Ich habe das Buch eher zufällig gekauft – es war super günstig und der Klappentext klang nach einem klassischen Liebesroman. Genau das hatte ich erwartet: eine leichte, vielleicht etwas kitschige Geschichte fürs Herz. Was ich bekommen habe, war allerdings etwas völlig anderes.
Der Text war schwer zugänglich – kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Man muss wirklich den Kopf einschalten, um der Handlung zu folgen und die Perspektivwechsel zu durchdringen. Und davon gab es einige: Plötzlich springt die Erzählung von Vergangenheit zu Gegenwart, von der Tochter zur Mutter – ohne Vorwarnung oder klare Übergänge. Das hat mich oft irritiert und aus dem Lesefluss gerissen.
Erzählt wird letztlich das Leben von Lo – oder eher, wie das Leben so spielt: mit der Liebe, mit Beziehungen, die zerbrechen, mit all den Zufällen und Abgründen, die einem begegnen können. Klingt interessant, war es stellenweise auch. Aber vieles daran war für mich eher befremdlich – gerade die Darstellung einiger sexueller Themen fand ich zum Teil ziemlich fragwürdig.
Das Ende hat mich dann endgültig enttäuscht. Kein runder Abschluss, keine Genugtuung– einfach... nichts. Es war einfach lahm und hat mir das Gefühl gegeben, dass ich für wenig belohnt wurde.
Trotzdem gebe ich drei von fünf Sternen. Warum? Weil es für mich eine echte Herausforderung war, mal etwas zu lesen, das außerhalb meiner Komfortzone liegt. Und dafür, dass es mich gezwungen hat mitzudenken, bekommt es immerhin ein paar Punkte. Aber rein geschmacklich war das leider überhaupt nicht mein Ding.




