Anne Waak

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Autor von Der freie Tod und Spex.

Alle Bücher von Anne Waak

Der freie Tod

Der freie Tod

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Erschienen am 14.11.2016
Spex

Spex

 (0)
Erschienen am 04.03.2013

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Rezension zu "Der freie Tod" von Anne Waak

Der freie Tod
TheRavenkingvor 4 Tagen

Durch den Freitod von Prominenten, wie dieses Jahr TV-Koch Anthony Bourdain oder Star-DJ Avicii, gelangt das Thema Suizid in regelmäßigen Abständen immer wieder in die Nachrichten und führt zu öffentlichen Debatten.

Man stellt sich die gewohnten Fragen: Wieso, weshalb warum? Wie kommt es, dass selbst so erfolgreiche Menschen keinen anderen Ausweg sehen? Gab es Anzeichen dafür? Hätte es verhindert werden können. Wer ist schuld daran? Ist überhaupt jemand schuld? Und vor allem: Was müssen wir tun, damit so etwas in Zukunft nicht passiert?

Psychologen und Sozialarbeiter sind zwar schnell zur Stelle, um vermeintlich plausible Erklärungen zu liefern, aber viel mehr als banale Küchenphilosophie kommt dabei nicht heraus. Am Ende bleibt doch wieder alles beim Alten. Es wird in jeder Epoche Individuen geben, die sich den Widerwärtigkeiten des Lebens nicht gewachsen fühlen.

Wie Albert Camus treffend feststellte, töten wir uns nie aus nur einem einzigen Grund. Meist sind es Dutzende, Hunderte oder gar tausende verschiedener Ursachen welche die betroffene Person dazu bringen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Manche Menschen sammeln im Laufe ihres Lebens so viele Niederlagen, dass sie irgendwann einfach das Gefühl haben, dass sie nicht mehr weiter können.

Es gibt bereits zahlreiche Bücher zum Thema. Anne Waaks Werk wählt einen episodischen Ansatz, indem es sich dem Thema von verschiedenen Seiten nähert.

Es ist dabei nicht ganz klar, ob die Autorin das sensationslüsterne, auf Makabres und Gewalttätiges  geeichte Publikum sucht oder tatsächlich seriöse Absichten hat. Auf ersteres würde hindeuten, dass sie den Fall des Kannibalen von Rothenburg nacherzählt. Ein vollkommen unnötiges Kapitel, zumal diese geschmacklose Begebenheit damals von den Medien ergiebig breitgewalzt wurde.

Wesentlich interessanter ist die Auseinandersetzung mit dem Selbstmord in der DDR, ein Thema über welches ich bisher sehr wenig wusste. Ebenso die Behandlung der massenweisen Selbsttötungen nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg, wo sich viele das Leben nahmen aus Furcht, dem Feind in die Hände geraten zu können.

Interessant ist Waaks Buch allemal, aber auch relativ oberflächlich. Ein Plädoyer für einen selbstbestimmten Tod, wie vom Klappentext behauptet, stellt es sicherlich nicht dar, denn dazu fehlen wirklich radikale Einsichten und die Bereitschaft, das Thema wirklich Objektiv, losgelöst von gesellschaftlichen Tabus zu behandeln.

Das Buch endet mit einem witzigen Gedicht von Dorothy Parker, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Razors pain you;

Rivers are damp;

Acids stain you;

And drugs cause cramp.

Guns aren’t lawful;

Nooses give;

Gas smells awful;

You might as well live.

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