Annett Gröschner Walpurgistag

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Inhaltsangabe zu „Walpurgistag“ von Annett Gröschner

Ein Berlin-Alexanderplatz unserer Zeit!
Es ist der 30. April in Berlin, die Stadt bereitet sich auf die alljährlichen Krawalle in der Walpurgisnacht vor. Für Annja Kobe ist damit der Zeitpunkt gekommen, von der Polizei unbemerkt mit ihrem Vater umzuziehen, der seit Jahren tiefgefroren in einer Kühltruhe liegt. Sie bittet Alex um Hilfe, einen Stadtstreicher, der Berlins Schlupflöcher so gut kennt wie kein anderer. Auf ihrer Tagesreise durch die Stadt kreuzen sie die Wege von Menschen, die wegen neuer Besitzverhältnisse die Wohnung wechseln müssen, Gas ablesen oder Taxi fahren, zur Schule gehen oder sie schwänzen, sich auf der Flucht vor der Einsamkeit in Blind Dates stürzen oder glauben, die Welt verbessern zu können. All diese Lebensgeschichten verweben sich zu einem dichten Netz, das sich über die Stadt legt.

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    Walpurgistag

    BennieSalazar

    13. September 2013 um 20:50

    Am 30.04.2002 stolpern bestimmt 15 Protagonisten durch A. Gröschners Buch. Und im Laufe des Tages laufen sich alle irgendwann, irgendwie mal über den Weg. Natürlich ist das konstruiert. Aber das dieses Projekt nicht scheitert oder den Lesefluss beeinträchtigt, liegt an der flüssigen, detailgenauen, genau beobachtenden Schreibweise der Autorin. Alles fließt und passt am Ende zusammen. Die eigentliche Hauptdarstellerin ist natürlich die Stadt Berlin! Einziger Minuspunkt ist, dass der Großteil der Figuren einen Ost-Berliner Hintergrund haben. Oft habe ich beim Lesen gedacht: Da wär ick jern dabei jewesen! Mehr kann man doch von einem "historischen Roman" nicht erwarten, oder? Tolles Buch.

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  • Rezension zu "Walpurgistag" von Annett Gröschner

    Walpurgistag

    Gospelsinger

    15. September 2011 um 23:40

    Berlin ist die spannendste Stadt der Welt. Wer das nicht glaubt, lese dieses Buch. Berlin ist ein Schmelztiegel skurriler, abgedrehter und verrückter Typen. Und die tummeln sich auch in diesem Roman, dessen Handlung an einem 30. April in Berlin spielt. Von 00:00 – 24:00 werden die Handelnden, deren Wege sich immer wieder kreuzen, begleitet und ihre Geschichten werden erzählt. Zuerst lernen wir den sehr belesenen Obdachlosen Alex kennen, der versucht, am Alexanderplatz zu schlafen, dabei aber von der Polizei aufgescheucht wird. Alex soll Annja Kobe helfen, die Tiefkühltruhe mit ihrem Vater, der sich vor zehn Jahren selbst eingefroren hat, in eine neue Behausung zu bringen. Ferner begegnen wir drei alten Damen, die sich likörtrinkend die Krawalle anschauen, einem Gasableser, der beim Sperren von Anschlüssen ganz neue Erfahrungen macht, drei Schulschwänzerinnen, einem Jungen mit alkoholkranker Mutter, der Teilnehmerin eines Theaterexperiments, die Bekanntschaft mit einer typischen Nordneuköllner Familie macht, einer Unbekannten, die unter Gedächtnisverlust leidet und vielen anderen Existenzen abseits des Mainstreams. Auch eine Kaffeemaschine mit orangenem Wasserbehälter taucht immer wieder auf. Durch den ständigen Wechsel von einer Person zur anderen und durch die kurzen Kapitel ist die Handlung sehr lebendig. Immer mehr Fäden werden zwischen den Protagonisten gespannt, bis zum Showdown inmitten der Walpurgisnacht-Krawalle und dem sehr überraschenden Ende. Das ist anspruchsvolle Lektüre, die sich aber sehr gut und unterhaltsam liest, und ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen. Dieser Roman ist ein ganz großer Wurf und für mich eines der besten Bücher dieses Jahres.

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