanden und lebte in England und in den USA. Sie arbeitete als Dozentin und Werbetexterin, wurde Ghostwriterin für Politiker und Kabarettistinnen und war Comedy-Autorin und -Scout fürs deutsche Fernsehen. Heute lebt sie in Köln und San Francisco und arbeitet als Buchautorin, Radio- und TV-Journalistin und Hörspielautorin für öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland und als Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin für US-Produktionen.

Alle Bücher von Anne Siegel

Anne SiegelFrauen, Fische, Fjorde
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Frauen, Fische, Fjorde
Frauen, Fische, Fjorde
 (8)
Erschienen am 04.10.2016
Anne SiegelSeñora Gerta
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Señora Gerta
Señora Gerta
 (3)
Erschienen am 02.05.2018
Anne SiegelHimmelsstürmerinnen
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Himmelsstürmerinnen
Himmelsstürmerinnen
 (2)
Erschienen am 13.03.2014
Anne SiegelNordBräute
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NordBräute
NordBräute
 (3)
Erschienen am 12.07.2017
Anne SiegelDie Ehrwürdige
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Die Ehrwürdige
Die Ehrwürdige
 (2)
Erschienen am 21.09.2017
Anne SiegelReykjavík Blues
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Reykjavík Blues
Reykjavík Blues
 (0)
Erschienen am 08.08.2023
Anne SiegelNordBräute
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NordBräute
NordBräute
 (0)
Erschienen am 06.03.2015
Anne SiegelDer Wert von Intellectual Capital
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Der Wert von Intellectual Capital
Der Wert von Intellectual Capital
 (0)
Erschienen am 14.05.2012

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Neue Rezensionen zu Anne Siegel

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GernotUhls avatar

Rezension zu "Die Ehrwürdige" von Anne Siegel

Die erste Geshe
GernotUhlvor 7 Monaten

Link zur Rezension: https://www.eulengezwitscher.com/single-post/rezension/wangmo

Abi – und ab nach Indien: Kerstin Brummenbaum ist auf der Suche. Sie weiß noch nicht, was sie werden will. Von der Reise in eine ganz andere Kultur erhofft sie sich die entscheidenden Impulse. Ihre Hoffnungen erfüllen sich; allerdings anders als gedacht. Indien zeigt ihr nicht den Lebensweg, Indien ist ihr Lebensweg. Die spirituelle Atmosphäre weckt in ihr ein Gefühl des tiefen Friedens und des Angekommenseins. Heute heißt Kerstin Brummenbaum Kelsang Wangmo und ist die erste Frau, die den hohen buddhistischen Gelehrtengrad der Geshe erreicht hat. Eine neue Biografie stellt diese Pionierin vor.

Selten hat ein Schokoladenkuchen Schicksal gespielt. Aber wegen dieses Kuchens reist Kerstin Brummenbaum nach Dharamsala. Ganz in der Nähe lebt der Dalai Lama. Kerstin Brummenbaum weiß noch nicht viel vom geistlichen Oberhaupt der Tibeter. Aber die Aura, die ihn und die vielen Nonnen und Mönche vor Ort umgeben, zieht auch die Abiturientin auf Sinnsuche in ihren Bann. Anstatt die Rückreise nach Deutschland anzutreten, beginnt sie, ihr eigenes Bewusstsein zu bereisen. Sie setzt sich mit den Lehren des Buddhismus auseinander und fühlt sich von seinen spirituellen und metaphysischen Erklärungen verstanden. "Der Buddhismus hat mich wirklich gepackt." Im tiefer versinkt sie in der Gedankenwelt und in der entschleunigten Lebensweise, die aus Ruhe und Gelassenheit ihre Kraft schöpft. Bald ist ihre Sehnsucht nach Erkenntnis so groß, dass sie erst Nonne, dann Gelehrte werden will. Meditative Einsiedelei stillt ihr Verlangen nicht. Sie will ganz grundsätzlich lernen, wie man Erkenntnis erlangt. Deshalb beginnt sie, am Institute of Buddhist Dialectis in Dharamsala zu studieren. Jetzt wird ihre Entschleunigung und Gelassenheit auf eine ernste Probe gestellt.

 Siebzehn Jahre dauert ihre Ausbildung zur Geshe: Erst dann sind sie, der Dalai Lama und der Buddhismus bereit für eine weibliche Geshe (vergleichbar mit einer Doktora der Metaphysik).

 Als Geshe ist Kelsang Wangmo auf Logik, Texte, Rituale und korrekte Abläufe spezialisiert. Das geht übrigens aus dem hilfreichen Glossar hervor, das ihre Biografie um buddhistische Grundbegriffe auf einen Blick ergänzt.

 Tatsächlich ist dieses Glossar ein literarischer Rettungsring. Die Biografie von Anne Siegel zeichnet den Werdegang von Kerstin Brummenbaum zu Kelsang Wangmo nach, richtet sich aber eher an Kenner und Könner. Dieses Buch ist voraussetzungsvoll: Es thematisiert innerbuddhistische Strömungen wie den tibetischen Exilbuddhismus und Entwicklungen wie die Rolle der Frau im Buddhismus und setzt einen engagierten und interessierten Leser voraus, den Fachbegriffe und -diskussionen nicht schrecken. Allerdings erleichtert neben dem Glossar auch ein ausführliches Interview mit Kelsang Wangmo den Zugang zu vielen spannenden und aktuellen Herausforderungen des Buddhismus.

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Sikals avatar

Rezension zu "Die Ehrwürdige" von Anne Siegel

Die Ehrwürdige
Sikalvor 10 Monaten

Gibt es im Buddhismus Feminismus, könnte der Untertitel dieses Buches lauten. Und um die Antwort darauf vorwegzunehmen, ja es gibt ihn.

 

Die Autorin Anne Siegel erzählt auf unterschiedliche Weise den Weg der deutschen Buddhistin Kelsang Wangmo (Kerstin Brummenbaum) zur ersten weiblichen Gelehrten des tibetischen Buddhismus. Sie zeichnet deren Weg in 6 Kapitel nach und bedient sich dabei eigener Recherchen, Interwies mit der Gelehrten und Texte anderer Autoren.

 

In einem großen Bogen wird der Werdegang Kalsang Wangmo’s dargestellt. Details und tiefer gehende Geschichten gibt es - wenn überhaupt - dann nur am Rande. Auf den knapp 240 Seiten wird die Geschichte der Frau im Buddhismus angeschnitten – wie sollte es auch anders sein - in einer Tradition, die weit über 2000 Jahre zurückreicht. So erfährt man unter anderem, dass die erste Nonne des Buddhismus bereits die (Stief)Mutter Buddhas war.

 

Darauf folgt ein Interview mit der Ehrwürdigen selbst, in dem sie über ihre Geschichte erzählt aber ebenso auf die Geschichte der Frau im Buddhismus eingeht und einiges Privates ausplaudert – unter anderem, was ihr Weg zum Buddhismus mit Schokoladekuchen zu tun hat. Eine Unterweisung Keslang Wangmos in London unterstreicht dieses Interview und wiederholt zu gleich einige Dinge aus dem Kapitel davor.

 

Ob ein tatsächlicher Paradigmenwechsel im Buddhismus ansteht, versucht die Autorin in einem weiteren  Gespräch mit einer Buddhistin zu hinterfragen. Das Gespräch mit Bhiksuni Jampa Tsedroen (Carola Roloff) geht der Frage auf den Grund, welche Rolle die Ernennung Keslang Wangmos zur Gelehrten für die Zukunft des (weiblichen) Buddhismus spielen mag. Danach wird noch auf eine Unterweisung von Jetsunma Palmo (Diane Perry) eingegangen, welche ebenfalls einen großen Einfluss auf den Werdegang Kerstin Brummenbaums ausgeübt hat. Somit erfährt der Leser noch einiges über die Göttinnen und heiligen Frauen des Buddhismus bevor im letzten Kapitel noch zehn praktische Übungen erläutert werden, um ein besserer Mensch zu werden.

 

Die Geschichte und die Schwierigkeiten im Werdegang der deutschen Gelehrten werden in diesem Buch wiedergegeben – nicht sehr detailreich aber informativ. Die Interviews zeigen, wie nahe die Gelehrte dem Dalai Lama steht – in ihren Antworten findet sich sehr oft dessen Sprache wieder.

 

Leider finden sich in dem Buch sehr viele Wiederholungen – die Geschichte wird beinahe doppelt aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Was bei einem Roman spannend sein kann, ist in diesem Sachbuch eher langweilig.

 

Das alles wird aber im letzten Kapitel wieder gutgemacht. Würden wir uns alle an die hier niedergeschriebenen praktischen Übungen halten, müssten wir nicht über Frauen in den Religionen diskutieren und auch sonst könnten viele Debatten ausbleiben.

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HendrikAubergs avatar

Rezension zu "Señora Gerta" von Anne Siegel

Rundum gelungenes, äusserst spannend geschriebenes Buch mit einer schier unglaublichen Story
HendrikAubergvor 2 Jahren

Gerta Stern, eine Wiener Jüdin, die 1938 in die Progromwochen  Hamburgs gerät, flieht mit einer unglaublichen Chuzpe und Menschenkenntnis  in ein neues, glückliches Leben in Panama. 

Doch vorher schafft die Schauspielerin und Kosmetikerin es noch, ihren frisch angetrauten Mann, einen Fußballprofi mit einem sagenhaften Trick aus dem KZ Sachsenhausen zu befreien. 

Sie weigert sich einfach zu akzeptieren, dass ihr Mann beim Versuch, Visa für Südafrika in Hamburg abzuholen, verhaftet und ins KZ gebracht wird und hat unendlich viel Glück, denn die versierte als Schauspielerin trickst den Gestapo Chef von Hamburg aus. Dann findet sie in all dem Chaos, dem die blutjunge, schöne Frau in Wochen der Verzweiflung in Hamburg ausgesetzt ist, auch noch einen heimlichen Helfer. Herr Otto ist bei der Hapag Shipping Company und er ist es, der Gerta, Moses und sogar ihrem jungen Schwager in letzter Sekunde den Weg nach Panama ebnet und sie heimlich auf ein Bot bringt, das mitten auf hoher See anhalten muss, damit ihre Rettung von Frankreich aus gelingen kann. 


Gerta Stern hat nie erfahren, wer ihr Helfer war, bis Anne Siegel sie zufällig in Panama traf. Ihr ist es gelungen, den für Gerta bis dahin unbekannten Herrn Otto zu finden und seine wahre Identität zu enttarnen. Das ist ein mitreißendes Buch über ein besonderes Leben.  Von der ersten bis zur letzten Seite Lesefreude, trotz schwerer Zeiten, die man mit Senora Gerta durchlebt. Was mich besonders anspricht, ist der hoch politische Aspekt des Buches. Vieles war mir vorher nicht klar, wie die schlagartige Arisierung alles jüdischen Eigentums, mit dem die Nazis die Juden regelrecht aus dem Land jagten. Das alles geschah  nur in wenigen Wochen im Herbst 1938, das ist erschütternd zu lesen. Als alte Dame lebt die Geflüchtete heute  glücklich in Panama. Die Geschichte wäre kaum zu glauben, hätte sie sich jemand für einen Roman ausgedacht. Das Erstaunliche aber ist: das ist wahr und die Frau lebt ein glückliches Leben als Hundertjährige. Ich hab' mir das Buch gekauft, bin nach Hause gefahren, und habe

gelesen, gelesen, ich musste mich zwingen, dazwischen eine "Lesepause"

einzulegen.


Übrigens finde ich auch das Cover dieses tollen Buches ausgesprochen stimmig und schön.

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