Annegret Held

 4 Sterne bei 56 Bewertungen
Autor von Das Zimmermädchen, Die letzten Dinge und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Annegret Held

Cover des Buches Das Zimmermädchen (ISBN: 9783453350137)

Das Zimmermädchen

 (11)
Erschienen am 01.12.2004
Cover des Buches Die letzten Dinge (ISBN: 9783838749471)

Die letzten Dinge

 (9)
Erschienen am 11.10.2013
Cover des Buches Eine Räuberballade (ISBN: 9783847900559)

Eine Räuberballade

 (8)
Erschienen am 30.09.2020
Cover des Buches Fliegende Koffer (ISBN: 9783821857329)

Fliegende Koffer

 (8)
Erschienen am 01.01.2009
Cover des Buches Armut ist ein brennend Hemd (ISBN: 9783847900610)

Armut ist ein brennend Hemd

 (4)
Erschienen am 30.09.2020
Cover des Buches Die Baumfresserin (ISBN: 9783499232343)

Die Baumfresserin

 (4)
Erschienen am 01.06.2002
Cover des Buches Apollonia (ISBN: 9783847900603)

Apollonia

 (3)
Erschienen am 30.09.2020
Cover des Buches Fliegende Koffer: Roman (ISBN: 9783838749464)

Fliegende Koffer: Roman

 (0)
Erschienen am 22.11.2013

Neue Rezensionen zu Annegret Held

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Cover des Buches Eine Räuberballade (ISBN: 9783847900559)esb07s avatar

Rezension zu "Eine Räuberballade" von Annegret Held

Willkommen in Scholmerbach
esb07vor 5 Monaten

In ihrem dritten Westerwald Roman nimmt die ebenfalls im Westerwald geborene Autorin uns ins späte 18. Jahrhundert. Die Anwohner der fiktive Dörfchen Scholmerbach sind hauptsächlich Bauern, jeder hat sein Päckchen zu tragen und die kämpfen ums Überleben. Einer von deren ist Bauern Wilhelm. Kurz vor der Jahrhundertwende herrscht überall Raub, Überfälle sogar Mord. Die Bevölkerung muss zusehen, wie sie sich schützen können. Außer Hannes, der Sohn von Bauern Wilhelm. Ob der Vater Wilhelm mit verwirrten, bettlägerigen Ehefrau und mit der kleinen Tochter Liesel nicht alle Hände voll zu tun hat, da verschwindet noch dazu seiner rotzfrecher, stinkfauler Sohn aus der Bildfläche. Als dieser Nichtsnutz sich auch noch einer der brutalen Räuberbanden anschließt, steht ganz Scholmerbach kopf...

Mensch! Wie schnell die Jahre vergehen... Ich habe den ersten Band „ Apollonia“ von Westerwald-Trilogie im Jahr 2012 und den zweiten „Armut ist ein brennend Hemd“ im Jahr 2015 gelesen und chronologisch gesehen, geht die Autorin immer ein Stückchen zurück in die Vergangenheit. Mit „Eine Räuberballade“ hat ihr wieder ein wunderbarer Heimat-Roman gelungen. Sie erzählt die Geschichte sehr authentisch, denn sie verwendet in den Dialogen den Westerwälder platt und ich hatte leider meine Probleme damit. Es war für mich ziemlich anstrengend zu lesen. Ein paar Wörter, z.B. wie: Ich=Eysch, Du=Dou, konnte ich Entschlüssen aber bei einigen musste recherchieren. Durch den Dialekt wurde ich mit den Figuren nicht warm. Die Charaktere und deren Gefühls-Gedankenwelt haben mich nicht erreicht. Die sind mir nicht wie die normalen Menschen gewirkt, sondern wie die schlechten Schauspieler.

Die Geschichte ist wie ein Märchen, allerdings durch den schwierigen Dialekt ist nicht jedermanns Sache. Wer in dem Westerwald Gegend lebt, würde sich hier definitiv wohler fühlen als ich.

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Cover des Buches Eine Räuberballade (ISBN: 9783847900559)ulrikerabes avatar

Rezension zu "Eine Räuberballade" von Annegret Held

Im Wald da sind die Räuber
ulrikerabevor 5 Monaten

Der Westerwald im 18. Jahrhundert: In dem kleinen Dorf Scholmerbach wird es dem jungen Burschen Hannes zu eng. Die Mutter Line schwer krank, der Vater Wilhelm nicht zu ertragen mit seiner Frömmigkeit. Nachdem Wilhelm seinem Sohn die Flausen ausprügeln wollte, verlässt Hannes sein zu Hause, Vater, Mutter und die kleine Schwester Liesel. Er trifft auf eine Räuberbande, der er sich anschließt. Auch die lebenslustige Gertraud will nichts wie fort und wird Magd beim Schorrenberger Müller. Währenddessen geht Willhelm auf Wallfahrt und danach geht in Scholmerbach nichts mehr seinen ganz so gewohnten Gang.

Der wilde Westerwald, geografisch und literarisch für mich nicht wirklich am Schirm. Dennoch ist „Eine Räuberballade“ schon der dritte Teil der Westerwald Trilogie der deutschen Schriftstellerin Annegret Held, bei der sie immer den Ort Scholmerbach in den Mittelpunkt stellt und dabei in der Zeit rückwärtsgeht. So kann man die Räubergeschichte sehr gut lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen. Herausstechendes Merkmal des Buches ist die konsequente Verwendung des „Westerwälder Platt“ in der direkten Rede. Anfangs noch ein bisschen mühsam, beginne ich mit den fortschreitenden Seiten den Sound zu genießen.

Und das Buch ist ein Genuss. Mit großer Erzähllust führt Annegret Held in das raue und pralle Leben der einfachen Leute in Scholmerbach und Umgebung. Sie zeichnet die Menschen wie sie sind mit einer großen Wärme und Direktheit. Auch wenn diese oft moralisch unperfekt handeln, bewertet sie dies nicht.

Was sich zunächst wie ein Märchen anliest - da gibt es undurchdringliche Dornenhecken, Müller, Räuber, Schenken und jede Menge Misthaufen – wird zum Generationenroman, bei dem die Jungen gegen eine alte Ordnung aufbegehren. Hannes mag ungestüm, sein, ein Draufgänger, dumm und dreist. Auch wenn seine Motive durchaus fragwürdig sind, ist er der Leserin nicht unsympathisch.

„Räuber zu sein, war nicht immer einfach, und für einen Augenblick vergaß er, dass er einer war und wollte nur schlafen, bis die Nacht vorbei war und er weiterkonnte nach Baumholder, oder wenn ihm alles wurscht war, dann wieder heim nach Scholmerbach.“

Die handfeste Magd Gertraud mit ihrem großartigen Mundwerk, ihrer unbändigen Energie und Durchsetzungskraft ist der Leserin aber noch lieber. Sie ist eine junge Frau, die sich nicht gerne etwas vorschreiben lässt und passt mit ihrem Auftreten und ihrer Körperlichkeit nicht in das Sittenbild der damaligen Zeit.

Hannes‘ großes Vorbild ist der Räuberhauptmann Schinderhannes, dem er unbedingt nacheifern will. Bei der Namensähnlichkeit kommt es natürlich zu Verwechslungen und heiteren Situationen. Auch Wilhelm mit seinen tollpatschigen Versuchen, der Jungfrau Maria ein Wunder abzuringen, ist unfreiwillig komisch. Ebenso sein Hadern, wie er mit seiner kranken Frau Line und mit seinem Begehren der ansehnlichen Nachbarin Kathrein gegenüber. Wenn die Tochter Liesel mit Line durchs Dorf bummelt, dreht sich die normale Welt um: Das Kind schaut auf die Mutter. Dabei geht in Scholmerbach niemand verloren. Hier sind alle Frauen gleichermaßen Mutter und Tante für alle Kinder. Hier wird schon aufeinander geschaut, aber natürlich sieht auch jeder, wer was mit wem treibt. Und wenn es darauf ankommt, schon auch einmal wohlwollend weggesehen.

Der Zusammenhalt im Dorf führt dann auch zu einem fulminanten Finale dieses erzählfreudigen, unterhaltsamen Romans!

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Cover des Buches Eine Räuberballade (ISBN: 9783847900559)E

Rezension zu "Eine Räuberballade" von Annegret Held

Eine Räubergeschichte mit viel Liebe zum Detail
ErikHuyoffvor 5 Monaten

In der letzten Zeit habe ich „Eine Räuberballade“ von Annegret Held gelesen, den abschließenden Teil ihrer „Westerwald-Chronik“. Das Buch ist 2020 im Eichborn Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Der Westerwald im ausgehenden 18. Jahrhundert: ein armer Flecken Land, wo ein jeder sein Päckchen zu tragen hat. Auch im Dörfchen Scholmerbach kämpfen die Menschen ums Überleben. Den frommen Bauern Wilhelm hat es besonders hart getroffen: die Frau seit Jahren bettlägerig, der Sohn rotzfrech und stinkfaul. Als dieser Nichtsnutz sich auch noch einer der brutalen Räuberbanden anschließt, die marodierend durch die Lande ziehen, steht ganz Scholmerbach kopf. Jeder versucht auf seine ganz eigene Weise, den Dorffrieden zu retten – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Die größte Besonderheit des Buches ist, dass die Dialoge in Mundart verfasst sind. Dies gibt dem Roman einerseits Authentizität, andererseits erschwert es auch das Lesen für Leser, die damit nicht vertraut sind – und sorgt für einen mühsamen Einstieg ins Buch, der auch durch einen unnötigen Perspektivwechsel am Anfang weiterhin verkompliziert wird.

Wenn man sich dann jedoch auf das Buch eingelassen – und mit der Mundart vertraut gemacht – hat, belohnt die Autorin einen mit einer humorvollen, spannenden Geschichte über die Bewohner Scholmerbachs. So folgt man Hannes und Gertraud, Wilhelm und Liesel durchs Leben – deren Handlungsstränge sie von Scholmerbach in die weite Welt hinaus tragen, nur um sie dann zum Schluss wieder zusammenzubringen.

Auch das Setting vermag auf ganzer Linie zu begeistern, spürt man doch die Liebe der Autorin zum Detail, zur Geografie, Geschichte und zu den Eigenarten des Westerwaldes – insbesondere der Handlungsstrang von Gertraud überzeugt hier vollends.

Die Charaktere entwickeln sich im Verlauf der Handlung weiter, sind dreidimensional angelegt und haben Stärken, Schwächen, eigene Ziele und Motive – und sind doch vor allem geprägt durch Gottvertrauen, Schicksalsergebenheit, Heimatliebe und Familienbande. Insbesondere die Zerrissenheit von Wilhelm, der Kampf zwischen Glauben und Liebe, ist der Autorin gut gelungen.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, der Umschlag bzw. das Cover ist schlicht, aber edel – und farblich interessant.

Mein Fazit? „Eine Räuberballade“ ist ein gelungener, historischer Heimatroman über die Bewohner von Scholmerbach, der mit einem wunderschönen Setting und einer spannenden und witzigen Handlung punkten kann, aber aufgrund der Dialekte in Mundart teils sehr schwer zu lesen ist. Für Leser, die sich darauf einlassen können, bedenkenlos zu empfehlen.

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