Anne von Canal Whiteout

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Inhaltsangabe zu „Whiteout“ von Anne von Canal

Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht?

Es ist eine E-Mail mit nur einer Zeile, die Hannas Welt ins Wanken bringt:
Durch ihren Bruder Jan erfährt sie vom Tod ihrer besten Jugendfreundin Fido. Die Nachricht erreicht Hanna ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der die Glaziologin neue Erkenntnisse über das
Klima der Vergangenheit erwartet. Seit Fido vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit
alle gemeinsamen Zukunftspläne verriet, hat Hanna versucht, die einst so Vertraute aus ihrem Kopf zu verbannen. Doch jetzt, in der endlosen Weite des
Eises, lassen die Erinnerungen und ungeklärten Fragen sie immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in Hannas kleinem Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.

Totale Enttäuschung

— buchstabensammlerin

Tiefe Einsichten in die Gefühlswelt eines Menschen, der verlassen wurde vor passender Kulisse.

— c_awards_ya_sin

Es lief mir kalt den Rücken hinunter

— ulrikeu

Packender Roman über Freundschaft, Verschwinden und Erinnerung. All das in der Einöde der Eiswüste.

— liesdochmaleinbuch

Ein interessantes, anspruchsvolles und originelles Buch, welches durch einen guten Schreibstil & eine einzigartige Story besticht

— AgnesM

Ein sehr stark erzählter kleiner Roman vor einer beeindruckenden Kulisse, ausdrucksstark, bildreich und mit einem wunderschönen Cover.

— Barbara62

Ein großartiges Buch über Vergangenheit, Freundschaft und Verlust, einfühlsam erzählt

— krimielse

Wenn man wortlos verlassen wird, bleiben nur die Erinnerungen. Damit befasst sie die Autorin in diesem kleinen Buchjuwel.

— Buecherwurm1973

Test

— tob82

Erinnerungen an eine Freundschaft, die wortlos zu Ende geht in einer unwirtlichen Kuliise aus Eis und Schnee.

— ulrikerabe

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  • Wo bleibt die Spannung... was ist das für eine Sprache?

    Whiteout

    buchstabensammlerin

    13. January 2018 um 13:05

    Fakten: Titel: White OutAutorin: Anne von Canal Verlag: mare – www.mare.deISBN: 978-3-86648-247-0gebundene Ausbage - Preis: 20,00 € Cover:Das Cover gefiel mir auf Anhieb richtig gut. Es lässt viel offen und man weiß irgendwie trotzdem, dass es sich um das „ewige Eis“ dreht... schön gemacht und der geprägte Titel ist ein haptisches Plus. Text Rückseite: Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht?Zwanzig Jahre ist es her, dass Fido den Kontakt abbrach, ohne Vorwarnung und ohne Erklärung. Ausgerechnet jetzt, während einer wichtigen Expedition in der Antarktis, erreicht Hanna eine E-Mail, die Erinnerungen an ihre damals engste Freundin heraufbeschwört. Während draußen ein Sturm aufzieht und sich die Lage im Eis immer weiter zuspitzt, kann Hanna den offenen Fragen nicht länger ausweichen....„Mit dir habe ich wirklich nicht gerechnet. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht so. Dabei habe ich mich immer gefragt, wie es wohl wäre, dir noch einmal gegenüberzustehen. Ob ich die Kraft aufbringen würde, mich umzudrehen und still fortzugehen, oder ob ich dich noch wollte.“Inhalt:Hanna leitet eine Expedition in der Antarktis, wo sie mit 4 weiteren „Kollegen“ im Eis nach einer ihr vorschwebenden Entdeckung forscht, als sie durch eine Mail von ihrem Bruder erfährt, dass ihre Freundin von früher verstorben ist. Sie hatten damals zu dritt einen Zukunftstraum, der nun durchs Hannas Kopf schwirrt und Erinnerungen ihren Alltag beeinträchtigen. Hanna wird ihren Kollegen gegenüber ruppig und unerklärbar, sie kann sich kaum kontrollieren und schwelgt immer wieder in Erinnerungen an die wunderbaren und besonderen Tage ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend... bis Fido auf einmal verschwand. Meine Meinung:Mir hat das Buch gar nicht gefallen. Ich fand die „Ich“-Perspektive schlecht erzählt... mir fehlte Spannung, wo man denkt, im ewigen Eis, ein Schneesturm, das kann nur interessant werden. Ich fand es zäh, mühsam zu lesen, denn die beiden Geschichten – einmal Hanna im Eis im hier und jetzt, und dann ihre Erinnerungen an die Kindheit und Jugend – sprangen hin und her und es war oftmals schwer zu unterscheiden im ersten Moment. Vor allem die Sprache hat mich total enttäuscht. Kurze, teilweise Dreiwortsätze, abgehackte Gedanken auf Papier gebracht, wenig beschreibend, hingeklatschte Tatsachen. Sätze wie „Du hängtest dir die Kamera um den Hals, nahmst die Schallplatte vom Tisch“ / Seite 94 / törnen mich beim Lesen einfach ab. „Ich gehe nach draußen.Gehe, ohne mich umzudrehen.Gehe, bis die dünne Luft in meinen Lungen brennt und mich zum Stehenbleiben zwingt./Seite 43/“Für mich ist das anstrengend zu lesen und was hinzu kommt: Es passiert nicht wirklich etwas in dem Buch. Ich fand es langweilig. Da einzig Gute waren ein paar schöne Erinnerungen an meine Kindheit, ob es Songs oder Alltäglichkeiten waren, die haben mich dazu veranlasst, nicht abzubrechen. Und eigentlich ist die Idee hinter dem Buch gut.. für mich nur schwach umgesetzt. Beste Momente: Habe ich leider in dem Buch nicht gefunden. Fazit:Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch behalte oder es in unseren örtlichen Bücherschrank stellen soll... Für mich keine Empfehlung. Ich vergebe einen Stern. 

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  • Tiefe Gefühle vor passender Kulisse

    Whiteout

    c_awards_ya_sin

    03. November 2017 um 15:59

    Mit Whiteout gelingt es Anne von Canal ein berührendes Buch über eine Freundschaft zu schreiben, die einfach endete. Zurück bleibt Hanna mit ihren Fragen nach dem Warum und was aus Fido, ihrer Freundin, geworden ist. Hanna wurde mit 20 der Boden unter den Füßen weggezogen, das merkt man. Und erst im ewigen Eis - eine sehr passende Landschaft für die Gefühlswelt von Hanna, die immer wieder durch wunderschöne Vergleiche herangezogen wird - kann Hanna ihren Gefühlen nicht mehr ausweichen. Denn Scott ist tot. Eine Nachricht, die mühsam aufgezogene Mauern zum Wanken bringt, erreicht sie an ihrem Expeditionsort. Für anspruchsvolle Leser ist dieser tiefgründige Roman nur zu empfehlen!

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  • Ein wenig langweilig, zu distanziert, quälende Erinnerungen an eine Freundschaft

    Whiteout

    Federfee

    07. October 2017 um 14:33

    Richtig warm geworden bin ich mit dem Buch nicht und das liegt nicht an der eisigen Kälte, in der ein Handlungsstrang spielt. In schönen Bildern beschreibt die Autorin die karge, weiße Landschaft der Antarktis: "Über der eisigen Weite liegt eine Stille, glatt wie Emaille." (8) Ein fünfköpfiges Forschungsteam bohrt dort, um aus der Beschaffenheit des Eises Folgerungen für die Gegenwart abzuleiten. Dazu passt das Motto im Forschungslogbuch gut, ein Zitat von Stephen Hawking: "Die Vergangenheit sagt uns, wer wir sind, ohne sie verlieren wir unsere Identität.Das mag auch auf die Hauptperson Hanna passen, die mitten in der Arbeit in der eisigen Einöde der Antarktis per Mail von ihrem Bruder die Nachricht vom Tod ihrer gemeinsamen Freundin 'Fido' bekommt, genannt Scott nach dem Polarforscher.Die Mail löst bei Hanna Erinnerungen an die sehr enge Dreierfreundschaft aus, die sie mit der Pfarrerstochter 'Fido' verband, einem eigenwilligen Mädchen, das sich keinen Konventionen beugen wollte und das eines Tages ohne ein Wort in eine andere Stadt verschwand und sich nie wieder meldete.Obwohl es um das Thema 'Freundschaft' geht und vielleicht auch um die Frage, ob eine zu große vereinnahmende Nähe gut ist oder nicht - "Das waren wir. Ein Schatten und eine Seele." - konnte ich die Distanz zu den Personen des Buches und seinem Thema nicht überwinden.

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  • Ein sehr gelungenes Buch

    Whiteout

    Nenette

    25. September 2017 um 12:31

    Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht? Dies ist die zentrale Frage, um die es in diesem Buch geht. Hanna ist Expeditionsleiterin in einem Team von Wissenschaftlern, die in der Antarktis neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit suchen. Auf der Suche nach der Vergangenheit wird sie unvermittelt mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, als sie vom Tod ihrer Jugendfreundin erfährt. Vor vielen Jahren stand diese Jugendfreundschaft im Zentrum ihrer Welt, bis plötzlich und ohne ein Wort der Erklärung die Freundin den Kontakt abbrach. Der Schock der Nachricht, das Aufbrechen alter Erinnerungen, die Suche nach Antworten vermengen sich mit den zunehmenden Spannungen im Forscherteam, beeinträchtigen Hannas Urteilsvermögen in einer Eiswüste, wo jeder Fehler fatal enden kann. Dieses Buch stellt Fragen, die ich liebe: Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht? Was bleibt überhaupt, wenn ein Mensch geht? Welche Spuren hinterlässt er außerhalb von mir und in mir? Was weiß ich von den Menschen, die mir wichtig, die mir so selbstverständlich geworden sind, dass ich denke, sie in- und auswendig zu kennen? Was bleibt, wenn meine Träume erschüttert werden? Ich mag die einfache, gradlinige Sprache des Buchs. Keine kitschig aneinandergereihten Perlensätze, die sich dechiffriert als nichtssagende Wattebäusche aufplustern, sondern klare Sätze, die zum Nachdenken anregen. Ich habe das Buch mit seinen 130 Seiten hungrig beiseite gelegt. Meine Fragen waren nicht beantwortet. Nicht vollständig, nicht umfassend beantwortet. Aber sie klingen nach! Es bleiben Hinweise, Spuren. Das Buch ist ausgelesen, aber immer noch denke ich nach. Ein absolut lesenswertes Buch. Mein vielleicht liebster (Ab)Satz in diesem Buch: Alles, an das wir uns erinnern, ist erfunden. Und trotzdem wahr.

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  • Whiteout

    Whiteout

    AgnesM

    09. September 2017 um 11:29

    Früher waren sie unzertrennlich. Sie bildeten eine Einheit, waren Seelenverwandte und verstanden sich ohne auch nur ein Wort zu sagen. Früher, vor etlichen Jahren, in ihrer Kindheit und Jugend, da hatte Hanna ihren Bruder Jan und ihre Freundin Fido um sich und war nicht allein. Jetzt, als erwachsene Frau und gebildete Forscherin, ist Hanna im ewigen Eis unterwegs, um Eisblöcke aus vielen Metern Tiefe an die Oberfläche zu befördern und die im Eis eingespeisten Luftlöcher zu untersuchen. Ihr kleines Forscherteam ist in unmittelbarer Nähe, aber sie ist doch allein. Allein mit ihren Gedanken, mit ihrer organisierten Art und strengen Denkweise. Erst als ihr Bruder ihr eine Email, die nur einen einzigen Satz beinhaltet, schickt und sie diese liest, ändert sich alles um sie herum und vor allem in ihr. Dieser einzige Satz versetzt Hanna in die Vergangenheit, erinnert sie an die glücklichen Tage mit Jan und Fido und all die Dinge, die sie zusammen erlebt und geplant hatten. Fast jeden Tag haben sie sich gesehen, von Abenteuern geträumt, diese nachgespielt und Zukunftspläne geschmiedet. Sie wollten zusammen die Weiten der eisigen Welt erkunden und so ihrer gemeinsamen Leidenschaft folgen und diese intensivieren. Doch eines Tages ist Fido fort. Sie ist einfach weg und meldet sich nie wieder bei Jan oder Hanna. Sie verschwindet lautlos aus Hannas Leben, hinterlässt eine enorme Lücke, Zeiten des Schmerzes, Zeiten der Verzweiflung und Wut. Hanna versucht mit dem Kapitel abzuschließen und ihren Weg im Leben zu finden und alles alleine zu meistern, doch am Ende der Welt reißt die Wunde von damals wieder auf und das nur in Folge eines einzigen Satzes. Hanna macht sich erneut Gedanken über ihre damalige Freundschaft und Fidos Verschwinden, hat aber gleichzeitig mit Problemen in ihrem Forscherteam und den schlechten Wetterbedingungen in der Antarktis zu kämpfen. Beides zerrt an ihren Nerven, an ihrem Seelenleben und lässt die sonst so toughe Frau ein wenig weicher und verletzlicher werden. Die Antarktis als Schauplatz dieser Story ist meines Erachtens perfekt ausgewählt. Die Kälte, die allgemeinen Wetterbedingungen, die endlose Weite und die Abgeschiedenheit vermitteln nicht nur die passende Atmosphäre, um sich in den Zustand der Hauptprotagonistin hineinzuversetzen, sondern spiegeln auch über das ganze Buch hinweg ihre Gedanken und ihr Inneres wieder. Zunächst ist alles ruhig, bis ein leichter Wind geht und sich leichte Spannungen aufbauen, bis die Email des Bruders gelesen wird und sich draußen und gleichzeitig in Hannas Seele ein Sturm entlädt und alles durcheinander bringt und ein Kontrollverlust in allen Bereichen droht. Wieder einmal wurde im Mare Verlag ein höchst interessantes, anspruchsvolles und originelles Buch veröffentlicht, welches durch einen guten Schreibstil, eine einzigartige Story und ein wundervolles Layout besticht. 

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  • Leserunde zu "Whiteout" von Anne von Canal

    Whiteout

    Mare_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Leserinnen und Leser,auf geht's in eine neue Runde: Am 29. August erscheint Anne von Canals neuer Roman mit dem Titel Whiteout. Vorab verlosen wir exklusiv 15 Leseexemplare. Wir sind gespannt auf Eure Leseeindrücke!Zum Buch:»Lieber Amundsen, Scott ist tot. Melde sich, Wilson.«Die E-Mail, die Hannas Welt ins Wanken bringt, besteht nur aus einer Zeile und erreicht die Wissenschaftlerin ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der sie neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit erwartet.Mit einem Schlag ist die Erinnerung an ihre beste Jugendfreundin Fido wieder da, die vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit alle gemeinsame Zukunftspläne verriet. In der endlosen Weite des Eises lassen die ungeklärten Fragen von damals Hanna immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in ihrem kleinen Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.Hier geht's zur Leseprobe.Möchtest Du zu den 15 Vorlesern gehören?* Dann bewirb Dich und beantworte bis zum 15. August die folgende Frage:In Whiteout geht es um das Thema Funkstille in Beziehungen, auch unter dem Namen "Ghosting" bekannt. Anne von Canal spürt der Frage nach, was bleibt, wenn Menschen wortlos gehen und Beziehungen jeglicher Art ohne eine Erklärung kappen.Ist Euch das Phänomen des Ghostings bekannt? Seid Ihr schon einmal mit einem ähnlichen Verlauf einer Freundschaftsbeziehung konfrontiert worden?Wir warten gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen!Euer mareverlag*Bedingung ist, dass Ihr Euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt. Bitte veröffentlicht Eure Rezension nicht vor dem 29. August 2017 auf anderen Seiten.

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    • 334

    AgnesM

    08. September 2017 um 08:48
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    Cellissima schreibt Und ich stimme Dir - obwohl ich kein Freund offener Enden und Fragen bin, ist es einfach so, dass dieses Ende nur konsequent war und zu dieser Geschichte, dem ganzen Aufbau passt.

    Ja, das stimmt und ich finde es wirklich gut, dass nicht alles aufgelöst und bis ins kleinste Detail durchgekaut wurde. Das hätte die Grundstimmung des Buches zerstört und überhaupt nicht ...

  • Kann die Zeit wirklich alle Wunden heilen?

    Whiteout

    Cellissima

    06. September 2017 um 15:24

    Hanna, Jan und Fido verband während ihrer Kindheit und Jugend eine enge Freundschaft - bis zu dem Tag, an dem Fido ohne ein Wort aus Hannas Leben verschwand.Zwei Jahrzehnte später befindet sie sich inmitten einer Antarktis-Expedition, als sie von Jan per E-Mail von Fidos Tod erfährt. Und mit einem Schlag sind alle Erinnerungen und quälenden Fragen wieder da ...******Anne von Canal widmet sich in ihrem neuen Roman dem Phänomen Ghosting, wirft die Frage auf, wie man damit umgeht, wenn ein wichtiger und geliebter Mensch spur- und wortlos aus dem eigenen Leben verschwindet, plötzlich nicht mehr da ist.Der Schreibstil ist mal fast schon nüchtern und schnörkellos, mal elegant und fast schon poetisch, immer sehr eindringlich, die Atmosphäre des ewigen Eises kommt ungefiltert beim Leser an.Man ist schnell in der Geschichte drin und erlebt aus nächster Nähe, wie sehr diese Nachricht Hanna aus der Bahn wirft.Die Protganonistin lässt ihre Jugend und die Freundschaft mit Fido Revue passieren.Ebenso wie Hanna beschäftigt auch den Leser unentwegt die Frage, was damals wirklich geschah, warum Fido einfach so, ohne ein Wort des Abschieds und der Erklärung, verschwand, wie ihr Leben wohl weiterhin verlief, wie und warum sie gestorben ist.-Fragen, auf die beide keine Antwort (mehr) bekommen. Und wenngleich ich kein Freund offener Fragen und Enden bin, so muss ich zugeben, dass es hier einfach konsequent war und zu dieser Geschichte, zu ihrem Aufbau, ihrer Thematik und Problematik passt.Hannas Gedanken und Gefühle, die Erinnerungen, ihr Schmerz, ihr Vermissen, die quälenden Fragen, werden für den Leser sehr spür- und greifbar. Manche Menschen kann man einfach nicht vergessen ..."Whiteout" ist ein wundervoller Roman über ein sehr sensibles, schwieriges und schmerzhaftes Thema.Am Ende kann man als Leser nur hoffen, dass einen Hannas Schicksal niemals ereilen, dass man niemals einen geliebten Menschen auf diese Art und Weise verlieren wird ...

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  • Eisschichten

    Whiteout

    Barbara62

    03. September 2017 um 20:03

    Drei Freunde, so unzertrennlich, dass sie zusammen nur einen Schatten werfen, zehn gemeinsame Kinder- und Jugendjahre, Zukunftspläne für eine Studenten-WG in Hamburg und ein Leben als Polarforscher, herübergerettet aus alten Kindheitsträumen – und dann urplötzlich ein Bruch: „Nichts, was darauf hinwies, warum du uns nicht mehr kennen wolltest.“ Nach einem gemeinsamen Urlaub an der französischen Atlantikküste verabschiedet Fido sich wie immer von den Geschwistern Hanna und Jan, um dann vollkommen aus deren Leben zu verschwinden. 20 Jahre ist das nun her und Hanna, die trotz allem ihren Traum von der Forscherkarriere verwirklicht hat, ist damals emotional eingefroren, einsam geworden, hat das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit eingebüßt, hat alles weggeräumt, was mit Fido zu tun hatte und sogar den Kontakt zu Jan und ihrer Familie weitgehend abgebrochen. Wie bei einem „Whiteout“, einem meteorologischen Phänomen, das durch stark diffuse Reflexion des Sonnenlichts ein Verschwinden des Horizonts zur Folge hat, hat das abschiedslose Verschwinden Fidos bei Hanna eine Desorientierung ausgelöst, die sie nur mit Hilfe der zielstrebigen Verwirklichung ihres Lebenstraums verdrängen konnte. Nun leitet sie eine fünfköpfige Antarktisexpedition, bei der an diesem „Außenposten im Grenzbereich des Möglichen“ ein 300 Meter langer Eiskern herausgebohrt werden soll, um „dem Eis seine Geheimnisse zu entlocken“. Und genau hier, wo sie ihren Erinnerungen nicht entkommen kann, erreicht sie die Mail ihres Bruders vom Tod Fidos. „Whiteout“ ist nach „Herz auf Eis“ und „Everland“ die dritte Neuerscheinung des Jahres 2017 für mich, die in der Antarktis spielt, einer Region, die durch die Diskussion über den Klimawandel immer mehr in den Fokus des allgemeinen Interesses und damit offensichtlich auch der Literatur gerät. Doch die Antarktis ist in Anne von Canals Roman weit mehr als nur Handlungsort, sie ist Metapher für Hannas Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen, aber auch für ihre Einsamkeit und das Eis, das sich nach dem überraschenden Verlassenwerden durch die Freundin gebildet hat. Was hat sie damals übersehen, welche Fehler hat sie gemacht und warum hat Fido so anhaltend geschwiegen? Welche Folgen hat ihr Tod mit knapp 40 Jahren für Hanna? Welche Erinnerungen halten einer kritischen Überprüfung stand? Und was können wir als Leser überhaupt glauben, wo wir doch nur eine, Hannas Sicht auf die Geschehnisse erfahren? Während in der Antarktis ein Blizzard tobt und das Forschungsprojekt unter einem immer schlechteren Stern steht, kämpft Hanna mit ihrer unbewältigten Vergangenheit. Dass allmählich ein Genesungsprozess in Gang zu kommen scheint, merkt man daran, dass sie zum ersten Mal eine Bemerkung über Fido machen und das zuvor für sie reservierte „du“ für einen anderen Menschen verwenden kann. Ein sehr stark erzählter, kleiner Roman vor einer beeindruckenden Kulisse, ausdrucksstark, bildreich, mit einem wunderschönen Cover und einem hoffnungsvollen Schlusssatz: „Dies ist ein Ort, an dem Zweifel enden.“ http://mit-büchern-um-die-welt.de/anne-von-canal-whiteout/

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  • Wenn man wortlos verlassen wird.....

    Whiteout

    Buecherwurm1973

    31. August 2017 um 22:22

    Hanna befindet sich in der Antarktis auf einer Expedition, als sie von ihrem Bruder Jan die kurze Nachricht „Scott ist tot“ bekommt. Scott war in ihren Kindertagen ihre Freundin Fido. Das Dreiergespann Fido und die Geschwister spielten jeweils Amundsen, Scott und Wilson. Die Welt von Hanna gerät aus den Fugen. Erinnerungen steigen ungewollt und mit voller Wucht in ihr auf. Nicht nur draussen weht ein unbarmherziger Sturm, auch in Hanna stürmt es. Eigentlich wollten sie, Jan und Fido gemeinsam auf solche Expeditionen gehen. Das war damals beschlossene Sache. Nun steht sie alleine im ewigen Eis. Fido ist nach ihrer gemeinsamen Schulzeit wortlos zu ihrer Ausbildung gefahren. Auf intensive und packende Weise beschreibt Anne von Canal das Gefühlschaos in Hanna. Man schlüpft sofort in ihre Rolle, so lebendig ist es beschrieben. Mit Fido führt sie ein Zwiegespräch, was das Ganze intensiviert. Die Autorin hat ein feines Gespür für poetische Sätze und Metaphern. Für mein Empfinden waren einige davon zu ausgefeilt. Hannas Flashbacks geben dem Leser Einblick in ihre gemeinsame Zeit mit Fido. Man erhält keine fixfertige Antwort auf die Fragen, die sich während dem Lesen auftun. Das Buch lässt extrem viel Spielraum für Spekulationen zu. Das Gelesene hallt nach und ergibt immer wieder neue Ansätze für das Verhalten der ehemaligen Freundinnen. Ich habe das intensive Leseerlebnis genossen.  

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  • Bruchkante aus der Vergangenheit

    Whiteout

    fasersprosse

    29. August 2017 um 18:49

    Hanna hat sich ihren Traum erfüllt und ist Leiterin einer Expedition in der Antarktis. Monatelang hat sie sich mit ihrem Team darauf vorbereitet. Aus 300 Meter Tiefe wollen sie das Eis fördern – 300 Meter Geschichte und Erinnerungen.Mit dem verklärten Blick eines Festländers, der bequem auf dem Sofa sitzt, genieße ich die traumhafte Kulisse der unendlichen, sonnenbeschienen Eisfläche, auf der die Schneekristalle funkeln, hülle mich in eine Decke, wenn der Sturm wütet und betrachte fasziniert Whiteouts und Halos.In dieser entlegenen Welt erreicht Hanna die Nachricht ihres Bruders vom Tod ihrer Jugendfreundin. Zwanzig Jahre sind vergangen, seit sie das letzte Mal Kontakt zu ihr hatte. Die verdrängten Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, an das plötzliche Verschwinden, an unbeantwortete Fragen holen sie ein und ihre Gefühle geraten außer Kontrolle. Die Geschichte hat mich schon mit den ersten Seiten erobert. Der Rahmen ist das Camp. Die Expeditionsteilnehmer sind interessante Charaktere. Die Schwierigkeiten, in dieser lebensunwirtlichen Welt Bohrungen im Eis durchzuführen und auf Glück hoffend, dass die Expedition erfolgreich sein wird, sind realistisch beschrieben. Der Kern dieser Geschichte ist das Übrigbleiben aus einer auseinander gebrochenen Freundschaft. Zehn Jahre waren sie die besten Freundinnen, planten eine gemeinsame Zukunft. Plötzlich war Fido verschwunden, ohne ein Wort des Abschieds.   Hannas Gedanken führen in die Vergangenheit, beginnen in der Zeit, als sie mit ihrem Bruder „Scott und Amundsen“ gespielt hat und eines Tages Fido dazu gekommen ist. Vom ersten Tag an waren sie unzertrennlich. Den Schreibstil finde ich ausdrucksstark. Die Sätze sind gekonnt in der Balance zwischen kurz und lang und bezeichnen treffsicher jeden Aspekt. In Hannas Zwiesprache mit Fido spricht sie sie direkt an. Dadurch habe ich mich den beiden sehr nah gefühlt. Wenn auf Anführungszeichen verzichtet wird, finde ich das Lesen meistens anstrengend. In diesem Buch fehlen sie zwar auch, doch das Einrücken macht hier die wörtliche Rede erkennbar und sie war dadurch flüssig zu lesen.Als Leser bin ich durch Erinnerungen gereist, habe Charaktere reifen sehen, Ereignisse und Entwicklungen betrachtet. Ich habe mit Hanna nach Erklärungen gesucht und die Antworten ganz woanders gefunden. So wie Stiller von Max Frisch von sich sagt, er sei nicht Stiller, können wir von Frido vermuten, dass sie die gleiche Aussage treffen würde.Wenn jemand verschwindet, plötzlich und ohne sich zu verabschieden ist derjenige, der zurückbleibt, in seinen Grundfesten erschüttert. Wenn er keine Chance auf Erklärung bekommt muss er einen Weg finden, damit weiter zu leben. Diesen Prozess hat Anne von Canal meisterhaft beschrieben.Ich bin von dem Buch von Anne von Canal begeistert. Sie hat ein schmerzhaftes Thema virtuos herausgearbeitet.

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  • Sehr schönes Buch!

    Whiteout

    Petris

    28. August 2017 um 18:11

    Natürlich weiß ich, dass ein guter Roman nicht vom gelungenen Cover abhängt, aber dieses Buch ist einfach so wunderschön, dass das gleich am Anfang erwähnt werden muss. Der Schutzumschlag, der in Blautönen gehalten wird, der Titel in Weiß in erhabener Schrift, die schöne blaue Leinenbindung und natürlich das dazu passende blaue Lesebändchen. Ich habe mich von Anfang an in dieses Buch verliebt und musste es die ganze Zeit bewundern. Einfach wunderschön!Aber auch der Inhalt hat mich überzeugt. Ich fand die Parallelführung der beiden Hauptgeschichten, einmal die Kinderfreundschaft zwischen Hanna, der Protagonistin und Erzählerin, Jan und Fido, die von einem Tag auf den anderen verschwand und sich nie wieder meldete und als Rahmen in der Gegenwart, der Alltag im wissenschaftlichen Camp in der Antarktis, das Hanna leitet. Verbindend ist das Thema der Vergangenheit bzw. der Erinnerung, denn im Eis suchen sie nach der Vergangenheit und Hanna kämpft mit der Erinnerung an ihre enge Kinder- und Jugendfreundschaft.„Alles, an das wir uns erinnern, ist erfunden. Und trotzdem wahr.“ S. 180Hanna erhält eine Nachricht, die sie völlig aus der Bahn wirft und die Kindheit wieder wachruft. Nach und nach erfahren wir, wie das damals war. Allerdings nur in der Erinnerung von Hanna, die sehr überzeugend ist, aber wir erfahren nie, wie es ihrem Bruder Jan und der Freundin Fido damit ging. Das bleibt offen und der Phantasie des*der Leser*in überlassen.Ich mochte Anna von Canals ersten Roman „Der Grund“ schon sehr und ihr neues Buch hat mich wieder überzeugt. Mir gefällt ihre Sprache. Sie ist schlicht, aber treffend und voller Poesie. Immer wieder gibt es Sätze, die ich einfach markieren muss und die hängen bleiben.„War doch nicht zu überhören, die Stille, oder?“ S. 13Ich mag auch die Distanziertheit ihrer Figuren, die aber zugleich begeistert sind von einer Sache und verletzt bzw. verletzlich. Anne von Canal ist eine Autorin, von der ich mir noch mehr Bücher wünsche! Mir hat der Roman sehr gut gefallen, vieles wird nur angedeutet, nichts zu Tode erklärt und dennoch ist es eine schöne in sich geschlossene Geschichte. Da hatte mare mal wieder ein gutes Händchen! Schöne Bücher, spannende Romane. Der mare Verlag weiß, was er tut!

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  • wenn jemand geht ohne Erklärung und ohne Abschied...

    Whiteout

    Gwenliest

    27. August 2017 um 17:16

    „Unsere Blicke küssten sich. Dann drehtest Du dich um und gingst.“ (Zitat aus Whiteout)Hanna, ihr Bruder Jan und die gemeinsame Freundin Fido sind in ihrer Jugend unzertrennlich. Bis Fido eines Tages ohne eine Erklärung, ohne Abschied aus dem Leben der Geschwister verschwindet. 20 Jahre lang hat Hanna alles getan um dem Schmerz zu entkommen, ihn auszublenden, bis sie während einer Expedition in der Antarktis eine email von Ihrem Bruder erhält, die die Erinnerungen an Fido wach werden lassen und Hannas geordnete Welt völlig aus der Fassung bringen. Abgeschnitten von der Zivilisation, in der kleinen Gruppe und mit dem aufziehenden Sturm kann sich Hanna der Vergangenheit nicht mehr entziehen.Mir hat Whiteout sehr gut gefallen. Die Aufmachung des Buches, das Cover und der Titel finde ich wundervoll. Whiteout, dabei handelt es sich um ein meterologisches Phänomen im Buch beschrieben als „Die Grenze zwischen Hmmel und Erde ist ausradiert, oben und unten sind nicht mehr da, Linien und Farben ausgelöscht.“ Ich für meinen Teil habe das Gefühl, dass es genauso in Hanna ausgesehen hat als sie Jans email geöffnet hat. Die Expedition in der Antarktis, bildet den Rahmen um die Geschichte. Sie strahlt zu Anfangs eine sehr ruhige, etwas beklemmende Atmosphäre aus, die sich dann während des Sturms in große Anspannung wandelt. Parallel erfahren wir in Rückblenden etwas über die Freundschaft zwischen Hanna, Jan und Fido und lernen so auch die drei Protagonisten besser kennen. Sehr feinfühlig geht Anne von Canal dabei vor und konzentriert sich auf einige Schlüsselszenen. Sprachlich sehr elegant/fein, eindringlich und auch poetisch. An der einen oder anderen Stelle mir persönlich vielleicht einen Tick zu poetisch, aber das verträgt die Kälte des Eises aus meiner Sicht. Die Autorin lässt Hanna Fido immer direkt ansprechen, ein sehr emotionales Stilmittel, das die Beziehung der beiden noch einmal auf eine sehr persönliche Ebene hebt. Sehr tief blicken wir in Hannas Seele und hinter allem steht die Frage nach dem warum.Ein wundervolles Buch über den Umgang mit Verlust und dem Abschied nehmen. Mich hat es sehr berührt und an persönliche Erlebnisse erinnert. Dabei hat es dennoch eine Leichtigkeit, die mir sehr gut getan hat und mich sehr ruhig zurückgelassen hat.

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  • Wenn das Damals zurückkehrt

    Whiteout

    TochterAlice

    27. August 2017 um 13:22

    Die Wissenschaftlerin Hanna befindet sich gerade auf einer Expedition in die Antarktis, als die Vergangenheit sie einholt - in Form einer Mail ihres Bruders Jan."Scott ist tot" steht drin und es ist natürlich nicht derjenige Scott, der Amundsen vor langer Zeit ins Eis folgte, obwohl - andererseits ist er es natürlich doch. Denn Hanna, Jan und die gemeinsame Freundin Fido haben immer die Expedition nachgespielt - und IMMER war Hanna Amundsen, Fido war Scott und Jan war Wilson.Hanna ist diejenige, die ihren Kindheitstraum wahr gemacht hat, so sehr, dass sie die Rolle von Amundsen lebt. Sie nämlich ist es , die die aktuelle Expedition leitet. Scott und Wilson aus der Kindheit hat sie hinter sich gelassen und auch zu den Teilnehmern ihrer aktuellen Expedition ist das Verhältnis ziemlich distanziert.Aber jetzt katapultiert sich die Vergangenheit durch einen Knopfdruck wieder in ihr Leben und sie wird von ihrer Kindheit eingeholt.Die Autorin Anne von Canal lässt so einiges offen, dennoch ist dies ein klares Buch. Nicht, dass keine diffusen Gedanken zugelassen werden, doch es ist klar, um was es geht: um Hanna, um das was sie prägte, um das, was sie wurde und darum, wie es weitergehen wird. Ein Auszug aus der Innensicht eines Menschen, denn das ist es, wie wir die Gedanken und die Gegenwart Hannas sehen. Durch ihren  Blick. Die Sichtweisen der anderen, vor allem die von Fido, können wir nur erahnen.Ein Roman, der sich einschleicht in die Gedanken des Lesers, der Einblicke gewährt, aber auch Raum für Spekulationen lässt und auch für Übertragungen auf die eigene Situation. Ich empfehle das Buch für Leser, die nicht alles wissen wollen, sondern lieber deuten oder auch das ein oder andere einfach so stehen lassen.

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    • 2
  • Wenn nach einem Verlust nur die Erinnerung bleibt

    Whiteout

    ulrikerabe

    25. August 2017 um 13:23

    "...Mich sie vermissen zu lassen, obgleich sie noch da ist. Denn ich weiß ja, sie kommt und geht, wie es ihr gefällt. Leuchtet eine Weile und verschwindet leise, ohne sich zu verabschieden...." (S.185) Hanna ist Leiterin einer wissenschaftlichen Forschungsgruppe in der Antarktis. Über Eisbohrungen wollen sie und ihr Team Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit erhalten. Als Hanna eine E-Mail ihres Bruders Jan erhält, die vom Tod ihrer Freundin aus Kindheit und Jugend berichtet, beginnt ihre strukturierte planmäßige Welt ins Wanken zu geraten. Zum ersten Mal nach langer Zeit muss sie wieder an Fido denken, die vor 20 Jahren einfach so ohne Abschied aus ihrem Leben verschwunden ist.Die Geschichte von Hanna, Jan und Fido lebt in den Erinnerungen Hannas wieder auf. Als ob Hanna die Erlebnisse Fido wieder erzählen würde, spricht sie diese immer mit Du an. So erfahren wir von Fidos strengem Elternhaus und Fidos Auflehnung dagegen als Jugendliche, von ihren Spielen als Polarforscher Amundsen, Scott und Wilson, von Fidos außergewöhnlicher Sammelleidenschaft, ihren Plänen für die Zukunft nach dem gemeinsamen Urlaub nach Frankreich, und Fidos Verschwinden danach. Diese sehr interessante direkte Anrede lässt uns aber nur an Hannas Gedanken teilhaben, und wir müssen als Leser genauso wie Hanna auf eine Erklärung für Fidos wortlosen Abschied hoffen.Ob es am vielen Eis und dem Sturm liegt, dass ich mit den meisten Personen in diesem Buch nicht warm geworden bin? Die Expeditionsteilnehmer nehmen für mich nur Statistenrolle ein, die männlichen Figuren kann ich oft nicht auseinanderhalten. Die Personen aus Hannas Vergangenheit sind mir näher, vor allem Nini, die Großmutter, vielleicht die eigene Sehnsucht nach meiner Oma.Hanna selbst scheint mir ein Mensch zu sein, den unerwartete Ereignisse aus der Bahn werfen, sie möchte diejenige sein, die entscheidet, so war sie schon als Kind und ist es immer noch. In der Kulisse der unwirtlichen Forschungszone im Eis, den Elementen und den Tücken der Technik ausgesetzt, sind Planänderungen nahezu unabwendbar. Genauso wenig, wie sie einen Eissturm ihrem Willen unterwerfen kann, hat sich auch Fido nicht eine Abhängigkeit drängen lassen und den Moment des Erwachsenwerdens genutzt um sich aus einer vereinnahmenden Beziehung zu lösen.Ich finde den Titel Whiteout äußerst gut gewählt, beschreibt dieser doch einen Begriff aus der Meteorologie, ein Phänomen, das in Polargebieten auftritt und bei einem Wechselspiel von diffusen Sonnenlicht und Eis- und Schneedecke das Verschwinden des Horizonts und ein Gefühl der Desorientierung und eine Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinnes zur Folge hat (aus wikipedia)Auch sonst schreibt die Autorin sehr bildhaft, manchmal fast ausufernd, machen Beschreibungen rutschen mir zu sehr ins esoterische ab, sollen mir aber als Hannas Gedankengänge recht sein.Hanna notiert im Logbuch: „Die Vergangenheit sagt uns, wer wir sind, ohne sie verlieren wir unsere Identität."Eigentlich ein Kalenderspruch, wenn das Zitat nicht von Stephen Hawking stammen wäre, würde ich ihm auch keine besondere Bedeutung zukommen lassen.Egal wie viele Meter man ins Eis bohren muss, wie viele Schichten man abkratzen muss, die Vergangenheit formt immer, was wir sind, was wir denken und fühlen. Wie wir allerdings mit der Vergangenheit umgehen, wie sehr wir in ihr verfangen sind, unterliegt immer unserer Entscheidung.Was uns bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht, ist die Erinnerung, die Sehnsucht und das Gefühl der Leere, wenn Fragen offen bleiben. Manchmal hilft es die Fragen neu oder jemand anderem zu stellen, vielleicht auch sich selbst.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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