Selten hat mich ein Jugendbuch so beeindruckt wie dieses. Ich habe es mir auf meinen Kindle geladen und konnte es kaum mehr weglegen … jedenfalls nicht mehr, bis ich am Ende angelangt war. Wow! Die Autorin schafft es eine wirklich packende Geschichte zu erzählen. Und die beginnt zunächst gar nicht so schön und mit einem sehr ernsten Thema.
Tony ist dreizehn, er lebt mit seiner jüngeren, behinderten Schwester Melanie und seinen Eltern in Köln, in einem nach außen hin wohlbehüteten und gutsituierten Zuhause. Doch das täuscht und ist nur eine Fassade. Sein Vater ist gewalttätig, er schlägt seine Kinder und seine Frau, die dennoch immer zu ihm hält. Zudem kann er nicht verwinden, dass seine Tochter an einer Krankheit leidet, die sie in den Rollstuhl zwingt. Tony begehrt gegen seinen Vater auf, indem er heimlich Kampfsport betreibt, wagt es aber nicht wegzulaufen, da er seine Schwester nicht zurücklassen will, zu der er eine überaus enge Beziehung hat und die er beschützen möchte.
Doch eines Tages eskaliert die ganze Geschichte, im Streit erschlägt Tonys Vater seine Tochter und schiebt die ganze Sache seinem Sohn in die Schuhe, der letztlich, da er noch strafunmündig ist, in der Psychiatrie landet …
Doch Tony hat Glück. Seine Freunde helfen ihm zu fliehen. Und als er auf seiner Flucht dann in höchste Gefahr gerät, passiert etwas schier Unglaubliches: Mithilfe eines keltischen Amuletts, das ihm eine Freundin geschenkt hat, gelangt er ins römische Köln des ersten Jahrhunderts nach Christus. Er erlebt dort unglaubliche Abenteuer. Viel wichtiger aber ist, dass er wider Erwarten viele neue Freunde findet … und endlich auch einen Mann, der für ihn ein richtiger Vater sein könnte: Bassus, ein römischer Reitersoldat, der zugleich der ursprüngliche Besitzer des keltischen Amuletts war.
Doch ich will an dieser Stelle nicht alles vorweg nehmen. Nur so viel: Ein absolut toll geschriebener Roman, den ich für Jugendliche ab 13/14 Jahre empfehlen würde. Spannung pur, viele geschichtliche Informationen aus dem römischen Köln, die vollkommen nebenbei in den Text einfließen und vor den Augen des Lesers ein buntes historisches Geschehen entstehen lassen, ohne dass es belehrend oder aufgesetzt wirkt. Spannung pur! Aber auch sehr viel Gefühl und etwas Liebe :-D


