Annelie Keil

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen

Alle Bücher von Annelie Keil

Auf brüchigem Boden Land gewinnen

Auf brüchigem Boden Land gewinnen

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Erschienen am 03.10.2011
Das letzte Tabu

Das letzte Tabu

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Erschienen am 16.08.2016
Wenn das Leben um Hilfe ruft

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 (1)
Erschienen am 16.10.2017
Wenn Körper & Seele streiken

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 (0)
Erschienen am 01.07.2004

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Rezension zu "Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt" von Annelie Keil

Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt
Kleine8310vor 2 Jahren

"Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt" ist ein Ratgeber / Sachbuch der Autorin Annelie Keil. Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich die Thematik sehr interessant finde und Annelie Keil bereits auf einem ihrer Vorträge total sympathisch fand. 

 

In diesem Buch geht es um das Thema Krankheiten im weitesten Sinne. Annelie Keil beschreibt, was eine Diagnose wie Brustkrebs, Demenz oder auch Depression bei einem Menschen auslösen kann und welche Folgen dies für das Leben der Person hat. Es geht hier um die körperlichen und die seelischen Auswirkungen, aber auch um die Auswirkungen auf das eigene soziale Umfeld. 


Zudem beschreibt die Autorin, warum der Mensch mehr ist als sein Befund. Denn es ist nicht die Diagnose, die den Menschen wachrüttelt, sondern sein ganz eigenes Erleben der Krankheit. Besonders passend zu diesem Thema gibt Frau Keil Anregungen, wie es gelingen kann, trotz Krankheit, ein erfülltes Leben zu haben, in dem die eigene Verantwortung nicht zu kurz kommen muss. 


Der Einstieg in dieses Buch ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Annelie Keil ist gut zu lesen, aber eher anspruchsvoller. Man findet einige Fachwörter und auch die Beschreibungen lassen sich häufig nicht "mal eben" lesen. Mir hat das gut gefallen, aber es fehlten mir manches Mal ein paar mehr Beispiele für Alltagssituationen. 


Ich hatte als Leserin den Eindruck, dass man eher Fachwissen erhält, anstatt praktischer Anleitungen, was manche Leser/Leserinnen vielleicht enttäuschen könnte. Daher würde ich das Buch auch eher als Sachbuch, statt als Ratgeber einordnen. 


Man erhält viele Informationen zu den Themen Krankheit und Gesundheit und ein besonderes Augenmerk legt die Autorin hierbei auf die psychischen und psychosomatischen Faktoren, sowie auf die Auswirkungen auf das eigene soziale Umfeld der Betroffenen. Sehr gut fand ich, dass Frau Keil viel Wert auf die eigene Verantwortung legt und auch deutlich macht, wie wichtig es, besonders für beeinträchtigte Menschen ist, autonom zu bleiben!


Positiv: 

* tolle, fachliche Einblicke in die Thematik

* vielschichtige Inhalte

* interessante Sichtweise zur Autonomie

* guter Buchaufbau


Negativ: 

* der Schreibstil ist manchen LeserInnen vielleicht zu fachsprachlich

* es gibt weniger Tipps für den Alltag


"Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt" bietet interessante Einblicke in eine vielschichtige Thematik. Das Buch ist gut aufgebaut, aber es ist, meiner Meinung nach, eher Sachbuch, anstatt Ratgeber!

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Rezension zu "Das letzte Tabu" von Annelie Keil

„Alles Leben ist endlich. Wir möchten Mut machen, sich darauf wieder zu besinnen"
WinfriedStanzickvor 2 Jahren



Das vorliegende Buch von Henning Scherf und Annelie Keil, die beide schon seit langer Zeit über dieses Thema nachdenken und auch veröffentlicht haben, ist ein weiterer großer Stein, der aus einer großen Mauer entfernt wird. Eine Mauer, über eine lange Zeit aufgebaut worden, die um den Tod herumgezogen wird. Eine Mauer, die den Tod tabuisiert und ins Anonyme von Sterbezimmern, Altenheimen und Krankenhäusern zwingt. In einer Gesellschaft, die das Junge preist, den Erfolg, die der Leistung und der Schönheit huldigt, hat der Tod keinen Platz.

Doch es gibt schon seit vielen Jahren eine Bewegung, die nicht nur in Büchern, sondern auch ganz praktisch in immer mehr Hospizen und den Gruppen, die sie tragen, haupt- und vor allen Dingen ehrenamtlich, versucht, eine Kultur zu etablieren, in der man über das Sterben und den Tod wieder reden und den Abschied leben lernen kann.

Das vorliegende Buch ist ein wichtiger Beitrag dazu. Offen und authentisch erzählen Henning Scherf und Annelie Keil in unterschiedlichen Beiträgen von persönlichen Erfahrungen mit dem Thema, reflektieren es aber immer auch auf eine erfrischende und verständliche Art philosophisch, politisch und kulturell.

Es ist bewegendes Buch, das keinen unberührt lässt, der sein  eigenes Sterben und seinen Tod nicht immer noch mit Macht verdrängt (dann greift er wohl nicht zu diesem Buch). Ein Buch für Menschen, die für sich selbst und dann vielleicht auch im Gespräch mit denen, die ihnen lieb und wert sind, lernen wollen, sich in dieser Tabuzone freier zu bewegen Dazu wollen die beiden Autoren ermutigen. Sie schreiben dazu:

„Alles Leben ist endlich. Wir möchten Mut machen, sich darauf wieder zu besinnen. Gerade im Sterben, wenn wir unsere Verletzlichkeit besonders stark erfahren, brauchen wir Professionalität und Phantasie, Eigensinn und gegenseitigem Respekt, vor allem aber persönliche menschliche Zuwendung. Wenn wir Ängste und Sorgen gemeinsam annehmen, bleibt niemand ausgeschlossen; so kann eine Kultur der Menschlichkeit am Lebensende gelingen.“

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Rezension zu "Auf brüchigem Boden Land gewinnen" von Annelie Keil

Rezension zu "Auf brüchigem Boden Land gewinnen" von Annelie Keil
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

„Leben als Fragment“, so hat der früh verstorbene evangelische Theologe Henning Luther vor etwa 20 Jahren einen leider wenig beachteten Aufsatz betitelt, in der es um die theologische Bedeutung (auto)biografischer Arbeit ging.
"Die autobiographische Besinnung des einzelnen auf ‚sein Leben' ist prinzipiell theologisch nicht verwerflich, sondern theologisch gerechtfertigt. Sie liegt auf der Spur jener christlichen Einsicht, dass jeder einzelne Mensch vor Gott unendlichen Wert hat. Die Rekonstruktion der eigenen Lebensgeschichte ist gedeckt durch den Glauben, dass vor Gott mein Leben nicht gleichgültig und sinnlos ist. - Im Lichte dieser Verheißung darf es keine theologische Missachtung der je besonderen Lebensgeschichten einzelner Individuen geben."

Luther bezieht sich dabei auf den großen Neutestamentler Rudolf Bultmann: "Diese Beobachtung trifft sich mit theologisch-hermeneutischen Überlegungen zum Glaubensverständnis, wie sie vor allem Rudolf Bultmann herausgearbeitet hat. Danach ist Glaube nie abstrahiert vom je eigenen Leben, sondern immer existenzbezogen. Im Glauben trifft der 'Ruf Gottes' auf den fragenden Menschen; auf den einzelnen, der angesichts seines Lebens - unvertretbar - vor die Frage nach der 'Eigentlichkeit' seines Lebens gestellt ist. Denn jeder Mensch ist voll von Fragen, ja im Grunde von einer Frage; ja mehr: der Mensch ist Frage, bewusst oder unbewusst. Er ist das deshalb, weil sein eigentliches Sein immer als ein künftiges vor ihm steht. Menschliches Leben ist, bewusst oder unbewusst, bewegt von dem Verlangen, der Sehnsucht nach 'Wahrheit', nach 'Wirklichkeit', nach 'sinnvoller', nach verwirklichter Existenz." Die Biographie kann also in besonderer Weise der Ort sein oder das Medium, in dem der einzelne sich selbst als fragendem begegnet. Hier kann das Bewusstsein dafür wach werden, dass unser Leben nicht aufgeht in dem, was wir leisten. Hier können wir auch unserer ungestillten Sehnsüchte innewerden."

An diesen Aufsatz, der mich als junger Theologe sehr geprägt hat ( ich hatte das Glück, bei Henning Luther zu lernen) fühlte ich mich schon bald erinnert, als ich das hier vorliegende Buch von Annelie Keil zu lesen begann. Sie, die schon in vielen Büchern sich mit den Krisen des Lebens und der Seele und ihrer jeweiligen Bewältigung befasste, wobei sie die Krise immer als eine Chance zur Selbsterkenntnis und zur inneren und äußeren Heilung begriff, will ihre Leser in diesem Buch einladen, „dem eigenen Leben und sich selbst auf die Spur (zu) kommen“.

Dabei bezieht sie sich nicht wie der Theologe Henning Luther auf den Glauben oder auf Gott. Im Gegenteil: sie sieht den Mensch zwischen Chaos und Ordnung, Anpassung und Widerstand, Freiheit und Abhängigkeit in seinem Leben unterwegs, ohne Navigator wie in einer Fremde. Er selbst muss sein Leben gestalten und mit Phänomenen wie Glück und Pech, Liebe und Lust, Angst und Mut, Gelingen und Scheitern umgehen lernen, Phänomene, die der Mensch nicht ändern kann, die er aber begreifen und über die er im Älterwerden etwas lernen kann. Immer auf sein eigenes Leben, auf seine persönliche Geschichte und Biografie bezogen.

Was junge Menschen bis etwa 50 Jahre noch selten spüren und erfahren, ist eine Erfahrung, die der reflektierte und bewusste Mensch nach dieser Schwelle zunehmend macht. „Wer leben will, muss älter werden, Erfahrungen sammeln und Land gewinnen.“

Das Buch ist eine durch viele Beispiele angereicherte Einladung, trotz der vielen auch andauernd schmerzhaften Bruchstellen und der nur notdürftig vernarbten Krisen immer wieder neu das Leben zu suchen, sich sozusagen mit ihm zu verabreden. Es geht darum, sich selbst auf die Spur zu kommen und immer wieder neu der eigenen Phantasie und Kraft zu vertrauen. So kann das eigene Leben aus der Quelle der Biografie genesen und gelingen.

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