Den Untertitel des Buches empfand ich als irreführend. Ich hatte eher so etwas wie eine Anekdotensammlung erwartet, ein Einblick in das Zusammenleben zweier Generationen, deren unterschiedliche Werte und Vorstellungen aufeinanderprallen. Empfunden habe ich das Buch als inneren Monolog, der kein auch noch so abwegiges Zeitgeistthema auslässt. Unter die Lupe bzw. auf die Schippe genommen werden vor allem solche Themen, mit denen Menschen wie ich, die sich viel zu oft und viel zu lange auf Social Media herumtreiben, permanent konfrontiert werden, ob sie wollen oder nicht. Meistens eher nicht, aber der Algorithmus kennt nun mal keine Gnade.
Beim Lesen trifft man immer wieder auf bekannte Memes, die vermutlich jeder schon mal in seinem Facebook- oder Instagram-Feed gesehen hat. Sie funktionieren in der Textversion erstaunlich gut.
Spannend fand ich die erfrischend politisch inkorrekten Ansichten zum „Thema Gendern“. Eigentlich fand ich es nicht nur spannend, sondern sehr mutig, das so offen und deutlich in einem Buch zu äußern. Trotzdem gab es auch hier (einige wenige) Gendersterne im Text, auch wenn ich nicht ganz verstanden habe, warum die Teile unbedingt reinmussten, denn es zog sich nicht durch und war an den betreffenden Stellen wenig aussagekräftig.
Wer dem oft absurd wirkenden Zeitgeist der letzten fünf Jahre tapfer ins Gesicht grinsen will und dabei ein paar alte Bekannte (Memes) lesenderweise treffen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten.








