Was alles war

von Annette Mingels 
3,6 Sterne bei24 Bewertungen
Was alles war
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Positiv (14):
Anne-Sophie_Fuchss avatar

Ein leiser Roman mit einer wahnsinnigen Wucht!

Kritisch (5):
Jasmin_Garbois avatar

Ein Buch was sehr trocken ist und nicht emotional.

Alle 24 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Was alles war"

Dass sie adoptiert wurde, weiß Susa seit ihrer Kindheit. Es hat sie nie gestört – sie liebt ihre Eltern und wird von ihnen geliebt; daran ändert sich auch nichts, als sie ihre leibliche Mutter Viola kennenlernt, mit der sie nichts zu verbinden scheint. Aber dann erfährt Susa von Brüdern und verspürt eine irritierende Sehnsucht nach ihnen. Und ist der Wunsch, den biologischen Vater kennenzulernen, ein Verrat an ihrem im Sterben liegenden Adoptivvater? Als Susa sich in Henryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Ehe bringt, wird die Sache noch komplizierter. Was ist das überhaupt, eine Familie? Was begründet sie? Die Gene? Oder doch die Liebe?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328102571
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:13.08.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 06.03.2017 bei Der Hörverlag erschienen.

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    NiamhOConnors avatar
    NiamhOConnorvor 8 Monaten
    Was alles war und wie es so gekommen ist


    Susa wurde gleich nach ihrer Geburt von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben und gemeinsam mit einer ebenfalls adoptierten Schwester Maike von liebevollen Adoptiveltern großgezogen. Jetzt arbeitet sie als Meeresbiologin und hat gerade Henryk kennengelernt, einen verwitweten Universitätsprofessor mit zwei Töchtern, als sich ihre biologische Mutter Viola bei ihr meldet. Susa trifft sich zwar mit ihr, kann mit der selbstverliebten Weltenbummlerin aber wenig anfangen. Ihre Kindheit war glücklich und sie hat ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihren Eltern, daher hat sie ihre Herkunftsfamilie nie vermisst, sie freut sich aber, ihre zwei Halbbrüder kennenzulernen, die ebenfalls nicht bei Viola aufgewachsen sind.


    Wenige Jahre später ist Susa mit Henryk verheiratet und versorgt neben den beiden Mädchen Rena und Paula auch das gemeinsame Baby Leve. Zu Viola hält sie losen Kontakt und ihrem Bruder Cosmo fühlt sie sich verbunden. Als Susas Vater an Krebs stirbt, fällt es ihr sehr schwer, mit dem Verlust fertig zu werden, und der Wunsch, ihren biologischen Vater zu suchen, einen Amerikaner, der von ihrer Existenz keine Ahnung hat, wird immer stärker. Im Autorentrailer auf  YouTube erzählt Annette Mingels, was die Geschichte mit ihrem eigenen Leben zu tun hat und was für sie eine Familie ausmacht.


    Meine Meinung: Auf den ersten Seiten war es nicht einfach für mich, in den Roman hineinzufinden. Die Sprache kam mir etwas holprig vor, keine geschliffen formulierten Sätze, stattdessen ein eher notizhafter Stil. Aber schon nach kurzem war die anfängliche Skepsis verschwunden. Annette Mingels erzählt eine Geschichte, die sich auch in der Realität genau so abspielen könnte,  in Szenen, die sich jeden Tag dutzende Male genau so wiederholen, und sie findet dafür die richtigen Worte und den richtigen Rhythmus. Es gibt keine großen Dramen und überraschenden Wendungen,  nur  alltägliche Gespräche, Konflikte, Freuden und Probleme, dazwischen die eine oder andere E-Mail, in der sich Susa mit Viola oder Cosmo austauscht, ohne dass sie einander schockieren oder absichtlich verletzen wollen. Diese Unaufgeregtheit in der Erzählweise hat die Geschichte für mich umso glaubwürdiger und berührender gemacht, und manchmal musste ich das Buch weglegen und tief durchatmen. Trotzdem oder gerade deswegen wünsche ich dem Roman noch viele begeisterte Leserinnen.

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    Anne-Sophie_Fuchss avatar
    Anne-Sophie_Fuchsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein leiser Roman mit einer wahnsinnigen Wucht!
    Ein Roman mit leisen Beobachtungen - und laut genug, um jedes Herz zu wecken.

    Susa geht es gut. Sie weiß, dass sie adoptiert wurde und es stört sie kein bisschen. Sie liebt ihre Familie - die Eltern und die Schwester. Und Susa liebt irgendwie auch Henryk, der seit kurzem in ihrem Leben ist. Ihn und dessen zwei kleine Töchter.

    Dann taucht Susas leibliche Mutter auf und wirbelt was auf. Ergänzt Susas Leben um einen weiteren Faktor, eine Unbekannte, eine neue Mutter mit einer anderen Vergangenheit. Und mit neuen Brüdern für Susa und einem Liebesbrief von Susas leiblichem Vater - der nie was von seiner Tochter erfahren durfte.

    Einen richtigen Handlungsstrang gibt es nicht, aber den braucht es auch nicht. Wir begleiten Susa in ihrem Jetzt, in ihren Gedanken an ihr Gestern und ein Morgen.

    Wir sind dabei, wie sich ihre Familie verändert und wie sie die Rolle in der Neuen einnimmt. Wir sehen zu wie eine Familie wächst, an Mitgliedern und neuen Hürden. Wir sind auch dabei, als ein wichtiger Teil beginnt, Abschied zu nehmen und wir erfahren, wie verschieden Abschied schmecken kann.

    "Was alles war" ist eine Reise, die den Leser unmittelbar in den eigenen Mittelpunkt führt: ins Herz. Mit voller Wucht schmettert uns Annette Mingels lauter leise Sätze entgegen, die - jeder für sich - ein kleines Beben erzeugen.

    Fazit:

    Es gab Momente, da musste ich das Buch beiseite legen - und kurz nach Luft schnappen, wenn mir ein einziger Satz mit voller Absicht Tränen in die Augen trieb. Annette Mingels beweist die faszinierende Fähigkeit, feinste Gefühlsregungen einzufangen und sie in Worte zu fassen. Subtil, ohne Drama. Ehrlich und klar. Mit starken Bildern, die den Leser zustimmend nicken lassen. Weil es um etwas geht, das man kennt. Um die eigenen Ängste, Zweifel, Hoffnungen und Ernüchterungen. Die Kraft dieser Geschichte liegt nicht in der Handlung, sondern in allem, was unser Handeln begleitet und bedeutend macht. Ein Buch, das mir ans Herz gewachsen ist - von der ersten Seite bis zur Danksagung.


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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kalt, Distanziert und Farbloss

    Alles was war von Annette MIngels ist eine der Arten von Büchern, die von Medien und Lesern gehypt werden und auf zahlreichen angesagten Listen wiederzufinden sind, mir hat es allerdings überhaupt nicht zugesagt. Als ich den Klappentext las, fand ich es sehr interessant und spannend und wollte so schnell wie möglich anfangen zu lesen und mich dieser Geschichte völlig zuwenden. Leide, war das Buch doch nicht so gut wie erwartet. Das versprochene Geschehen rund um die Geschichte der Adoption und der Mutter die sich unverhofft meldet wird eher links liegen gelassen und dafür eine Familiengeschichte rund um unsere Protagonistin serviert. Obwohl die Geschichte in sich stimmig war, fand ich dennoch das Buch streckenweise langweilig und legte es weg um zu einem anderen Buch zu greifen. Dieses Buch konnte für mich viel zu wenig leisten und mich kaum packen. Ich ertappte mich oftmals dabei, dass ich mir Entschuldigungen aussuchte um nicht wieder zu dem Buch greifen zu müssen. Auch der Schreibstil von Annette MIngels bereitete mir große Schwierigkeiten.  Die Autorin hat eine sehr gewöhnungsbedürftige Schreibart, die mir nicht nur den Einstieg schwer machte sondern auch das ganze Buch. Lange habe ich gedacht, dass ich das Buch abbreche, habe mich doch noch ein paar weitere Seiten durchgebissen, um es dann doch endgültig aufzugeben.  Das Fehlen direkter Dialoge und die distanzierte Schreibweise sorgten dafür, dass ich keine richtige Verbindung zu den Protagonisten aufbauen konnte, aber auch, dass ein Teil der Lebendigkeit der Geschichte verloren geht. Für mich wirkte dies nicht als wäre der Schreibstil von Annette Mangels etwas besonders, sondern eher erzwungen und unnatürlich.
    Auch zu den Charakteren konnte ich keinen Draht finden. Sie sind mir über das ganze Buch hinweg fremd geblieben und konnten keine Emotionen in mir wecken. Dieses schien mir so farblos und nichts sagend, das lag zum einen am Schreibstil aber auch daran, dass ich etwas anderes erwartet hatte. Besonders die Protagonistin, Susa, war mir zu anstrengen in ihrer Art. Mal liebevoll und herzlich, mal aufgeschlossen und distanziert.Abschließend finde ich es schade, dass es so gekommen ist. Ich hatte mir mehr und vor allem etwas anderes von diesem Buch versprochen. Aber ich ermuntere euch, euch ein eigenes Bild davon zu machen, denn obwohl das Buch nichts für mich gewesen ist, kann es genau das passende für euch sein.

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    Eva-Maria_Obermanns avatar
    Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr
    Wichtiges Buch

    Susa lernt als Erwachsene ihre leibliche Mutter Viola kennen. Sie wusste, dass sie adoptiert ist und findet wenig Bezug zu dieser theatralischen Person. Sofort verbunden fühlt sie sich dagegen zu ihrem Bruder Cosmo. Doch als ihr Adoptivvater erkrankt droht die Leerstelle um den fehlenden leiblichen Elternteil Susa zu erdrücken. Sie, die selbst Stiefmutter ist und gerade ein leibliches Kind bekommen hat. Wer ist sie eigentlich und zu was ist sie fähig?

    Susa ist auf den ersten Blick ein einfacher Charakter. Stimmig, mit beiden Füßen auf dem Boden, nicht stürmisch, sondern Wissenschaftlerin. Ganz anders als ihre quirlige Mutter, die jede Verantwortung, jede feste Bindung immer wieder im Keim erstickt hat. Doch sie wankt leicht, diese feste Protagonistin. Bei ihrem Bruder, zu dem sie eine tiefe Verbindung spürt, bei ihrem Sohn, den sie mehr liebt, als sie es ertragen kann, bei ihrem Mann, hinter dem sie nicht zurückbleiben will. Im Grunde ist sie gefangen in der Zwickmühle jeder berufstätigen Mutter. Bin ich genug?

    Das wäre alles auch ohne fehlenden Vater Grund für einen Zusammenbruch. Susa droht am Alltag zu zerschellen, an den Vorstellungen, die sie von sich und ihrem Leben hat. Vor allem aber am Leben selbst, das immer wieder erstaunt und erschreckt. Verlust und Angst vor Verlust liegen direkt neben dem euphorischen Gefühl des Glücks. Im Grunde ist es diese Lebenspanik, die Susas Krise auslöst. Objekt der Selbstsuche wird der Vater.

    Was alles war beleuchtet eindringlich die Frage, wie Herkunft, Elternschaft und Identität zu bewerten sind. Wie sie in komplexen Verbindungen miteinander russisches Roulette spielen. Und obwohl Susa ihren Vater sucht, ist es ihre Mutter, vor der sie wegläuft. Alles, was Viola für Susa symbolisiert schleicht sich immer wieder an sie heran. Ist sie dieser Frau wirklich so unähnlich? Regelrecht komponiert ist diese Identitätskrise, die als Metapher für das sein kann, was jeder Frau entgegengestellt wird. Zwei Extreme, die es zu erfüllen gilt und die mit der ruhigen Adoptivmutter ihren zweiten Pol bekommen.

    Vielleicht wird unter diesem Gesichtspunkt auch der Titel programmatisch. Was alles war beeinflusst immer, was ist und darf doch kein Grund sein, den eigenen Weg zu finden. Über Jahre folgt der Roman Susa dabei, eine Familie aufzubauen und sich selbst immer wieder von dieser Figur zu entfremden, die sie am Anfang war. Identität ist nichts Festes, sie verändert sich. Diese Veränderung löst die Krise aus, denn Susas neues Ich wird ihr so fremd, dass der Roman zwischenzeitlich von der Ich-Erzählerin auf eine personale Form wechselt.

    In Was alles war geht es nicht um die Frage, was Familie ist und wie wir sie leben, sondern auch um die Rolle der Mutter darin, der Frau in einem Leben mit Mann, Kindern, Eltern und Beruf. Und das geht der Roman schonungslos und ehrlich an, voller Selbstlügen und Ängsten, dass Koppschütteln und trauriges Nicken ineinander übergehen. Ein so wichtiges Buch, in dem mehr schlummert, als der erste Blick verrät.

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    Marie1971s avatar
    Marie1971vor einem Jahr
    Familienbande

    Susa lernt erst kurz, nachdem sie den verwitweten Henryk mit seinen beiden Kindern zum ersten Mal trifft, ihre eigene leibliche Mutter Viola kennen. Langsam nähert sie sich dieser an und muss feststellen, dass sie so gar nicht ihren Vorstellungen entspricht. Susa heiratet Henryk und neben den seinen beiden Töchtern vergrössert sich die Familie mit einem gemeinsamen Sohn. Die ersten Annäherungsversuche zu ihrer eigenen Mutter laufen somit parallel mit dem "Konstrukt" ihrer Familie einher. Und vertiefen somit die das Empfinden bei Susa, welche überaus starke Bindung Mutter und Kind haben können. Oder eben auch nicht wie im Fall von Viola. Annette Mingels hat Susa´s Geschichte aus der Erzählperspektive heraus aufgeschrieben. Das Fehlen direkter Dialoge wirkt am Anfang befremdend, da somit ein Teil der Lebendigkeit der Geschichte verlorengeht. Der Schreibstil ist demzufolge weniger fliessend. Man fühlt sich als Beobachter in Susa´s Leben und wird Schritt für Schritt an die Komplexität ihrer Familienbande herangeführt. Hiermit setzt die Autorin den Fokus auf das Emotionale und nicht auf den direkten Austausch zwischen den einzelnen Protagonisten. Diese wirken sehr authentisch durch die ehrliche Darstellung ihrer Lebenseinstellung und Charaktere. Das Zusammenleben wirft viele Konflikte auf und manchmal kommt es einem vor, als stünde Susa kurz vor dem Scheitern. Aber immer wieder lernt sie, das Leben so zu nehmen wie es ist und sich schlussendlich auf das Wesentliche zu konzentrieren : die Liebe von den Menschen die ihr nahe sind, ob blutsverwandt oder nicht. Ein lesenswertes Buch wenn auch der Schreibstil etwas eigensinnig ist und der Geschichte somit eher einen, für mich, nicht unbedingt lebensbejahenden Unterton gibt.

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    19angelika63s avatar
    19angelika63vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich fand die Geschichte sehr anstrengend, da sie hin und her springt, keinen Zusammenhang hat und man sich vieles erdenken muss ...
    Was alles war oder auch nicht oder so ...

    Klappentext
    Dass sie adoptiert wurde, weiß Susa seit ihrer Kindheit. Es hat sie nie gestört - sie liebt ihre Eltern und wird von ihnen geliebt. Daran ändert sich auch nichts, als sie ihre leibliche Mutter kennenlernt, mit der sie nichts zu verbinden scheint. Und doch ... Susa erfährt von Brüdern und verspürt eine irritierende Sehnsucht nach ihnen. Und ist der Wunsch, den biologischen Vater kennenzulernen, ein Verrat an ihrem im Sterben liegenden Adoptivvater? Als Susa sich in Hendryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Ehe bringt, wird die Sache noch komplizierter. Was ist das überhaupt, eine Familie? Was begründet sie? Die Gene? Die Liebe?



    "Sie sind großartig, sie sind loyal, sie machen mich manchmal verrückt, sagte ich, aber das gehört dazu, sie lieben mich, das ist vielleicht das Wichtigste, ich hatte nie den Eindruck, dass ich nicht ihr leibliches Kind bin." (Seite 43)

    Anfangen, Lieben, Verlieren, Weitermachen, Finden heißen die fünf Kapitel in diesem Buch.

    In "Anfangen" erfahre ich etwas über Susa und ihr Leben. Sie ist eine junge Frau, Selbstbewusst und steht mit beiden Beinen in Leben. Das sie als Kind adoptiert wurde störte sie nicht und war/ ist für sie vollkommen in Ordnung. Doch eines Tages gerät diese Sichtweise ein wenig ins Wanken. Nämlich an dem Tag, an dem ein Brief ihrer Mutter Viola ins Haus flattert, in dem sie Susa um ein Treffen bittet. . Susa ist hin und hergerissen und trifft ihre Mutter.

    Im zweiten Teil "Lieben" trifft Susa Hendryk, Vater zweier Kinder und Witwer. Die beiden verlieben sich ineinander. Die Kinder von Hendryk mögen Susa, dennoch gibt es hier und da Probleme. Henry und Susa heiraten. 

    "Verlieren" erzählt über den Verlust von Susas  Adoptivvater, der an Krebs stirbt. Dieser Abschnitte zeichnet die Zeit kurz vor dem Tod und eine kurze Zeit danach auf.

    Nach dem Tod des Vaters heißt es "Weitermachen". Susa ist an einem Punkt im Leben angelangt, an dem sie ihr bisheriges Leben hinterfragt. Auch die Ehe mit Hendryk scheint an einem Wendepunkt.

    Und dann kommt schließlich noch "Finden". Hier sucht Susa unter anderem ihren leiblichen Vater und den weiteren Weg in ihrem Leben.

    "Dass das alles von außen so nichtssagend und bedeutungsleer aussieht, muss ja nicht bedeute, dass es sich von innen auch so dumpf und besinnungslos anfühlt." (Seite 110)

    Puh ... dies ist wieder eines dieser Bücher, das in den Medien und unter Lesern gehypt wird. Es steht unter anderem auf der SWR Bestenliste für den Monat Juni. Irgendwie traue ich mich gar nicht etwas negatives zu schreiben. Doch ich wäre nicht ich, wenn ich mich hier verbiegen würde und nicht das schreibe, was ich denke.

    Zuerst einmal hat mich das Cover und der Klappentext sehr angesprochen. Familie ... was sie ist, sein kann und all das Drumherum finde ich ein spannendes Thema. 
    Zuerst einmal zu den Charakteren in diesem Buch .... sie alle sind mir fremd geblieben. Mit keinem einzigen Charakter konnte ich warm werden. Alle sind so farblos und nichtssagend, konnten keine Emotionen in mir wecken. Einzig Viola, die leibliche Mutter von Susa, hat mich mit ihrer Art das Leben zu betrachten, ein wenig auf die Palme gebracht.

    Stil und Sprache haben mir dann den Rest gegeben. Eigentlich mag ich Bandwurmsätze. Annette Mingels verwendet davon viele ... seeeeehr viele. Soweit so gut oder auch nicht, denn diese Sätze können sowohl plötzlich "wörtliche Rede" haben (die nicht als solches gekennzeichnet ist) und in der Zeit springen. Das hat mich echt kirre gemacht. Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, um zu verstehen was Mingels von mir will bzw. mir sagen will. Das hat das Buch/ die Geschichte mega anstrengend gemacht.

    Schade! Sehr schade!!!  Ich hatte mir mehr von diesem Buch versprochen. Aber bitte macht Euch euer eigenes Bild davon, denn das ist nur meine Meinung.


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    Disturbiasarahvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich habe mehr erwartet
    Ich habe mehr erwartet

    Informationen: 

    Verlag: Albrecht Knaus

    Erscheinungsjahr: 3/2017

    Seiten: 288

    Preis: 19,99€

    Inhalt:

    Für ihre Eltern war Susa das lange ersehnte Kind, es fehlte ihr an nichts. Dass sie adoptiert wurde, hat sie nie gestört. Als erwachsene Frau verspürt sie zwar eine leichte Neugier auf die leibliche Mutter, aber als sie Viola kennenlernt, ist diese für sie eine Fremde. Doch das Treffen setzt mehr in Bewegung als vermutet. Die Frage, was Familie eigentlich ausmacht, erhält für Susa eine neue Bedeutung, auch, weil sie sich in Henryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Beziehung bringt. 

    Meine Meinung: 

     Der Klappentext fand ich sehr interessant und spannend. Ich wollte so schnell wie möglich mit diesem Buch anfangen und zu ende lesen. Leider war das Buch am Ende noch nicht so gut wie erwartet. 

    Am Anfang gibt es einen wunderschönen Brief, der mich aber auf die falsche Fährte geführt hat. Ich dachte ich bekomme eine emotionale Geschichte, aber dies war nicht der Fall. 

    Der Schreibstil ist sehr distanziert , dadurch habe ich bis zum Schluss keine richtige Verbindung zu Susa und Co bekommen. Außerdem gibt es in diesem Buch keine Wörtlich rede was ich sehr schade fand. Leider wusste ich nie was Susa sagt oder empfindet. 

    Insgesamt konnte mir die Autorin die Geschichte bis zum Ende nicht näher bringen. Das Thema war gut gewählt, aber schlecht umgesetzt.

     

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    twentytwos avatar
    twentytwovor einem Jahr
    Was alles war

    Susa und Maike, die durch ihre Adoption zu Schwestern geworden sind, verleben eine unbeschwerte und umsorgte Kindheit. Sie lieben ihre Eltern über alles, und auch als beide längst erwachsen sind bleiben sie miteinander in engem Kontakt und kümmern sich um die mittlerweile betagten Eltern. Als Susas leibliche Mutter, die sie nie kennengelernt hat, sich unverhofft bei ihr meldet, weiß sie zunächst nicht wie sie darauf reagieren soll. Nach einigem Zögern ist sie, wenn auch mit gemischten Gefühlen, zu einem Treffen bereit. Trotz der relativ emotionslos gebliebenen Begegnung, beginnt für Susa danach eine Zeit der inneren Auseinandersetzung mit Reflexionen zu Familienmodellen und Elternliebe, Seelen- und Wahlverwandtschaften. Als Susa schwanger wird, beginnt ihr langsam alles über den Kopf zu wachsen und sie beginnt zu begreifen, dass sie sich endlich entscheiden muss.

    Fazit
    Eine ungewöhnliche Familien- und Selbstfindungsgeschichte, die viele Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt.

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    schlumelines avatar
    schlumelinevor einem Jahr
    Kurzmeinung: „Was alles war“ lässt den Leser ganz nah an Susa und ihre Probleme heran und schafft es doch Distanz zu dieser Protagonistin zu halten.
    Was alles war

    Susa ist eine erwachsene junge Frau. Sie ist Wissenschaftlerin. Meeresbiologin um genau zu sein. Ihre Forschungen betreibt sie sehr engagiert. Susa ist in geordneten Verhältnissen aufgewachsen. Sie liebt ihre Eltern, doch sie weiß, dass sie als Baby adoptiert wurde. Dann tritt eine weitere Person in Susas Leben, ihre leibliche Mutter Viola. Bereits beim ersten Kennenlernen stellt Susa fest, dass ihre leibliche Mutter eine sehr auf sich selbst bezogene und freiheitsliebende Person ist. Sie hat insgesamt vier Kinder zur Welt gebracht und das einfach nur, weil sie es so schön fand schwanger zu sein. Die Kinder großgezogen hat sie allesamt nicht. Man merkt Susa an, dass sie zu dieser Frau emotional keine wirklich gute Verbindung aufbauen kann und doch löst die Begegnung mit der leiblichen Mutter in ihr etwas aus. Susa macht natürlich auch noch die Bekanntschaft ihrer Halbgeschwister und beginnt später nach ihrem leiblichen Vater zu suchen. Zwischendurch ist sie mit ihrem eigenen Leben ausreichend beschäftigt, denn sie verliebt sich in einen verwitweten Mann mit zwei kleinen Töchtern. Für diese ist Susa Mutterersatz und dann stellt sich auch noch eigener Nachwuchs ein.

    „Was alles war“ ist ein Blick auf das Leben und die Familie. Hier wird gezeigt wie alles sein kann, was alles geschehen kann und welche Möglichkeiten es gibt mit bestimmten Ereignissen umzugehen. Leben, Liebe, Krankheit, Tod, die Suche nach Geborgenheit und den eigenen Wurzeln, der Wunsch nach Glück und Erfolg und vieles mehr werden hier in erster Linie aus Susas Perspektive und mit Blick auf deren Leben verdeutlicht.

    Für Susa steht immer wieder die Frage im Raum was ihr wichtig ist und was Familie eigentlich für sie bedeutet. Ihre Vergangenheit zeigt hier wie vielfältig und unterschiedlich Familie und das individuelle Bild von Familie sein kann.

    Die Autorin Annette Mingels verpackt eine Problematik der heutigen Zeit geschickt in ihren Roman. Patchworkfamilien sind heute an der Tagesordnung. Die klassische Familie stirbt aus. Wie gehen die Menschen damit um? Gibt es den perfekten Weg? Das ist wohl eher nicht der Fall, sondern jeder muss sich hier seinen Weg suchen, den für ihn besten Weg.

    „Was alles war“ lässt den Leser ganz nah an Susa und ihre Probleme heran und schafft es doch Distanz zu dieser Protagonistin zu halten. Das ist der ganz besonderen Erzählart der Autorin geschuldet, an die sich mancher Leser sicher erst gewöhnen muss um dann Susa durch die Höhen und Tiefen des Lebens zu begleiten.

    Copyright © 2017 by Iris Gasper

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    Claris avatar
    Clarivor 2 Jahren
    Spurensuche

    Annette Mingels lässt ihre Heldin Susanna auf Spurensuche gehen. Mehr oder weniger wurde diese an sie herangetragen, als ihre leibliche Mutter Kontakt zu ihr aufnimmt. Denn Susa, wie sie auch genannt wird, ist ein adoptiertes Kind. Ihre leibliche Mutter, Viola, ist eine exzentrische Person, die überall in der Welt herumreist und Kontakt zu ebenso exotischen Menschen wie sie einer ist, sucht. Es gibt kaum einen Ort, an dem sie noch nicht gewesen ist. Susa ist von liebevollen Ersatzeltern adoptiert worden. Sie ist eine gestandene Wissenschaftlerin, die sich der Meeresbiologie verschrieben hat.

    Im Aufbau gekonnt und anregend geschrieben, blättert die Autorin nach und nach die Lebenssituation ihrer Heldin auf. Zu ihren Adoptiveltern hält Susa mit ihrer ebenfalls adoptierten Schwester engen Kontakt. An ihrer leiblichen Mutter oder ihrem Erzeuger zeigt sie wenig Interesse. Sie leben ja alle in so verschiedenen Welten! Doch hat es sich so ergeben, dass sie nun doch Nachforschungen über ihre biologische Herkunft betreibt.

    Susa bildet mit ihrem Mann Hendryk eine Patch- Workfamilie, da er zwei Töchter mit in die Ehe brachte. Was das für eine angeheiratete Mutter bedeutet, kann man in schönster Ausführung bei Felicitas von Lovenberg nachlesen, die bei der Hochzeit mit einem geliebten Mann gleich zwei Kinder dazu geheiratet hat. Der Titel ihres Buches lautet „Und plötzlich war ich zu sechst“. Sie entwirft überzeugend das Gebilde an Feingefühl und richtiger Umgangsform mit den beiden Kindern, bis diese sie schließlich als Frau ihres Vaters und „Stiefmutter“ voll akzeptieren.

    In der Familienforschung findet man neue Lebensformen und verändertes familiäres Verhalten. Diese sind Ergebnis einer Entwicklung, in denen Lebensmuster- und Beziehungen in sehr unterschiedlicher Weise zum Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelebt werden. Die so genannte Patch- Workfamilie ist die Lebensform, die mit dieser neuen Gestaltung von Familie einhergeht. Was also hält Familien überhaupt zusammen?

    Hier werden Wege aufgezeigt, die sicher verbindlich für viele dieser zusammen gewürfelten Familien sind. Zugehörigkeit, ein Ort der Sicherheit und gemeinsames Erleben und Wachsen hält Familien zusammen. Die Sehnsucht danach bleibt bei aller angestrebter Freiheit erhalten. Doch eigenständige Entwicklungen und ambitionierte Berufswege erfordern ein Gleichgewicht und diplomatisches Austarieren in den Beziehungen, das nicht immer gegeben ist.



    Im Roman von Annette Mingels geht es um Erwachsene, die in der Rückschau und Gegenwart ihre Überlegungen zu ihrer Vorstellung von Familie preisgeben. Verwicklungen und menschliche Irrtümer sind dem Leben immanent. Anfechtungen und Zweifel werden in schönster Manier in Mingels Roman abgehandelt. Dass die Liebe über allem steht, bleibt ihr unangefochtenes Bekenntnis am Ende ihrer Geschichte.

    Annette Mingels ist selber ein adoptiertes Kind, so dass sie für ihren Roman aus der eigenen Biographie schöpfen konnte.

    Man lebt und fühlt mit den Protagonisten und kann sich in deren Gedankenwelt hineinversetzen. Der Roman ist leicht zu lesen und man wird zum Nachdenken angeregt.
    Diese gute und nicht zu anspruchsvolle Lektüre eignet sich sehr für verregnete Sommertage oder für den Urlaub.

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