Annette Seemann

 4 Sterne bei 13 Bewertungen

Lebenslauf von Annette Seemann

Annette Seemann, geboren 1959 in Frankfurt am Main, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Weimar. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins zugunsten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Annette Seemann

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Cover des Buches Anna Amalia. Herzogin von Weimar9783458173458

Anna Amalia. Herzogin von Weimar

 (2)
Erschienen am 19.03.2007
Cover des Buches Frida Kahlo9783548601472

Frida Kahlo

 (3)
Erschienen am 01.01.2002
Cover des Buches Gabriele Reuter9783737402484

Gabriele Reuter

 (1)
Erschienen am 28.09.2016
Cover des Buches Das Mädchen im Schloss - Anna Amalia I9783944575919

Das Mädchen im Schloss - Anna Amalia I

 (1)
Erschienen am 13.10.2014
Cover des Buches Goethe und die Frauen9783899232530

Goethe und die Frauen

 (1)
Erschienen am 23.09.2010
Cover des Buches Weimar9783406630309

Weimar

 (1)
Erschienen am 08.03.2012
Cover des Buches Schillers Schwester Christophine9783458351108

Schillers Schwester Christophine

 (0)
Erschienen am 22.06.2009

Neue Rezensionen zu Annette Seemann

Neu

Rezension zu "Gabriele Reuter" von Annette Seemann

Tolle Biografie
HEIDIZvor 3 Jahren

Das Leben und Werk Gabriele Reuters wird von Annette Seemann sehr eindringlich und spannend erzählt. Weimar und die Wilhelminische Kulturgeschichte werden lebendig. Das Buch ist insgesamt und rundherum lesenswert.

 

Gabriele Reuter wurde am 8. Februar 1859 in Alexandria (Ägypten) geboren und starb am 16. November 1941 in Weimar. Die gebürtige orientalische Prinzessin wird zur "normalen" Frau in der Magdeburger Börde, ein Absturz ??? Die Schriftstellerin hatte es wahrlich nicht leicht. 1895 hatte sie mit "Aus guter Familie" ihren Durchbruch.

 

Ich fand es während des Lesens besonders interessant und informativ, wie die Beziehungen Reuters zu ihren Wegbegleitern dargestellt werden, wie die Zeit, in der sie lebt und sich entwickelt zu der Frau, als die wir sie kennen, sie prägte.

 

Das Buch ist durchzogen von zahlreichem Fotomaterial, Abbildungen von historischen Titelweiten und Buchcovern, Briefen und privaten Aufnahmen aus ihrem Leben.

 

Das Buch ist inhaltlich sehr hochwertig möchte ich behaupten - es stellt sowohl die Frau, als auch die Schriftstellerin in ihrer Zeit und in ihrem Umfeld hintergründig und rundherum informativ dar, deckt Zusammenhänge auf und hat mich rundherum beeindruckt, bestens unterhalten und bis ins kleinste Detail informiert. Es blieben keine Fragen offen.

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Rezension zu "Anna Amalia. Herzogin von Weimar" von Annette Seemann

Eine Ausnahme-Herzogin auf der Suche nach Freiheit
Arbutusvor 5 Jahren

Obwohl ich bisher nur sehr wenig über Anna Amalia wusste, verbindet mich mit dieser Frau so einiges. Die Liebe zu Weimar. Die Liebe zu Büchern. Die Liebe zur Musik. Und dann das: am Abend des 2. September 2004 standen meine Mutter und ich auf dem Weimarer Markt und sahen die entsetzlich hohen Flammen aus dem Dach ihrer Bibliothek schlagen. So einen Anblick vergisst man nicht so schnell. Ich bin also mit der notwendigen Portion Neugier auf diese Frau ausgestattet, die mich auch ein trockenes Vorwort gut überstehen lässt. Und es ist ein bisschen trocken, dieses Vorwort. Gut so, denn so bestärkt es mich am besten in der Gewissheit, dass ich es mit puren Fakten zu tun bekomme und nicht mit irgendwelchen wilden Ausschmückungen.
Für die Anschaulichkeit sorgt neben den berichteten Fakten eine reiche Bebilderung.

Bisher wusste ich von Herzogin Anna Amalia also nur, dass sie Bücher sammelte, komponierte und sich mit Goethe, Schiller, Herder und Wieland zu "Tafelrunden" traf. Ich wollte nun einiges mehr erfahren.

Die erste Überraschung: Anna Amalia war kein Lieblingskind. Abgesehen davon, dass der Bildungsmarathon, den sie als Kind absolvieren musste, alles andere als ein Zuckerschlecken war, litt sie sehr darunter, dass ihr die ältere Schwester stets vorgezogen wurde. An den kränklichen Prinzen Ernst August II. Constantin zu Sachsen-Weimar wurde sie denn auch verheiratet, weil die ältere Schwester für eine solche Liason zu gut war. Man darf sich trotz der Fortschrittlichkeit am Hofe zu Braunschweig-Wolfenbüttel keinen Illusionen hingeben: die hervorragende Bildung genoss eine junge Prinzessin wie Anna Amalia ausschließlich zu dem Zweck, sie einmal strategisch günstig verheiraten zu können. Was natürlich die werdende Herzogin nicht davon abhielt, ihre gute Bildung für die Heranbildung größerer Freiheiten zu nutzen.

Zunächst aber musste sie erst einmal Ehefrau und Mutter werden. Und dann plötzlich auch Regentin. Wie fühlt es sich an für eine 17-jährige, Mutter zu werden, kurz darauf den Ehemann zu verlieren, während sie schon mit dem zweiten Kind schwanger ist? Wenn sie dann nicht nur darum kämpfen muss, im "Geheimen Consilium" die richtigen Erzieher für die eigenen Söhne durchzusetzen, sondern auch noch darum, als Frau wenigstens vorübergehend die vormundschaftliche Regierung für den noch nicht volljährigen ersten Sohn ausüben zu dürfen? Abgesehen von ein paar Eigenzeugnissen Anna Amalias überlässt die Biographin die Antwort auf die Gefühlsfrage der Vorstellungskraft des Lesers. Ich fühle mich eigentlich ganz gut so, als mündiger Leser. Aber hin und wieder ist selbst mir sterbenslangweilig, wenn zum Beispiel seitenlang von der Porzellansammelleidenschaft Anna Amalias die Rede ist oder von den Memorialorten im Tiefurter Park. Aber die Sammel- und Gestaltungsleidenschaft ist natürlich auch eine wesentliche Seite der kulturell interessierten Fürstin. Die ausgesprochen schöne graphische Gestaltung des Buches tröstet den Leser hin und wieder erfolgreich über solche Durststrecken hinweg.

Nachdem die Herzogin die Regierungsgewalt an ihren volljährig gewordenen Sohn abgegeben hat, beginnt so etwas wie Freizeit in ihrem Leben anzubrechen; sie wird zu einem Trendsetter in Sachen Lifestyle, Mode, Inneneinrichtung... und nicht nur das, auch Anna Amalias "Tafelrunden", zu denen sie einmal wöchentlich Goethe, Schiller, Herder, Wieland und viele andere schönen Geister einlädt, finden in Weimar jede Menge eifrige Nachahmer. Neu daran ist auch, dass Adel und Bürgertum bei Anna Amalia an einem Tisch sitzen. Ihr geht es um den Inhalt, nicht um die Form.

Besonders gut gefällt mir das Kapitel über die Italienreise, anschaulich gemacht durch einen dichten Briefverkehr der Protagonisten. Anna Amalia befreundet sich mit der berühmten Malerin Angelica Kauffmann und wird von ihr portraitiert. Sie schafft es wirklich, gewaltig die Seele baumeln zu lassen bei dieser Reise, weit weg von der Weimarer Politik. Einzig der Romaufenthalt gerät etwas enttäuschend. "Die Gründe für den relativ kurzen Romaufenthalt waren wahrscheinlich einerseits die im römischen Winter widrigen ungeheizten Wohnungen, andererseits die römische Gesellschaft, an der die Herzogin auch nach einigen Wochen keinen Geschmack finden konnte, war doch die ganze Italienreise von ihr als ein Aufbruch in die Freiheit konzipiert worden." Hier bekommt die Biographin von mir einen Sympathiepunkt, musste ich doch spontan schallend loslachen. Aber obwohl Rom nicht die Bastion der Freiheit schlechthin ist, findet die Herzogin in der Tat auf der weiteren Reise vieles, was dieses Lebensgefühl ausmacht. Auch die intensive freundschaftliche Verbindung zu dem gütigen und toleranten Erzbischof Capecelatro tut ihr Übriges. Umso tragischer die Unmöglichkeit, diese Beziehung aufrecht zu erhalten (man stelle sich das einmal vor: eine protestantische Fürstin und ein katholischer Bischof...) Nüchtern und knapp wird von den heimlichen Tränen der Herzogin nach dem Abschied berichtet. Weitere Details wären wohl auch wilde Spekulation, nichts desto trotz setzt bei mir augenblicklich intensivstes Kopfkino ein, und ich frage mich, warum das noch niemand verfilmt hat... Aus einer Fußnote erfahren wir später, dass fast sämtliche Werke des Erzbischofs, die Anna Amalia aus Italien mitbrachte, 2004 bei dem Feuer verbrannt sind. (Hier stöhnte die Rezensentin beim Lesen spontan laut auf. Für Emotionen ist also durchaus Platz zwischen den Zeilen).

Anna Amalia will nicht aus dem Land ihrer Freiheit zurückkehren. Ihr Sohn schickt schließlich Goethe, um sie zurück nach Weimar zu holen.
Was liegt näher, als sich unmittelbar nach der Heimkehr so italienisch wie möglich einzurichten? Von Goethe entfremdete sich die Herzogin mit zunehmendem Alter allerdings immer mehr. Und, auch dies wird in der Biographie nur angedeutet, politisch gesehen scheint sie die Fortschrittlichere von beiden zu sein. Nützt ihr nur nicht viel. Denn Goethe ist der Einflussreichere. So wird denn auch nichts aus Anna Amalias angestrebter Theaterintendanz; gegen den Herrn Geheimrat hat sie keine Chance. Sie fühlt sich mehr und mehr ausgegrenzt.

In Goethes Perfektionierung und Professionalisierung der Kunst sieht Anna Amalia den Niedergang der Kunst.
Den totalen Niedergang erlebt sie schmerzhaft nach Rückkehr in das von den französichen Truppen verwüstete Weimar; ihr geliebtes Tiefurt ist kaum wiederzuerkennen. Resigniert schreibt sie: "...Rechtschaffenheit und Redlichkeit gibt es nicht mehr. ..." Nur wenige Monate später stirbt die von allen Weimarern so geliebte Herzogin.

In seinem zu Herzen gehenden Nachruf schreibt Anna Amalias langjähriger Bibliothekar: "Sie wusste den Fürsten und den Menschen in sich zu vereinigen."

Es handelt sich um eine Biographie ganz im klassischen Sinne: sauber recherchierte Fakten werden in eine vernünftige Reihenfolge gebracht. Besonders spannend ist das nicht. Oder eben wirklich nur dann, wenn man als Leser eine gewisse Eigenständigkeit entwickelt, oder wenn man schon einmal in Weimar war und sich in all die beschriebenen Örtlichkeiten verliebt hat, wie das bei mir der Fall ist. Letztendlich bleibt diese Biographie aber am Ende nichts schuldig - ich fühle mich umfassend und schlüssig informiert. Eine Menge ist hängengeblieben.

Beispiel Bibliotheken: Zum ersten Mal wird mir bewusst, welche Rolle das Licht beim Anlegen der großen alten Bibliotheken spielte. Die Biographie berichtet, dass die Anna Amalia Bibliothek in Weimar ursprünglich als freies Gebäude stand, ohne Anbauten. Dadurch fiel das Licht von allen Seiten in den Rokokosaal ein, was sich symbolisch mit dem Ideal der Aufklärung verbindet und heute leider nicht mehr so ist. Dasselbe Phänomen einer lichtdurchfluteten Bibliothek kann man sich beim Anblick der im Buch abgebildeten Wolfenbütteler Bibliotheksrotunde vorstellen, die Anna Amalia aus ihrer Kindheit vertraut war. Es sind solche kleinen Details, die man in dieser aufwendig und liebevoll gedruckten Biographie teilweise selber entdecken muss, aber eben auch kann, weil das mitgelieferte, liebevoll präsentierte Material das zulässt.
Hin und wieder erscheint die Biographie eher für den Experten oder aber zumindest den ausgeprägten Liebhaber geschrieben denn als kurzweilige Lektüre für jedermann. Für mich überwiegt aber der Vorteil, wirklich nur belegte Fakten präsentiert zu bekommen. Das Bild von Anna Amalia setzt sich so hin und wieder etwas mühsam zusammen, ist aber ganz und gar ehrlich.

Bleibt noch anzumerken, dass der Anhang mit Fußnoten, Stamm- und Zeittafeln, Literatur- und Personenverzeichnis vom Feinsten ist.

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Rezension zu "Das Mädchen im Schloss - Anna Amalia I" von Annette Seemann

{Rezension} Das Mädchen im Schloss
LuluCookBakeBookvor 6 Jahren

Wer träumt nicht manchmal davon, das Leben einer Prinzessin zu führen? Aber ist das tatsächlich so toll, wie man es sich vorstellt? Die junge Anna Amalia hatte es nicht immer leicht. Wie sie es dennoch schaffte, ihren Alltag zu meistern und ihre Stärken zu entdecken, das erzählt dieses Buch.

"Das Mädchen im Schloss" zeigt auf dem Cover genau das - ein Mädchen im Schloss. Amelie schaut aus dem Fenster und träumt sich ganz weit weg. Natürlich nur, solange es niemand bemerkt. Die halb geöffnete Tür gewährt dem Leser Eintritt in Amelies Gefühls- und Gedankenwelt. Der stabile Einband schützt dabei vor allzu lesebegeisterten Kinderhänden.

Um einen wirklichkeitsgetreuen Eindruck des Lebens im 18. Jahrhrundert zu schaffen, haben die beiden Autorinnen die Sprache entsprechend angepasst. So findet sich der ein oder andere merkwürdige Ausdruck im Buch, den man so heute gar nicht mehr verwendet. Schwierige Wörter wie "Contenance" oder "Naturalienkabinett" sind in einem liebevoll angelegten Glossar kindgerecht erklärt.

Amelie bzw. Anna Amalia kann uns selbst nichts mehr erzählen, aber so, wie sie im Buch dargestellt wird, könnte sie wohl tatsächlich gewesen sein. Wissbegierig und clever, gleichzeitig fantasievoll und verträumt. Ein junges Mädchen, dass sich nicht so recht an steife Vorschriften gewöhnen mag, aber mit der Zeit einen Ausgleich in den Künsten entdeckt.
Sehr viel erfährt man auch über andere Personen am Hof und wie unterschiedlich deren Verhältnisse zueinander doch im Vergleich zu heutigen "normalen" Familien sind. So gab es zum Beispiel kaum Nähe zwischen Mutter und Tochter, doch unter den Geschwistern genauso Streit, Versöhnung, Neid und Spielereien wie man es vielleicht von zu Hause kennt.
Und dann gibt es da noch Amelies geheimnisvolle Freundschaft mit einem Fantasiewesen...

Was für eine tolle Idee, eine Romanbiografie über Anna Amalia in Form eines Kinderbuches herauszugeben! Leicht verständlich wird man in die Prinzessinnenwelt eingeführt und kann sich dank genauer Beschreibungen alles wunderbar vorstellen. Besonders hervorheben muss man an dieser Stelle die fantastischen detailgetreuen Illustrationen von Brigitte Geyersbach. Von Lesungen weiß ich, dass sie dafür wirklich lange und genauestens recherchiert hat.
Der doch etwas schwere historische Stoff wird wunderbar in ein Kinderbuch übersetzt und ist dafür natürlich etwas gekürzt. Es tauchen immer nur Ausschnitte aus Amelies Leben auf, die zusammen aber ein gutes Gesamtbild ergeben. Für Amelies ganzes Leben ist in einem kleinen Buch kein Platz, deswegen sind Fortsetzungen geplant, auf die ich schon ganz gespannt bin.

Fazit

Wie hat eine Prinzessin im 18. Jahrhundert eigentlich wirklich gelebt? Auf diese Frage antwortet das Buch umfassend und gleichzeitig kindgerecht. Ausführliche Beschreibungen und liebevolle Illustrationen geben einen wunderbaren Einblick in das Leben der jungen Herzogin Anna Amalia. In der Bewertung lasse ich noch ein bisschen Luft nach oben für die Fortsetzung und vergebe sehr gute vier Sterne. Klare Empfehlung!

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