Annette Mingels Tontauben

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Inhaltsangabe zu „Tontauben“ von Annette Mingels

Eine Insel in der Nordsee. Hier leben Anne und David mit zwei Kindern. Eines Nachts kommt ihre vierzehnjährige Tochter ums Leben. Yola war auf dem Fahrrad unterwegs, als sie angefahren wurde. Vom Täter gibt es keine Spur. Die Ehe der Eltern droht an der Trauer zu zerbrechen, die Mutter flüchtet sich in ein Verhältnis mit ihrem Psychologen. Zeitgleich findet eine Tagung auf der Insel statt. Dort lernen Esther und Frank sich kennen, beide sind verheiratet. Aus anfänglicher Skepsis entwickelt sich eine Affäre. Als es Zeit wäre, heimzufahren, bleiben sie: hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen und der Faszination für ihre neue Leidenschaft. An ihrem letzten Abend auf der Insel kommt es zum Streit. ›Tontauben‹ erkundet sprachmächtig und treffend die Tiefe menschlicher Beziehungen in Schmerz und Leidenschaft.

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  • Rezension zu "Tontauben" von Annette Mingels

    Tontauben

    Ailis

    19. March 2011 um 13:01

    Auf dem Klappentext dieses Buches wird die FAZ zitiert, die Annette Mingels Stil als "virtuose Lakonie" bezeichnet. Was soll ich sagen? Lakonisch! Ja. Virtuos? Nein. Für mich zeichnet sich dieses Buch durch eine mir unerklärliche Kälte und Emotionslosigkeit aus. "Tontauben" ist nicht der erste Roman zum Thema Verlust und Trauer, den ich lese, aber noch nie wurde dieses Thema so gleichgültig angegangen. Nichts wirkt darin echt, es fühlt sich falsch an und nicht authentisch. Gefühle wie Hass, Wut, Hoffnungslosigkeit werden in einem einzigen Satz gestreift, das reicht mir nicht. In "Tontauben" erzählt Annette Mingels zwei Geschichten, die sich am Ende verbinden lassen. Die erste Geschichte, die mit "Danach" betitelt ist, handelt von Anne und David, die vor einem Jahr ihre jüngste Tochter Yola verloren haben, die Opfer eines Unfalls wurde, bei dem der Täter Fahrerflucht begann. Und obwohl Anne ihren David liebt, beginnt sie eine Affäre mit ihrem Therapeuten / Berufsberater Tristan, der angeblich nichts von Annes Verlust weiß. Angeblich sage ich deshalb, weil sie auf einer kleinen Insel in der Nordsee leben und Tristans Tochter mit einer von Annes Töchtern zur Schule ging - klar weiß er es! Am Ende gesteht er Anne auch, dass er es weiß, aber für mich war ab dem Punkt, an dem Anne meint, Tristan könne nichts wissen, schon jegliche Glaubwürdigkeit verloren - das ist zu absurd. Die zweite Geschichte, die mit "Davor" betitelt ist, erzählt von der kleinen Affäre zwischen Esther und Frank, die sich auf einer Tagung auf einer kleinen Nordseeinsel kennenlernen. Ja, genau, wieder eine Insel in der Nordsee und dank der Benennung der Kapitel mit "Danach" und "Davor" ein eindeutiges Nachtigall, ick hör dir trapsen. Somit kann sich ein jeder schon denken, wie dieses Buch endet, wobei man das im Grunde auch schon nach der Lektüre des Klappentextes deutlich erahnen kann. Inhaltlich wusste dieser Roman mich also nicht zu überzeugen, wie sieht es also sprachlich und stilistisch aus? Was mich enorm störte, war die fehlende Kennzeichnung der wörtlichen Rede. Das machte es sehr anstrengend zu lesen und der Grund für diese fehlenden Anführungszeichen will sich mir auch nicht erschließen. Als Stilmittel? Dann wurde mir der Zweck eindeutig nicht deutlich. Was ich als Stilmittel jedoch geschickt fand, war der unterschiedliche Schreibstil in den beiden Kapiteln. "Danach" erscheint mir kurzatmiger, alles wirkt gehetzter. Als wüssten die Protagonisten um die Möglichkeit eines plötzlichen und unerwarteten Endes und müssten daher jeden Gedanken so schnell wie möglich aussprechen. "Davor" ist beschreibender, die Sätze sind länger, alles wirkt fließender, als sei die Welt noch in Ordnung. Insgesamt hat dieses Buch mich jedoch enttäuscht und hinterlässt einen faden Nachgeschmack.

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  • Rezension zu "Tontauben" von Annette Mingels

    Tontauben

    Heike110566

    06. February 2011 um 18:09

    Eine Insel in der Nordsee. Die Geschwister Karen und Yola besuchen eine Party. Nachts steht Karen plötzlich am Bett ihrer Eltern und berichtet, dass ihre jüngere Schwester noch immer nicht zuhause ist. Sie sei, so habe Karen beobachtet, mit einem Fahrrad in die Nacht gefahren. Es regnete. Die Eltern gehen sofort auf die Suche, finden aber in der Nacht das Mädchen nicht. Dann fährt morgens Karen mit dem Rad los. Und tatsächlich findet sie ihre Schwester. Sie ist tot. So wie dieses Buch beginnt, könnte es eigentlich ein Krimi sein. Aber "Tontauben" hat mit einem Kriminalroman absolut nichts zu tun. Der Roman, 2010 erschienen, ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil trägt den Titel "Danach". Dieser Teil beginnt ein Jahr und zwei Tage nach dem Tod des Mädchens. Die Todesursache war ein Verkehrsunfall, der Täter konnte nicht ermittelt werden. Anne und David, die Eltern von Karen und Yola, haben sich scheinbar inzwischen mit dem Leben danach arrangiert. Sie haben den Tod ausgeblendet, weichen dem Beschäftigen mit jener Nacht aus. Aber innerlich zehrt es natürlich in allen drei Familienangehörigen. Dieser erste Romanteil zeichnet das Bewältigen des Weiterlebens nach. Wie klarkommen damit? - Anne kündigt ihren Job und fängt berufsmäßig etwas ganz neues an. Und auf ihren Weg in das neue Leben begegnet ihr Tristan, Berufsberater und Therapeut, in dem sie sich verliebt. Sie verschweigt ihm aber den Tod der Tochter, will nicht bemitleidet, sondern geliebt werden, weil sie sie ist. Karen lebt inzwischen in Amsterdam, wo sie Musik studiert. Zu David wird ihr Verhältnis immer kühler. Er lebt für seinen Job. Aber auch zu Tristan bleibt immer eine Distanz. Sie fühlt sich zwischen den Stühlen. Wie soll es weitergehen? Der zweite Teil ist mit "Davor" überschrieben und ist eine vom ersten Teil völlig unabhängige Geschichte. Personen aus der ersten Geschichte tauchen in der zweiten nicht auf. Auf der Insel findet ein Mediavistik-Seminar statt, bei dem Teilnehmer aus mehreren Ländern anwesend sind. Auch Frank und Esther nehmen an dieser Veranstaltung teil. Beide sind verheiratet, glücklich verheiratet. Dennoch beginnen sie eine Affaire. Esther beginnt sogar stärkere Gefühle für den Mann zu entwickeln. Er allerdings ist vor allem auf das Eine aus. Nach Ende des Seminars bleiben sie gemeinsam noch einige Tage auf der Insel, um sich zu vergnügen. Je länger man aber gemeinsam Zeit miteinander verbringt, desto mehr erkennen sie den Charakter des jeweils anderen, sind gar nicht mehr so begeistert voneinander. Am letzten Abend kommt es, nach einem Restaurantbesuch, zum Streit zwischen den beiden, der auch weitergeht, als sie im Regen zurück zum Hotel fahren. Frank ist angetrunken und gereizt. Plötzlich schlägt etwas von außen gegen den Kotflügel des Geländerwagens. Es ist Nacht. Es ist dunkel. Es regnet stark. Nichts zu sehen. Er fährt weiter. Esther, die vermutet, dass nun ein verletztes Tier am Straßenrand liegt und qualvoll leidet, bewegt Frank zur Umkehr. Sie will nachschauen. Widerwillig fährt er zurück. - Wo aber war die Stelle? Alles sieht gleich aus auf der Landstraße mitten in dieser verregneten Nacht. So sehr Esther auch sucht, sie findet nichts. Frank drängt deshalb zur Weiterfahrt. Eine direkte Schuldfrage oder gar Schuldzuweisung gibt es in diesem Roman nicht. Annette Mingels, geboren 1971, zeichnet Charaktere. Insbesondere sind es die daraus resultierenden Menschenbilder der Protagonisten, die interessant sind. Das Mosaik, das dabei entsteht, ergibt den Zusammenhang dieses Romans. Die dabei gewählte Form, die Umkehrung der Chronologie der Geschichten, macht die Faszination dieses Buches aus. Der Schreibstil ist nicht reißerisch. Vielmehr lakonisch, berichtsmäßig wird erzählt. Eine sachliche, ruhige Sprache dominiert. Auf diese Art entsteht aber gerade das besondere Fluidum des Romans.

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  • Rezension zu "Tontauben" von Annette Mingels

    Tontauben

    Clari

    26. October 2010 um 08:46

    Mitte des Lebens: Versuch einer Neubestimmung. In einer kalten Winternacht gehen die beiden Töchter von Anne und David auf eine Party. Sie leben auf einer Nordseeinsel. Karen ist 15 und Yola 13 Jahre alt. Doch als Karen in der Nacht zurückkehrt, ist sie voller Angst: Yola ist fort. Niemand hat sie gesehen oder weiß, wo sie ist. Nach vergeblicher Suche findet man sie tot in einem Waldstück. Jemand hat sie angefahren und Fahrerflucht begangen. Karen und David sind verstört, und viele Jahre später suchen sie immer noch nach einer Lösung, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Das Leben aber geht weiter, und ein paar Jahre später ist die ältere Tochter Karen zum Musikstudium nach Antwerpen gegangen. Anne unternimmt verschiedene Therapieversuche und bricht sie wieder ab. Ein Berufswechsel und eine Affäre mit ihrem Therapeuten dienen schließlich als Ventil, um mit dem traurigen Schicksal nach dem Verlust von Yola fertig zu werden. Im zweiten Teil des Romans, der mit „Davor“ betitelt ist, gehen zwei Teilnehmer eines Kongresses, der ebenfalls auf der Insel stattfindet, eine Affäre ein. Frank und Esther sind beide verheiratet und betrügen ihre Partner ganz unverfroren. Esther hinterfragt in Gedanken ihren gegenwärtigen Zustand. Ob Frank ihre Motive und Gedanken durchschaut? Zwei unsichere Menschen wagen den Versuch, aus ihrem Alltagstrott auszuscheren. Während eines Streits auf einer Autofahrt haben spüren sie einen Schlag am Auto. Dröge, karg und mit abrupt wechselnden Szenen beschreibt Annette Mingel, wie es den Paaren geht. Die Landschaft passt zur Stimmung, die den Rahmen für traurige menschliche Verluste zu bieten scheint und von vergangener Liebe und dem Gleichmaß eines Alltags handelt, der alle Neugierde und jeden Elan erstickt hat. Mit wenig aufregenden Dialogen zeigt sich eine kalte und ermüdende Stimmung, die allmählich auch den Leser erfasst. Naturbeschreibungen wie Kälte, Wind und die verlassen wirkende Landschaft verbinden sich mit dem unbefriedigenden Dasein der Protagonisten. Selbst die Liebesaffären sind von freudloser Qualität und sehen eher nach einer Notlösung für kranke Seelen aus. Sie sind kein wirklich abwechslungsreiches und aufmunterndes Abenteuer, aus dem die Protagonisten Kraft für eine Neubesinnung oder Neubestimmung ziehen könnten. Die Lektüre fasziniert nicht, und man ist versucht, sich dem Abgleiten der Gedanken zu überlassen, die man auch bei den Protagonisten beobachtet. Der Roman bleibt für mich eher ein Fragment, dem es an Tiefenschärfe mangelt. Annette Mingels ist in Köln geboren und lebt heute in New Jersey/ USA.

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