Whiteout

von Anne von Canal 
4,0 Sterne bei30 Bewertungen
Whiteout
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (20):
Buecherfreundinimnordens avatar

Besondere Geschichte am Ende der Welt

Kritisch (2):
alascas avatar

Enttäuschend flach und belanglos. Kein Vergleich mit "Der Grund".

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Inhaltsangabe zu "Whiteout"

Es ist eine E-Mail mit nur einer Zeile, die Hannas Welt ins Wanken bringt: ihre einst beste Jugendfreundin ist tot.
Mit Fido hatte sie in den 80ern alles geteilt: Träume, Pläne, Zigaretten – bis die Freundin eines Tages unerwartet und ohne Erklärung den Kontakt abbrach und nie wieder auftauchte. Die erschütternde Nachricht von Fidos Tod erreicht Hanna, die mittlerweile als Glaziologin arbeitet, ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition. Sentimentalitäten kann Hanna sich hier keinesfalls erlauben. Doch in der endlosen Weite des Eises kehren die Erinnerungen und auch die ungeklärten Fragen nach Fidos Verschwinden mit Macht zurück. Hanna verliert die Kontrolle.
Als die Spannungen im Forscherteam zunehmen und ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499274329
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:18.12.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherfreundinimnordens avatar
    Buecherfreundinimnordenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Besondere Geschichte am Ende der Welt
    Viel mehr als Schnee und Eis

    Anne von Canal hat mit „White Out“ etwas sehr Besonderes abgeliefert. Niemals hätte ich gedacht, dass diese schmale Büchlein mich emotional so mitnehmen würde. Es geht um eine Forschungsexpedition ins ewige Eis, doch es geht auch um Erinnerungen an die erste, große Liebe. Es geht um ehrgeizige Ziele und unerklärliche Enttäuschungen,um Erfolge und Niederlagen, denen man davonläuft, bis sie einen dann doch wieder einholen: unvermutet, und dann auch noch in polarer Kälte, mitten in Ewigen Eis. Die Autorin schreibt so real, dass man als Leser die ungastliche Umgebung spürt: alles ist unglaublich nah und sehr nachvollziehbar. Ich habe in jedem Moment mitgelitten mit Expedionsleiterin Alex, auch wenn mir ihr Ehrgeiz manchmal ein bisschen zu groß schien. Es gibt an diesem Buch nur eines, was mich störte: dass es so kurz war.

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 2 Monaten
    Eine Hommage ans Eis

    Für mich war es das erste Buch von Anne von Canal und mir ist sofort klar, warum es bei mare erschienen ist. Diese Liebe zum Detail, was das Eis angeht, ist erstaunlich.

    Eigentlich geht es um Hanna, die eine Expedition in die Antarktis macht, um das Eis auf die Vergangenheit hin zu untersuchen. Mit ihrem Team will sie Bohrungen durchführen und damit der Geschichte nachspüren. Als sie in den unendlichen Weiten der eisigen Schneemassen eine Mail von ihrem Bruder Jan erreicht, suchen sie Erinnerungen an die Vergangenheit heim. 
    Ihr Bruder und sie haben schon früh die Geschichte von Scott und Amundsen auf Vinyl gehört und sich für das Eis begeistert. Als sie Friederike, genannt Fido, kennenlernen, entwickeln die drei eine feste und innige Freundschaft, in der auch das Eis eine große Rolle spielt. Nach etlichen Jahren endet diese Freundschaft abrupt und Hanna und Jan schlagen doch unterschiedliche Wege ein.
    Der Leser erfährt nach und nach von den dreien. Kleine Anekdoten, wichtige Umbrüche im Leben der drei und Katastrophen. Doch nun soll Fido tot sein und Hanna kann sich kaum noch auf ihre Arbeit konzentrieren. Als es zu einem Unfall auf der Forschungsstation kommt, muss Hanna eine Entscheidung fällen.
    Mir offenbarte sich leider zu wenig in dieser Geschichte, aber die Beschreibungen des Eises waren hervorragend. Die weiße Landschaft, die Winde, die an der Kleidung und den Zelten zerren und diese lange, alles umschließende Stille, wenn kein Wind geht. Die strahlende Helligkeit, wenn die Sonne vom Schnee reflektiert wird, kann ich mir ebenso gut vorstellen wie die Kälte, die im Gesicht beißt. Eine wirklich faszinierende Beschreibung!

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    Buchlandung_in_Muenchens avatar
    Buchlandung_in_Muenchenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Wunderschön geschrieben und der Inhalt hallt noch lange in einem Nach.
    Zwei Reisen, eine Einsicht

    Auf einer Forschungsexpedition in die Antarktis wird Hannah von ihrer Geschichte eingeholt. Ihre beste Freundin, Fido, aus Kinder- und Jugendtagen ist verstorben. Sie weiß nicht wie und wann genau. Sie weiß nicht mal was Fido nach dem Abitur überhaupt gemacht hat. Von einem Tag auf den anderen war sie damals verschwunden. Ohne ein einziges Wort. Dabei hatten sie gemeinsame Pläne für die Zukunft. Wenn für Hannah alles so wie geplänt gelaufen wäre, dann wäre sie jetzt mit Fido hier in der Antarktis. Aber so ist sie einsam dort, auch wenn sie dort natürlich nicht allein ist. In Rückblenden erzählt Anne von Canal die Geschichte Hannahs. Es gefällt mir immer sehr gut, wenn in den Zeiten gesprungen wird und hier finde ich es besonders gelungen, denn Hannahs Gegenwart wird immer wieder von Gedanken an die gemeinsamen Geschichten durchzogen. Es ist, als würde man sich in Hannahs Gedankenwelt befinden und mit ihr durch die Zeit reisen. Durch die Nachricht von Fidos Tod werden Teile in ihr aufgerührt, die sie bislang verdrängt hat. Sie hat den Verlust tief in sich begraben und nun mitten in der Eiseskälte der Antarktis entsteht noch mehr Kälte in ihrem Inneren. Wie soll und kann sie das verarbeiten? Ein wunderbares Buch über Freundschaft, Vergänglichkeit und das Hier und Jetzt. Aber irgendetwas hat mir für den fünften Stern gefehlt, ich kann nur nicht sagen was. Vielleicht, weil es mich beim Lesen nicht so beeindruckt hat, wie die Tage danach. Erst als alles gesackt war, war ich tief bewegt von diesem Buch.

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    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Totale Enttäuschung
    Wo bleibt die Spannung... was ist das für eine Sprache?

    Fakten:
    Titel: White Out
    Autorin: Anne von Canal
    Verlag: mare – www.mare.de
    ISBN: 978-3-86648-247-0
    gebundene Ausbage - Preis: 20,00 €


    Cover:
    Das Cover gefiel mir auf Anhieb richtig gut. Es lässt viel offen und man weiß irgendwie trotzdem, dass es sich um das „ewige Eis“ dreht... schön gemacht und der geprägte Titel ist ein haptisches Plus.


    Text Rückseite:
    Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht?
    Zwanzig Jahre ist es her, dass Fido den Kontakt abbrach, ohne Vorwarnung und ohne Erklärung. Ausgerechnet jetzt, während einer wichtigen Expedition in der Antarktis, erreicht Hanna eine E-Mail, die Erinnerungen an ihre damals engste Freundin heraufbeschwört. Während draußen ein Sturm aufzieht und sich die Lage im Eis immer weiter zuspitzt, kann Hanna den offenen Fragen nicht länger ausweichen....
    „Mit dir habe ich wirklich nicht gerechnet. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht so. Dabei habe ich mich immer gefragt, wie es wohl wäre, dir noch einmal gegenüberzustehen. Ob ich die Kraft aufbringen würde, mich umzudrehen und still fortzugehen, oder ob ich dich noch wollte.“

    Inhalt:
    Hanna leitet eine Expedition in der Antarktis, wo sie mit 4 weiteren „Kollegen“ im Eis nach einer ihr vorschwebenden Entdeckung forscht, als sie durch eine Mail von ihrem Bruder erfährt, dass ihre Freundin von früher verstorben ist. Sie hatten damals zu dritt einen Zukunftstraum, der nun durchs Hannas Kopf schwirrt und Erinnerungen ihren Alltag beeinträchtigen. Hanna wird ihren Kollegen gegenüber ruppig und unerklärbar, sie kann sich kaum kontrollieren und schwelgt immer wieder in Erinnerungen an die wunderbaren und besonderen Tage ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend... bis Fido auf einmal verschwand.

    Meine Meinung:
    Mir hat das Buch gar nicht gefallen. Ich fand die „Ich“-Perspektive schlecht erzählt... mir fehlte Spannung, wo man denkt, im ewigen Eis, ein Schneesturm, das kann nur interessant werden. Ich fand es zäh, mühsam zu lesen, denn die beiden Geschichten – einmal Hanna im Eis im hier und jetzt, und dann ihre Erinnerungen an die Kindheit und Jugend – sprangen hin und her und es war oftmals schwer zu unterscheiden im ersten Moment. Vor allem die Sprache hat mich total enttäuscht. Kurze, teilweise Dreiwortsätze, abgehackte Gedanken auf Papier gebracht, wenig beschreibend, hingeklatschte Tatsachen.
    Sätze wie „Du hängtest dir die Kamera um den Hals, nahmst die Schallplatte vom Tisch“ / Seite 94 / 
    törnen mich beim Lesen einfach ab. 

    „Ich gehe nach draußen.
    Gehe, ohne mich umzudrehen.
    Gehe, bis die dünne Luft in meinen Lungen brennt und mich zum Stehenbleiben zwingt./Seite 43/“

    Für mich ist das anstrengend zu lesen und was hinzu kommt: Es passiert nicht wirklich etwas in dem Buch. Ich fand es langweilig.
    Da einzig Gute waren ein paar schöne Erinnerungen an meine Kindheit, ob es Songs oder Alltäglichkeiten waren, die haben mich dazu veranlasst, nicht abzubrechen.
    Und eigentlich ist die Idee hinter dem Buch gut.. für mich nur schwach umgesetzt.

    Beste Momente:
    Habe ich leider in dem Buch nicht gefunden.

    Fazit:
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch behalte oder es in unseren örtlichen Bücherschrank stellen soll...
    Für mich keine Empfehlung.
    Ich vergebe einen Stern. 

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    c_awards_ya_sins avatar
    c_awards_ya_sinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tiefe Einsichten in die Gefühlswelt eines Menschen, der verlassen wurde vor passender Kulisse.
    Tiefe Gefühle vor passender Kulisse

    Mit Whiteout gelingt es Anne von Canal ein berührendes Buch über eine Freundschaft zu schreiben, die einfach endete. Zurück bleibt Hanna mit ihren Fragen nach dem Warum und was aus Fido, ihrer Freundin, geworden ist.

    Hanna wurde mit 20 der Boden unter den Füßen weggezogen, das merkt man. Und erst im ewigen Eis - eine sehr passende Landschaft für die Gefühlswelt von Hanna, die immer wieder durch wunderschöne Vergleiche herangezogen wird - kann Hanna ihren Gefühlen nicht mehr ausweichen. Denn Scott ist tot. Eine Nachricht, die mühsam aufgezogene Mauern zum Wanken bringt, erreicht sie an ihrem Expeditionsort.

    Für anspruchsvolle Leser ist dieser tiefgründige Roman nur zu empfehlen!

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    Federfees avatar
    Federfeevor einem Jahr
    Ein wenig langweilig, zu distanziert, quälende Erinnerungen an eine Freundschaft

    Richtig warm geworden bin ich mit dem Buch nicht und das liegt nicht an der eisigen Kälte, in der ein Handlungsstrang spielt. In schönen Bildern beschreibt die Autorin die karge, weiße Landschaft der Antarktis: "Über der eisigen Weite liegt eine Stille, glatt wie Emaille." (8) Ein fünfköpfiges Forschungsteam bohrt dort, um aus der Beschaffenheit des Eises Folgerungen für die Gegenwart abzuleiten. Dazu passt das Motto im Forschungslogbuch gut, ein Zitat von Stephen Hawking: "Die Vergangenheit sagt uns, wer wir sind, ohne sie verlieren wir unsere Identität.

    Das mag auch auf die Hauptperson Hanna passen, die mitten in der Arbeit in der eisigen Einöde der Antarktis per Mail von ihrem Bruder die Nachricht vom Tod ihrer gemeinsamen Freundin 'Fido' bekommt, genannt Scott nach dem Polarforscher.

    Die Mail löst bei Hanna Erinnerungen an die sehr enge Dreierfreundschaft aus, die sie mit der Pfarrerstochter 'Fido' verband, einem eigenwilligen Mädchen, das sich keinen Konventionen beugen wollte und das eines Tages ohne ein Wort in eine andere Stadt verschwand und sich nie wieder meldete.

    Obwohl es um das Thema 'Freundschaft' geht und vielleicht auch um die Frage, ob eine zu große vereinnahmende Nähe gut ist oder nicht - "Das waren wir. Ein Schatten und eine Seele." - konnte ich die Distanz zu den Personen des Buches und seinem Thema nicht überwinden.

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    Nenettevor einem Jahr
    Ein sehr gelungenes Buch

    Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht?

    Dies ist die zentrale Frage, um die es in diesem Buch geht.

    Hanna ist Expeditionsleiterin in einem Team von Wissenschaftlern, die in der Antarktis neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit suchen.

    Auf der Suche nach der Vergangenheit wird sie unvermittelt mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, als sie vom Tod ihrer Jugendfreundin erfährt. Vor vielen Jahren stand diese Jugendfreundschaft im Zentrum ihrer Welt, bis plötzlich und ohne ein Wort der Erklärung die Freundin den Kontakt abbrach.

    Der Schock der Nachricht, das Aufbrechen alter Erinnerungen, die Suche nach Antworten vermengen sich mit den zunehmenden Spannungen im Forscherteam, beeinträchtigen Hannas Urteilsvermögen in einer Eiswüste, wo jeder Fehler fatal enden kann.

    Dieses Buch stellt Fragen, die ich liebe: Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht? Was bleibt überhaupt, wenn ein Mensch geht? Welche Spuren hinterlässt er außerhalb von mir und in mir? Was weiß ich von den Menschen, die mir wichtig, die mir so selbstverständlich geworden sind, dass ich denke, sie in- und auswendig zu kennen? Was bleibt, wenn meine Träume erschüttert werden?

    Ich mag die einfache, gradlinige Sprache des Buchs. Keine kitschig aneinandergereihten Perlensätze, die sich dechiffriert als nichtssagende Wattebäusche aufplustern, sondern klare Sätze, die zum Nachdenken anregen.

    Ich habe das Buch mit seinen 130 Seiten hungrig beiseite gelegt. Meine Fragen waren nicht beantwortet. Nicht vollständig, nicht umfassend beantwortet. Aber sie klingen nach! Es bleiben Hinweise, Spuren. Das Buch ist ausgelesen, aber immer noch denke ich nach. Ein absolut lesenswertes Buch.

    Mein vielleicht liebster (Ab)Satz in diesem Buch:

    Alles, an das wir uns erinnern, ist erfunden. Und trotzdem wahr.

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    AgnesMs avatar
    AgnesMvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein interessantes, anspruchsvolles und originelles Buch, welches durch einen guten Schreibstil & eine einzigartige Story besticht
    Whiteout

    Früher waren sie unzertrennlich. Sie bildeten eine Einheit, waren Seelenverwandte und verstanden sich ohne auch nur ein Wort zu sagen. Früher, vor etlichen Jahren, in ihrer Kindheit und Jugend, da hatte Hanna ihren Bruder Jan und ihre Freundin Fido um sich und war nicht allein.

    Jetzt, als erwachsene Frau und gebildete Forscherin, ist Hanna im ewigen Eis unterwegs, um Eisblöcke aus vielen Metern Tiefe an die Oberfläche zu befördern und die im Eis eingespeisten Luftlöcher zu untersuchen. Ihr kleines Forscherteam ist in unmittelbarer Nähe, aber sie ist doch allein. Allein mit ihren Gedanken, mit ihrer organisierten Art und strengen Denkweise. Erst als ihr Bruder ihr eine Email, die nur einen einzigen Satz beinhaltet, schickt und sie diese liest, ändert sich alles um sie herum und vor allem in ihr. Dieser einzige Satz versetzt Hanna in die Vergangenheit, erinnert sie an die glücklichen Tage mit Jan und Fido und all die Dinge, die sie zusammen erlebt und geplant hatten. Fast jeden Tag haben sie sich gesehen, von Abenteuern geträumt, diese nachgespielt und Zukunftspläne geschmiedet. Sie wollten zusammen die Weiten der eisigen Welt erkunden und so ihrer gemeinsamen Leidenschaft folgen und diese intensivieren.

    Doch eines Tages ist Fido fort. Sie ist einfach weg und meldet sich nie wieder bei Jan oder Hanna. Sie verschwindet lautlos aus Hannas Leben, hinterlässt eine enorme Lücke, Zeiten des Schmerzes, Zeiten der Verzweiflung und Wut. Hanna versucht mit dem Kapitel abzuschließen und ihren Weg im Leben zu finden und alles alleine zu meistern, doch am Ende der Welt reißt die Wunde von damals wieder auf und das nur in Folge eines einzigen Satzes. Hanna macht sich erneut Gedanken über ihre damalige Freundschaft und Fidos Verschwinden, hat aber gleichzeitig mit Problemen in ihrem Forscherteam und den schlechten Wetterbedingungen in der Antarktis zu kämpfen. Beides zerrt an ihren Nerven, an ihrem Seelenleben und lässt die sonst so toughe Frau ein wenig weicher und verletzlicher werden.

    Die Antarktis als Schauplatz dieser Story ist meines Erachtens perfekt ausgewählt. Die Kälte, die allgemeinen Wetterbedingungen, die endlose Weite und die Abgeschiedenheit vermitteln nicht nur die passende Atmosphäre, um sich in den Zustand der Hauptprotagonistin hineinzuversetzen, sondern spiegeln auch über das ganze Buch hinweg ihre Gedanken und ihr Inneres wieder. Zunächst ist alles ruhig, bis ein leichter Wind geht und sich leichte Spannungen aufbauen, bis die Email des Bruders gelesen wird und sich draußen und gleichzeitig in Hannas Seele ein Sturm entlädt und alles durcheinander bringt und ein Kontrollverlust in allen Bereichen droht.

    Wieder einmal wurde im Mare Verlag ein höchst interessantes, anspruchsvolles und originelles Buch veröffentlicht, welches durch einen guten Schreibstil, eine einzigartige Story und ein wundervolles Layout besticht. 

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    Cellissimas avatar
    Cellissimavor einem Jahr
    Kann die Zeit wirklich alle Wunden heilen?

    Hanna, Jan und Fido verband während ihrer Kindheit und Jugend eine enge Freundschaft - bis zu dem Tag, an dem Fido ohne ein Wort aus Hannas Leben verschwand.
    Zwei Jahrzehnte später befindet sie sich inmitten einer Antarktis-Expedition, als sie von Jan per E-Mail von Fidos Tod erfährt. Und mit einem Schlag sind alle Erinnerungen und quälenden Fragen wieder da ...

    ******

    Anne von Canal widmet sich in ihrem neuen Roman dem Phänomen Ghosting, wirft die Frage auf, wie man damit umgeht, wenn ein wichtiger und geliebter Mensch spur- und wortlos aus dem eigenen Leben verschwindet, plötzlich nicht mehr da ist.
    Der Schreibstil ist mal fast schon nüchtern und schnörkellos, mal elegant und fast schon poetisch, immer sehr eindringlich, die Atmosphäre des ewigen Eises kommt ungefiltert beim Leser an.
    Man ist schnell in der Geschichte drin und erlebt aus nächster Nähe, wie sehr diese Nachricht Hanna aus der Bahn wirft.
    Die Protganonistin lässt ihre Jugend und die Freundschaft mit Fido Revue passieren.
    Ebenso wie Hanna beschäftigt auch den Leser unentwegt die Frage, was damals wirklich geschah, warum Fido einfach so, ohne ein Wort des Abschieds und der Erklärung, verschwand, wie ihr Leben wohl weiterhin verlief, wie und warum sie gestorben ist.
    -Fragen, auf die beide keine Antwort (mehr) bekommen. Und wenngleich ich kein Freund offener Fragen und Enden bin, so muss ich zugeben, dass es hier einfach konsequent war und zu dieser Geschichte, zu ihrem Aufbau, ihrer Thematik und Problematik passt.
    Hannas Gedanken und Gefühle, die Erinnerungen, ihr Schmerz, ihr Vermissen, die quälenden Fragen, werden für den Leser sehr spür- und greifbar. Manche Menschen kann man einfach nicht vergessen ...
    "Whiteout" ist ein wundervoller Roman über ein sehr sensibles, schwieriges und schmerzhaftes Thema.
    Am Ende kann man als Leser nur hoffen, dass einen Hannas Schicksal niemals ereilen, dass man niemals einen geliebten Menschen auf diese Art und Weise verlieren wird ...

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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr stark erzählter kleiner Roman vor einer beeindruckenden Kulisse, ausdrucksstark, bildreich und mit einem wunderschönen Cover.
    Eisschichten

    Drei Freunde, so unzertrennlich, dass sie zusammen nur einen Schatten werfen, zehn gemeinsame Kinder- und Jugendjahre, Zukunftspläne für eine Studenten-WG in Hamburg und ein Leben als Polarforscher, herübergerettet aus alten Kindheitsträumen – und dann urplötzlich ein Bruch: „Nichts, was darauf hinwies, warum du uns nicht mehr kennen wolltest.“ Nach einem gemeinsamen Urlaub an der französischen Atlantikküste verabschiedet Fido sich wie immer von den Geschwistern Hanna und Jan, um dann vollkommen aus deren Leben zu verschwinden. 20 Jahre ist das nun her und Hanna, die trotz allem ihren Traum von der Forscherkarriere verwirklicht hat, ist damals emotional eingefroren, einsam geworden, hat das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit eingebüßt, hat alles weggeräumt, was mit Fido zu tun hatte und sogar den Kontakt zu Jan und ihrer Familie weitgehend abgebrochen. Wie bei einem „Whiteout“, einem meteorologischen Phänomen, das durch stark diffuse Reflexion des Sonnenlichts ein Verschwinden des Horizonts zur Folge hat, hat das abschiedslose Verschwinden Fidos bei Hanna eine Desorientierung ausgelöst, die sie nur mit Hilfe der zielstrebigen Verwirklichung ihres Lebenstraums verdrängen konnte.

    Nun leitet sie eine fünfköpfige Antarktisexpedition, bei der an diesem „Außenposten im Grenzbereich des Möglichen“ ein 300 Meter langer Eiskern herausgebohrt werden soll, um „dem Eis seine Geheimnisse zu entlocken“. Und genau hier, wo sie ihren Erinnerungen nicht entkommen kann, erreicht sie die Mail ihres Bruders vom Tod Fidos.

    „Whiteout“ ist nach „Herz auf Eis“ und „Everland“ die dritte Neuerscheinung des Jahres 2017 für mich, die in der Antarktis spielt, einer Region, die durch die Diskussion über den Klimawandel immer mehr in den Fokus des allgemeinen Interesses und damit offensichtlich auch der Literatur gerät. Doch die Antarktis ist in Anne von Canals Roman weit mehr als nur Handlungsort, sie ist Metapher für Hannas Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen, aber auch für ihre Einsamkeit und das Eis, das sich nach dem überraschenden Verlassenwerden durch die Freundin gebildet hat. Was hat sie damals übersehen, welche Fehler hat sie gemacht und warum hat Fido so anhaltend geschwiegen? Welche Folgen hat ihr Tod mit knapp 40 Jahren für Hanna? Welche Erinnerungen halten einer kritischen Überprüfung stand? Und was können wir als Leser überhaupt glauben, wo wir doch nur eine, Hannas Sicht auf die Geschehnisse erfahren?

    Während in der Antarktis ein Blizzard tobt und das Forschungsprojekt unter einem immer schlechteren Stern steht, kämpft Hanna mit ihrer unbewältigten Vergangenheit. Dass allmählich ein Genesungsprozess in Gang zu kommen scheint, merkt man daran, dass sie zum ersten Mal eine Bemerkung über Fido machen und das zuvor für sie reservierte „du“ für einen anderen Menschen verwenden kann.

    Ein sehr stark erzählter, kleiner Roman vor einer beeindruckenden Kulisse, ausdrucksstark, bildreich, mit einem wunderschönen Cover und einem hoffnungsvollen Schlusssatz: „Dies ist ein Ort, an dem Zweifel enden.“

    http://mit-büchern-um-die-welt.de/anne-von-canal-whiteout/

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Mare_Verlags avatar
    Liebe Lovelybooks-Leserinnen und Leser,

    auf geht's in eine neue Runde: Am 29. August erscheint Anne von Canals neuer Roman mit dem Titel Whiteout. Vorab verlosen wir exklusiv 15 Leseexemplare. Wir sind gespannt auf Eure Leseeindrücke!

    Zum Buch:

    »Lieber Amundsen, Scott ist tot. Melde sich, Wilson.«
    Die E-Mail, die Hannas Welt ins Wanken bringt, besteht nur aus einer Zeile und erreicht die Wissenschaftlerin ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der sie neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit erwartet.Mit einem Schlag ist die Erinnerung an ihre beste Jugendfreundin Fido wieder da, die vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit alle gemeinsame Zukunftspläne verriet. In der endlosen Weite des Eises lassen die ungeklärten Fragen von damals Hanna immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in ihrem kleinen Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.

    Hier geht's zur Leseprobe.

    Möchtest Du zu den 15 Vorlesern gehören?* Dann bewirb Dich und beantworte bis zum 15. August die folgende Frage:

    In Whiteout geht es um das Thema Funkstille in Beziehungen, auch unter dem Namen "Ghosting" bekannt. Anne von Canal spürt der Frage nach, was bleibt, wenn Menschen wortlos gehen und Beziehungen jeglicher Art ohne eine Erklärung kappen.

    Ist Euch das Phänomen des Ghostings bekannt? Seid Ihr schon einmal mit einem ähnlichen Verlauf einer Freundschaftsbeziehung konfrontiert worden?

    Wir warten gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!

    Euer mareverlag


    *Bedingung ist, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.
     Bitte veröffentlicht Eure Rezension nicht vor dem 29. August 2017 auf anderen Seiten.

    c_awards_ya_sins avatar
    Letzter Beitrag von  c_awards_ya_sinvor einem Jahr
    https://www.lovelybooks.de/autor/Anne-von-Canal/Whiteout-1451105596-w/rezension/1502547855/ Tut mir leid, dass es dieses Mal so lange gedauert hat. Nun kommt aber auch meine Rezi :)
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    Pressestimmen

    Ein sehr berührender, dichter Roman über Verdrängung, Trauer, Abschied, aber auch über das Leben.

    Whiteout überzeugt durch seine poetische Kraft und Vielschichtigkeit.

    Whiteout zeigt in klarer Sprache, warum uns Erinnerungen und offene Fragen nicht loslassen.

    Whiteout verdient viele Leser.

    Mit nüchternem, aber empathischem Blick und mit großem erzählerischen Geschick nimmt Anne von Canal uns in ihrem neuen Roman Whiteout mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

    Ein sehr poetisches Buch, das spürbar eisige Bilder und viele offene Fragen hinterlässt.

    Ein interessantes Buch, dramaturgisch klug durchkomponiert von einer sehr einfühlsamen Beobachterin.

    Anne von Canal ist mit dem einfühlsamen Porträt einer Frauenfreundschaft ein nachdenklicher, lesenswerter Roman gelungen.

    Anne von Canals Buch ist so spannend, dass man es in einem Zug lesen möchte.

    Traurig und schön zugleich – leise und melancholisch.

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