Anne Tyler Mister Morgan und die Puppenspielerin

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Inhaltsangabe zu „Mister Morgan und die Puppenspielerin“ von Anne Tyler

Mr Morgan, Vater von sieben Töchtern, liebt Kostüme. Eines Morgens begegnet er der schwangeren Emily Meredith, einer jungen Puppen-spielerin. Als ihre Wehen mitten auf dem Jahrmarkt einsetzen, ist Mr Morgan sofort zur Stelle. Eine Freundschaft entwickelt sich, die Mr Morgans Welt aus den Angeln hebt – und ihm am Ende das große Glück beschert, endlich einmal er selbst sein zu können.

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    Mister Morgan und die Puppenspielerin
    R-E-R

    R-E-R

    23. July 2013 um 22:10

    Als ich gerade “Mr. Morgan und die Puppenspielerin” las, entdeckte ich in der Süddeutschen Zeitung eine kleine Notiz, nach der sich der Schauspieler Hugh Jackmann manchmal verkleidet um seine Frau glücklich zu machen. Morgan, der Held aus Anne Tylers Roman, verkleidet sich ebenfalls. Aber nicht weil er “wieder auf etwas Action im Schlafzimmer aus ist” wie der Hollywood Star. Für Morgan “waren alle Kleidungsstücke Kostüme. Er öffnete den Wandschrank, knipste das Licht an und überlegte wer er an diesem Tag sein wollte.” An einem frostigen Ostersonntag lernt Morgan das Ehepaar Meredith unter ungewöhnlichen Umständen kennen. Er besucht eine Puppentheatervorstellung der beiden, als bei Emily die Wehen einsetzen und ihr Mann Leon unter den Zuschauern einen Arzt sucht. Morgan, der an diesem Tag zwar nicht im richtigen “Kostüm” für diesen Beruf steckt (aber bei einem Notfall glaubt man vielleicht auch einem Mann mit Skimütze und dreckigen Fingernägeln dass er Mediziner ist) meldet sich und leistet (erfolgreich) Geburtshilfe. In den Folgejahren beobachtet der Vater von sieben Töchtern heimlich die Entwicklung der kleinen Familie, bis Emily ihn eines Tages auf offener Straße darauf anspricht. In der Folge entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, die bald auch die Familien einschließt. Als aus dieser Freundschaft im Lauf der Jahre Liebe wird gerät das Gefüge der kleinen, scheinbar heilen, Welt von Emily und Morgan gehörig durcheinander. Wieder einmal skizziert Anne Tyler das, wofür Sie berühmt geworden ist: Familien, deren Mitglieder und ihre Besonderheiten. Morgan sehnt sich nach Ruhe und Einfachheit. In seinem Zuhause tummeln sich neben der mütterlichen Ehefrau Bonnie, sieben Töchter, seine Mutter Louisa und die Schwester Brindle, die einen Ehemann begraben und den zweiten verlassen hat und nun die Tage ihres Lebens seufzend im Bademantel verbringt. Im Gegensatz dazu steht das karge Leben der Merediths, die eher zufällig zu Puppenspielern geworden sind und in einer nüchternen drei Zimmer Wohnung fast ohne Möbel und sonstigen Besitz leben. Anders als in ihrem Pulitzer Preis prämierten Werk “Atemübungen” indem sie das ganze Leben des Ehepaares Maggie und Ira Moran während der Dauer von nur 24 Stunden Revue passieren lässt, umspannt die Handlung hier eine Zeit von zwölf Jahren. Zu Beginn hat mich daher besonders interessiert, wie sich die Figuren in diesem Zeitraum entwickeln würden. Die skurrilen Fluchten Morgans, der sich durch Verkleidungen und Lügen aller Art durchs Leben spinnt, dabei aber immer liebenswürdig und sich selbst treu bleibt, sollten (so hoffte ich) doch zu irgendetwas oder irgendwohin führen. Die schüchterne Emily, die in ihrer ruhigen Sachlichkeit emotionslos wirkt und doch zu so viel selbstloser Liebe fähig ist, sollten ihr ( so dachte ich) doch etwas mehr einbringen als nur Armut und Entbehrung. Aber es ist einzig Bonnie, die verlassene Ehefrau, die sich wandelt. Von einer fürsorglichen Gattin zur Rachegöttin. Am Ende lässt sie ihren untreuen Mann per Zeitungsannonce sterben. Einen Schritt den man durchaus nachvollziehen kann. Mir ging der kauzige Morgan mit seiner farblosen Emily zu der Zeit auch schon sehr auf die Nerven. Anne Tyler ist eine Autorin deren Werke ich gerne und mit Vergnügen lese. Intelligent und humorvoll beschreibt Sie das Leben in und mit Familien. Gerade die leisen Töne, die Kleinigkeiten im alltäglichen liegen ihr besonders. Eine Art sich in Details zu verlieren, die man heute in Büchern nur noch selten findet. Anne Tyler nimmt sich Zeit Situationen auszumalen. “Mr. Morgan und die Puppenspielerin” das 1980 zum ersten Mal erschien, hat viel von diesen Alltäglichkeiten. Als Kind der 1970er Jahre war es für mich fast schmerzlich schön, die Dekade von 1967 bis 1979 im Buch wiederzufinden. Dennoch hat mir der Roman nicht so gut gefallen, wie die anderen Werke der Autorin die ich bisher gelesen habe. Vielleicht lag es an den Verkleidungen von Morgan, die mir lächerlich und unnütz erschienen, wie die ganze Figur überhaupt. Ich konnte diesem fiktiven Mann leider überhaupt nichts abgewinnen. Wesentlich spannender wäre für mich ein Blick in das Innenlebern von Bonnie gewesen. Leider blieb dieser aus.

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  • Rezension zu "Mister Morgan und die Puppenspielerin" von Anne Tyler

    Mister Morgan und die Puppenspielerin
    Xirxe

    Xirxe

    09. March 2010 um 18:45

    Morgan, die Hauptfigur des Romans, ist ein Mensch wie man sie sich gerne mehr in unserer Gesellschaft wünschen würde. Aber nur nicht als Ehemann!! :-) Er liebt es, sein Leben in verschiedenen Rollen zu leben und unterstreicht die Wahrhaftigkeit dieser Existenzen noch durch entsprechende Verkleidungen. Seine Familie hat gelernt damit umzugehen, vielleicht auch deshalb weil sie selbst mit ihrem eigenen Chaos genug beschäftigt ist. Mortons Haushalt umfasst neben seiner Ehefrau Bonnie sieben Töchter, seine depressive Schwester und seine langsam an Vergesslichkeit leidende Mutter. Auch wenn Bonnie die Hauptlast des Haushalts trägt, in dem sie durch ihre eigene Art das Durcheinander noch verstärkt, fühlt sich Morton völlig überfordert. Selbst ein Chaot, sehnt er sich nach Ruhe, klaren Linien, Ordnung - Dinge die er in seinem Haus nirgends vorfindet. Zudem scheint ihn auch niemand aus seiner Familie richtig zu verstehen, man hält ihn für etwas verrückt. Eines Tages wird er durch eine seiner Rollen der Geburtshelfer des Kindes von Emily und Leon. Er freundet sich mit ihnen an und bringt sich immer mehr in deren Familie ein, die für ihn das verkörpert was er sich schon immer wünscht. Die Figuren sind liebevoll und schön beschrieben bis ins kleinste Detail und man wünscht sich, es gäbe mehr Menschen die sich diese Fähigkeiten bewahrt hätten, auch hinter den scheinbar einfachen Dingen die unglaublichsten Geschichten zu entdecken oder einmal etwas völlig anderes zu tun. Aber nach ca. 200 Seiten hatte ich die eigentümliche Person Morton irgendwann über, er wurde mir mit seiner Art zuviel. Zwar dreht sich das Ganze zum Ende hin noch, doch ich hatte genug. Wer skurrile Charaktere mag, wird sicherlich Freude an diesem Buch haben.

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  • Rezension zu "Mister Morgan und die Puppenspielerin" von Anne Tyler

    Mister Morgan und die Puppenspielerin
    Cappukeks

    Cappukeks

    21. July 2008 um 17:47

    Ein schönes Buch, dessen Sprache ich sehr genossen habe.