Annelie Keil Auf brüchigem Boden Land gewinnen

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Inhaltsangabe zu „Auf brüchigem Boden Land gewinnen“ von Annelie Keil

Unser Leben ist ein fortwährender Prozess der Wandlung, unvorhersagbar und voller Überraschungen. Zwischen Chaos und Ordnung, Anpassung und Widerstand, Freiheit und Abhängigkeit sind wir ohne Navigator in der Fremde unterwegs und herausgefordert, eine einzigartige biografische Welt zu gestalten, die unseren Namen trägt.
Lust und Lust, Glück und Pech, Angst und Mut, Hoffnung, Abschied, Verzweiflung, Gelingen und Scheitern stehen wie Gesundheit und Krankheit auf der Tagesordnung, die wir nicht ändern, aber begreifen und lernen können. Wer leben will, muss älter werden, Erfahrungen sammeln und Land gewinnen!
Das Buch erzählt von geglückten und gescheiterten Versuchen, inmitten der konkreten Lebenswelt die eigene Person und ihre Biografie zu erfinden. Und wie es gelingen kann, sich trotz Bruchstellen und Krisen immer wieder neu mit dem Leben zu verabreden, sich selbst auf die Spur zu kommen und der eigenen Kraft, Lebenskompetenz und Fantasie zu vertrauen.

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  • Rezension zu "Auf brüchigem Boden Land gewinnen" von Annelie Keil

    Auf brüchigem Boden Land gewinnen

    WinfriedStanzick

    04. January 2012 um 10:19

    „Leben als Fragment“, so hat der früh verstorbene evangelische Theologe Henning Luther vor etwa 20 Jahren einen leider wenig beachteten Aufsatz betitelt, in der es um die theologische Bedeutung (auto)biografischer Arbeit ging. "Die autobiographische Besinnung des einzelnen auf ‚sein Leben' ist prinzipiell theologisch nicht verwerflich, sondern theologisch gerechtfertigt. Sie liegt auf der Spur jener christlichen Einsicht, dass jeder einzelne Mensch vor Gott unendlichen Wert hat. Die Rekonstruktion der eigenen Lebensgeschichte ist gedeckt durch den Glauben, dass vor Gott mein Leben nicht gleichgültig und sinnlos ist. - Im Lichte dieser Verheißung darf es keine theologische Missachtung der je besonderen Lebensgeschichten einzelner Individuen geben." Luther bezieht sich dabei auf den großen Neutestamentler Rudolf Bultmann: "Diese Beobachtung trifft sich mit theologisch-hermeneutischen Überlegungen zum Glaubensverständnis, wie sie vor allem Rudolf Bultmann herausgearbeitet hat. Danach ist Glaube nie abstrahiert vom je eigenen Leben, sondern immer existenzbezogen. Im Glauben trifft der 'Ruf Gottes' auf den fragenden Menschen; auf den einzelnen, der angesichts seines Lebens - unvertretbar - vor die Frage nach der 'Eigentlichkeit' seines Lebens gestellt ist. Denn jeder Mensch ist voll von Fragen, ja im Grunde von einer Frage; ja mehr: der Mensch ist Frage, bewusst oder unbewusst. Er ist das deshalb, weil sein eigentliches Sein immer als ein künftiges vor ihm steht. Menschliches Leben ist, bewusst oder unbewusst, bewegt von dem Verlangen, der Sehnsucht nach 'Wahrheit', nach 'Wirklichkeit', nach 'sinnvoller', nach verwirklichter Existenz." Die Biographie kann also in besonderer Weise der Ort sein oder das Medium, in dem der einzelne sich selbst als fragendem begegnet. Hier kann das Bewusstsein dafür wach werden, dass unser Leben nicht aufgeht in dem, was wir leisten. Hier können wir auch unserer ungestillten Sehnsüchte innewerden." An diesen Aufsatz, der mich als junger Theologe sehr geprägt hat ( ich hatte das Glück, bei Henning Luther zu lernen) fühlte ich mich schon bald erinnert, als ich das hier vorliegende Buch von Annelie Keil zu lesen begann. Sie, die schon in vielen Büchern sich mit den Krisen des Lebens und der Seele und ihrer jeweiligen Bewältigung befasste, wobei sie die Krise immer als eine Chance zur Selbsterkenntnis und zur inneren und äußeren Heilung begriff, will ihre Leser in diesem Buch einladen, „dem eigenen Leben und sich selbst auf die Spur (zu) kommen“. Dabei bezieht sie sich nicht wie der Theologe Henning Luther auf den Glauben oder auf Gott. Im Gegenteil: sie sieht den Mensch zwischen Chaos und Ordnung, Anpassung und Widerstand, Freiheit und Abhängigkeit in seinem Leben unterwegs, ohne Navigator wie in einer Fremde. Er selbst muss sein Leben gestalten und mit Phänomenen wie Glück und Pech, Liebe und Lust, Angst und Mut, Gelingen und Scheitern umgehen lernen, Phänomene, die der Mensch nicht ändern kann, die er aber begreifen und über die er im Älterwerden etwas lernen kann. Immer auf sein eigenes Leben, auf seine persönliche Geschichte und Biografie bezogen. Was junge Menschen bis etwa 50 Jahre noch selten spüren und erfahren, ist eine Erfahrung, die der reflektierte und bewusste Mensch nach dieser Schwelle zunehmend macht. „Wer leben will, muss älter werden, Erfahrungen sammeln und Land gewinnen.“ Das Buch ist eine durch viele Beispiele angereicherte Einladung, trotz der vielen auch andauernd schmerzhaften Bruchstellen und der nur notdürftig vernarbten Krisen immer wieder neu das Leben zu suchen, sich sozusagen mit ihm zu verabreden. Es geht darum, sich selbst auf die Spur zu kommen und immer wieder neu der eigenen Phantasie und Kraft zu vertrauen. So kann das eigene Leben aus der Quelle der Biografie genesen und gelingen.

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  • Rezension zu "Auf brüchigem Boden Land gewinnen" von Annelie Keil

    Auf brüchigem Boden Land gewinnen

    michael_lehmann-pape

    28. November 2011 um 13:09

    Annelie Keil – Auf brüchigem Boden Land gewinnen „Wir bekommen die Voraussetzungen für das Laufen, bevor es soweit ist“ Voraussetzungen für das Laufen zu haben versteht nun Annelie Keil zu Recht nicht nur im wörtlichen Sinne (dann wäre die Aufgabe spätestens ab dem 3. Lebensjahr aber völlig erledigt), sondern als eine auch innere Grundgabe, Grundvoraussetzung des Lebens. Nicht nur die Füße, der ganze, auch innere Mensch, hat die Gabe, aber auch die Verantwortung für sich, „Laufen zu lernen“. Eben „Land zu gewinnen“ unter seinen auch seelischen Füßen. „Leben ist das Abenteuer, das nie endet, aber jeden Morgen neu beginnt“. Ein Prozess „im Wechsel zwischen Chaos und Ordnung“ und ein immerwährendes Spannungsverhältnis zwischen Leben und Tod. Mit all dem, was das Leben ausmacht, auch mit dem Tod übrigens, Freundschaft zu schließen und damit auch mit der eigenen Person, dass ist das Ansinnen und der rote Faden dieses verständlich und durchaus mit Tiefe versehenen Buches. Ein Buch, in dem sich die Autorin gerade auch jenem „brüchigem Boden“ zuwendet, der als Krisenzeiten im Leben auftaucht. Ein brüchiger Boden, dass ist die Kunst, der Annelie Keil nachgeht, der auch mal ausgehalten werden muss. Denn der “feste Boden“, dass ist ja zumeist nur der Boden, den man bereits kennt und wer nur auf diesem Boden sich bewegt, der wird keine Entwicklung erleben und damit auch nicht wirklich Laufen lernen. Die Methode, die Annelie Keil hierfür an die Hand gibt, ist die der „Erfindung des eigenen Lebens“, besser zu verstehen nicht als reine Fantasiereise, sondern als „der Findung der eigenen Person innerhalb der eigenen Biographie.“ Diese gilt es zu erinnern und zu erforschen, genauer hinzusehen. Anhand dreier „großer“ Themen (Biographische Erfindung des Lebens, Krankheit und Krise als biographischer Aufruhr und was tun mit der Fackel der Leidenschaft?) führt Annelie Keil in Form fast eines Lesebuches in die verschiedenen Bereiche der biographischen Arbeit im eigenen Leben ein. Immer mit der Aufforderung, der einfachen Wahrheit, der Motivation zu: machen Sie sich einfach auf“. Gut gelöst im Buch und sehr einsichtig dargelegt ist dabei immer wieder das Thema des Mutes. Es ist nun einmal so, dass, wer sich beweget, immer wieder auch auf brüchigem Boden landen wird. Dass diese Momente aber notwendig sind, der Entwicklung dienen, das wird Annelie Keil nicht müde, zu betonen und das ist eine durchaus wichtige Botschaft in einer auf Sicherheit ausgerichteten Welt. Vor allem, da sie nicht plakativ einfach nur auffordert, sondern sehr genau darzulegen versteht, dass man gar nicht drum herum kommt, in seinem Leben eben auch die Krankheit, die Krise, die Trennung zu durchleben. Und besser ist es dann, dies mit offenen Sinnen und annehmend anzugehen, als nur durch Krisen zu taumeln. Manches im Buch erschließt sich sicherlich dem nüchternen Menschen durch Sprache Stil nicht auf den ersten Blick. Wenn es um „die Sprache der Krankheit“ geht oder „Selbstgespräche“ als probates Mittel der biographischen Arbeit angeführt werden u.a.. Doch es lohnt sich durchaus, den Grundgedanken der Autorin zu folgen und das eigene Leben zu entdecken. So dass mit den eigenen Erfahrungen und den eigenen Ressourcen auch eine Versöhnung und „Freundschaft“ mit sich selbst und der Gesamtheit des eigenen Lebens möglich wird.

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