Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern

von Annette Pehnt 
4,4 Sterne bei10 Bewertungen
Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern
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Inhaltsangabe zu "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern"

Da ist die vermeintlich glückliche junge Frau, die von der Feststellung einer alten Chinesin verblüfft wird: »Ihre Schönheit schlummert in Ihrem Gesicht. Sie haben nur vergessen, wo sie ist.« Da ist die verzweifelt fantasievolle Zugbegleiterin, die sich wünscht, neben ihren Reisenden einzuschlafen. Oder die Verzagtheit zweier Kinder, deren Mutter eines Tages einfach ins Krankenhaus verschwindet. Ob alles wieder gut wird? Ob sie wieder zu sich zurück finden? – Trauer, Liebe, Schmerz und Nähe: Tiefenscharf und mit großer Empathie leuchtet Annette Pehnt unseren Alltag aus und entdeckt den Ausnahmezustand im Normalen. Jede ihrer Erzählungen sucht Worte für unsere Sprachlosigkeit und erzählt von den Momenten unseres Lebens, die uns zu Menschen machen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492053747
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:185 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:22.02.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    Augenblicke

    Ein Grund, warum ich mich häufig gegen Kurzgeschichten entscheide ist, dass man viel zu kurz bei den Personen verweilt und meiner Meinung nach zu wenig erfährt. Doch in diesem Fall sind es wirklich Momentaufnahmen, die berühren, teils durch die Alltäglichkeit, teils durch die Schicksalsschläge. Die Umwelt der Personen wird je nach Gewichtung unterschiedlich prägnant geschildert, aber egal wen es betrifft, man kann die Personen sehen, sich imaginär neben sie setzen und mitfühlen.

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    Claris avatar
    Clarivor 7 Jahren
    Rezension zu "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern" von Annette Pehnt

    Geschichten aus dem Alltagsleben.

    Annette Pehnt ist eine Meisterin in der feinen Beobachtung dessen, was Menschen bewegt und umtreibt.
    Das hat sie schon in ihren früheren Romanen bewiesen. In dem Roman „ Ich muss los“ folgt sie den Spuren eines Sonderlings, und in dem Roman „Mobbing“ konnte man die Zerstörung persönlichen Glücks erleben.

    Auch in ihren neuesten Erzählungen geht es wieder um die kleinen Erlebnisse des Alltags. In der „Zugbegleiterin“ etwa gibt es Streiflichter über Reisende und ihre Gewohnheiten; im schwarzen Stein erleben wir die Trauer zweier Geschwister um den Tod der Mutter. Mit den beobachteten Kleinigkeiten zeigt uns die Autorin bei dieser Gelegenheit, wie der Alltag auch das Sterben begleitet. Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, Verrichtungen, die erledigt werden müssen und der Krankenhausalltag, in dem einem lakonisch die letzten Besitztümer der Sterbenden oder Toten übergeben werden. Damit werden die Gefühle überlagert und überdecken den Schmerz.

    In einer weiteren Geschichte geht es um die Welt von Behinderter: skurril und nachsichtig erlebt die Autoren die Sonderbarkeiten, mit denen sich Behinderte ein wenig Glück herbeizaubern wollen. Oft scheitert dieses herbeigesehnte Glück an der Unnachgiebigkeit der Betreuer. Wie gut kann sich Annette Pehnt in ihre Figuren hineindenken und ihnen eine Stimme geben! Die kleine Untreue des vernachlässigten Ehemannes wird genauso thematisiert wie so viele Begebenheiten aus dem ganz gewöhnlichen Alltag der einfachen Leute. Annette Pehnt hat den durchdringenden und klugen Blick und besitzt die Fertigkeit der Sprache, allen Ereignissen eine Stimme zu geben. Auch als eBook ist das Buch zu empfehlen!

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    leserins avatar
    leserinvor 8 Jahren
    Rezension zu "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern" von Annette Pehnt

    Das Buch beinhaltet interessante Kurzgeschichten einmal anders.
    In klarer Sprache werden werden oftmals schwierigere Themen wie Behinderung, Krankheit, Liebe, Schönheit behandelt.
    So geht es z.B. um behinderte Kinder in einem Heim, um Schönheit die erkannt werden darf, um eine nach Liebe suchende Zugbegleiterin, um eine kranke Mutter usw.
    Ohne Verschnörkelungen wurde von der Autorin das geschrieben was Sache ist.

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    dzaushangs avatar
    dzaushangvor 8 Jahren
    Rezension zu "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern" von Annette Pehnt

    „Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen dass muss gar nicht lange dauern“ - denkt die Zugbegleiterin, aus der ersten von sechs Erzählungen aus dem gleichnamigen Buch von Annette Pehnt, fast liebevoll von ihren Kunden während ihres Kontrollgangs durch ihren Zug. Auch sonst berührt diese erste Erzählung den Leser, vielleicht ja auch den ein oder anderen sonst über die Bahn eher genervten und verärgerten Kunden, mit Innenansichten einer Bahnbediensteten, die ich so noch an keiner anderen Stelle zu lesen bekommen habe.
    Versunken in ihren inneren Dialog mit den Fahrgästen, nur hin und wieder unterbrochen durch ein freundliches „Guten Morgen – Fahrkarten bitte“, fabuliert sie von ihrem Zug, in dem sie schon auf allen Plätzen gesessen, dessen Armstützen sie schon alle herunter geklappt, an dessen Fenster sie schon überall ihren Kopf gelehnt hat, wie von einem guten Freund, oder gar Geliebten.
    Doch von der Liebe, so denkt sie, versteht sie nichts, auch wenn sie ihr im Umgang mit den Reisenden immer vor Augen zu stehen scheint, in deren Kleidung, kurz nach dem Abschied, kann sie sie immer noch riechen.
    Mit zärtlichen Gefühlen betrachtet und bedenkt sie den sich im Halbschlaf befindlichen Gast auf der Suche nach seiner Fahrkarte, bildet sie sich ihre Meinung zu dem allein reisenden Kind.
    Manchmal aber, ganz selten zum Glück, wenn die Sinneseindrücke, die Gedanken und Gefühle übermächtig zu werden drohen, dann steigt sie hoch in ihr, diese unbestimmte Wut, dann könnte sie den Kopf eines Kunden an den Haaren packen und gegen die Plastikverschalung der Wand schmettern. Dann verrutscht ihr der Schal, oder entgleitet ihr die Maske mit dem stets freundlichen Gesicht und dann fühlt sie sich ertappt, der Routine entrissen, ihrer Einsamkeit ausgeliefert. Dann fällt es ihr schwer den Zug wieder zu verlassen, dann ruft sie, schon auf dem Bahnsteig stehend, der männlichen Ablösung noch schnell nach: Komm doch auf dem Rückweg in meinem Hotel vorbei. Ich freue mich.
    In den anderen Erzählungen führt uns Annette Pehnt unter anderem mit Bruder und Schwester in das Sterbezimmer der Mutter oder in den Schönheitssalon der vollklimatisierten Shopping Mall in Singapur. Breiter kann das Spektrum kaum sein und doch kreisen alle Erzählungen im Kern nur um die eine Frage, die Frau Meng Woh stellvertretend der Kundin in jenem Schönheitspalast stellt: Warum sind sie hier?
    Warum zu dieser Stunde, mit welchem Ziel, gerade an diesem Ort? Warum bin ich geschlagen mit diesem Schicksal, mit Einsamkeit, Behinderung, Krankheit, Sterben und Tod?
    Die „Antworten“ der unterschiedlichen Protagonisten sind, nach der ersten Überraschung über die nicht immer so deutlich „formulierte“ Fragestellung, für den Leser zumeist nur zwischen den Zeilen zu erkennen, zu erahnen – gibt es eigentlich immer eine?
    Am meisten überzeugt mich die Antwort des behinderten Jungen Hannes, dem Fussballfan, in der Erzählung „Wünschen darf man sich alles“, der, um dem Rollstuhl zu entkommen, alles dafür tut, um mit Krücken den ganzen Hof umrunden zu können. Das entlockt nicht nur den diese Szene Beobachtenden einen bewundernden Ausruf: „Wie Ronaldo“.
    Annette Pehnt erzählt schnörkellos, flüssig, leicht. Immer den Menschen zugetan, mit einer Wärme und Zuneigung die ihresgleichen sucht. Trotz aller Schicksale und trotz so manch unbeantworteter Frage schwingt in ihren Texten immer die Hoffnung auf Veränderung mit. Auf eine bessere Zukunft, oft wider alle Hoffnung und Vernunft. Ich habe ihre Erzählungen sehr genossen, für mich sind es Mut-Mach-Texte für Menschen in allen Lebenslagen. Sei auch „Viel Dunkel und (nur) ein Hell“.

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    M
    marlasstrvor einem Jahr
    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor 5 Jahren
    L
    Lisabethvor 5 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    KollegeKraftwagens avatar
    KollegeKraftwagenvor 8 Jahren
    Marijoanas avatar
    Marijoanavor 8 Jahren

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