Die Reisen des Mr. Leary

von Anne Tyler 
4,2 Sterne bei26 Bewertungen
Die Reisen des Mr. Leary
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Positiv (19):
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Zu Anne Tyler kann man immer greifen und wird begeistert sein.

Kritisch (2):
Rabiatas avatar

Nicht meins. Gefällt mir momentan überhaupt nicht.

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Inhaltsangabe zu "Die Reisen des Mr. Leary"

Der kauzige, aber durchaus reizende Mr. Leary schreibt Reiseführer für Leute, die geschäftlich unterwegs sein müssen, das Reisen aber hassen - was er selbst auch tut. In sein höchst organisiertes Leben platzt Muriel, eine junge Frau, die Mr. Learys Hund erziehen soll. Aber sie begreift auch Mr. Leary selbst als faszinierende pädagogische Aufgabe.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783036957135
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Kein & Aber
Erscheinungsdatum:27.02.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Rabiatas avatar
    Rabiatavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht meins. Gefällt mir momentan überhaupt nicht.
    Auf Seite 126 angekommen, habe ich über 200 Seiten übersprungen!

    Es passiert mir selten, dass ich ein Buch abbreche. Bei diesem war es mal wieder soweit.

    Bisher waren die Bücher, die ich für meinen Lesekreis gelesen habe, durchweg lesbar. Mal mehr, mal weniger gut. Aber beendet habe ich sie alle. Nur diesmal habe ich einfach keinen näheren Zugang zu der Handlung und vor allem den Protagonisten gefunden.

    Da verlässt eine Frau ihren Ehemann und er perfektioniert seine Marotten und Angewohnheiten ins Unerträgliche. Ich habe noch nie davon gehört, dass man sein Geschirr in Chlorwasser im Spülbecken lagert, um Zeit und Geld zu sparen und das lästige Abspülen zu umgehen! Die Katze bekommt einen Zugang ins Haus, in dem der Abluftschlauch des Wäschetrockners im Keller entfernt wird. Der arme Hund, durch den Verlust seines besten Freundes traumatisiert, entwickelt aggressive Verhaltensweisen und wird nur behalten, weil er ja einst dem (ermordeten) Sohn gehörte.

    Zeitweise fand ich die Szenen mit seinem Hund und der Hundetrainerin ganz amüsant, aber diese waren recht kurz gehalten. Die Geschehnisse dazwischen haben mich dann um so mehr gelangweilt.

    Die Empfehlungen, die Mr. Leary seinen Reisebuch-Lesern gibt, sind fast lustig, nehmen aber auch kaum Raum ein.

    Auf Seite 126 hab ich dann vor geblättert, um die ca. letzten 20 Seiten zu lesen. Selbst das Ende hat mich nicht dazu gebracht, die restlichen über 200 Seiten doch noch zu lesen.

    Schnell weiter zum nächsten Buch.

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    awogflis avatar
    awogflivor 4 Monaten
    Eine wohltuend unkitschige Liebesgeschichte

    Noch einmal habe ich mich todesmutig auf eine der von mir immer verschmähten und gehassten Liebesgeschichten eingelassen und diesmal bin ich - naja wie soll ich sagen - nicht nur gar nicht abgestoßen, sondern auch eigentlich sehr erfreut.

    Als aller erstes beweist Anne Tyler, dass man auch als Autorin Beziehungen und das ewige Thema der Liebe fernab von romantisierendem schmalzigen Kitsch durchaus treffend beschreiben kann. Das ist insofern sehr realistisch und trifft den Alltag von uns allen viel punktgenauer, denn Frauen leben und lieben eben einfach in der Wirklichkeit nicht in einem Bianca-Roman. Diese Hefte aus vergangen Zeiten stehen für mich stellvertretend für unrealistische Märchenprinz-Romantik, bei der sich schon seit Urzeiten bei mir sprichwörtlich die feministischen Zehennägel vor Grausen und Empörung aufdrehen.

    Aber worum geht es: Die Ehe von Macon Leary ist infolge des Todes des Sohnes, der bei einem Überfall im Feriencamp erschossen wird, in einer veritablen Krise. Beide Ehepartner trauern unterschiedlich, machen sich in ihrem Schmerz gegenseitig Vorwürfe und ziehen sich in sich selbst zurück. Die Beziehung und das Leben der beiden ist in Sprachlosigkeit und Trauer erstarrt, die Ehefrau Sarah zieht die Notbremse und trennt sich. Mr. Leary ist zudem ein bisschen ein monkhafter Zwängler, der aber von der Autorin nicht effektheischend durchgeknallt, sondern eigentlich sehr liebevoll und recht normal beschrieben wird. Fast bricht es einem das Herz, wie sehr der durch die Ehekrise geänderte neue Alltag ihn immer mehr in seine Zwänge hineinschlittern lässt.

    Als sich Mr. Leary den Fuß bricht, weil der ungehorsame verhätschelte Hund des toten Sohnes komplett durchdreht, nimmt sein Leben eine neue Wendung. Er lernt Muriel, die sehr chaotische Hundetrainerin kennen und zieht zu seiner Schwester und den Brüdern, die genauso zwänglerisch wie er und ebenso erstarrt in ihren Ritualen sind.

    Die Figuren des Romans sind allesamt extrem liebevoll beschrieben, bis auf Sarah, die irgendwie den ganzen Roman über farblos und nichtssagend bleibt, aber das hat auch seine Gründe in ihrem Charakter und in ihrer Funktion als Anker, Gefängnis, Alltagstrott, letzter Ausweg, weil man sich nicht ändern will und Katalysator. Die Alltagszwänge der Familie Leary gipfeln aber nicht in einer auf erzwungener Komik beruhenden Beschreibung von kuriosen total durchgeknallten Achetypen sondern die Familienmitglieder sind relativ banal und recht alltagstauglich skizziert.  Beispielsweise ordnet Rose, die Schwester von Macon die Lebensmittel in den Küchenschränken alphabetisch und ist auch sonst ein unglaubliches Organisationstalent, wenngleich sie überhaupt keinen Orientierungssinn hat. Macon hat seine Zwänge vor dem Trauma mit seinem Sohn vor allem beruflich sehr erfolgreich kanalisiert, indem er Reiseführer für Leute schreibt, die weltweit alles genauso wie in Amerika haben wollen. Er rechcherchiert in fact finding missions überall - vor allem in Europa - quasi für Geschäftsreisende, die den american way of life global wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen.

    "Aber Macon! Er ist Dein Arbeitgeber!"
    "Er ist ja nur gekommen, weil er hofft, dass wir uns exzentrisch aufführen", sagte Macon. "Er macht sich einseitige Vorstellungen von uns. Ich flehe bloß zu Gott, dass keiner von uns etwas Unkonventionelles äußert. Hörst Du überhaupt zu?"
    "Was sollen wir schon äußern?" fragte Rose. "Wir sind die konventionellsten Menschen, die ich kenne."
    Das entsprach zwar durchaus der Wahrheit, paradoxerweise aber wieder auch nicht.


    Was im Plot dann anschließend folgt, ist ein grandios amüsantes Paradebeispiel an Hundeerziehung und die Hartnäckigkeit der chaotischen Hundetrainerin Muriel, die sich einbildet, eine Beziehung zu Macon aufbauen zu wollen, es auch letztendlich schafft und das Leben von Mr. Leary total umkrempelt. Beide passen eigentlich charakterlich überhaupt nicht zusammen, tun sich aber gegenseitig so wohl, weil sie sich ausgleichen und das beste im Anderen wecken.  Macon bricht dann jedoch wieder aus seinem neuen Leben aus und versucht, in das alte zurückzuschlüpfen. Am Ende gibt es natürlich ein Happy End.

    Hier sind wir schon beim einzigen Faktor, der mich dann doch noch etwas gestört hat. Das Ende kommt, wahrscheinlich bewußt von der Autorin so konstruiert, um schmalzige Romantik zu verhindern, viel zu abrupt und ist dann auch für mich wirklich zu knapp und lapidar in zwei bis drei Sätzen abgehandelt.  

    Fazit: Wenn alle Liebesgeschichten sprachlich, von der Figurenentwicklung und inhaltlich derart unschwülstig unromatisch und lebensrealistisch wie in der Qualität von Anne Tyler geschrieben werden würden, dann würde ich sagen, "Her damit! Ich will mehr."

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 2 Jahren
    Menschen wie du und ich ...

    Die Autorin Anne Tyler hat eine Art zu schreiben, die mir einfach sehr sympathisch ist. Zugegeben, in den meisten ihrer Bücher geht es nur um ganz normale Alltagsprobleme, aber auch die kleinen und großen Freuden des Alltags werden nicht vernachlässigt. Die Charaktere könnten problemlos auch in meiner Nachbarschaft wohnen. In diesem schon etwas älteren Schätzchen ist es nicht anders. Die Geschichte um den zwar charmanten aber doch etwas verschrobenen Mr. Leary bezaubert. Nach seiner Trennung von Sarah, seiner Frau, kriegt sein Leben immer mehr Risse. Nach dem tragischen Verlust seines Sohnes ist dies ein herber Schlag für ihn. Er igelt sich ein, er vernachlässigt seine Arbeit, bis ihn ein unvorhersehbarer häuslicher Unfall bei seiner Schwester und seinen zwei Brüdern einziehen lässt. Auf einmal ist nichts mehr wie es war … den größten Stein jedoch bringt Murial, eine vermeintliche „Hundeflüsterin“, ins Rollen. Sie ist jung und verrückt und bringt wieder Schwung in sein Leben, das nun auf einmal doch noch nicht zu Ende zu sein scheint. Aber wie, wofür und vor allem für wen soll er sich entscheiden? Die letztendlich völlig unerwartete Wahl bereit dem Roman ein wunderbares Ende ganz im Stil von Anne Tyler. Ach, so ein, zwei Mal im Jahr brauche ich meinen Tyler Fix ;).   

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    K
    Karin_Kochvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Mr. Leary, oder wie ich lernte, einen Kauz zu lieben...
    Rezension zu "Die Reisen des Mr. Leary - Roman" von Marion von Schneider Verlag

    Mr. Leary ist ein Kauz, ein eigenbrödlerischer Pedant, ein Umstandskrämer und festgefahrener Gewohnheitsmensch. Einer also, zu dem man im wirklichen Leben den Kontakt nicht weiter ausdehnt als bis zum Status "entfernter Bekannter." Und eigentlich jemand, dem man nicht unbedingt ein ganzes Buch lang bei seinen Skurrilitäten beiwohnen möchte.

    Aber Mr. Leary wurde von Anne Tyler erdacht und diese Autorin liebt ihre Figuren. Sie schafft es, gleichzeitit ganz dicht an sie heranzugehen, um sie in ihrem Verhalten begreiflich zu machen und die Distanz zu wahren, die weder ihre Tragik noch ihre Komik lächerlich erscheinen lässt.

    Und so kommt es, dass man mit großem Vergnügen Mr Leary bei seinen Reisen und in seinem Alltag begleitet, obwohl er sich oftmals so befremdlich verhält. Man lernt ihn und seine Familie immer besser kennen und verstehen, man erfährt die Hintergründe seines Daseins und seiner Schrulligkeiten, man bekommt ein erhellendes und farbiges Bild seiner Geschwister gezeichnet, man erlebt seine Wandlung durch die Begegnung mit einer völlig unpassenden Frau, kurz, man lernt ihn zu lieben. Und dass man ihn lieben lernt, zeigt die große Kunst von Anne Tyler, der Pulitzerpreisträgerin, deren Geschichten die tiefen Schichten des Herzens berühren. Das ist schön, auch, wenn es manchmal ein wenig schmerzt.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zu Anne Tyler kann man immer greifen und wird begeistert sein.
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    ANATALs avatar
    ANATALvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lesbar, aber trudelt halt so dahin!
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    Marie83
    J
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    Merleperle

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