Annette Hess

 4.6 Sterne bei 110 Bewertungen
Autorin von Deutsches Haus, Deutsches Haus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Annette Hess

Große Geschichten, nicht nur für das Fernsehen: Annette Hess ist in Deutschland vor allem für ihre Arbeit als Drehbuchautorin bekannt. Als solche machte sie sich einen Namen mit großen erfolgreichen Produktionen wie „Weissensee“ und „Ku’damm 56“. Für die zweite Staffel von „Weissensee“ wurde Hess von der Autorenstiftung Frankfurt 2011 mit dem Preis der Autoren ausgezeichnet. Diese Ehrung ist jedoch nur eine von vielen; Hess wurde unter anderem bereits mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und mehrmals für den Grimme-Preis nominiert. Ihr Handwerk lernte sie an der Universität der Künste Berlin, wo sie in den Jahren von 1994 bis 1998 studierte. Ihre Abschlussarbeit, das Drehbuch „Was nützt die Liebe in Gedanken“ wurde von Achim von Borries in einem gleichnamigen Kinofilm umgesetzt. Im Jahr 2018 erschien zudem ihr Romandebüt „Deutsches Haus“, dessen Handlung um den ersten Ausschwitz-Prozess zwischen 1963 und 1965 kreist. Hess lebt heute in Dörpe, im Weserbergland, gemeinsam mit ihrer Familie.

Neue Bücher

Deutsches Haus

 (97)
Neu erschienen am 21.09.2018 als Hardcover bei Ullstein Buchverlage.

Deutsches Haus

 (13)
Neu erschienen am 21.09.2018 als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg.

Deutsches Haus

Neu erschienen am 21.09.2018 als Hörbuch bei Hörbuch Hamburg.

Alle Bücher von Annette Hess

Deutsches Haus

Deutsches Haus

 (97)
Erschienen am 21.09.2018
Deutsches Haus

Deutsches Haus

 (13)
Erschienen am 21.09.2018
Deutsches Haus

Deutsches Haus

 (0)
Erschienen am 21.09.2018

Neue Rezensionen zu Annette Hess

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Rezension zu "Deutsches Haus" von Annette Hess

Erster Auschwitz-Prozess eingebettet in eine Familiengeschichte
Schnuppevor 2 Tagen

Anne Hess kennt sich mit der Nachkriegszeit, ihren gesellschaftlichen und politischen Strukturen, bestens aus. Sie hat dies als Drehbuchautorin von WEISSENSEE und KU´DAMM 56/59 eindrucksvoll bewiesen. Mit "Deutsches Haus" legt sie nun ihren ersten Roman vor. In Frankfurt wird 1963 der erste Auschwitz Prozess stattfinden. Die letzten Vorbereitungen hierzu sorgen für Schlagzeilen. In der Familie Bruns wird das aktuelle Geschehen nicht kommentiert, bzw. beachtet. Die Eltern führen die Gastwirtschaft "Deutsches Haus" über der sie auch wohnen. Die älteste Tochter Annegret ist Säuglingskrankenschwester, Eva ist Übersetzerin für Polnisch und der Nachzügler Stefan geht noch zur Schule. Mit dem aktuellen Tagesgeschehen scheint es keine Berührungspunkte zu geben. Die Konventionen der 60er werden mit der Familiengeschichte gut vorgestellt. Die älteste Tochter ist dick und gilt mit 28 Jahren als spätes Mädchen, die Heiratsaussichten stehen schlecht; daher ist es den Eltern recht, dass sich Eva um einen Kandidaten bemüht. Jürgen Schoormann, reicher Versandkaufmann, ist der Auserwählte. Das Denken der Familie kreist um die Frage wann er denn endlich den Antrag macht. Als Jürgen an einem Adventssonntag seine erste Aufwartung macht, wird Eva von ihrer Agentur zu einem Übersetzungsauftrag gerufen. Entgegen den üblichen Vertragsunterlagen soll sie eine Zeugenaussage für den Staatsanwalt übersetzen. Die Anfrage der Staatsanwaltschaft, ob Eva weiterhin übersetzen könnte, stösst bei Jürgen und den Eltern auf strikte Ablehnung. Eva versteht dies nicht. Sie hatte zuvor keine Ahnung von der jüngsten Geschichte, sieht aber die Notwendigkeit, den Opfern eine Stimme zu geben, um zu Gerechtigkeit zu verhelfen. Gegen den Willen der Eltern und des Verlobten übernimmt sie den Auftrag. Im weiteren Verlauf werden über die Zeugenaussagen die Geschehnisse in Auschwitz schmerzhaft wieder lebendig. Alle Beteiligten verändert dies, häufig auf schmerzhafte Weise. Eva legt ihre Naivität ab, sie deckt schließlich ein Familiengeheimnis auf, die Verstrickung der Eltern mit dem Ort des Grauens. Die Eltern erfahren ihre Grenzen gegenüber Eva und müssen sich der Wahrheit stellen. Jürgen möchte über seine Braut bestimmen und muss hinnehmen, wie sie aufbegehrt und sich emanzipiert. Die Opfer müssen die Gräuel noch einmal in ihren Erzählungen erleben und sich dem Hohn der Angeklagten stellen. Die Angeklagten werden mit ihren Taten konfrontiert, dies lassen sie weitestgehend an sich abprallen, das Gerichtsurteil kann letztlich nicht zufriedenstellen, denn eine echte Wiedergutmachung für die Opfer gibt es ohnedies nicht. 
Die einzelnen Schicksale sind sehr gelungen dargestellt. Es gelingt Annette Hess auf 365 Seiten verschiedene Charaktere und Schicksale glaubhaft vorzustellen. Sowohl die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit als auch der Prozess sind hervorragend widergespiegelt. Die Schwierigkeiten mit der Aufarbeitung und der Beurteilung von Tätern und Mitläufern werden klar aufgezeigt. Am Ende gibt es einige offene Fäden, dies ist so gewollt, die Verarbeitung der Geschichte ist nicht abgeschlossen. Eine Verfilmung ist bei diesem Stoff gut vorstellbar. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, man konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Einziger Kritikpunkt ist, dass die Anwälte nicht mit Namen benannt, sondern nur mit "Spitznamen" bedacht wurden. Nach der offensichtlich guten Recherche der Prozessakten war mir dies unverständlich. 
Sehr lesenswert, vor allem vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen in Deutschland.

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Isaoperas avatar

Rezension zu "Deutsches Haus" von Annette Hess

Eindrücklich
Isaoperavor 9 Tagen

Das "Deutsche Haus" in diesem Roman ist die Gaststätte, in der Evas Eltern die Frankfurter bewirten. Eva selbst möchte nicht in das Gastgewerbe einsteigen, sondern arbeitet als Übersetzerin und wird aufgrund eines Personalmangels plötzlich mit hoher Verantwortung versehen: sie soll im anstehenden Auschwitz-Prozess die Zeugenaussagen übersetzen und kommt so hautnah in Kontakt mit der schrecklichen deutschen Vergangenheit.
Annette Hess beleuchtet in diesem Roman eindringlich die deutsche Schuldfrage und regt wirklich zum Nachdenken an. Ich benötigte einige Zeit, um mich an den doch sehr nüchternen Schreibstil zu gewöhnen, mit dem ich mich etwas schwer getan habe. Die Handlung um Eva fand ich dann wirklich interessant, einige andere Nebenhandlungen (z.B. um Jürgens Vater) erschlossen sich mir nicht richtig bzw. trugen meiner Meinung nach nicht wirklich zur Geschichte bei. Ich hätte mir etwas mehr Fokus auf die hauptsächliche Handlung gewünscht, würde das Buch aber für geschichtsinteressierte Leser durchaus weiterempfehlen.

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takabayashis avatar

Rezension zu "Deutsches Haus" von Annette Hess

Vergangenheitsbewältigung
takabayashivor 14 Tagen

Interessant verpackte Geschichtslektion! Die junge Frankfurter Gastwirtstochter und Dolmetscherin Eva Bruhns wird zufällig als Übersetzerin beim ersten Auschwitzprozess eingesetzt. Beim ersten Vortermin ist sie noch ganz naiv und versteht nicht, worum es eigentlich geht. Sie ist zu dem Zeitpunkt eher daran interessiert, dass ihr Freund bei ihrem Vater um ihre Hand anhält.
Doch je mehr sie sich damit beschäftigt, desto mehr ist sie involviert und empört über das, was in Auschwitz passiert ist und von weiten Kreisen der Bevölkerung immer noch geleugnet wird. Gegen den Wunsch ihrer Eltern und auch ihres Verlobten beschließt sie, den ganzen Prozess als Dolmetscherin zu begleiten. Diese Erfahrung verändert sie und lässt sie reifen. Außerdem entdeckt sie, dass auch ihre Familie am Rande in die Naziverbrechen verwickelt war, was zum Zerwürfnis mit ihren Eltern führt.
Wie schon in den Fernsehspielen Kudamm 56 und 59 ist es der Autorin hervorragend gelungen, die Atmosphäre der Zeit (hier die mittleren 60er Jahre) zu erfassen. Man kann es kaum glauben, dass im Jahr 1964 ein Ehemann (hier ist es sogar nur ein Verlobter, also ein zukünftiger Ehemann) noch das Recht hatte, ein Arbeitsverhältnis seiner Frau zu kündigen! Die Zeugenaussagen über die Gräueltaten sind ergreifend, nicht nur für die Protagonistin Eva, sondern auch für den heutigen Leser. Durch die Verknüpfung mit Evas Geschichte ist das keine dröge Geschichtslektion, sondern eine spannende, zeitgeschichtliche Erzählung. Angesichts der momentanen politischen Entwicklungen ist dies der richtige Roman zur richtigen Zeit - sehr zu empfehlen!

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Zusätzliche Informationen

Annette Hess wurde am 18. Januar 1967 in Hannover (Deutschland) geboren.

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