Annette Hess

 4.4 Sterne bei 218 Bewertungen
Autorin von Deutsches Haus, Deutsches Haus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Annette Hess

Große Geschichten, nicht nur für das Fernsehen: Annette Hess ist in Deutschland vor allem für ihre Arbeit als Drehbuchautorin bekannt. Als solche machte sie sich einen Namen mit großen erfolgreichen Produktionen wie „Weissensee“ und „Ku’damm 56“. Für die zweite Staffel von „Weissensee“ wurde Hess von der Autorenstiftung Frankfurt 2011 mit dem Preis der Autoren ausgezeichnet. Diese Ehrung ist jedoch nur eine von vielen; Hess wurde unter anderem bereits mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und mehrmals für den Grimme-Preis nominiert. Ihr Handwerk lernte sie an der Universität der Künste Berlin, wo sie in den Jahren von 1994 bis 1998 studierte. Ihre Abschlussarbeit, das Drehbuch „Was nützt die Liebe in Gedanken“ wurde von Achim von Borries in einem gleichnamigen Kinofilm umgesetzt. Im Jahr 2018 erschien zudem ihr Romandebüt „Deutsches Haus“, dessen Handlung um den ersten Ausschwitz-Prozess zwischen 1963 und 1965 kreist. Hess lebt heute in Dörpe, im Weserbergland, gemeinsam mit ihrer Familie.

Alle Bücher von Annette Hess

Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783548061177)

Deutsches Haus

 (190)
Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Die Schöllacks (ISBN: 9783550050251)

Die Schöllacks

 (0)
Erscheint am 29.03.2021
Cover des Buches Deutsches Haus (ISBN: 9783869092577)

Deutsches Haus

 (28)
Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Die Schöllacks (ISBN: 9783957132239)

Die Schöllacks

 (0)
Erscheint am 29.03.2021

Neue Rezensionen zu Annette Hess

Neu

Rezension zu "Deutsches Haus" von Annette Hess

Lebendige Geschichte im Doppelsinn
HeikeEvavor 3 Monaten

Die sehr konservative, leicht altmodische Melodie dieses Romans ist zunächst für mich gewöhnungsbedürftig.  Doch schnell formen sich Sprache, Erzählung, Figuren zu einer beispielhaften Darstellung deutscher Nachkriegsgeschichte. Ein ganzes Volk, sich sehnend nach Frieden und Wohlstand, duckt sich vor der Aufarbeitung seiner Geschichte in der Frage nach Schuld und Mitschuld. Ja, es gibt sie, die Gnade der späten Geburt. Richtig schwere Kost, die aber in sehr zugänglicherForm serviert wird. Durch die persönliche Geschichte Evas, einer jungen Übersetzerin. Sie wird gebeten,  einem Prozess beizuwohnen, in dem die Schuld vermeintlich braver Deutscher an in Konzentrationslagern begangenen Gräueltaten verhandelt wird. Ihr familiäres Umfeld lässt nichts unversucht, um sie von ihrem Engagement in dieser Sache abzuhalten. Bald ahnt sie, dass hinter der Spießerfassade mehr steckt als das stumpfe Verdrängen der bitteren Vergangenheit. Vielleicht gerade deshalb sollte dieses Buch Pflichtlektüre, nicht nur in jeder Oberstufe, sein! 

Mehr auf www.angutentagen.de

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Rezension zu "Deutsches Haus" von Annette Hess

Ein wichtiges Thema über Schuld, Verdrängung und Bewältung aus der Nazizeit
simone_richtervor 4 Monaten

Annette Hess kennen wir als Drehbuchautorin von Serien, wie „Weissensee“ und „Kudamm 56“.  Nun hat sie diesen Roman nachgelegt. In diesem übersetzt die junge Eva Bruns im ersten Frankfurter Auschwitzprozess polnische Zeugenaussagen. Dabei setzt sie sich mit der Schuldfrage des Landes und auch mit ihrer eigenen Familie auseinander.

Diese Vergangenheitsbewältigung ist dann auch sehr gelungen. Mich hat es emotional mitgenommen. Dieser Mief aus dem Anfang der Sechzigerjahre mit traditionellen Rollenverständnis und Evas Familie mit dem Gasthof „Deutsches Haus“, ihrer Schwester Annegret auf einer Station für Neugeborene, wo es rätselhafte lebensgefährliche Infektionen gibt und Jürgen, mit dem Eva liiert ist, ganz sittentreu ohne Sex vor der Ehe, der einen an Demenz erkrankten früheren Kommunisten als Vater hat, den die Nazis gefoltert haben und es zu einem Versandhausimperium als Millionär gebracht hat. Alle wollen redlich ihren Alltag meistern und scheitern doch an ihrem Spießertum.

 In fantastischem Zeitkolorit und Atmosphäre wird das alles erfasst und man erkennt mit welchen Konventionen und Gesetzen das eigenständige Leben daran scheitert. Dabei zeigt sich Eva als ernste, beflissene junge Frau auf dem Weg der Emanzipation. Außerdem heißt es, Verdrängen hilft nicht, um später ein heiles Seelenleben zu haben.

Das Hörbuch hat mich in einen Sog gezogen und die Geschichte ist gerade wieder wichtiger als sonst gegen das Vergessen und dem wieder aufkeimenden Antisemitismus und Fremdenhass.  

Kommentare: 3
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Rezension zu "Deutsches Haus" von Annette Hess

Wenn ich die Augen zu mache, sieht mich keiner mehr ...
engineerwifevor 7 Monaten

Mit ihrem Roman „Deutsches Haus“, der sicher nicht nur den Namen des Gasthauses von Evas Familie beschreibt, sondern auch für das Deutschsein im Allgemeinen steht, hat die Autorin Annette Hess punktgenau auf einen empfindlichen Nerv getroffen. Sie zeichnet mit Eva, ihrer Familie und ihrem gesamten Umfeld im Deutschland vor über fünfzig Jahren ein passendes Porträt der damaligen Zeit Sie wählt die Sprache der Sechzigerjahre – im Hörbuch übrigens hervorragend umgesetzt von Eva Meckbach - und schafft damit eine beklemmende Authentizität, eine Atmosphäre des Verdrängens, Vergessens, des Weitermachens vor allem der Verleugnung. Auch die Protagonistin Eva, jüngste Tochter Herrn und Frau Bruhns droht mit diesem Strudel in eine Lethargie hinabgerissen zu werden. Da eröffnet sich ihr die Möglichkeit, an einem Ausschwitz Prozess als Dolmetscherin zu fungieren. Jürgen, ihr Verlobter - Sohn und Erbe eines großen Versandhandelshauses - sowie ihre Eltern geben sich wenig begeistert. „Kind, lass doch die alten Geschichten ruhen. Das bringt doch nichts …“ Diesen, und viele ähnliche Kommentare muss sie sich von ihren Eltern, Jürgen und ihren zukünftigen Schwiegereltern anhören. „Aus mir kriegt hier nichts raus!“. Diese Worte spuckt der Schwiegervater ihr ins Gesicht. Doch Eva gibt nicht auf. Leise und bedächtig macht sie weiter und macht eine Entdeckung, die sie in ihren Grundwerten erschüttern lässt …


Wie ein kleiner Sog hat mich dieses Hörbuch in den Bann gezogen. Es ist eine Geschichte gegen das Vergessen, die auch heute noch aktuell ist wie nie. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung. „Deutsches Haus“ ist für mich mein persönliches Hörbuch Highlight des Monats!

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Annette Hess wurde am 18. Januar 1967 in Hannover (Deutschland) geboren.

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