Annette Seemann

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Die Reformationsdekade »Luther 2017« in Thüringen

Neu erschienen am 01.10.2018 als Buch bei Wartburg Verlag - c/o Evangelisches Medienhaus.

Lichterglanz und Tannengrün

Neu erschienen am 01.09.2018 als Hardcover bei Wartburg Verlag - c/o Evangelisches Medienhaus.

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Anna Amalia. Herzogin von Weimar

Anna Amalia. Herzogin von Weimar

 (2)
Erschienen am 19.03.2007
Frida Kahlo

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 (2)
Erschienen am 01.01.2002
Gabriele Reuter

Gabriele Reuter

 (1)
Erschienen am 28.09.2016
Das Mädchen im Schloss - Anna Amalia I

Das Mädchen im Schloss - Anna Amalia I

 (1)
Erschienen am 13.10.2014
Weimar

Weimar

 (1)
Erschienen am 08.03.2012
Goethe und die Frauen

Goethe und die Frauen

 (1)
Erschienen am 23.09.2010

Neue Rezensionen zu Annette Seemann

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Gabriele Reuter" von Annette Seemann

Tolle Biografie
HEIDIZvor 2 Jahren

Das Leben und Werk Gabriele Reuters wird von Annette Seemann sehr eindringlich und spannend erzählt. Weimar und die Wilhelminische Kulturgeschichte werden lebendig. Das Buch ist insgesamt und rundherum lesenswert.

 

Gabriele Reuter wurde am 8. Februar 1859 in Alexandria (Ägypten) geboren und starb am 16. November 1941 in Weimar. Die gebürtige orientalische Prinzessin wird zur "normalen" Frau in der Magdeburger Börde, ein Absturz ??? Die Schriftstellerin hatte es wahrlich nicht leicht. 1895 hatte sie mit "Aus guter Familie" ihren Durchbruch.

 

Ich fand es während des Lesens besonders interessant und informativ, wie die Beziehungen Reuters zu ihren Wegbegleitern dargestellt werden, wie die Zeit, in der sie lebt und sich entwickelt zu der Frau, als die wir sie kennen, sie prägte.

 

Das Buch ist durchzogen von zahlreichem Fotomaterial, Abbildungen von historischen Titelweiten und Buchcovern, Briefen und privaten Aufnahmen aus ihrem Leben.

 

Das Buch ist inhaltlich sehr hochwertig möchte ich behaupten - es stellt sowohl die Frau, als auch die Schriftstellerin in ihrer Zeit und in ihrem Umfeld hintergründig und rundherum informativ dar, deckt Zusammenhänge auf und hat mich rundherum beeindruckt, bestens unterhalten und bis ins kleinste Detail informiert. Es blieben keine Fragen offen.

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Gabriele Reuter" von Annette Seemann

Gabriele Reuter - geborene Schriftstellerin
HEIDIZvor 2 Jahren

Gabriele Reuter lebte von 1859-1941. Sie war eine ägyptische Kaufmannstochter und um das Jahr 1900 eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen Deutschlands. "Aus guter Familie" war ihr wohl bekanntester Roman. Dieser Roman ist wohl auch ein Stück weit eigene Biografie mit fiktiven Elementen. Die Autorin Annette Seemann ist ebenfalls in Weimar tätig. Ich kannte sie von ihrem Büchlein zur Anna Amalia Bibliothek und mag ihren Stil, Sachlichkeit flüssig und unterhaltsam darzubieten. Reuter kann als Frauenrechtlerin bezeichnet werden. Sie war allein erziehend und setzte sich mit dem Möglichkeit auseinander, wie FRAU Liebe, Ehe und Selbstverwirklichung unter einen Hut bringen kann. Eine Frau, ihrer Zeit voraus. Leseprobe:
========= Erkenntnisse und Entscheidungen Gabriele Reuters Mut war weiter gewachsen. Noch vor der Berlinreise hatte sie sich nach der Rückkehr nach Weimar durch den Theaterintendanten August von Loën (1828-1887), der auch im Vorstand des Allgemeinen deutschen Schriftstellerverbands einen Sitz hatte, anlässlich der vom 9.-11.Oktober 1886 in Eisenach stattfindenden Sitzung des Verbands dort einführen lassen. ...

Mir hat die Lektüre sehr gut gefallen. Es ist eine sachliche, keine Romanbiografie, dennoch flüssig und durchgängig spannend und kurzweilig und überhaupt nicht trocken zu lesen. Mir hat zum einen die Art des Geschriebenen sehr gut gefallen, aber auch, die Art, wie die Autorin rangegangen ist an die Thematik der Biografie, die Schriftstellerin vorzustellen in ihrem Wirken und ihrem Leben. Die Gliederung ist nachvollziehbar und für das Verständnis perfekt gewählt. Außerdem ist das Buch mit zahlreichen Aufnahmen, Faksimiles von Handschriften, und Briefen, Zeichnungen .... versehen, wovon einige bisher unveröffentlicht waren - so der Verlag.

 

Gliederung:
==========

 

Vorwort

 

Kindheit und frühe Jugend

Weimar: Liebe, Literatur, Leid und -Neugeburt  

Erkenntnisse und Entscheidungen

Das Ergebnis: Aus guter Familie, Teil 1

Das Ergebnis: Aus guter Familie, Teil 2

Die Rezeption des Hauptwerks. Ruhm in München und Berlin

Zurück nach Weimar und Lebensende

 

Zeittafel Gabriele Reuter

Literaturverzeichnis

 

Ich kann nichts finden, was ich bemängeln könnte, das Buch ist durchdacht, liefert alle Informationen, die man zur Person wissen möchte und ist flüssig und gut zu lesen und spiegelt auch die Zeit Reuters wieder, beschäftigt sich mit ihren Weggefährten und setzt sich mit den Zusammenhängen auseinander.

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Arbutuss avatar

Rezension zu "Anna Amalia. Herzogin von Weimar" von Annette Seemann

Eine Ausnahme-Herzogin auf der Suche nach Freiheit
Arbutusvor 3 Jahren

Obwohl ich bisher nur sehr wenig über Anna Amalia wusste, verbindet mich mit dieser Frau so einiges. Die Liebe zu Weimar. Die Liebe zu Büchern. Die Liebe zur Musik. Und dann das: am Abend des 2. September 2004 standen meine Mutter und ich auf dem Weimarer Markt und sahen die entsetzlich hohen Flammen aus dem Dach ihrer Bibliothek schlagen. So einen Anblick vergisst man nicht so schnell. Ich bin also mit der notwendigen Portion Neugier auf diese Frau ausgestattet, die mich auch ein trockenes Vorwort gut überstehen lässt. Und es ist ein bisschen trocken, dieses Vorwort. Gut so, denn so bestärkt es mich am besten in der Gewissheit, dass ich es mit puren Fakten zu tun bekomme und nicht mit irgendwelchen wilden Ausschmückungen.
Für die Anschaulichkeit sorgt neben den berichteten Fakten eine reiche Bebilderung.

Bisher wusste ich von Herzogin Anna Amalia also nur, dass sie Bücher sammelte, komponierte und sich mit Goethe, Schiller, Herder und Wieland zu "Tafelrunden" traf. Ich wollte nun einiges mehr erfahren.

Die erste Überraschung: Anna Amalia war kein Lieblingskind. Abgesehen davon, dass der Bildungsmarathon, den sie als Kind absolvieren musste, alles andere als ein Zuckerschlecken war, litt sie sehr darunter, dass ihr die ältere Schwester stets vorgezogen wurde. An den kränklichen Prinzen Ernst August II. Constantin zu Sachsen-Weimar wurde sie denn auch verheiratet, weil die ältere Schwester für eine solche Liason zu gut war. Man darf sich trotz der Fortschrittlichkeit am Hofe zu Braunschweig-Wolfenbüttel keinen Illusionen hingeben: die hervorragende Bildung genoss eine junge Prinzessin wie Anna Amalia ausschließlich zu dem Zweck, sie einmal strategisch günstig verheiraten zu können. Was natürlich die werdende Herzogin nicht davon abhielt, ihre gute Bildung für die Heranbildung größerer Freiheiten zu nutzen.

Zunächst aber musste sie erst einmal Ehefrau und Mutter werden. Und dann plötzlich auch Regentin. Wie fühlt es sich an für eine 17-jährige, Mutter zu werden, kurz darauf den Ehemann zu verlieren, während sie schon mit dem zweiten Kind schwanger ist? Wenn sie dann nicht nur darum kämpfen muss, im "Geheimen Consilium" die richtigen Erzieher für die eigenen Söhne durchzusetzen, sondern auch noch darum, als Frau wenigstens vorübergehend die vormundschaftliche Regierung für den noch nicht volljährigen ersten Sohn ausüben zu dürfen? Abgesehen von ein paar Eigenzeugnissen Anna Amalias überlässt die Biographin die Antwort auf die Gefühlsfrage der Vorstellungskraft des Lesers. Ich fühle mich eigentlich ganz gut so, als mündiger Leser. Aber hin und wieder ist selbst mir sterbenslangweilig, wenn zum Beispiel seitenlang von der Porzellansammelleidenschaft Anna Amalias die Rede ist oder von den Memorialorten im Tiefurter Park. Aber die Sammel- und Gestaltungsleidenschaft ist natürlich auch eine wesentliche Seite der kulturell interessierten Fürstin. Die ausgesprochen schöne graphische Gestaltung des Buches tröstet den Leser hin und wieder erfolgreich über solche Durststrecken hinweg.

Nachdem die Herzogin die Regierungsgewalt an ihren volljährig gewordenen Sohn abgegeben hat, beginnt so etwas wie Freizeit in ihrem Leben anzubrechen; sie wird zu einem Trendsetter in Sachen Lifestyle, Mode, Inneneinrichtung... und nicht nur das, auch Anna Amalias "Tafelrunden", zu denen sie einmal wöchentlich Goethe, Schiller, Herder, Wieland und viele andere schönen Geister einlädt, finden in Weimar jede Menge eifrige Nachahmer. Neu daran ist auch, dass Adel und Bürgertum bei Anna Amalia an einem Tisch sitzen. Ihr geht es um den Inhalt, nicht um die Form.

Besonders gut gefällt mir das Kapitel über die Italienreise, anschaulich gemacht durch einen dichten Briefverkehr der Protagonisten. Anna Amalia befreundet sich mit der berühmten Malerin Angelica Kauffmann und wird von ihr portraitiert. Sie schafft es wirklich, gewaltig die Seele baumeln zu lassen bei dieser Reise, weit weg von der Weimarer Politik. Einzig der Romaufenthalt gerät etwas enttäuschend. "Die Gründe für den relativ kurzen Romaufenthalt waren wahrscheinlich einerseits die im römischen Winter widrigen ungeheizten Wohnungen, andererseits die römische Gesellschaft, an der die Herzogin auch nach einigen Wochen keinen Geschmack finden konnte, war doch die ganze Italienreise von ihr als ein Aufbruch in die Freiheit konzipiert worden." Hier bekommt die Biographin von mir einen Sympathiepunkt, musste ich doch spontan schallend loslachen. Aber obwohl Rom nicht die Bastion der Freiheit schlechthin ist, findet die Herzogin in der Tat auf der weiteren Reise vieles, was dieses Lebensgefühl ausmacht. Auch die intensive freundschaftliche Verbindung zu dem gütigen und toleranten Erzbischof Capecelatro tut ihr Übriges. Umso tragischer die Unmöglichkeit, diese Beziehung aufrecht zu erhalten (man stelle sich das einmal vor: eine protestantische Fürstin und ein katholischer Bischof...) Nüchtern und knapp wird von den heimlichen Tränen der Herzogin nach dem Abschied berichtet. Weitere Details wären wohl auch wilde Spekulation, nichts desto trotz setzt bei mir augenblicklich intensivstes Kopfkino ein, und ich frage mich, warum das noch niemand verfilmt hat... Aus einer Fußnote erfahren wir später, dass fast sämtliche Werke des Erzbischofs, die Anna Amalia aus Italien mitbrachte, 2004 bei dem Feuer verbrannt sind. (Hier stöhnte die Rezensentin beim Lesen spontan laut auf. Für Emotionen ist also durchaus Platz zwischen den Zeilen).

Anna Amalia will nicht aus dem Land ihrer Freiheit zurückkehren. Ihr Sohn schickt schließlich Goethe, um sie zurück nach Weimar zu holen.
Was liegt näher, als sich unmittelbar nach der Heimkehr so italienisch wie möglich einzurichten? Von Goethe entfremdete sich die Herzogin mit zunehmendem Alter allerdings immer mehr. Und, auch dies wird in der Biographie nur angedeutet, politisch gesehen scheint sie die Fortschrittlichere von beiden zu sein. Nützt ihr nur nicht viel. Denn Goethe ist der Einflussreichere. So wird denn auch nichts aus Anna Amalias angestrebter Theaterintendanz; gegen den Herrn Geheimrat hat sie keine Chance. Sie fühlt sich mehr und mehr ausgegrenzt.

In Goethes Perfektionierung und Professionalisierung der Kunst sieht Anna Amalia den Niedergang der Kunst.
Den totalen Niedergang erlebt sie schmerzhaft nach Rückkehr in das von den französichen Truppen verwüstete Weimar; ihr geliebtes Tiefurt ist kaum wiederzuerkennen. Resigniert schreibt sie: "...Rechtschaffenheit und Redlichkeit gibt es nicht mehr. ..." Nur wenige Monate später stirbt die von allen Weimarern so geliebte Herzogin.

In seinem zu Herzen gehenden Nachruf schreibt Anna Amalias langjähriger Bibliothekar: "Sie wusste den Fürsten und den Menschen in sich zu vereinigen."

Es handelt sich um eine Biographie ganz im klassischen Sinne: sauber recherchierte Fakten werden in eine vernünftige Reihenfolge gebracht. Besonders spannend ist das nicht. Oder eben wirklich nur dann, wenn man als Leser eine gewisse Eigenständigkeit entwickelt, oder wenn man schon einmal in Weimar war und sich in all die beschriebenen Örtlichkeiten verliebt hat, wie das bei mir der Fall ist. Letztendlich bleibt diese Biographie aber am Ende nichts schuldig - ich fühle mich umfassend und schlüssig informiert. Eine Menge ist hängengeblieben.

Beispiel Bibliotheken: Zum ersten Mal wird mir bewusst, welche Rolle das Licht beim Anlegen der großen alten Bibliotheken spielte. Die Biographie berichtet, dass die Anna Amalia Bibliothek in Weimar ursprünglich als freies Gebäude stand, ohne Anbauten. Dadurch fiel das Licht von allen Seiten in den Rokokosaal ein, was sich symbolisch mit dem Ideal der Aufklärung verbindet und heute leider nicht mehr so ist. Dasselbe Phänomen einer lichtdurchfluteten Bibliothek kann man sich beim Anblick der im Buch abgebildeten Wolfenbütteler Bibliotheksrotunde vorstellen, die Anna Amalia aus ihrer Kindheit vertraut war. Es sind solche kleinen Details, die man in dieser aufwendig und liebevoll gedruckten Biographie teilweise selber entdecken muss, aber eben auch kann, weil das mitgelieferte, liebevoll präsentierte Material das zulässt.
Hin und wieder erscheint die Biographie eher für den Experten oder aber zumindest den ausgeprägten Liebhaber geschrieben denn als kurzweilige Lektüre für jedermann. Für mich überwiegt aber der Vorteil, wirklich nur belegte Fakten präsentiert zu bekommen. Das Bild von Anna Amalia setzt sich so hin und wieder etwas mühsam zusammen, ist aber ganz und gar ehrlich.

Bleibt noch anzumerken, dass der Anhang mit Fußnoten, Stamm- und Zeittafeln, Literatur- und Personenverzeichnis vom Feinsten ist.

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