Annegret Held Armut ist ein brennend Hemd

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Inhaltsangabe zu „Armut ist ein brennend Hemd“ von Annegret Held

Im 19. Jahrhundert herrschen im Westerwald Armut und harte Arbeit. Finchens Leben besteht aus Kuhstall und Kirmes. Sie betet inbrünstig zum Herrgott, muss aber auch den Herzog – und für kurze Zeit Napoleon – in ihre Gebete einschließen. Die Hoffnung von 1848 erfüllt sich im Westerwald nicht, und als verheerende Hungersnöte das halbe Dorf hinwegraffen, ziehen fahrende Händler durchs Dorf, die hübschen Mädchen ein besseres Leben in London versprechen. Wie groß muss die Not sein, bis du dein Kind verkaufst? Durch die mitreißende, überschäumende Sprachkraft von Annegret Held werden diese vergessenen Inseln deutscher Geschichte Zentrum einer einzigartigen, faszinierenden Welt.

Ein außergewöhnliches Buch, das etwas Zeit braucht, einen dann aber umhaut.

— Bücherfüllhorn-Blog
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    Armut ist ein brennend Hemd
    Saralonde

    Saralonde

    16. July 2016 um 15:11

    Im Westerwald, 1806. Finchen ist elf Jahre alt und die älteste Tochter ihrer großen Familie. Somit ist sie für die Betreuung ihrer jüngeren Geschwister zuständig und harte Arbeit gewohnt. Es herrscht große Armut im Dorf und so sind große Träume sehr bescheiden: ein Paar Schuhe, das wäre das Größte für Finchen. Als Erwachsene hat sie selbst eine große Familie, doch die Zeiten sind schlecht: Die Landwirtschaftstechniken sind noch unausgereift und die Kartoffelfäule sorgt für Hungersnöte mit vielen Toten. Und manch ein Einwohner des Dorfes sieht keinen anderen Ausweg, als manche seiner Kinder gegen Bezahlung fahrenden Händlern mitzugeben, damit sie Geld verdienen können. Finchen ist keine fiktive Figur, sondern die Ur-Ur-Ur-Großmutter der Autorin Annegret Held. Um ihre Lebensdaten und die ihrer Familie konstruiert Annegret Held eine plausible Lebensgeschichte, die von harter Arbeit und Armut, aber auch Glück angesichts bescheidener Erfolge geprägt ist. Es ist kein Bauernidyll, das wir vorfinden, viele Kinder überleben nicht, der Adel reißt Wälder an sich, die die Dörfler zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts dringend brauchen und die, die es ganz übel trifft, sind sogar noch Leibeigene. Eine Frau, die mit 45 stirbt und viele Kinder geboren hat, hat ein schönes Alter erreicht. Man möchte so manchen heutigen Jugendlichen, die bei Primark einen „Haul“ nach dem anderen tätigen, dieses Buch zu lesen geben: So eine Westerwälder Tracht, das war etwas ganz Wertvolles, das man nur zu den größten Anlässen trug, denn sie musste schließlich 30 Jahre halten! Bis zum Tod also. Fine ist ein aufgewecktes Kind, das etwas über die Welt erfahren möchte, aber sie hat keine Chance, denn Bildung für Frauen ist absolut verpönt und Lehrer ein unangesehener Beruf. Die Geschichte von Fines Kindheit und Jugend habe ich aufgesogen wie ein Schwamm, parallel bei Wikipedia recherchiert, „Nervenfieber“, „welche Krankheit ist denn das?“, aha, Typhus, eine gängige Seuche zu dieser Zeit im Westen Deutschlands. Ich habe es schon oft gesagt und sage es wieder: Solche Geschichten fesseln mich am meisten, das Leben einfacher Leute in vergangenen Zeiten. Als Fine älter wird und ihre eigenen Kinder heranwachsen, steht die jüngste Tochter Bettchen im Vordergrund. Dies ist die Zeit der besonders großen Hungersnöte durch die Kartoffelfäule. Viele Kinder gehen wie bereits erwähnt mit fahrenden Händlern auf Reise. Diese Geschichten haben mich nicht ganz so stark gefesselt wie die reine Dorfgeschichte, jedoch fand ich auch diesen Teil des Buchs noch sehr interessant. Finchen ist für mich als Charakter stärker als Bettchen, daran mag meine etwas nachlassende Begeisterung gelesen haben. Die Sprache des Buchs ist schnörkellos, den Lebensumständen angepasst, Dialoge werden im Westerwälder Dialekt wiedergegeben, der sich jedoch recht einfach liest. Ich hatte hierbei natürlich den Vorteil, als Saarländerin den moselfränkischen Dialekt recht gut zu kennen (den ich selbst allerdings nicht spreche), von dem der Westerwälder Dialekt eine Spielart ist. An manchen Stellen des Buches blitzt ein trockener Humor auf, der mir sehr gefallen hat. Fazit: Ein Buch nach meinem Geschmack. Ich freue mich schon darauf, „Apollonia“ zu lesen, einem weiteren Heimatroman der Autorin, in dem es um ihre Großmutter geht.

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  • Außergewöhnlich, knorrig, erschreckend.

    Armut ist ein brennend Hemd
    Bücherfüllhorn-Blog

    Bücherfüllhorn-Blog

    29. February 2016 um 18:15

    Als ich das Buch in den Händen hielt war ich etwas misstrauisch. Konnte mir das gefallen? Ich war nicht sicher und fing an zu lesen und meine Befürchtungen schienen sich zu Bewahrheiten: Altmodisch und Dialekt, ich dachte, das geht nicht. Aber – es ging doch! Ich möchte zukünftige Leser hier ganz eindrücklich bitten, sich erst in das Buch einzulesen, einzufühlen und es auf sich einwirken zu lassen. Das ist nicht ganz einfach, aber es wird sich auf alle Fälle lohnen. Eine ausführliche Beschreibung findet ihr in meinem Bücherfüllhorn.   Fazit: Ein Heimatroman, das hörte sich für mich zunächst „na ja“ an; ich bin ganz und gar nicht der typische Leser für dieses Genre. Hier wurden ganze Passagen mit wörtlicher Rede in Dialekt geschrieben, das war für mich am Anfang schwierig, oder eher gewöhnungsbedürftig zu Lesen. Aber am Schluss, nach dem Lesen, da klang mir dieser O-Ton noch lange in den Ohren. Die „alten“ Namen, oft noch abgekürzt oder verniedlicht („Bettchen“ leitet sich von Elisabeth ab), auch hier tat ich mich stellenweise schwer. Es wäre auch schön gewesen, die Autorin hätte in einem Nachwort ein paar der Wörter aus dem Dialekt übersetzt. Aber es mich dann gepackt, und was einen dann in diesem Buch erwartet, lässt sich mit den Worten auf dem Klappentext des Deutschlandfunkes zitieren „ Knorrig, Eigensinnig, Wunderbar“.  Das trifft es ganz genau. Ich kann es nicht gut in Worte fassen, was der Autorin allzu gut mit ihrem wirklich außergewöhnlichen Schreib- und Erzählstil gelungen ist. Man muss es gelesen haben, der Geschichte entwickelt einen Sog, den ich nicht erklären lässt. Den Dialekt kann man nach dem Lesen fast schon ein wenig vermissen. Ein ganz und gar außergewöhnliches Buch, das ich vielen ans Herz legen möchte. Wer den Film „Heimat“ mag, muss auch dieses Buch lesen! Empfehlenswert !  

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2015: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Ein ganz neues Leben
    Daniliesing

    Daniliesing

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