Anne Tyler Verlorene Stunden

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Inhaltsangabe zu „Verlorene Stunden“ von Anne Tyler

Die besten Zeiten hat Liam Pennywell schon hinter sich. Zwei gescheiterte Ehen, drei zerstrittene Töchter, den Job verloren - mit sechzig Jahren muss er jetzt noch einmal ganz von vorn anfangen. Eigentlich wollte er den Ruhestand im Schaukelstuhl verbringen. Doch dann lernt er Eunice kennen.

Mit ungewöhnlichen Methoden katapultiert die eigenwillige junge Frau ihn zurĂŒck ins Leben. Und Liam beschließt, keine weitere Zeit mehr zu verlieren. Denn gescheitert ist er oft genug ...

Weiß nicht so recht was ich davon halten soll.. war wirklich gut geschrieben... nur der Inhalt verwirrt mich tjetzt 😕

— loveAmaro

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    Verlorene Stunden

    loveAmaro

    06. October 2016 um 17:09

    + wirklich toller Schreibstil war gleich mitten drinnen


    - weiß jetzt nicht was ich davon halten soll.. :/

  • Rezension zu "Verlorene Stunden" von Anne Tyler

    Verlorene Stunden

    WinfriedStanzick

    26. April 2012 um 14:18

    Anne Tyler ist eine große ErzĂ€hlerin von Weltrang. Mit ihrem neuen, in der Schweiz in ZĂŒrich bei Kein & Aber erschienenen Roman „Verlorene Stunden“ stellt sie das wieder eindrĂŒcklich unter Beweis. Es ist die einfĂŒhlsam erzĂ€hlte Geschichte eines Ă€lteren Mannes, der ein Leben ohne Hoffnung fĂŒhrt und dem doch eine neue Zukunft und Liebe begegnet. „Mit sechzig Jahren wurde Liam Pennywell arbeitslos“. So lapidar beginnt der Roman. Als Philosoph mit Schwerpunkt griechischer Philosophie ausgebildet, hatte Liam Pennywell zuletzt in einer Privatschule FĂŒnftklĂ€ssler unterrichtet, als man ihn davon in Kenntnis setzt, dass man fĂŒr seine Dienste keine weitere Verwendung hat. Doch Liam stĂŒrzt das nicht etwa in Verzweiflung, sondern er beginnt, seine neue Situation anzunehmen und sich entsprechend zu arrangieren und sein Leben anders zu planen. Zwei gescheiterte Ehen hat er schon hinter sich und ist mit NeuanfĂ€ngen nicht ganz ohne Erfahrung. Er zieht in eine neue Wohnung, beginnt sich einzuschrĂ€nken und seine Zeit neu zu strukturieren, da passiert etwas, was sein weiteres Leben extrem beeinflusst. Liam Pennywell wird in der ersten Nacht, die er in seiner neuen Wohnung verbringt ĂŒberfallen und verliert durch den Schlag auf den Kopf jegliche Erinnerung an das, was passiert ist. Als er im Krankenhaus aufwacht, weiß er nicht, wie er dorthin gekommen ist. Von diesem Augenblick an ist er wie besessen von dem Gedanken, herauszufinden, was genau geschehen ist. Er will seine Erinnerung wieder haben, sein GedĂ€chtnis wiederfinden, ohne das er sein Leben wertlos glaubt. Und noch wĂ€hrend er darĂŒber grĂŒbelt, sich von verschiedenen Ärzten beraten lĂ€sst, lernt er Eunice kennen, eine Frau, die 22 Jahre jĂŒnger ist als er. Durch ihre wunderbare Art, in die er sich sofort verliebt, lernt der arbeits- und erinnerungslose Liam nicht nur wieder die Sonnenseiten des Lebens kennen, sondern Formen der Erinnerung an Phasen seines Lebens kehren zurĂŒck und werden farbig lebendig, die er lĂ€ngst vergessen glaubte. „Verlorene Stunden“ ist ein Roman, der sich in bewundernswerter Weise einfĂŒhlt die Psyche eines einsamen und resignierten Mannes, der mit seinem Leben abgeschlossen hatte und der durch wundersame FĂŒgung noch einmal die Liebe kennenlernt. Ein schönes Buch.

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  • Rezension zu "Verlorene Stunden" von Anne Tyler

    Verlorene Stunden

    WinfriedStanzick

    26. April 2012 um 14:17

    Anne Tyler ist eine große ErzĂ€hlerin von Weltrang. Mit ihrem neuen, in der Schweiz in ZĂŒrich bei Kein & Aber erschienenen Roman „Verlorene Stunden“ stellt sie das wieder eindrĂŒcklich unter Beweis. Es ist die einfĂŒhlsam erzĂ€hlte Geschichte eines Ă€lteren Mannes, der ein Leben ohne Hoffnung fĂŒhrt und dem doch eine neue Zukunft und Liebe begegnet. „Mit sechzig Jahren wurde Liam Pennywell arbeitslos“. So lapidar beginnt der Roman. Als Philosoph mit Schwerpunkt griechischer Philosophie ausgebildet, hatte Liam Pennywell zuletzt in einer Privatschule FĂŒnftklĂ€ssler unterrichtet, als man ihn davon in Kenntnis setzt, dass man fĂŒr seine Dienste keine weitere Verwendung hat. Doch Liam stĂŒrzt das nicht etwa in Verzweiflung, sondern er beginnt, seine neue Situation anzunehmen und sich entsprechend zu arrangieren und sein Leben anders zu planen. Zwei gescheiterte Ehen hat er schon hinter sich und ist mit NeuanfĂ€ngen nicht ganz ohne Erfahrung. Er zieht in eine neue Wohnung, beginnt sich einzuschrĂ€nken und seine Zeit neu zu strukturieren, da passiert etwas, was sein weiteres Leben extrem beeinflusst. Liam Pennywell wird in der ersten Nacht, die er in seiner neuen Wohnung verbringt ĂŒberfallen und verliert durch den Schlag auf den Kopf jegliche Erinnerung an das, was passiert ist. Als er im Krankenhaus aufwacht, weiß er nicht, wie er dorthin gekommen ist. Von diesem Augenblick an ist er wie besessen von dem Gedanken, herauszufinden, was genau geschehen ist. Er will seine Erinnerung wieder haben, sein GedĂ€chtnis wiederfinden, ohne das er sein Leben wertlos glaubt. Und noch wĂ€hrend er darĂŒber grĂŒbelt, sich von verschiedenen Ärzten beraten lĂ€sst, lernt er Eunice kennen, eine Frau, die 22 Jahre jĂŒnger ist als er. Durch ihre wunderbare Art, in die er sich sofort verliebt, lernt der arbeits- und erinnerungslose Liam nicht nur wieder die Sonnenseiten des Lebens kennen, sondern Formen der Erinnerung an Phasen seines Lebens kehren zurĂŒck und werden farbig lebendig, die er lĂ€ngst vergessen glaubte. „Verlorene Stunden“ ist ein Roman, der sich in bewundernswerter Weise einfĂŒhlt die Psyche eines einsamen und resignierten Mannes, der mit seinem Leben abgeschlossen hatte und der durch wundersame FĂŒgung noch einmal die Liebe kennenlernt. Ein schönes Buch.

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  • Rezension zu "Verlorene Stunden" von Anne Tyler

    Verlorene Stunden

    Solitude

    22. April 2011 um 17:18

    Sehr schöne aber fĂŒr mich auch melancholische Geschichte. Liam ist 60, hat gerade seinen Job verloren und ist in eine kleinere Wohnung umgezogen. Eigentlich hat er sich darauf eingerichtet, jetzt den "Rest" seines Lebens im Schaukelstuhl zu verbringen und scheint mit dieser Aussicht auch recht zufrieden zu sein. Dann wird er in der ersten Nacht in der neuen Wohnung ĂŒberfallen und niedergeschlagen. An den Überfall selber erinnert er sich nicht und das, was andere vermutlich als einen Segen bezeichnen wĂŒrden, macht ihm sehr zu schaffen. Er hat Stunden seines Lebens verloren und das macht ihm insgesamt nach und nach bewusst, wieviele Erinnerungen im Laufe eines Lebens verloren gehen. Beim Neurologen lernt er Eunice kennen, die als Assistentin eines reichen GeschĂ€ftsmanns arbeitet. Eigentlich ist sie nur offiziell sowas wie eine Assistentin. Genauer betrachtet ist es ihre vermutlich unlösbare Aufgabe, sein GedĂ€chtnis und seine Erinnerung zu sein. Liam setzt alles daran, Eunice kennen zu lernen und erhofft sich, dass sie ihm mit ihrer Übung in Sachen GedĂ€chtniss helfen kann, seine eigenen verlorenen Stunden wiederzufinden. Es entwickelt sich eine Liebesgeschichte und Eunice hilft ihm tatsĂ€chlich. Er findet zwar nicht die Nacht des Überfalls wieder, aber eine ganze Menge mehr und letztendlich eigentlich sein eigenes Leben. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, allerdings bin ich mit dem Ende nicht ganz einig. Daher auch ein Stern Abzug von mir. Mehr ins Detail gehen kann ich dazu natĂŒrlich nicht, dann wĂ€re zu viel verraten. Seit ihrem Bestseller "AtemĂŒbungen" habe ich nichts mehr von Anne Tyler gelesen und freue mich sehr, dass sie ihr wunderbaren Stil behalten hat. Besonders die Dialoge sind wunderbar, man könnte oft gleichzeitig weinen und lachen.

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  • Rezension zu "Verlorene Stunden" von Anne Tyler

    Verlorene Stunden

    R-E-R

    21. February 2011 um 13:10

    Was bedeuten uns unsere Erinnerungen? Wie wichtig sind fĂŒr unser Leben? Bedeutet es den Verlust der eigenen IdentitĂ€t oder ist es nicht eher eine große Gnade sich nicht an alles zu erinnern? Welche Situationen sind es, die sich fĂŒr immer in unser GedĂ€chtnis prĂ€gen? Die essenziellen Dinge des Lebens oder eine Summe aus Kleinigkeiten, die zusammengenommen den Wert unseres Daseins ausmachen? Liam Pennywell, die Hauptfigur aus Anne Tylers Roman “Verlorene Stunden” hat nur wenige Stunden an die er sich nicht erinnern kann. Doch fĂŒr ihn ist es, als hĂ€tte er mit dieser kleinen ErinnerungslĂŒcke sein ganzes Leben verloren. Als Liam mit sechzig seine Arbeit verliert, beschließt er sich vorzeitig zur Ruhe zu setzen. Um Geld zu sparen nimmt er sich eine kleinere Wohnung am Stadtrand. Schon in der ersten Nacht wird er dort das Opfer eines Überfalls. Am nĂ€chsten Morgen erwacht er in der Klinik. Alles was zwischen dem Zubettgehen und dem Aufwachen im Krankenhaus passiert ist, hat er vergessen. Auf der Suche nach diesen “verlorenen Stunden” lernt er Eunice kennen. Trotz des großen Altersunterschiedes verlieben sich die beiden und Liams Leben, mit dem er eigentlich schon abgeschlossen hatte, wird neu belebt. Liam ist ein liebenswerter Exzentriker. Er lebt in seiner eigenen kleinen Welt. Er meidet den Kontakt zu seiner Familie nicht, sucht ihn aber auch nicht. Sein Leben wird auf den Kopf gestellt, als er nach dem Angriff auf Hilfe von seinen Angehörigen angewiesen ist. Ex-Frau und Töchter versuchen ihn möglichst schnell wieder fĂŒr den Alltag tauglich zu machen. Niemand versteht, dass er so vehement versucht die Tatnacht zu rekonstruieren. Er solle doch froh sein sich an ein solch traumatisches Erlebnis nicht erinnern zu können. Aber genau das ist er nicht. Erinnerung ist fĂŒr ihn die FĂ€higkeit alles unter Kontrolle zu haben. Und genau diesen Kontrollverlust fĂŒrchtet er. Anne Tylers Romane lesen sich wie feine Psychogramme des alltĂ€glichen. Mit laserartiger GrĂŒndlichkeit durchleuchtet sie zwischenmenschliche Beziehungen. Besonderes Augenmerk legt sie in ihren Romanen auf Familien und deren speziellen Konstellationen. Liam hat seiner erste Frau durch Selbstmord verloren. Seine Tochter Xanthe aus dieser Ehe wurde von seiner zweiten Frau aufgezogen. Auch mit den Töchtern aus dieser Verbindung, Louise und Kitty, hatte er nach der Scheidung kaum Kontakt. Als Kitty bei ihm einzieht um nach dem Unfall fĂŒr ihn zu sorgen Ă€ndert sich das. Durch sie, aber auch durch die Freundschaft mit Eunice beginnt er sich zu öffnen. Es ist dies sicher nicht der beste Roman von Anne Tyler. Wer jedoch ihre bisherigen Werke in ihrer Art mochte, wird auch hier nicht enttĂ€uscht. Es sind also keineswegs “verlorene Stunden” die man mit diesem Buch verbringt. Auch wenn es vielleicht nicht so sehr im GedĂ€chtnis bleiben wird, wie manches andere Werk von ihr. Aber durch Liam haben wir gelernt, man muss sich nicht an alles entsinnen. Die wirklich wichtigen Erinnerungen kommen irgendwann ganz von selbst wieder. .

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  • Rezension zu "Verlorene Stunden" von Anne Tyler

    Verlorene Stunden

    Annora

    02. September 2010 um 07:57

    Die Geschichte von Liam, dem Protagonisten aus Anne Tylers Roman „Verlorene Stunden“ ist schnell erzĂ€hlt: Liam verliert seine Anstellung als Lehrkraft an der örtlichen Schule und nutzt diese Gelegenheit, die letzte Phase seines Lebens zu beginnen: den Ruhestand. Er verkauft einen Großteil seiner Sachen und sucht sich eine kleine Wohnung. Sein Plan ist ein beschauliches Leben, das ihm Zeit lĂ€sst seinen Gedanken im Schaukelstuhl nachzuhĂ€ngen ohne weitere Verpflichtungen zu haben. Voller Euphorie und Tatendrang macht er sich an den Umzug. Doch schon in der ersten Nacht wird er ĂŒberfallen, wacht im Krankenhaus wieder auf – ohne jegliche Erinnerungen daran, was sich in der Nacht tatsĂ€chlich ereignet hat. Bei dem Versuch, sich die Ereignisse der Nacht irgendwie wieder ins GedĂ€chtnis zu rufen, legt er seine ganze Hoffnung in Eugine, die Erinnerungshilfe eines alternden Unternehmers. Doch sie hat nicht die hellseherischen FĂ€higkeiten, die er ihr in seiner Verzweiflung zuschreiben wollte. Aber sie hat etwas anderes, was ihm mehr hilft, als die Erinnerung. Sie zeigt ihm, was ihm wirklich fehlt im Leben. Durch sie erkennt er, dass es nicht die Erinnerungen an wenige Stunden in jener Nacht sind, die ihm fehlen, sondern ganz andere lĂ€ngst vergessene Erinnerungen. Und der Ruhestand scheint plötzlich nicht mehr das, wonach Liam eigentlich strebt. „Verlorene Stunden“ ist ein Roman mit einer recht einfachen Handlung, der es dennoch nicht an Spannungsbögen fehlt. Viel wichtiger als eine spannende ErzĂ€hlung ist fĂŒr mein Empfinden aber die Aussage des Buches, das was die Geschichte eigentlich mitteilen will. Im Laufe des Romans werden aus verlorenen Stunden, verlorene Tage, Monate, Jahre. Bis sich der Protagonist mit der Frage auseinandersetzen muss, ob nicht sein ganzes Leben verloren ist. Hat er die ganze Zeit nur an seinem eigenen Leben vorbei gelebt? War er nur Statist in seinem eigenen Leben? Was genau macht ihn als Menschen aus? Er muss sich diesen Fragen stellen, ebenso der Frage, ob er seiner Frau, seinen Töchtern ein guter Ehemann und Vater gewesen ist. Seine erste Frau starb, seine zweite Frau hat ihn verlassen. Das VerhĂ€ltnis zu seinen Töchtern ist kĂŒhl und abgeklĂ€rt, auch sein Enkel ist nur eine Randfigur in seinem Leben. Die Entwicklung, die der Protagonist im Laufe des Romans macht, ist erstaunlich. Zumal er in der Zeit nach dem Unfall, in der er eigentlich nur die Erinnerung daran wieder gewinnen möchte, Momente seines Lebens wieder vor sich sieht und diese aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. Das Buch zeigt, wie sehr man Herr seines eigenen Schicksales ist und dass die Beziehungen zu anderen Menschen, zu Partner und Kindern einer lebenslangen Pflege und Aufmerksamkeit bedĂŒrfen. Aber auch, dass es harte Arbeit ist, sich ĂŒber seine eigenen GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse im Klaren zu sein und diese vor sich selbst ehrlich zu akzeptieren. „Verlorene Stunden“ hat mir sehr gut gefallen, weil es mich zum Nachdenken bringen konnte. Wie werde ich wohl mein Leben als 60jĂ€hrige reflektieren? Der Schreibstil ist einfach gehalten, man kann das Buch sehr gut lesen und auch die Personen und SchauplĂ€tze waren gut ausgearbeitet, so dass man leicht in dem Buch versinken kann. Besonders der stĂ€ndige Wechsel zwischen Resignation und Hoffnung, Traurigkeit und Lebensfreude, Liebe und Hass machen den Roman zu einem realistischen Spiegelbild der GefĂŒhlslage eines Menschen am Wendepunkt seines Lebens.

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  • Rezension zu "Verlorene Stunden" von Anne Tyler

    Verlorene Stunden

    Leserrezension2010

    25. August 2010 um 00:47

    A198 Verlorene Stunden von Anne Taylor Kategorie: Allgemein Die Geschichte von Liam, dem Protagonisten aus Anne Tylors Roman „Verlorene Stunden“ ist schnell erzĂ€hlt: Liam verliert seine Anstellung als Lehrkraft an der örtlichen Schule und nutzt diese Gelegenheit, die letzte Phase seines Lebens zu beginnen: den Ruhestand. Er verkauft einen Großteil seiner Sachen und sucht sich eine kleine Wohnung. Sein Plan ist ein beschauliches Leben, das ihm Zeit lĂ€sst seinen Gedanken im Schaukelstuhl nachzuhĂ€ngen ohne weitere Verpflichtungen zu haben. Voller Euphorie und Tatendrang macht er sich an den Umzug. Doch schon in der ersten Nacht wird er ĂŒberfallen, wacht im Krankenhaus wieder auf – ohne jegliche Erinnerungen daran, was sich in der Nacht tatsĂ€chlich ereignet hat. Bei dem Versuch, sich die Ereignisse der Nacht irgendwie wieder ins GedĂ€chtnis zu rufen, legt er seine ganze Hoffnung in Eugine, die Erinnerungshilfe eines alternden Unternehmers. Doch sie hat nicht die hellseherischen FĂ€higkeiten, die er ihr in seiner Verzweiflung zuschreiben wollte. Aber sie hat etwas anderes, was ihm mehr hilft, als die Erinnerung. Sie zeigt ihm, was ihm wirklich fehlt im Leben. Durch sie erkennt er, dass es nicht die Erinnerungen an wenige Stunden in jener Nacht sind, die ihm fehlen, sondern ganz andere lĂ€ngst vergessene Erinnerungen. Und der Ruhestand scheint plötzlich nicht mehr das, wonach Liam eigentlich strebt. „Verlorene Stunden“ ist ein Roman mit einer recht einfachen Handlung, der es dennoch nicht an Spannungsbögen fehlt. Viel wichtiger als eine spannende ErzĂ€hlung ist fĂŒr mein Empfinden aber die Aussage des Buches, das was die Geschichte eigentlich mitteilen will. Im Laufe des Romans werden aus verlorenen Stunden, verlorene Tage, Monate, Jahre. Bis sich der Protagonist mit der Frage auseinandersetzen muss, ob nicht sein ganzes Leben verloren ist. Hat er die ganze Zeit nur an seinem eigenen Leben vorbei gelebt? War er nur Statist in seinem eigenen Leben? Was genau macht ihn als Menschen aus? Er muss sich diesen Fragen stellen, ebenso der Frage, ob er seiner Frau, seinen Töchtern ein guter Ehemann und Vater gewesen ist. Seine erste Frau starb, seine zweite Frau hat ihn verlassen. Das VerhĂ€ltnis zu seinen Töchtern ist kĂŒhl und abgeklĂ€rt, auch sein Enkel ist nur eine Randfigur in seinem Leben. Die Entwicklung, die der Protagonist im Laufe des Romans macht, ist erstaunlich. Zumal er in der Zeit nach dem Unfall, in der er eigentlich nur die Erinnerung daran wieder gewinnen möchte, Momente seines Lebens wieder vor sich sieht und diese aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. Das Buch zeigt, wie sehr man Herr seines eigenen Schicksales ist und dass die Beziehungen zu anderen Menschen, zu Partner und Kindern einer lebenslangen Pflege und Aufmerksamkeit bedĂŒrfen. Aber auch, dass es harte Arbeit ist, sich ĂŒber seine eigenen GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse im Klaren zu sein und diese vor sich selbst ehrlich zu akzeptieren. „Verlorene Stunden“ hat mir sehr gut gefallen, weil es mich zum Nachdenken bringen konnte. Wie werde ich wohl mein Leben als 60jĂ€hrige reflektieren? Der Schreibstil ist einfach gehalten, man kann das Buch sehr gut lesen und auch die Personen und SchauplĂ€tze waren gut ausgearbeitet, so dass man leicht in dem Buch versinken kann. Besonders der stĂ€ndige Wechsel zwischen Resignation und Hoffnung, Traurigkeit und Lebensfreude, Liebe und Hass machen den Roman zu einem realistischen Spiegelbild der GefĂŒhlslage eines Menschen am Wendepunkt seines Lebens.

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