Annette Pehnt Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern

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Inhaltsangabe zu „Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern“ von Annette Pehnt

Da ist die vermeintlich glückliche junge Frau, die von der Feststellung einer alten Chinesin verblüfft wird: »Ihre Schönheit schlummert in Ihrem Gesicht. Sie haben nur vergessen, wo sie ist.« Da ist die verzweifelt fantasievolle Zugbegleiterin, die sich wünscht, neben ihren Reisenden einzuschlafen. Oder die Verzagtheit zweier Kinder, deren Mutter eines Tages einfach ins Krankenhaus verschwindet. Ob alles wieder gut wird? Ob sie wieder zu sich zurück finden? – Trauer, Liebe, Schmerz und Nähe: Tiefenscharf und mit großer Empathie leuchtet Annette Pehnt unseren Alltag aus und entdeckt den Ausnahmezustand im Normalen. Jede ihrer Erzählungen sucht Worte für unsere Sprachlosigkeit und erzählt von den Momenten unseres Lebens, die uns zu Menschen machen.

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    Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern
    dominona

    dominona

    19. October 2014 um 15:35

    Ein Grund, warum ich mich häufig gegen Kurzgeschichten entscheide ist, dass man viel zu kurz bei den Personen verweilt und meiner Meinung nach zu wenig erfährt. Doch in diesem Fall sind es wirklich Momentaufnahmen, die berühren, teils durch die Alltäglichkeit, teils durch die Schicksalsschläge. Die Umwelt der Personen wird je nach Gewichtung unterschiedlich prägnant geschildert, aber egal wen es betrifft, man kann die Personen sehen, sich imaginär neben sie setzen und mitfühlen.

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  • Rezension zu "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern" von Annette Pehnt

    Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern
    leserin

    leserin

    22. November 2010 um 17:26

    Das Buch beinhaltet interessante Kurzgeschichten einmal anders. In klarer Sprache werden werden oftmals schwierigere Themen wie Behinderung, Krankheit, Liebe, Schönheit behandelt. So geht es z.B. um behinderte Kinder in einem Heim, um Schönheit die erkannt werden darf, um eine nach Liebe suchende Zugbegleiterin, um eine kranke Mutter usw. Ohne Verschnörkelungen wurde von der Autorin das geschrieben was Sache ist.

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  • Rezension zu "Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern" von Annette Pehnt

    Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen das muss gar nicht lange dauern
    dzaushang

    dzaushang

    02. July 2010 um 16:24

    „Man kann sich auch wortlos aneinander gewöhnen dass muss gar nicht lange dauern“ - denkt die Zugbegleiterin, aus der ersten von sechs Erzählungen aus dem gleichnamigen Buch von Annette Pehnt, fast liebevoll von ihren Kunden während ihres Kontrollgangs durch ihren Zug. Auch sonst berührt diese erste Erzählung den Leser, vielleicht ja auch den ein oder anderen sonst über die Bahn eher genervten und verärgerten Kunden, mit Innenansichten einer Bahnbediensteten, die ich so noch an keiner anderen Stelle zu lesen bekommen habe. Versunken in ihren inneren Dialog mit den Fahrgästen, nur hin und wieder unterbrochen durch ein freundliches „Guten Morgen – Fahrkarten bitte“, fabuliert sie von ihrem Zug, in dem sie schon auf allen Plätzen gesessen, dessen Armstützen sie schon alle herunter geklappt, an dessen Fenster sie schon überall ihren Kopf gelehnt hat, wie von einem guten Freund, oder gar Geliebten. Doch von der Liebe, so denkt sie, versteht sie nichts, auch wenn sie ihr im Umgang mit den Reisenden immer vor Augen zu stehen scheint, in deren Kleidung, kurz nach dem Abschied, kann sie sie immer noch riechen. Mit zärtlichen Gefühlen betrachtet und bedenkt sie den sich im Halbschlaf befindlichen Gast auf der Suche nach seiner Fahrkarte, bildet sie sich ihre Meinung zu dem allein reisenden Kind. Manchmal aber, ganz selten zum Glück, wenn die Sinneseindrücke, die Gedanken und Gefühle übermächtig zu werden drohen, dann steigt sie hoch in ihr, diese unbestimmte Wut, dann könnte sie den Kopf eines Kunden an den Haaren packen und gegen die Plastikverschalung der Wand schmettern. Dann verrutscht ihr der Schal, oder entgleitet ihr die Maske mit dem stets freundlichen Gesicht und dann fühlt sie sich ertappt, der Routine entrissen, ihrer Einsamkeit ausgeliefert. Dann fällt es ihr schwer den Zug wieder zu verlassen, dann ruft sie, schon auf dem Bahnsteig stehend, der männlichen Ablösung noch schnell nach: Komm doch auf dem Rückweg in meinem Hotel vorbei. Ich freue mich. In den anderen Erzählungen führt uns Annette Pehnt unter anderem mit Bruder und Schwester in das Sterbezimmer der Mutter oder in den Schönheitssalon der vollklimatisierten Shopping Mall in Singapur. Breiter kann das Spektrum kaum sein und doch kreisen alle Erzählungen im Kern nur um die eine Frage, die Frau Meng Woh stellvertretend der Kundin in jenem Schönheitspalast stellt: Warum sind sie hier? Warum zu dieser Stunde, mit welchem Ziel, gerade an diesem Ort? Warum bin ich geschlagen mit diesem Schicksal, mit Einsamkeit, Behinderung, Krankheit, Sterben und Tod? Die „Antworten“ der unterschiedlichen Protagonisten sind, nach der ersten Überraschung über die nicht immer so deutlich „formulierte“ Fragestellung, für den Leser zumeist nur zwischen den Zeilen zu erkennen, zu erahnen – gibt es eigentlich immer eine? Am meisten überzeugt mich die Antwort des behinderten Jungen Hannes, dem Fussballfan, in der Erzählung „Wünschen darf man sich alles“, der, um dem Rollstuhl zu entkommen, alles dafür tut, um mit Krücken den ganzen Hof umrunden zu können. Das entlockt nicht nur den diese Szene Beobachtenden einen bewundernden Ausruf: „Wie Ronaldo“. Annette Pehnt erzählt schnörkellos, flüssig, leicht. Immer den Menschen zugetan, mit einer Wärme und Zuneigung die ihresgleichen sucht. Trotz aller Schicksale und trotz so manch unbeantworteter Frage schwingt in ihren Texten immer die Hoffnung auf Veränderung mit. Auf eine bessere Zukunft, oft wider alle Hoffnung und Vernunft. Ich habe ihre Erzählungen sehr genossen, für mich sind es Mut-Mach-Texte für Menschen in allen Lebenslagen. Sei auch „Viel Dunkel und (nur) ein Hell“.

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