Annette Pehnt Briefe an Charley

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Inhaltsangabe zu „Briefe an Charley“ von Annette Pehnt

Charley ist weg, schon lange. Aber seine Gefährtin lässt nicht ab von ihm. Zwar hat Charley sie verlassen, aber sie verlässt ihn noch lange nicht. Immer noch ist er ihr Gegenüber, ihr Gesprächspartner, sie denkt für ihn mit, sie sammelt Fundstücke für ihn, sie liest ihm vor, schreibt ihm Geschichten und führt Listen. In ihren Briefen an ihn dreht und wendet sie die gemeinsame Zeit. Wut, Verlassenheit, Sehnsucht und Erinnerungen wechseln einander ab. So erfindet sie Charley jeden Tag neu. Und mit dem Schreiben wächst die Macht über ihren Geliebten: Die Erzählerin allein bestimmt, wer Charley war und ist. Zugleich geraten für alle Beteiligten Gewissheiten ins Rutschen: Wie war es damals wirklich? Die mit zahlreichen literarischen Preisen bedachte Erzählerin Annette Pehnt legt ihren so vielschichtigen wie virtuosen neuen Roman vor.

Anstrengend

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    Briefe an Charley
    Milagro

    Milagro

    Ich lasse mich gern auf unbekannte Geschichten ein, Bücher, die ich in die Hand nehme und deren erster Satz stimmen. So wie hier direkt nach dem vorangestellten Zitat von Roland Barthes: Das neue Jahr, schreibe ich an CHARLEY, hat dreckig angefangen. Meins, dachte ich. Seither versuchte ich mit der Geschichte zurecht zu kommen ( die Erzählerin wurde von Charley verlassen, hat eine zwischenzeitlich erwachsene Tochter, deren Vater nicht Charley ist und arbeitet diese lang zurückliegende Beziehung auf) - erfolglos. Ehrlich gesagt bin ich völlig genervt. Nicht nur von der Protagonistin, die nicht über ihren Seelenschmerz hinwegkommt, sondern auch von der Autorin, die ihr Talent für solch langatmige Gedankengänge verschleudert. Es tut sich rein gar nichts auf diesen 170 Seiten. Keine Entwicklung, nur Qual, schickt die Erzählerin ihre Briefe ab, spielt sich alles nur in ihrem Kopf ab? Am Ende schreibt sie.....Gedanken ohne dich, das könnte ein nacktes, freudloses Herumdenken werden, oder ich müsste verstummen, ...... Oh, bitte, ja.

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  • Todlangweilig und vor Selbstmitleid triefend

    Briefe an Charley
    CoffeeToGo

    CoffeeToGo

    12. January 2016 um 15:03

    Eine Frau schreibt seit Silvester täglich Briefe an Charley. Sie schickt sie jedoch nie ab. Wer ist Charley und warum kann sie nicht loslassen? Eigentlich wollte ich das Buch nicht lesen. Es ist nicht mein Genre und die Inhaltsangabe klang ziemlich langweilig. Da ich das Buch jedoch als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe, musste ich dann doch ran. Meine Befürchtungen haben sich bestätigt. Jedes Kapitel ist ein Tag - also ein Brief - an Charley. Meistens sind diese mehrere Seiten lang, aber manchmal schaffen sie es dann nicht mal eine Seite zu füllen. Die Frau schreibt allerdings nicht nur, wie sehr sie ihn vermisst, oder wie ihr Leben nun ohne ihn verläuft, sondern hat zum einen auch "Versionen von Charley" geschrieben. In diesen "Versionen" spinnt sie sich zusammen, wie Charley jetzt wohl lebt, ich fand das echt ätzend. Und zum anderen - kein bisschen besser - hat sie "schlechte Geschichten" die sie im Brief unterbringt. Was sollte das denn? Ich habe einfach nicht verstanden, warum das unbedingt untergebracht werden musste, sind zudem auch nicht wenige. Das ganze Buch über suhlt sie sich eigentlich nur in Selbstmitleid und trauert einem Mann hinterher, der sie schon vor Ewigkeiten verlassen hat. Freunde hat sie anscheinend nicht und ihre Tochter bekommt sie auch nur selten zu Gesicht. Wer will so etwas lesen? Ich jedenfalls nicht. Mich hat es nur genervt und zu Tode gelangweilt. Vielleicht habe ich aber auch die Message hinter dem Buch nicht verstanden, wer weiß.

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  • Die Sprache überzeugt – das Konzept leider nicht!

    Briefe an Charley
    books-in-my-world

    books-in-my-world

    18. November 2015 um 13:48

    „Und wenn andere Frauen ihm ins Auge fallen, schaut er einfach an ihnen vorbei, ohne dass sie es merken, er lässt seinen Blick verschwimmen, bis sie unscharf werden und zu dem werden, was sie sind: nicht seine Frau.“ (S.101) Meinen Eindruck zu diesem Briefroman – es ist mir nicht ganz klar, ob man ihn überhaupt als solchen bezeichnen kann, da klassische Bestandteile wie Anrede und Grußformel fehlen – in Worte zu fassen, fällt mir unheimlich schwer. Grund dafür sind meine zwiespältigen Gefühle beim Lesen. Gerade zu Beginn war ich oft versucht, das Buch abzubrechen, weil ich keinen Zugang zur Geschichte fand, doch plötzlich hatte ich mich in die Sprache der Autorin verliebt und wollte am liebsten auf jeder Seite mindestens ein Zitat markieren. Dennoch hat mich das Gesamtkonzept von „Briefe an Charley“ nicht überzeugt. Eine Frau mittleren Alters schreibt täglich (die Kapitel sind mit fortlaufendem Datum überschrieben) Briefe unterschiedlicher Länge an Charley, der diese jedoch nie bekommt, weil sie sie nicht abschickt. Den meisten Briefen vorangestellt werden Zitate aus Roland Barthes‘ Klassiker „Fragmente einer Sprache der Liebe“ von 1977, die Gedanken rund um das Schreiben und die Liebe umfassen. In den Briefen beschreibt sie Alltagssituationen, wie es zur Trennung von Charley kam und reflektiert zu einem großen Teil auch über das Briefeschreiben an sich. Dieses Grundgerüst des Romans empfand ich generell als ansprechend, wenn da nicht die Unterbrechungen durch „schlechte Geschichten“ und „Versionen über Charley“ wären. Während letzteres noch einigermaßen Unterhaltungswert bot, indem die Autorin der Briefe sich ausmalt wie Charley jetzt wohl lebt, hat sich mir der Sinn von den „schlechten Geschichten“, die genau als solche überschrieben sind, überhaupt nicht erschlossen. Wie in der Überschrift und eingangs schon angedeutet, haben mich die Ausdrucksweise und der ungewöhnliche Sprachstil der Autorin hingegen sehr angesprochen. Auch wenn ihre teilweise unvollständigen Sätze am Anfang etwas befremdlich wirken, gewöhnt man sich schnell an dieses außergewöhnliche Stilmittel. Vor allem haben es mir Annette Pehnts Gedanken über die Liebe und Beziehungen im Allgemeinen angetan. Sie trifft den Nagel mit ihren Überlegungen nicht nur einmal auf den Kopf (siehe Zitat oben). Woran ich mich aber beim Lesen nicht gewöhnen konnte, war die Verwendung von Großbuchstaben jedes Mal wenn der Name Charley auftauchte. Das störte meinen Lesefluss ungemein und der Sinn dahinter erschließt sich mir auch nicht. Das Ende von „Briefe an Charley“ hat mir gut gefallen: Es ist ein befriedigender Abschluss, der zudem für mich nicht vorhersehbar war. Mein Fazit: Annette Pehnt ist definitiv eine Schriftstellerin vor der man aufgrund ihrer unvergleichlichen Ausdrucksweise den Hut ziehen muss. Das Konzept von „Briefe an Charley“ konnte mich allerdings aus verschiedenen Gründen nicht überzeugen, weshalb ich dieses Buch vor allem Lesern, die einen leichten Liebes-Brief-Roman erwarten, nicht empfehlen kann. Wer allerdings auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Briefroman ist, der von den üblichen Mustern abweicht und durch eine kluge Sprache überzeugt, sollte es mit „Briefe an Charley“ versuchen.

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