Floras Traum von rotem Oleander

von Annette Hennig 
4,7 Sterne bei34 Bewertungen
Floras Traum von rotem Oleander
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Neue Kurzmeinungen

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Ein gelungener Roman, bei dem man allerdings gleich Band 2 zur Hand haben sollte, denn Band Eins hört mitten im Geschehen auf....ärgerlich!

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Eine fesselnde Familiengeschichte!

Alle 34 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Floras Traum von rotem Oleander"

Eine weiße Villa, eine adlige Familie und der Traum vom großen Glück.
Im Frühjahr 1939 träumt die 19-jährige Flora Hoffmann von einem besseren Leben. Mit fünf Schwestern in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, ist der Alltag der Familie in der ländlichen Idylle der Insel Rügen von Arbeit und Entbehrungen geprägt. Das junge Hausmädchen hat nur noch ein Ziel: Reichtum und Macht. Den Weg dorthin verfolgt sie mit aller Kraft und trifft dabei Entscheidungen, die ihr Leben für immer verändern.
Fünfzig Jahre später kehrt Flora Gräfin von Langenberg zum ersten Mal in den kleinen Badeort an der Ostseeküste zurück, an dem alles begann. Noch einmal streift sie durch die alte Villa, der einst ihre ganze Sehnsucht galt. Einsam und zugleich entschlossen beginnt die fast Siebzigjährige eine Reise in die Vergangenheit, die ihr weit weniger Hoffnung als Schmerzen bereitzuhalten scheint. Doch auch dieses Mal geht sie unbeirrt ihren Weg. Wird Flora letztlich finden was sie längst verloren glaubte?

Neue Ausgabe: die lieferbare Ausgabe von »Floras Traum von rotem Oleander« wurde neu lektoriert und gestaltet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781612185323
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:350 Seiten
Verlag:Tinte & Feder
Erscheinungsdatum:14.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    tinstamps avatar
    tinstampvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein gelungener Roman, bei dem man allerdings gleich Band 2 zur Hand haben sollte, denn Band Eins hört mitten im Geschehen auf....ärgerlich!
    Hochtrabende Pläne

    Rügen 1939. Die junge Flora ist die Älteste von sechs Kindern der Familie Naumann und kommt aus eher ärmlichen Verhältnissen. Doch sie besitzt Ehrgeiz und hat schon als Kind beschlossen, dass sie auf keinen Fall arm bleiben möchte. Flora hat hochtrabende Pläne und diese hängen mit der herrschaftlichen Villa der Familie "von Langenberg" und dem noch unverheirateten Sohn Heinrich zusammen. Ihr gelingt es den völlig von ihr geblendeten Mann zu umgarnen und ihm das Heiratsversprechen abzunehmen, trotz des Widerstandes seiner Mutter. Und schon bald hat sie nicht nur das Personal in der Hand, sondern auch Heinrich und Schwiegermutter Isabella. Flora übernimmt das Gut samt Villa. Auch die Geburt ihrer Tochter Viola ändert nichts an ihren Zielen und der Gefühlskälte.....
    Der Roman beginnt im Jahre 1990. Durch den wiederholenden Wechsel von Zeit und Sichtweise der erzählenden Figuren weiß der Leser schon von Beginn an, dass Flora bis zum hohen Alter ihren Charakterzug beibehalten hat. Sie ist eine dominante und nur auf ihre Vorteile bedachte Frau, die nicht wirklich die Sympathie der Leser erhält. Flora ist kaltherzig und selbstverliebt und setzt alles daran ihre Ziele, die sie sich gesteckt hat, zu erreichen. Selbst in den Kriegswirren behält sie einen kühlen Kopf.

    Die Zeitsprünge waren leider manchmal etwas abrupt und die vielen Charaktere am Beginn des Romans etwas schwer einzuordnen. Deshalb dauert es eine Weile bis man diese zuordnen und der Geschichte folgen kann. Der Spannungsaufbau ist jedoch gelungen und man verfolgt gespannt Floras Weg. Im Wechsel zwischen Gegenwart und der Vergangenheit erleben wir wie Flora ihr Ziel stetig verfolgt....leider nicht bis zum Ende.....denn....der Roman ist nicht abgeschlossen und hört einfach mitten in der Geschichte auf! Natürlich ist es bei Trilogien normal, dass es einen Cliffhanger gibt oder viele Fragen unbeantwortet bleiben - aber nicht, dass ALLES offen bleibt.
    Um mehr zu erfahren, muss man sich unweigerlich den zweiten Band besorgen. Das verstehe ich nicht wirklich, da es von der Seitenanzahl möglich gewesen wäre Band 1 und 2 in einem Buch unterzubringen. Deswegen muss ich leider einen Stern abziehen...

    Schreibstil:
    Der Schreibstil von Annete Henning ist flüssig, kurzweilig und vorallem die lebendige Darstellung der Charaktere ist der Autorin perfekt gelungen. Auch wenn die Protagonistin keine Symnpathieträgerin ist, so hat man sie wirklich bildhaft vor Augen und lernt sie zu hassen. Das muss man als Autor wirklich können....und das hat Annette Henning absolut drauf! Auch die bildhafte Beschreibung des Hauses, der Gegend und der Landschaft ist gelungen und lässt die Bilder im Kopf lebendig werden.

    Fazit:
    Ein gelungener Roman, bei dem man allerdings von Beginn an wissen sollte, dass Teil 1 alleine keinen Sinn macht! Man sollte bereits den 2. Teil zur Hand haben, da der erste Band mitten im Geschehen aufhört....was etwas ärgerlich ist. Abgesehen davon kann ich "Floras Traum von rotem Oleander" allerdings für alle empfehlen, die gerne Bücher über Familiengeheimnisse lesen.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine fesselnde Familiengeschichte!
    Floras Aufstieg - fesselnder Roman

    „...Wenngleich Heinrich wusste, dass das Kind ihn noch nicht richtig erkennen konnte, breitete sich eine unendliche Wärme für dieses kleine Wesen in ihm aus, als Viola ihn mit großen blaue Augen ansah...“


    Auf der Insel Rügen findet im Jahre 1990 die Beerdigung von Heinrich von Langenberg statt. Martha Dannert sieht die Frau von fern, die sie jahrelang schikaniert hat.

    Dann wechselt die Handlung ins Jahr 1939. Die 19jährige Flora Hoffmann wächst zusammen mit 5 Schwestern auf Rügen auf. Sie träumt von einem besseren Leben. Als ihr die Arbeitsstelle gekündigt wird, sucht sie sich zielstrebig eine neue. Graf Heinrich von Langenberg ist das Ziel ihrer Wünsche.

    Die Autorin hat einen fesselnden Roman geschrieben, der in zwei Zeitebenen spielt. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.

    Im Mittelpunkt des Geschehens im Jahre 1939 steht Flora. Die junge Frau sieht zu Hause nur Arbeit und Entbehrung. Für die Liebe der Mutter hat sie keinen Blick. Es gibt einen einzigen Menschen, dem ihre Zuneigung gilt. Das ist ihre jüngste Schwester Rosa. Um ihre Ziele zu erreichen, lügt, betrügt und intrigiert Flora. Sie liebt Heinrich nicht, nur sein Geld.

    Der zweite Handlungsstrang spielt 1990. Viola erfährt vom Tode ihres Vaters. Zusammen mit ihrem Mann Maurice reist sie aus Marseille an, um Abschied zu nehmen. Dabei vermeidet sie es tunlichst, ihrer Mutter zu begegnen. Seitdem sie einst ihr Elternhaus verlassen hat, hat sie jeden Kontakt abgebrochen. In ihrem Herz brennt eine Wunde, die auch die Jahre nicht geheilt haben. Sie gibt der Mutter die Schuld, dass man ihr einst das Kind weggenommen hat. Jetzt halten sie und Maurice die Zeit für gekommen, die Suche nach Lilly aufzunehmen. Durch den Wegfall der innerdeutschen Grenze sind jetzt Wege offen, die bisher versperrt waren.

    Der Schriftstil ist ausgefeilt und abwechslungsreich. Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Das geschieht nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch ihr Handeln. Obiges Zitat zeigt, mit welch treffenden Worten die Emotionen der Protagonisten wiedergegeben werden. Heinrich liebt seine Frau, weiß aber bald, dass dies nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Dafür gilt nun alle seine Liebe seiner kleinen Tochter Viola. Floras Ehrgeiz lässt ihr keinen Raum für Mutterliebe. Sie allein möchte im Mittelpunkt stehen. Das Kind war nur Mittel zum Zweck und ermöglichte die Hochzeit. Sie überlässt das Kind Martha, die sie als Kindermädchen engagiert hat. Es macht Flora nicht gerade sympathisch, dass sie gegenüber dem Personal fordernd und herrschsüchtig auftritt. Gleichzeitig werden die gesellschaftlichen Verhältnisse deutlich herausgearbeitet. Während der Graf nichts mit den Nazis zu tun haben will, macht Flora heimlich mit ihnen Geschäfte. Heinrichs Mutter toleriert das in der Hoffnung, dass Heinrich dadurch vom Kriegsdienst verschont bleibt.

    Land und Leute werden sehr gut beschrieben. Der Gegensatz zwischen Floras ärmlicher Herkunft und der Villa des Grafen wird in passende Vergleiche gefasst. Die Autorin beherrscht das Spiel mit Metaphern.

    In dem Strang der Gegenwart durchzieht die zarte Hoffnung von Viola, endlich zu erfahren, wo ihr Kind ist, wie ein roter Faden die Kapitel. Jetzt lerne ich als Leser auch eine neue Flora kennen. Bisher waren Menschen nur Spielfiguren in ihrer Lebensplanung. Jetzt spürt die plötzlich die Einsamkeit und sucht Versöhnung mit ihrer Tochter. Hat sie sich aber wirklich geändert?

    Viele Geschehen aus der Vergangenheit werden nur angedeutet. Der gräflichen Familie gelingt es, kurz vor der Niederlage Deutschlands Rügen zu verlassen und bei der Verwandtschaft in Hannover unterzukommen. Was danach geschieht, bleibt vorerst zum großen Teil im Dunkeln. Es dürfte Inhalt des zweiten Teils sein.

    Das Cover mit dem Blick auf das Meer und die Villa sowie den Blüten des roten Oleanders

    weckt Interesse.

    Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen. Die komplexen Beziehungen der Protagonisten und die offenen Fragen der Vergangenheit haben für einen hohen Spannungsbogen gesorgt.

    Kommentare: 3
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    katikatharinenhofs avatar
    katikatharinenhofvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Geheimnisvoll und absolut fesselnd
    Geheimnisvoll und absolut fesselnd


    Rügen, 1939
    Die junge Flora ist es Leid, ihr Leben und Armut und Elend zu verbringen und schmiedet einen kühnen Plan. Sie will als Gesellschafterin im Hause der von Langenbergs arbeiten und sich so nach und nach den Erben gefügig machen.
    Ihr Plan geht auf, als sie vom jungen Grafen schwanger wird und fortan herrscht ein anderer Wind im gräflichen Haushalt.
    Flora regiert mit harter kalter Hand und die Hausbewohner haben nichts mehr zu lachen.
    Allerdings gelingt es ihr auch mit wohldurchdachten und geschickten Schachzügen, das Familienvermögen zu vermehren.


    Rügen 1990
    Floras Rückkehr nach Rügen ist vom Tode ihres Mannes überschattet, den sie in der Heimaterde begraben lässt.
    Viola, Floras Tochter, wohnt der Beisetzung ebenfalls bei und will partout nichts mehr mit der Mutter zu tun haben.
    Welches Geheimnis hat beide erzürnt und entzweit ?


    "Floras Traum von rotem Oleander" ist der fesselnde und spannende Auftakt der Blütenträume-Trilogie.
    Durch den flüssigen Schreibstil, der hervorragend beide Erzählstränge miteinander verknüpft, werden die Charaktere sehr lebhaft und  vielseitig geschildert. Jede Eigenschaft ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und lässt so die Protagonisten lebendig werden - fast so, als würde man sie, wie ein Schatten, durch das Buch begleiten.
    Die Landschaftsbeschreibungen der Ostsee sind sehr plastisch, so dass ich den Wind in den Haaren und den salzigen Geschmack der Ostseeluft auf den Lippen spüren konnte.
    Die Autorin verwebt geschickt Vergangenheit mit Gegenwart und lässt raffinierte Wendungen einfließen, so dass niemals Langeweile aufkommt.
    Das Familiengeheimnis bleibt bis zum Schluß gut gehütet, so dass die Spannung niemals abreißt.

    Wer historische Familiensagas liebt und zudem noch ein Faible für die Ostsee hat, der ist mit diesem Buch bestens versorgt :-)
    Klare Leseempfehlung !


    Ich bedanke mich herzlich bei NeGalley für die kostenfreie Bereitstellung dieses Rezi-Exemplares







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    Rebecca1120s avatar
    Rebecca1120vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Flora – eine Frau die man hassen muss!
    Flora – eine Frau die man hassen muss!

    Flora wächst in ärmlichen Verhältnissen auf der Insel Rügen auf und hat nur ein Ziel: sie will reich heiraten. Mit viel Raffinesse gelingt es ihr den Grafen Heinrich von Langenberg zu verführen und zu ehelichen. Doch ist Reichtum wirklich mit Glück verbunden??...
    In meinen Augen ist es der Autorin wunderbar gelungen die Finessen von Flora, ihre Kaltherzigkeit, ihre Übellaunigkeit, ihre Selbstliebe und ihre fehlende Empathie zu beschreiben. Ich habe diese Frau beim Lesen einfach nur gehasst. Wie viel liebevoller und sympathischer war dagegen die Figur der Martha Danner.
    Durch den Wechsel zwischen dem Jahr 1990 und den Rückblenden bis zu Floras Jugend wird der Leser Stück für Stück in die Geschichte der von Langenbergs eingeweiht. Aber stets nur häppchenweise, so dass die Spannung erhalten bleibt und man einfach weiterlesen muss. Ich konnte das Buch einfach nicht weglegen. Was mir aber gar nicht gefallen hat, war der Schluss. Der kam für mich völlig überraschend und wirkte somit recht abgehackt. Was ist denn nun aus dem Kind geworden. Während ich bis kurz vor Ende noch 5 Lese-Sterne vergeben wollte, ziehe ich nun >nach dem in meinen Augen enttäuschende Ende< wieder einen Stern ab. Eine Leseempfehlung spreche ich aber trotzdem für alle Leser von Familiengeschichten aus.

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    Die-Rezensentins avatar
    Die-Rezensentinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Auftakt zu einer wunderschönen Familiengeschichte!
    Floras Traum !

    Rügen, 1939. Flora ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, doch ihr war schon früh klar, dass sie einmal ein völlig anderes Leben führen möchte. Als sie eine Stellung als Zimmermädchen bei der Gräfin von Langenberg bekommt, hat sie eine ganz klare Vorstellung von ihrer Zukunft. Sie träumt von einem Leben im Wohlstand und setzt zielstrebig alles dran, um den jungen Grafen Heinrich von Langenberg zu betören. Er verliebt sich in Flora und trotz des Widerstands seiner Mutter heiratet er sie und macht sie zur Gräfin.
    Von nun an kann Flora ihre Maske wieder fallenlassen und die schlechten Charakterzüge kommen zum Vorschein. Ihr Ehemann wird genauso schikaniert wie das Dienstpersonal und das ändert sich auch nicht, als Tochter Viola zur Welt kommt.
    Flora übernimmt die Leitung des Guts, die alte Gräfin wird aufs Altenteil geschickt und Heinrich bleibt ein verliebter, gutgläubiger Trottel.

    Die Geschichte ist in zwei Handlungssträngen geschrieben, zur Zeit des zweiten Weltkrieges und 1990, kurz nach der Wende.

    Durch die Geschehnisse in 1990 weiß der Leser, dass Flora sich in irgendeiner Form auch an ihrer Tochter versündigt haben muss, sodass seit etlichen Jahren keinerlei Kontakt besteht.

    Flora ist eine dominante, nicht sehr sympathische Protagonistin und kommt nicht besonders liebenswert rüber.
    Mich hat das hier nicht gestört, weil es für die Geschichte nötig war und zudem die anderen Charaktere sehr sorgfältig und liebevoll beschrieben werden.

    `Floras Traum von rotem Oleander` ist der Auftakt zu einer wunderschönen Familiensaga, deren Handlung mich direkt fesseln konnte, sodass ich es an einem Sonntag gelesen habe.

    Ein Problem habe ich mit dem abrupten Ende, die Geschichte ist nicht abgeschlossen, viele Fragen bleiben offen, wenn man das Buch zuschlägt.
    Es geht zwar nahtlos im zweiten Teil weiter, was für mich jetzt okay war, weil das nächste Buch hier schon liegt. Trotzdem möchte ich eigentlich eine abgeschlossene Geschichte lesen, die nicht mittendrin aufhört.

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 2 Jahren
    Das Geheimnis der von Langenbergs

    1939 Rügen. Flora ist 19 Jahre alt und wächst wie ihre 5 Geschwister in recht einfachen Verhältnissen auf. In der weißen Villa der adligen von Langenbergs, die direkt am Strand von Rügen liegt, kann sie als Hausmädchen arbeiten. Flora wünscht sich ein Leben in Wohlstand und hofft auf ein Leben in Reichtum. Tatsächlich gelingt es ihr mit ihrem Charme, den jungen Graf Heinrich von Langenberg um den Finger zu wickeln. Die beiden heiraten, als sich bei Flora eine Schwangerschaft ankündigt, und Flora ist am Ziel ihrer Wünsche. Doch der Wohlstand zeigt nun Floras wahres Gesicht, sie ist egoistisch und unerbittlich gegenüber anderen. Allerdings besitzt Flora auch einen intelligenten Kopf, ihr gelingt es durch Fleiß und Geschick, das Familienvermögen zu vergrößern. Aber ihre Ehe ist inzwischen ein Gefängnis für Heinrich, erkennt er doch seine eigene Frau kaum wieder und so wird seine Tochter Viola seine engste Verbündete. Als der Krieg beginnt, muss auch Heinrich dienen und so bleibt es an Flora, sich um das Anwesen zu kümmern. 50 Jahre später kommt Gräfin Flora von Langenberg zurück nach Rügen, um ihren Mann dort zu beerdigen. Ihre Tochter Viola ist ebenfalls anwesend, will aber zu ihrer Mutter keinen Kontakt mehr. Was ist passiert, dass das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter so zerrüttet ist? Wird es den beiden Frauen gelingen, sich nach so langer Zeit noch zu versöhnen?

    Annette Henning hat mit „Flora Traum von rotem Oleander“ den ersten Teil ihrer Blütenträume-Trilogie vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und wirkt wie ein Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Der Leser taucht in die vergangene Zeit auf der malerischen Insel Rügen und begleitet Flora wie ein Schatten bei ihrem Leben und allem, was sie erwartet. Die Landschaftsbeschreibungen sind so bildhaft, dass der Leser sich alles wunderbar vorstellen kann und regelrecht den Wind in den Haaren und den Duft der Ostsee spüren kann. Die Autorin hat ein besonders Geschick, die Handlung raffiniert zu erzählen. Durch die wechselnden Erzählperspektiven von Gegenwart und Vergangenheit wird die Spannung hochgehalten, bis am Ende das Geheimnis gelüftet ist.

    Die Charaktere wurden sehr vielseitig angelegt und ausgestaltet, sie wirken sehr authentisch und lebendig. Flora ist eine Frau, die der Leser erst einmal nicht ins Herz schließt. Sie ist nur auf ihren Vorteil bedacht, arrogant, egoistisch und herrschsüchtig. Sie will alles unter Kontrolle haben und ist gegenüber allen und jedem hart und unerbittlich. Freunde macht sie sich damit nicht, ganz im Gegenteil – sie ist überall verhasst und viele Menschen haben sogar Angst vor ihr. Auch wenn sie eine Familie hat, ist sie durch ihr eigenes Verhalten ein einsamer Mensch. Viola ist eine Frau, die kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hat. Sie musste Flora lange als Mutter ertragen und hat miterleben müssen, wie diese mit ihrem Vater umgegangen ist. So haben sie lange Zeit keinen Kontakt mehr miteinander, aber da gibt es auch ein Geheimnis, dass die beiden miteinander verbindet. Martha ist die alte Amme von Viola und kennt die Familie sehr gut, weshalb sie eine besondere Rolle in diesem Buch spielt. Heinrich ist ein sensibler Mann, der sich in eine Frau verliebt hat, die sich aber nach der Hochzeit immer mehr verändert und er sie kaum noch wiedererkennt. Aber er ist auch ein schwacher Mann, der sich nicht dagegen auflehnt.

    „Floras Traum von rotem Oleander“ ist ein fesselnder und raffinierter historischer Roman über ein Familiengeheimnis, der sich zu einem Pageturner entwickelt. Alle Liebhaber dieses Genres werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können. Absolute Leseempfehlung!

     

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    Leneorys avatar
    Leneoryvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: einem interessanten und zugleich dramatischen Familiengeheimnis auf der Spur
    einem Familiengeheimnis auf der Spur

    +++ Buchinhalt +++

     

    1939

     

    Flora ist jung und hat es satt, in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Als sie gekündigt wird, fasst sie einen Entschluss. Sie möchte sich im Hause von Langenberg als Gesellschafterin bewerben um sich den jungen Grafen zu angeln. Ganz geht ihr Plan am Anfang nicht auf. Aber der junge Graf setzt sich für sie ein und Flora darf als Zimmermädchen bleiben. Die Gräfin Isolde von Langenberg durchschaut sie jedoch von der ersten Sekunde an und weiß, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Doch die Gräfin kann ihrem Sohn nichts abschlagen und so beweist sich Flora als Zimmermädchen und macht den Grafen immer wieder schöne Augen. Dieser verliebt sich in sie und nach einer Weile treffen sich die beiden heimlich abends im Bett, was nicht ohne Folgen bleibt. Als Flora schwanger wird und der Graf sich nicht zu ihr bekennen will, macht sie den ersten Schritt und offenbart der Gräfin und ihrem Geliebten die frohe Botschaft. Der Graf ist happy und die Gräfin entsetzt und will es so gar nicht glauben. Doch schon bald läuten die Hochzeitsglocken und die alte Gräfin zieht ins Witwenhaus um - macht Platz für die beiden Verliebten. Als der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt, hält es Flora kaum im Bett aus und widmet sich wieder den Geschäften. Für den kleinen Wurm Viola interessiert sie sich nicht. Für sie zählt Macht und Reichtum. Doch um welchen Preis?

     

    1990

     

    Als Viola erfährt, dass Ihr Vater gestorben ist, reist sie mit Ihrem Mann zurück in Ihre Heimat, vor der sie einst floh. Stets darauf bedacht, ihrer Mutter nicht über den Weg zu laufen, nimmt sie Abschied von ihm. Dabei beschließen beide den Versuch zu starten, ihr erstes Kind zu suchen, dass ihnen vor langer Zeit ihre Mutter nahm. Dabei stoßen Sie auf alte Bekannte, die bei der Suche helfen und alte Wunden wieder auf reißen. Werden sie fündig werden?

     

     

    +++ Buchfazit +++

     

    Der  Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen war für mich neu, doch ich habe mich gut eingelesen. Die Familiengeschichte nimmt schnell an Fahrt auf und ich finde mich gut zurecht, obwohl es viele Charaktere und Details zur Familiengeschichte gibt. Man fiebert automatisch mit Viola mit und bei Flora fragt man sich, wie weit sie noch gehen wird. Das Buch hatte mich von Anfang an im Griff und die Spannung setzt sich bis zum Ende hin fort. Ab und an kann man noch nicht alles verstehen, aber nach und nach wird alles zusammen gefügt.

     

    Mein „Verhältnis“ zu Flora ist eher Zwiegestalten. Zum einen kann ich nachvollziehen das sie nach höherem strebt. Auf der anderen Seite finde ich es beängstigend, welchen intriganten Weg sie geht, nur um an Geld und ein besseres Leben zu kommen. Um den Grafen ist es sehr schade, aber die rosarote Brille vernebelt seinen Verstand. Viola ist eine sehr starke Frau, die auch viel Kraft von ihrem Mann erhält. Dank der detaillierten Beschreibung der einzelnen Personen, kann im Kopf ein klares Bild der verschiedenen Charaktere entstehen. So fällt es noch leichter der Story treu zu bleiben.

     

    Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir der Schreibstil der Autorin sehr gefällt. Die Familiengeschichte ist bis ins kleinste Detail gut durchdacht und verspricht Spannung bis zur letzten Seite. Die Charaktere sind stark und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Die Story macht Lust auf mehr und die Autorin hat einen fiesen Cliffhanger eingebaut, so dass ich nun dringend wissen muss, wie es in Band 2 weiter geht. Klarer Lesetipp! ♥

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    Buchdaisys avatar
    Buchdaisyvor 2 Jahren
    Spannender Auftakt für die Trilogie

    Mit "Floras Traum vo rotem Oleander" ist Annette Hennig wieder ein Roman gelungen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert hat.
    Erzählt wird vom Aufstieg der jungen, hübschen, aber bettelarmen, Flora zur Gräfin von Langenberg in den Jahren des 2. Weltkrieges. In einem zweiten Handlungsstrang lernt der Leser die Tochter der Gräfin 50 Jahre später kennen und erfährt von einem traurigen Geheimnis, das die Familie vor über 20 Jahren endgültig entzweite. Nun, nach dem Tod ihres Mannes, sucht Flora den Kontakt zur Tochter.
    Von Anfang an fühlte ich mich direkt in die Handlung hineingezogen. Die Charaktere sind so lebendig beschrieben, dass ich mir jeden einzelnen vorstellen konnte, wobei die Sympathien nicht unbedingt bei Flora lagen. Auch die örtlichen Gegebenheiten ließ das Buch vor meinem inneren Auge erscheinen. Über die gesamten rund 350 Seiten bleibt die Spannung bestehen - und noch darüber hinaus.
    Denn wer glaubt, am Ende das Geheimnis zu erfahren, wird enttäuscht. Weiter geht es erst im zweiten Band der Trilogie, den ich mir auch sofort bestellt habe. Insofern ist der Cliffhanger dazu angetan, die Leser bei der Stange zu halten. Ich jedenfalls freue mich auf den nächsten Teil.

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    Rena1986s avatar
    Rena1986vor 2 Jahren
    Floras Traum von rotem Oleander

    Ich war auf der Suche nach einer geheimnisvollen und verworrenen Familiengeschichte und mir wurde „Floras Traum von rotem Oleander“ empfohlen. 

    „Floras Traum von rotem Oleander“ spielt auf zwei Zeitebenen, die eine Frühjahr 1939 und die andere im Jahre 1990. Der frühere Teil spielt auf Rügen und dreht sich um Flora Hofmann und der zweite spätere Teil dreht sich um ihre Tochter Viola. 

    Der Schreibstil ist sehr realistisch und lebendig, er verknüpft geschickt Realität mit Fiktion. Die Geschichte ist fesselnd geschrieben und es baut sich stetig bis zum Ende hin ein Spannungsbogen auf. Am Ende laufen zwar sehr viele rote Fäden zu einem Ganzen zusammen, es bleiben aber für meinen Geschmack einfach viel zu viele Fragen offen. (Dazu am Ende der Rezension mehr.) 

    Die Autorin Annette Henning hat einige sehr sympathische Figuren geschaffen, aber gerade die Hauptfigur Flora ist gewollt unsympathisch und nervig. Hier passt alles zusammen. 

    Leider leider muss ich aber auch ein klein wenig meckern. Ich weiß es gibt mindestens einen Folgeroman, aber ich hätte nicht erwartet, das man mich mich wirklich allen offenen Fragen zurück lässt. Ich hatte gehofft, das dieser Roman seine Fragen in sich beantwortet. Ich habe das Gefühl, das nur alle Bücher ein Großes Ganzes ergeben werde. 

    Von mir bekommt „Floras Traum von rotem Oleander“ eine ganz klare Leseempfehlung. Man sollte sich allerdings im klaren sein, das dieser Roman zu einer Reihe gehört und man allen Geheimnissen wahrscheinlich erst mit Ende dieser Reihe auf den Grund gehen wird. 

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    Klusivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman, der mir sehr gefallen hat, nur mit dem total offenen Ende war ich nicht glücklich. Also schnell mit Band 2 weiterlesen!
    Floras Traum von rotem Oleander

    Rügen im Frühling 1939: Flora Hofmann ist unzufrieden. Die junge Frau, die in einer kinderreichen Familie aufwuchs und als Zimmermädchen arbeitet, wünscht sich mehr vom Leben und setzt all ihren Ehrgeiz daran, in die bessere Gesellschaft aufzusteigen. Das gelingt ihr auch, und wenige Jahre später führt sie ein Leben in Wohlstand. Sie hat einen Grafen geheiratet und ist Mutter einer reizenden kleinen Tochter. Aber sie hat kein Interesse an dem Kind und überlässt die Erziehung einem Kindermädchen. Gefühle kennt sie nicht, sondern ist nach wie vor nur davon besessen, erfolgreich zu sein. Reichtum ist alles, was sie sich vom Leben wünscht, so sieht es zumindest aus. Der zweite Weltkrieg nimmt jedoch keine Rücksicht darauf, ob jemand reich oder arm ist. Alle müssen Opfer bringen, und Flora sieht sich in der Verantwortung für das Anwesen und die Firmenangelegenheiten.
    Fünfzig Jahre später kommt sie dem letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes nach, der in heimatlicher Erde die letzte Ruhestätte finden wollte.

    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, einmal beginnend im Frühling 1939, als Flora Hofmann sich mit all ihrem Ehrgeiz dem Ziel auf ein besseres Leben widmet und dann 1990, fünfzig Jahre später, als sie nach Rügen zurückkehrt, um ihren Mann in heimatlicher Erde zu begraben.
    Im früheren Handlungsteil erfährt man, wie Flora es geschafft hat, gesellschaftlich aufzusteigen, und man begleitet sie während der Zeit des Krieges. Nachdem ihr Mann zum Kriegsdienst einberufen wurde, schlägt sie sich im Alleingang durch, um das Anwesen und die Firma zu erhalten, nicht immer mit redlichen Mitteln.
    In dem Teil, der 1990 spielt, begegnet man Floras Tochter Viola, die inzwischen mit ihrem Mann in Frankreich lebt. In der Vergangenheit scheint Schlimmes vorgefallen zu sein, denn aus den Gesprächen des Paares kann man heraushören, dass sie auf der Suche nach ihrer verlorenen Tochter sind.

    Überhaupt gibt es im Roman sehr viele Andeutungen und vage Bemerkungen, die dazu führen, dass sich die Spannung immer mehr aufbaut.
    Der Schreibstil ist kurzweilig und eingängig. Die verschiedenen Charaktere sind in beiden Handlungssträngen plastisch ausgearbeitet, und nach kurzer Zeit meint man, die beschriebenen Menschen zu kennen. Die Handlung entwickelt sich besonders im historischen Teil dramatisch und fesselnd.
    Aber... - ... ja es gibt ein „Aber“ an der Geschichte, denn die Spannung baut sich bis zur letzten Seite auf, und dann ist der Roman plötzlich zu Ende! Mir war zwar bewusst, dass es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, und ich weiß aus Erfahrung, dass bei Trilogien immer ein paar Punkte ungeklärt bleiben und sich manches Rätsel erst im Folgeband lösen lässt, aber hier ist alles offen. Ich muss sagen, ich war einigermaßen verdutzt, als ich die letzte Seite gelesen hatte und feststellen musste, dass keine meiner Fragen, die sich mir im Verlauf der Handlung gestellt hatten, beantwortet wurde. Es gibt nicht nur ein Geheimnis, sondern mehrere, und kein einziges davon wurde am Ende dieses ersten Bandes offen gelegt. Die Spannung verpufft beim letzten Satz.
    Wer diesen Roman gerne lesen möchte, dem muss bewusst sein, dass dieser Band alleine gar nichts bringt, weil die Handlung nicht in sich abgeschlossen ist. Für meinen Geschmack waren es der Cliffhanger hier einfach zu viele. Wenn es im zweiten Band ähnlich ist, dann wird der Leser auf eine arge Folter gespannt, denn Band 3 ist meines Wissens noch gar nicht erschienen. Ich überlege daher, erst einmal abzuwarten, bis auch der letzte Band veröffentlicht ist, denn dann wird sicher das komplette Familiengeheimnis geklärt. So gut mir der erste Band gefallen hat, so zögere ich doch momentan, schon mit Band 2 weiter zu lesen, denn eigentlich ist die Handlung ja total spannend angelegt, nur ist es kaum auszuhalten, wenn man dann plötzlich mit dem offenen Ende konfrontiert wird.

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