Annie Barrows In Liebe, Layla

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Inhaltsangabe zu „In Liebe, Layla“ von Annie Barrows

Sommer 1938: Layla Beck, Senatorentochter aus Washington, wird nach einer geplatzten Verlobung von ihrem Vater enterbt und in das verschlafene Örtchen Macedonia in West Virginia geschickt, wo sie als Stadtschreiberin fungieren soll. Layla tobt vor Wut, in ihren Augen kann sie dort nur völlig verrückt werden vor Langeweile. Und so erreicht sie die Stadt mit nur einem Ziel: so schnell wie möglich wieder von dort zu verschwinden. Die Geschichte des kleinen Ortes scheint für dieses Vorhaben auch bestens geeignet zu sein, denn sie ist äußerst kurz und ereignislos. Doch als Layla ihr Zimmer im Haus der Romeyns bezogen hat und die Bewohner näher kennenlernt, wird ihr schnell bewusst, dass das Leben dort einige Überraschungen für sie bereithält. Auch hinter der Fassade der altehrwürdigen Strumpfwarenfabrik scheint mehr zu stecken, als man ihr anfangs sagen will. Und am Ende wird Layla nicht nur die Geschichte der Stadt, sondern auch die von manchen Bewohnern kräftig durcheinanderwirbeln und völlig neu schreiben.

Viel zu langatmig und es kommt kaum Spannung auf. 200 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan.

— beyond_redemption
beyond_redemption

Gute Geschichte über eine Familie, die Geheimnisse hat und jahrelang unter einer Schuld leidet. Sympathische und sehr überzeugte Charaktere!

— Pagina86
Pagina86

Wunderbar geschriebene, nachdenklich machende Familiengeschichte und gleichzeitig eine Geschichte über die Facetten der Liebe.

— Hagazussa
Hagazussa

Die Lebensgeschichten verschiedener Personen werden im Laufe des Buches erzählt, man fiebert mit und ist froh über so manche Wendungen.

— buchernarr
buchernarr

Die Geschichte einer Stadt wird neu geschrieben. Geheimnisse die dann keine mehr waren.

— oztrail
oztrail

Am Anfang kam mir die Geschichte ein bisschen langwierig vor, aber dann hat sie mich doch völlig in den Bann genommen.

— Lealein1906
Lealein1906

Leider nicht wie erwartet

— karin66
karin66

Der Anfang ist richtig toll, aber dann verliert sich die Geschichte.

— Nicky_G
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Dröge und zähe Geschichte ohne Biss.

— seschat
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— Schnuck59
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KRLeserin

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  • Ironisch, temporeich, exzentrisch - super!

    In Liebe, Layla
    Brigitte1987

    Brigitte1987

    04. September 2016 um 22:31

    „Oooch nö, so ein schnulziger Kitsch“, dachte ich beim Anblick des Covers – altrosa Blümchen und ein schnörkeliges In Liebe, Layla… Zum Glück stellte mir die Buchhandlung Pustet dieses Exemplar mit der Bedingung verknüpft, auch eine Rezension zu schreiben, zur Verfügung! Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle dafür, mir wäre wegen eines irreführenden Covers ein wahrer Juwel entgangen! Die Geschichte – genau genommen der Hauptstrang – ist an und für sich recht schnell erzählt. Layla Beck, Senatorentochter mit allen Privilegien, weigert sich den für sie Auserkorenen zu heiraten, woraufhin ihr Vater den Geldhahn zudreht und Layla gezwungen ist zu arbeiten. Ausgerechnet als Historikerin in einer verschlafenen Provinz. Aber Layla stellt sich der Aufgabe, geht offen auf ihre Gastfamilie Romeyn zu und entdeckt, dass viel mehr in ihr steckt, als nur das dümmliche Modepüppchen und nette Betthäschen. Und klar, am Ende findet sie auch die große Liebe und erhält den heiß ersehnten Heiratsantrag. Annie Barrows schreibt herrlich exzentrisch, mit unglaublich viel Wortwitz und Esprit eine Geschichte über Loyalität und Erwachsen werden. Über die kleine Willa, die sich wie ein „KIeinkind in umnachteter Unwissenheit“ fühlt und den Drang verspürt, endlich die Menschen zu verstehen. Über ihren Vater, Felix Romeyn, der seinen besten Freund verloren hat und nicht zu seinem Beitrag an dessen Tod stehen kann, sich stattdessen ziellos mit kleineren Gaunereien durchs Leben treiben lässt und den Playboy gibt. Ihre Tante Jottie, deren große Liebe der verstorbene Vause und über dessen Tod sie nie hinweggekommen ist, ist als Ersatzmutter eingespannt. Und „diese Frau, glitzernd und frisch und ignorant wie ein Schaf“: Layla Beck. Den besten Eindruck gewinnt man immer noch – so denke ich – durch sorgsam ausgewählte Textstellen. Daher möchte ich an dieser Stelle einen kurzen Einblick ins Buch gewähren – Layla antwortet ihrem Ex-Liebhaber Charles auf sein Schreiben in die Provinz, in dem er sie für die ihr zugewiesene Arbeit als ungeeignet darstellt und gleichzeitig einen Besuch vorschlägt, nicht ohne zu fragen, inwieweit seine Anwesenheit auffallen würde: „Charles, zu behaupten, ich wäre überrascht von dir zu hören, ist noch gelinde ausgedrückt. Hast du bei unserem letzten Treffen kein unwiderrufliches Verbannungsgebot erlassen? Oder war mir der bourgeoise Nebel, der meinen Verstand trübt (direktes Zitat), auch in die Ohren gedrungen? Vielleicht irre ich mich und du hast nicht gesagt, unsere Beziehung fuße auf dekadentem Individualismus und dass ich nichts weiter sei als eine Hure der Oberschicht. Nein, ich erinnere mich ganz deutlich. Das hast du gesagt. Diese bourgeoisen Nebel kommen und gehen. Wie kannst du es wagen, mir einen solchen Brief zu schreiben? Du, mit all deinem scheinheiligen Gerede über Humanität und die Erhöhung der Menschheit, bist so kaltherzig und unmenschlich wie sämtliche Faschisten, die du zu verachten behauptest. Wenn du wirklich auch nur einen Gedanken an mich, als Arbeiterin oder Person, verschwendet hättest, hättest du dich geschämt, meine Arbeit zu verspotten und mit deiner eigenen zu prahlen. Dein arroganter Wahn, deine Beweggründe seien mir verborgen, ist eine Beleidigung meiner Intelligenz. Es ist offensichtlich, dass du herkommen möchtest, um mit mir ins Bett zu steigen, sonst nichts, aber am beleidigendsten finde ich deine Annahme, der Fliegendreck an Charme, den du in deinem Brief verwendest, würde ausreichen, dieses Ziel zu erreichen. (…) leb wohl. LaylaMein Fazit: ironisch, temporeich, exzentrisch – wer das in Form erbaulicher Unterhaltungsliteratur sucht, kann getrost zugreifen! 

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  • In Liebe, Layla

    In Liebe, Layla
    Gise

    Gise

    04. August 2016 um 11:27

    Layla, verwöhnte Senatorentochter, fällt bei ihrem Vater in Ungnade, als sie sich der Verlobung mit dem Mann verweigert, den ihre Eltern ihr ausgesucht haben. Er bemüht sich noch, ihre eine Arbeitsstelle suchen zu lassen, so dass Layla in dem entlegenen Ort Macedonia als Stadtschreiberin landet. Dort wohnt sie zur Untermiete bei Familie Romeyn, die ursprünglich die Strumpffabrik des Ortes leitete. Doch bei einem Brand in der Fabrik starb ein junger Mann, der enge Verbindungen sowohl zum ältesten Sohn der Familie wie auch zur ältesten Tochter pflegte, während die Brandstiftung nie geklärt werden konnte. Layla möchte eigentlich ganz schnell wieder verschwinden und ihre alten Privilegien zurückhaben. Doch dann vertieft sie sich in die Geschichten des Ortes, lernt die Romeyns näher kennen. Mehr und mehr versucht sie, die Hintergründe kennenzulernen und manches zu hinterfragen, was ihr von den örtlichen Honoratioren vorgegeben wurde. Damit bringt sie aber auch Bewegung in das Leben der Romeyns, setzt Dinge in Gang, die nicht möglich erschienen. Die Geschichte spielt in mehreren Handlungssträngen und Zeitebenen und breitet so einen Bilderteppich aus über mehrere Jahre zwischen Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts bis in das Jahr 1938 hinein. Mehrere Perspektiven erlauben es dem Erzähler, in die jeweiligen Charaktere Einblick zu erhalten und ihre Entwicklung nachzuvollziehen. Das ungelöste Geheimnis der Brandstiftung in der Fabrik ist ein Rätsel, das sich über die gesamte Geschichte zieht und für die nötige Spannung sorgt. Dabei baut die Autorin mehrere verblüffende Wendungen ein, die der Geschichte immer wieder neue Anstöße gibt. Klar ist vieles vorhersehbar, doch bei der größten Vorhersehbarkeit macht die Autorin dem Leser einen Strich durch die Rechnung – und die Geschichte wird dadurch sogar noch glaubwürdiger. Ein äußerst interessanter Kniff! Annie Barrows schrieb ihren ersten Roman „Deine Juliet“ zusammen mit ihrer Tante und sorgte für einen Bestseller. Auch dieses Buch wird wohl in die Bestsellerlisten finden, denn es ist sehr einfühlsam und warmherzig geschrieben. Die Aufmachung und das Coverbild sind entsprechend liebevoll gestaltet, so dass man das Buch gerne in die Hand nimmt und sich dabei schnell festliest. Mit seinen gut 600 Seiten ist es ein gewichtiger Schmöker, der manchmal ein bisschen gestrafft werden könnte, alles in allem aber für entspannte Lesestunden sorgt. Eine wunderbare Sommerlektüre!

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  • Eine amerikanische Kleinstadt in den 30er Jahren

    In Liebe, Layla
    Nuigurumi

    Nuigurumi

    10. July 2016 um 23:11

    "In Liebe, Layla" ist für mich ein typisch amerikanischer Roman, der in einer amerikanischen Kleinstadt während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren spielt.Die Senatorentochter Layla weigert sich, standesgemäß zu heiraten und wird von ihrem Vater in die "Verbannung" geschickt, in diesem Fall in das kleine Städtchen Macedonia in West Virginia; dort soll sie die Geschichte der Stadt zu deren 150-Jahr-Feier aufschreiben. Sie wohnt zur Untermiete bei der Familie Romney und bald gilt ihr Interesse nicht nur der Vergangenheit der Stadt, sondern auch der Vergangenheit dieser Familie…Die Geschichte wird mal aus Laylas Sicht erzählt und mal aus der Sicht der 12-jährigen Willa Romney, die am Tag von Laylas Ankunft beschließt, erwachsen zu werden und sich nicht mehr von den Erwachsenen belügen zu lassen – vor allem, wenn es um die Vergangenheit geht.Wenn ich dieses Buch sehr amerikanisch finde, dann liegt das hauptsächlich an der Erzählweise. Das Tempo ist sehr ruhig, fast schon beschaulich, und spiegelt damit das Tempo wider, in dem sich das Leben der Bewohner von Macedonia in der Hitze des Sommers abspielt, in dem Layla dort ankommt. Die Beschreibungen des Wetters, der Menschen, der Häuser, der Gärten, der Stadt usw. nehmen einen großen Teil des Buches ein. Die Erzählweise hat mich an viele andere amerikanische Romane erinnert. Einerseits zieht es das Buch ziemlich in die Länge und manchmal hat es mich ungeduldig gemacht, weil ich lieber gewusst hätte, wie die Handlung weitergeht, aber andererseits sorgt es für eine sehr angenehme Lektüre. Es ist kein Buch, das ich ohne Unterbrechung gelesen habe, da ich ja sowieso nicht wusste, wann es in der Handlung endlich weitergeht, aber ich habe es immer wieder gerne in die Hand genommen, um zur Entspannung zu lesen.Die Handlung, und letztendlich auch die Familiengeschichte der Romneys, ist nichts Weltbewegendes, aber da das Buch 600 Seiten hat, kann man damit für eine Weile in das Leben in Macedonia eintauchen, was ich sehr nett fand.Was mich wirklich gestört hat, war ein Punkt in der Übersetzung: fast alle Frauen und Mädchen in Macedonia werden mit "Süße" angesprochen und das sehr, sehr häufig. In meinem Sprachgefühl kann man nur kleine Mädchen oder seine Frau/Freundin mit "Süße" titulieren", andererseits hat es einen sehr komischen Beigeschmack. Wahrscheinlich steht im Original "Sweetie" oder "Honey", was gerade in den USA völlig normal ist, aber auf Deutsch stört mich dieser inflationäre Gebrauch von "Süße" sehr.

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  • Eine Hommage an die Liebe

    In Liebe, Layla
    Hagazussa

    Hagazussa

    26. June 2016 um 14:38

    Am Anfang hielt ich diesen Roman für einen schönen und stimmigen, im Amerika der 30er Jahre angesiedelten Familienroman. Nachdem ich die Lektüre beendet habe, bin ich jedoch der Meinung, dass dieser Roman hauptsächlich eine Hommage an die Liebe in jeder erdenklichen Form ist:     die bedingungslose Liebe einer Tochter zu ihrem Vater,     die schmerzvolle, unvergessene Liebe einer Frau zu ihrem verstorbenen Geliebten,     die fordernde, einengende Liebe eines Bruders zu seiner kleinen Schwester,     die verpflichtende Liebe der Schwester zu ihrem Bruder,     die mütterliche Liebe der Tante zu ihren Nichten,     die unerfüllte Liebe einer jungen Frau zu einem reifen Mann,     die innige, verbundene Liebe zwischen Zwillingen,     die leise, langsam wachsende Liebe zwischen zwei jungen Menschen. Bereits das Cover des Buches fasziniert auf leise Art. Das Buch ist ein Geschenk, nicht nur im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinne. Mit ein paar Handgriffen ist aus dem Umschlag eine wunderhübsche Verpackung geworden und Platz für eine Widmung ist auch gleich geschaffen. Der Schreibstil aus verschiedenen Sichtweisen trennt sich hauptsächlich in zwei stilistische Formen. Einmal erleben wir die Geschichte aus der Sicht der 12jährigen Willa, die gerade im Begriff ist die Kindheit zu verlassen und die Welt der Erwachsenen zu entdecken, mit ungeahnten Folgen für die ganze Familie. Zum anderen wird die Geschichte in weiten Teilen als Briefkorrespondenz von Layla erzählt. Beide Erzählweisen haben trotz ihrer Gegensätzlichkeit, ihren eigenen Charme, die direkte und unverfälschte eines Kindes ebenso wie die voyeuristische eines Briefromans. Dieser Roman entführt in eine andere Welt, er fesselt auf leise Art. Er „entschleunigt“ Das ist kein Buch, das man einfach mal so weg liest. Man muss sich darauf einlassen, in die Welt eintauchen und den leisen Tönen lauschen. Dann hat man das Gefühl, abends mit Jottie auf der Veranda sitzen zu wollen und Eistee schlürfend den Tag Revue passieren lassen.

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  • In Liebe, Layla

    In Liebe, Layla
    buchernarr

    buchernarr

    25. June 2016 um 17:45

    Layla, Tochter eines reichen und einflussreichen Senators, wächst gut behütet auf und kann sich eigentlich auf ein sorgenfreies Leben freuen. Doch es kommt anders, denn Layla fällt in Ungnade indem sie ihrem Vater nicht zustimmt, der ihr einen Verlobten zur Heirat erzwingen möchte und somit entzieht er ihr alle finanziellen Möglichkeiten. Nun muss sie wie alle anderen Normalsterblichen, arbeiten um ihre Brötchen zu verdienen. Sie zieht in die amerikanische Kleinstadt Macedonia in West Virginia um, wo sie anlässlich eines Jubiläums ein Buch über die Geschichte des Städchens schreiben soll. Langsam findet sie Gefallen an ihrem neuen Leben und vor allem als die Felix kennenlernt denkt sie gar nicht mehr daran, in ihr altes Leben zurückzukehren. Sie lernt das Land und deren Leute kennen und lieben und entwickelt sich von einem verwöhnten Mädchen zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau. Die immer wechselnden Erzählstränge, von der Briefkorrespondenz zu den Beschreibungen seits des Kindes, in denen Layla als Untermieterin wohnte, deren Tante, welche die Schwester von Felix darstellte, erfordeten schon die ganze Aufmerksamkeit des Lesers aber die Handlucg war sehr interessant und bildreich beschrieben, somit wollte ich das Buch gar nicht aus den Händen lassen. Die Lebensgeschichten verschiedener Personen werden im Laufe des Buches erzählt, man fiebert mit deren Schicksalen mit und ist froh über so manche Wendungen. Mir hat das Buch ausgepsorchen gut gefallen, in ein paar Passagen war es manchmal ein wenig langatmig aber durchaus nicht langweilig und die Spannung sowie der Schreibfluss nahmen schnell wieder die Überhand. Vier Sterne von mir und eine klare Leseempfehlung. 

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  • Die Geschichte plätschert nur vor sich hin

    In Liebe, Layla
    gesil

    gesil

    21. June 2016 um 06:47

    Die verwöhnte Senatortochter Layla Beck kommt nach Macedonia, um zu dessen 150-Jahresfeier ein Buch über das kleine Städtchen zu schreiben. Während ihrer Recherche lernt sie nicht nur die Menschen der Stadt besser kennen, sondern kommt auch einem Geheimnis aus der Vergangenheit in ihrer Vermieterfamilie auf die Spur. „In Liebe, Layla“ von Annie Barrows ist als Taschenbuch im btb-Verlag erschienen und mit 608 Seiten ein richtig dicker „Schmöker“. Der deutsche Titel ist meiner Meinung nach nicht gut gewählt, denn es geht in erster Linie um die Bewohner Macedonias - insbesondere um die Familie Romeyn. Der Klappentext klang nach einer turbulenten Geschichte, doch der Roman kommt recht leise daher und ich musste mich teilweise dazu drängen, ihn weiter zu lesen. Schwierigkeiten bereitete mir unter anderem, dass die Autorin die junge Willa Romeyn als Ich-Erzählerin auftreten lässt, während ansonsten die Stimme des allwissenden Erzählers zu hören ist. Da musste ich ab und an schon überlegen, wer da eigentlich gerade erzählt bzw. von wem die Rede ist. Auch überforderten mich die vielen Bewohner Macedonias: Zum einen jene, die Layla zu Recherchezwecken aufsucht, aber auch, dass viele in irgendeiner Weise mit der (unausgesprochenen) Vergangenheit der Geschwister Jottie und Felix Romeyn zu tun haben. Da wäre meiner Ansicht nach weniger mehr gewesen. Ansonsten plätschert die Geschichte lange Zeit vor sich hin und ich stellte mir dann und wann die Frage, worauf das alles hinauslaufen sollte. Interessant zu lesen waren hingegen die Fragmente aus Laylas Buch, die zwischendurch immer mal eingestreut wurden und die Geschichte auflockerten. Zum Ende hin hätte die Story noch einmal Fahrt aufnehmen können, doch letztlich löst sich gerade der Konflikt unter den Geschwistern irgendwie in Wohlgefallen auf und mir als Leser bleibt ein fader Nachgeschmack, wozu der Roman nun eigentlich gut war.

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  • Eine ansprechende historische Geschichte - durchhalten!

    In Liebe, Layla
    Lesegenuss

    Lesegenuss

    19. June 2016 um 22:35

    Macedonia, eine Kleinstadt in West Virginia, feiert im Jahr 1938 ihr hundertfünfzigstes Jubiläum. Für den Bürgermeister Grund genug, dieses mit einem eigenen Geschichtsbuch zu würdigen. Layla Beck, Tochter des Senators Grayson Beck in Washington, lehnt den Heiratsantrag von Nelson, dessen Familie extrem reich, in ihren Augen aber einfach nur langweilig ist. Layla begeht gegenüber ihrem Vater den Fehler, die Aussage zu tätigen, sie könne keinen Mann respektieren, der nicht arbeitet. Daraufhin wird sie "enterbt" und ist auf Staatliche Fürsorge angewiesen. Durch ihren Onkel erhält sie den Job in Macedonia als Stadtschreiberin zu arbeiten. Diese Art von Projekten wurden vom Staat gefördert. Bei der Familie Romeyn wird sie für den Zeitraum von einigen Monaten zur Untermiete wohnen. Diese kann das Geld gut gebrauchen. Wer "Deine Juliet" gelesen hat, merkt gleich zu Beginn an, dass auch in ihrem neuesten Buch die Autorin teilweise wieder in Briefform schreibt. Aber nicht so wie bekannt. So sehr Layla sich anfangs gegen den Aufenthalt und ihre Aufgabe dort sträubt, doch mit der Zeit ändert sich das. Auch die sonst so zurückhaltenden Bewohner öffnen sich. Denn dort gibt es einiges an Überraschungen. Die Geschichte wird von drei Personen erzählt. Die Familie Romeyn setzt sich aus mehreren Personen zusammen. Da ist Jotti, die Tante der elfjährigen Willa und der neunjährigen Bird, Felix, deren Vater und Bruder von Jotti, ist viel beruflich unterwegs. Deswegen wachsen die Mädels bei der Tante auf. Und dann sind da noch zwei Tanten. Willa und Layla, obwohl beide Jahre trennen, in der Geschichte wird deutlich, wie sie erwachsen werden und mehr denn je Distanz zu ihrem Vater schaffen. Zeitweise fand ich allerdings die Sprache von Willa nicht dem Alter entsprechend. Aufgelockert wird die Handlung immer wieder durch Briefe und das war auch gut so. Zeitweise zogen sich die Absätze dermaßen in die Länge, sehr zähflüssig. Umso interessanter wird es dann, als die Familiengeschichte der Romeyn mehr denn je ins Zentrum des Geschehen gerät. Allerdings brauchte es echt Zeit, um in die Handlung hineinzufinden. Mit dem Cover als auch der Aufmachung des Buches hat sich der Verlag wirklich etwas besonderes einfallen lassen. Es ist wie eine Art Geschenkkarton aufgemacht. Ansprechend die Blüten und optimal die Platzierung des Titels. Der Poststempel könnte schon als kleiner Hinweis auf die Briefe im Roman deuten. Wer sich für diese Art von Familiengeschichten interessiert, den erwartet ein eher ruhiges Buch ohne großartige Spannung. Auch wenn die Geschichte von Macedonia frei erfunden ist, könnte es so geschehen sein.  Ich gebe meine Leseempfehllung. Von der Idee her fand ich es interessant, auch wenn es ein paar kleine Kritikpunkte gibt. Leider muss ich aber sagen, dass mir "Deine Juliet" besser gefallen hat. Dieser Roman war etwas zu langatmig, weniger Seiten wären besser gewesen. Doch ab der zweiten Hälfte wird es besser. Es ist halt ein anderes Buch ☺

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  • In Liebe, Layla - Geheimnisse die dann keine mehr waren.

    In Liebe, Layla
    oztrail

    oztrail

    18. June 2016 um 15:22

              Klappentext- Inhaltsangabe:Sommer 1938: Layla Beck, Senatorentochter aus Washington, wird nach einer geplatzten Verlobung von ihrem Vater enterbt und in das verschlafene Örtchen Macedonia in West Virginia geschickt, wo sie als Stadtschreiberin fungieren soll.Layla tobt vor Wut, in ihren Augen kann sie dort nur völlig verrückt werden vor Langeweile. Und so erreicht sie die Stadt mit nur einem Ziel: so schnell wie möglich wieder von dort zu verschwinden. Die Geschichte des kleinen Ortes scheint für dieses Vorhaben auch bestens geeignet zu sein, denn sie ist äußerst kurz und ereignislos. Doch als Layla ihr Zimmer im Haus der Romeyns bezogen hat und die Bewohner näher kennenlernt, wird ihr schnell bewusst, dass das Leben dort einige Überraschungen für sie bereithält. Auch hinter der Fassade der altehrwürdigen Strumpfwarenfabrik scheint mehr zu stecken, als man ihr anfangs sagen will. Und am Ende wird Layla nicht nur die Geschichte der Stadt, sondern auch die von manchen Bewohnern kräftig durcheinanderwirbeln und völlig neu schreiben.Das Cover  als Geschenkverpackung gestaltet finde ich außerordentlich gelungen. Das hebt sich mal von der breiten Masse ab.  Wenn es für das Cover Extrapunkte zu vergeben gibt, nehme ich die sofort in Anspruch.Mein Fazit:Ein Roman über einen Ort, über die Bewohner des Örtchens über die alteingesessenen Familien, wobei jede als erste Familie gelten möchte. Über eine verwöhnte Seniorentochter, die von jetzt auch gleich für ihren Lebensunterhalt selber aufkommen muss. Als Stadtschreiberin in dem kleinen Ort Macedonia, soll sie die Geschichte der Stadt dokumentieren. Es werden  Geheimnisse aufgedeckt,  obwohl  sie besser verborgen geblieben, werden.  Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Willa Romeyn  unterbrochen durch die Briefe die Layla Beck sendet und auch erhält.  Diese Idee der Erzählweise finde ich persönlich gut gelöst.  Ein doch spannendes Buch, was ich so nicht erwartet hätte. Kann eine klare Leseempfehlung aussprechen.       

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  • Kleinstadt-Trubel von 1938

    In Liebe, Layla
    Lealein1906

    Lealein1906

    14. June 2016 um 17:58

    Ich gebe „In Liebe, Layla“ vier Sterne. Am Anfang kam mir die Geschichte ein bisschen langwierig vor, aber dann hat sie mich doch völlig in den Bann genommen. Es geht um die Senator-Tochter Layla, die in ein kleines Städtchen in West Virginia geschickt wird, weil sie nicht den Mann, den ihre Eltern für sie vorgeschlagen haben, heiraten wollte. Dabei trifft sie auf die Familie Romeyn, die ihr wieder erwarten eine Familie sein werden, mit denen sie Liebe und Leid erfährt und in der es allerlei Geheimnisse zu lüften gibt. Mir gefällt vor allem die Entwicklung, die Layla durchmacht, aber auch wie die ganze Atmosphäre in der Familie beschrieben wird. Mir hat gefallen, dass die Geschichte aus vielen verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, so gibt es immer wieder neue Sachen zu entdecken und gerade die Kapitel aus der Sicht der kleinen Willa habe ich sehr genossen. Lob und Kritik zugleich gibt es für die Abschnitte, in denen in Briefform berichtet wird. Die Idee finde ich sehr schön, weil sie die Geschichte auflockern und einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt Layla zulassen. Und auch, dass es mal ein Brief, mal ein Telegramm ist, finde ich sehr schön. Der Kritikpunkt ist (gerade bei den längeren Briefen), dass immer erst am Ende erkenntlich wird, wer die Nachricht geschrieben hat, das verwirrt manchmal etwas, das müsste meiner Meinung nach immer schon im Briefkopf deutlich werden. Die Charaktere sind sehr vielschichtig und gut entwickelt, es ist wirklich ein bunter Mix aus Charakteren, die gekonnt Großstadt- und Kleinstadt-Klischees vermischen, genau, was so eine Geschichte braucht. Mir gefallen die kleinen Highlights und Abenteuer, die in die große ganze Geschichte eingearbeitet werden. Vier Sterne für eine gelungene Geschichte, die sich aber aufgrund der Länge manchmal etwas zu sehr hinzieht.

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  • schöner Schmöker

    In Liebe, Layla
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    11. June 2016 um 19:34

    Dieses Buch mit dem wundervollen Cover und dem reizenden Titel ist perfekt für alle Leserinnen, die dicke Wälzer mögen. Und mit seinen 600 Seiten ist das Buch wahrlich ein Zeitfresser, aber einer, der sich lohnt.Es beginnt im Sommer 1938, einer Zeit, in der auch ich gerne in den USA gelebt hätte. Layla, die Senatorentochter vom Titel, wird nach einer geplatzten Verlobung von Papi enterbt und muss nun in Macedonia, einem verschlafenen Nest in West Virginia als Stadtschreiberin fungieren. Das findet sie natürlich ganz toll...Und ich finde dieses Buch ganz toll. Zu Beginn gibt es einen Stammbaum der Familie Romeyn - sie nehmen Layla bei sich auf. Das hilft ungemein bei der Orientierung und gibt einen dicken Pluspunkt.Zudem mag ich die Briefe, die ab und zu mal eingestreut werden.Am besten gefallen mir aber die weiblichen Figuren, die ganz herrlich beschrieben werden: Layla, Jottie, Willa und Bird. Ich wünschte manchmal, ich hätte auch im Jahr 1938 in so einer Familie gelebt.Der Schreibstil ist einzigartig, irgendwie unbeschreiblich... Es macht einfach Spaß das Buch zu lesen, während ein richtiger Film vor dem inneren Auge abläuft. Ich kann mir so gut vorstellen, wie es in Macedonia aussieht und vor allem wie die Figuren aussehen!

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  • Starker Anfang, ein schwacher Mittelteil und ein Ende, welches einen nicht so richtig umhaut.

    In Liebe, Layla
    Johannisbeerchen

    Johannisbeerchen

    08. June 2016 um 20:56

    Angefixt durch das wunderschöne Cover und die Kurzbeschreibung erwartete ich eine Geschichte, die mich sofort in ihren Bann reißt und nicht mehr los lässt. Layla hat einen Heiratsantrag abgelehnt und wird daraufhin von ihrem Vater dazu gedrängt, sich eine Arbeit zu suchen. Sie landet durch ihren Onkel beim Federal Writers Projekt und soll die Geschichte des Dorfs Macedonia niederschreiben. Sie kommt bei Jottie, derem Bruder Felix und dessen Töchter Bird und Willa unter und ist bald nicht nur der Stadt, sondern auch Felix verfallen. Aber Layla muss feststellen, dass man manchmal hinter die Fassaden blicken muss, um die ganze Wahrheit zu erfahren. Der Einstieg fiel mir denkbar leicht. Ich war sofort von der Geschichte. Es beginnt mit einigen Briefen an und von Layla und von deren Umfeld und wie sie anschließend nach Macedonia kommt. Zusätzlich haben wir noch Kapitel aus Willas und aus Jotties Sicht und so haben wir eine gute Mischung und bekommen viel mit. Aber irgendwann ist man bei Seite 200 und die nächsten 200 Seiten ziehen sich extrem. Es ist langatmig und die Autorin hätte gut und gerne 300 Seiten kürzen können. Mir war es echt zu viel außenrum. Auch das Ende konnte nicht überzeugen. Natürlich hat man schon vorher eine Ahnung, aber sie hat sich eben genauso bewahrheitet und dann die letzten Seiten haben es mir nochmal richtig verdorben, weil die Charaktere Entscheidungen treffen, die ich nicht verstehe und auch nicht mag. Willa ist ein junges Mädchen und Layla eine junge Frau. Beide kapseln sich im Buch mehr oder weniger von ihren Vätern ab und aus dem flügge werden hätte man viel mehr machen können. Gerade bei Willa war da so viel Potenzial als sich der geliebte Vater als Schuft entpuppt. Aber auch Jottie hat die Möglichkeit die Vergangeheit hinter sich zu lassen und sich der Zukunft zu widmen. Schade, dass sie sich letztlich so entschieden hat. Der Schreibstil ist leicht und einfach. Kurze Sätze, wörtliche Rede. Allerdings schweift die Autorin ab und an ab und man erhält allerhand unnötige Informationen. Fazit: Starker Anfang, ein schwacher Mittelteil und ein Ende, welches einen nicht so richtig umhaut.

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  • Sehr toll!! Lesevergnügen pur!

    In Liebe, Layla
    Sonntag16

    Sonntag16

    07. June 2016 um 18:19

    Zunächst einmal sticht einem das schön gestaltete Cover in die Augen. Auch der innere Einband und die erste Seite, die passend zum Titel als Briefumschlag gestaltet ist, gefallen mir sehr gut und entsprechen dem Inhalt der Geschichte. Bevor es dann richtig los geht, bekommt der Leser die Möglichkeit sich den Stammbaum der Familie Romeyn anzuschauen. Für die ersten Kapitel ist dies recht hilfreich, da man ziemlich schnell mit vielen verschiedenen Namen und Charakteren konfrontiert wird und so einen Überblick behalten kann. Im weiteren Verlauf der Geschichte ist der Stammbaum nicht mehr nötig, aber eine schöne Idee der Autorin. Kurz und knapp gesagt, geht es in diesem Roman um eine Familie, eine Stadt und eine Senatorentochter. Diese heißt Layla Beck und wird von ihrem Vater in die Kleinstadt Macedonia nach West Virginia geschickt um im Rahmen eines Schriftstellerprojekts die Geschichte Macedonias aufzuschreiben. In dieser Zeit wohnt die 20-Jährige bei der Familie Romeyn. Diese besteht aus dem Vater Felix, mit seinen beiden Töchtern Bird (9 Jahre alt) und Willa (12 Jahre alt), seiner Schwester Jottie, die sich um die beiden Kinder kümmert, sowie aus den Zwillingsschwestern Mae und Minerva. Layla lernt in dieser Zeit unabhängig von ihrer Familie zu sein und „erwachsen“ zu werden. Die Familie Romeyn hat sich mit ihrem „Familien“-Geheimnis auseinanzusetzten und Willa taucht in eine Welt voller Geheimnisse und Geschichten ein. Wie bereits angedeutet, treten in den ersten Kapiteln viele verschiedene Personen gleichzeitig auf. Sodass der Leser noch nicht in einen Lesefluss kommt und die ersten 35 Seiten sich eher langatmig erstrecken. Zu diesem Zeitpunkt ist dem Leser auch noch kein zentrales Thema der Geschichte klar und auch nicht, auf welchen Punkt die Geschichte hinauslaufen wird. Bald danach kann der Leser die Verbindungen herstellen und gelangt mitten ins Geschehen. Erzählt wird durch wechselnde Ich-Erzählerinnen, wie Willa, Layla und Jottie. Des Weiteren erfährt der Leser ebenfalls einiges durch Laylas Briefwechsel mit ihrer Familie, Auftraggebern des Geschichtsbuches und Freunden. Diese abgedruckten Briefe sind eine tolle Idee, da sie stückchenweise Informationen freigeben, die der Leser sich im Zusammenhang mit den Antwortbriefen selbst zusammenreimen kann. Manche Briefe sind unter anderem eher 'geschwollen' formuliert, sodass der Schreibstil für die damalige Zeit und Verhältnisse sehr authentisch wirkt. Ferner werden Teile des Geschichtsbuch, die Layla schreibt, eingeschoben. Auch das hat mir sehr gut gefallen und sie sind ganz und gar nicht langweilig. Zudem kann man beobachten, dass Layla beim Schreiben Fortschritte macht und sich sprachlich verbessert. Ein weiteres abwechslungsreiches Schreibmittel ist, dass zwischendurch immer wieder kleine Teile aus Jotties Erinnerungen in die Geschichte eingefädelt werden, wie kleine Flashbacks. Was mir jedoch nicht ganz klar ist, ist, warum der Titel „In Liebe, Layla“ lautet. Sicherlich passt es damit zusammen, dass Laylas Briefe aufgegriffen werden und sie mit eben diesem Wortlaut enden. Auch verliebt sich Layla und verabschiedet sich quasi von ihrem 'alten' Leben....doch für einen Titel scheinen mir das zu flache Begründungen zu sein. Mal abgesehen davon, dass der Titel gut klingt und an sich schön wirkt. Jedoch kann man nicht behaupten, dass Layla DIE zentrale Figur der Geschichte wäre. Dies ist unter anderem ein weiterer Punkt, der den Roman zu so einem guten macht: Es gibt nicht eine oder zwei Hauptfiguren, um die und deren Handlungen sich die Geschichte rankt, sondern es sind fünf und einige wichtige Nebenfiguren, dessen Zusammenspiel das Zentrale ist. Im Endeffekt ist der Roman so schnell durchgelesen, dass es einem ganz und gar nicht wie eine 600 Seiten lange Geschichte vorkommt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. An manchen Stellen baut die Autoren sehr gewitzte und auch tiefsinnigere Sätze ein, über die man kurz schmunzeln oder nachdenken muss. Gerade das hat mir besonders gut an diesem Buch gefallen. Zwei Beispiele hierfür: -„[...] ich bin auch nicht besser als eine Zofe in einem viktorianischen Roman, die sich von den Versprechen des verwegenen Sohns auf Respektabilität verführen lässt.“ (S. 250) -„Ich habe gelernt, dass Geschichte die Autobiographie des Historikers widerspiegelt, dass nur ein Narr die Vergangenheit missachtet und dass Loyalität nicht zwangsläufig bedeutet, immer einer Meinung zu sein , sondern seine Meinung für die Menschen, die man liebt, lautstark kundzutun.“ (S. 571) Der Hintergrund, warum Layla in die „Provinz“ nach Macedonia geschickt wird ist, dass ihr Vater einen Ehemann für sie ausgesucht hat, sie diesen aber für einfältig und eingebildet hält, ihn nicht heiraten will und sich damit dem Willen ihres Vaters, dem Senatoren in Washington D. C., widersetzt. Durch ihre Mitarbeit an dem Schriftstellerprojekt gehört sie dann quasi der arbeitenden Klasse an und muss auch noch in einer Kleinstadt auf dem Lande leben. Neben dem Abgrenzungsprozess, den Layla während der Geschichte durchläuft, werden indirekt auch die damaligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten thematisiert. Die Autorin hat dies sehr gut historisch recherchiert und ganz beiläufig, aber authentisch in die Geschichte einfließen lassen. Neben der Entwicklung die Layla durchmacht, kommt natürlich auch die bildliche Beschreibung der Figuren nicht zu kurz. So wird Layla als junge Frau mit „schimmernden, dunklen Locken“ und „großen, braunen Augen“ als „adrett“ und „gebildet“ beschrieben. Für den Leser mag es sich zunächst nicht besonders interessant anhören, dass es in diesem Roman auch um die Geschichte einer Stadt geht. Genauer betrachtet besteht die Geschichte einer Stadt aus den Geschichten einiger Menschen, die in einem bestimmten Raum zusammen leben. Dadurch wird die Geschichte Macedonia's auch ganz und gar nicht langweilig. Der Leser entdeckt in jedem neuen Kapitel Einzelheiten von den Geschichten der Macedonier, die er versucht zusammenzusetzen und so zu einem Ganzen und der Lösung des Rätsels zusammenzufügen. Dass dieser Aspekt des Romans nicht langweilig ist, zeigen folgende Zitate von Layla: - Layla fragt Felix, warum der Stadtrat ein Geschichtsbuch über Macedonia haben will. Darauf antwortet Felix: „Vermutlich wollen die Macedonier den Anschein von Ehrbarkeit geben. Beständigkeit und Standhaftigkeit und all das.“ „Wissen Sie, was ich denke?“ fragte Layla. „Ich glaube, die Geschichte soll zeigen, dass das, was sie jetzt sind, unausweichlich war.“ (S. 174) - „In Macedonier, West Virginia, habe ich mit niemandem wie ihm gerechnet, was wohl zeigt, wie engstirnig ich bin. Ich habe nicht unbedingt mit lüsternen Steckrübenfarmern gerechnet, aber mit etwas in der Art. Jedenfalls mit Hinterwäldlern. Stattdessen habe ich eine Kleinstadt vorgefunden, die wie jede andere Kleinstadt aussieht, mit breiten Straßen, alten Ulmen, weißen Häusern und einem mitgenommenen, ausgestorbenen Marktplatz in der Mitte – und alles brodelt vor weißglühender Leidenschaft und griechischer Tragödie.“ (S. 225) - „Sie wollte, dass 'Die Geschichte von Macedonia' die Langweiler verschmähte und die Geistreichen amüsierte, die Romeyns beförderte und die Parker Davieses scharf zurechtwies und belegte, dass sie, Layla Beck, alles gesehen hatte, wofür die anderen blind gewesen waren.“ (S.234) Zu den Charakteren: Jottie: Sie ist die Schwester von Felix und damit die Tante von Willa und Bird. Sie versucht um jeden Preis nach außen hin ein gutes Bild zu wahren. Sie liebt ihre Familie und besonders die zwei Mädchen sehr, um die sie sich hauptsächlich kümmert. Dementsprechend versucht sie die Familie vor allem Schlechten zu schützen. Die Mutter der beiden Mädchen ist von Felix geschieden und lebt mit einem anderen Mann an einem anderen Ort zusammen. Als junges Mädchen war Jottie in Vause verliebt, der bei einem tragischen Feuerausbruch in der Firma ihrer Eltern umgekommen ist. Unter diesem Verlust litt sie sehr schwer. Es werden keine expliziten Andeutungen gemacht, jedoch hatte ich beim Lesen öfters den Eindruck, als könnte Willa womöglich Jottie und Vause's Tochter sein. Ein Geheimnis, das nicht gelüftet wird oder eine Fehlinterpretation meinerseits ist. Felix: Er hat zwei Töchter, Willa und Bird, die er sehr liebt. Jedoch ist es ihm nicht so wichtig viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Er ist voller Geheimnisse und für die Menschen in seinem Umfeld und den Leser ist er schwer einzuschätzen, da man nicht weiß, was wahr und was nicht wahr ist. Zudem hat er etwas an sich, dass seine Mitmensch, besonders die Frauen, in seinen Bann zieht. Durch seine Ausstrahlung und sein Charisma scheint er immer alles zu bekommen, was er will. Er jedoch macht sich nicht viel aus den Frauen, die sich so leicht in ihn verlieben und spielt ein wenig mit den Menschen. Hierzu folgendes Zitat: „Felix machte sich nichts aus Frieden. Er zerstörte Frieden, wo immer er ihn fand, zerschlug ihn, als würde er Spinnweben durchtrennen – oder etwas Zartes, etwas, das er überhaupt nicht spürte.“ (S. 333) Ein weiteres Geheimnis ist Felix Beruf. Er ist sehr oft unterwegs, manchmal auch mehrere Tage und niemand weiß so genau wo er sich befindet. Es gibt das Gerücht, dass er Alkohol schmuggle, was in Macedonia illegal ist. Jedoch wird dies zum Ende der Geschichte hin wieder infrage gestellt und Felix bleibt ein Misterium. Zudem kursiert unter manchen Stadtbewohnern das Gerücht, dass er damals die Firma seiner Eltern angezündet und Vause getötet habe. Willa: Sie ist 12 Jahre alt und die Tochter von Felix. Sie vergöttert ihren Vater und liebt Jottie über alles. Sie liest sehr viel und spioniert ihrer Familie und den Stadtbewohnern hinterher, um Geheimnisse über diese heraus zu bekommen. Dabei hat sie viel Fantasie und einen guten Spürsinn. In der Erwachsenenwelt gilt sie als Kind und wird auch so behandelt, sodass viele Geheimnisse von ihr fern gehalten werden. Hier wird deutlich, dass Kindheit damals etwas ganz anderes bedeutete als heutzutage. Des Weiteren ist Willa eifersüchtig auf Layla, da diese so viel Zeit mit Felix verbringt. Zum Ende hin enttarnt Willa ein Geheimnis und muss erfahren wie sich dieser Umstand anfühlt und zieht ihre Konsequenz daraus. Hier ein paar Fragen, die mir im Laufe des Lesens in den Sinn gekommen sind, zum Schluss jedoch beantwortet wurden: - Was macht es mit einem Kind/ dem Charakter von Willa, als sie erfährt, dass ihr idealisierter und erhöhter Vater so etwas gesellschaftlich Unansehnliches tut? - Warum versucht Felix Jottie den Umgang mit Sol auszureden? Sind seine Absichten eigennützig oder versucht er Jottie zu schützen? - Wird Felix Unrecht getan oder hat er Vause wirklich getötet? - Kann eine Beziehung trotz gegenseitiger familiärer Spannungen aus der Vergangenheit funktionieren? Was ist dann mit der Dankbarkeit und in der Schuld der Familie stehen und Loyalität? - Man konnte sich damals schon Scheiden lassen?! Ein letzter positiver Punkt ist, dass der Roman mit einem Stadtfest in Macedonia beginnt und mit einem endet. Das macht die Geschichte zu einer runden Sache und rückt die Menschen der Stadt in den Fokus, anstatt ein paar der Figuren herauszustellen. Kurzes und knappes Fazit: - kein Liebesroman, mehr als ein historischer Roman - gut recherchierte historische Gegebenheiten - sehr gut ausgebaute, interessante und authentische Charaktere - nicht idealisiert und unrealistisch - gut und schnell zu lesen - beim Leser wird Neugierde über die Geheimnisse der Stadt geweckt und man rät selber mit, dabei sind die Lösungen nicht offensichtlich - Ende ist nicht vorhersehbar - bringt den Leser an manchen Stellen zum Nachdenken über bestimmte Themen - sehr abwechslungsreich gestaltet (Fließtext, Briefe, „Flashbacks“, Auszüge Geschichtsbuch Macedonia) - Titel? - Themen: Ablösung vom Elternhaus, zwei Seiten von Geheimnissen, jeder trägt seine Geschichte mit guten und schlechten Aspekten, Vergebung-Akzeptanz-Hass, „Gut“ und „Böse“ sind Teil jeden Charakters - top Buch, hat mir sehr gut gefallen, deshalb 5 von 5 Sternen Drei abschließende Zitate: - „Das Einzige, was uns die Zeit lässt, ist die Entscheidung […] ob wir einander hassen oder nicht.“ (S. 597) - „Die Wahrheit über andere Menschen ist ein Fass ohne Boden. Du versuchst deine Vorstellungen von Ihnen zu zementieren, und dann erstickst du an dem Klumpen, den du geformt hast.“ (S. 601) - „Wir alle betrachten eine Geschichte nach unserem eigenen Gutdünken. Keiner von uns ist objektiv. Man muss auf der Hut sein, was die eigenen Quellen betrifft.“ (S. 233)

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  • In Liebe Layla

    In Liebe, Layla
    karin66

    karin66

    03. June 2016 um 19:11

    Das wunderschöne Cover und der Titel des Buches haben mich sofort in Bann gezogen.  Auch die Leseprobe hat mich dazu angeregt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Der Schreibstil ist sehr angenehm und fließend. Die einzelnen Charaktere sind sehr vortrefflich gewählt. Schon nach nur wenigen Seiten galt meine komplette Sympathie der jungen Senatorentochter Layla Beck aus Washington.Diese sollte nach dem Willen ihrer Eltern einen Mann heiraten, den sie jedoch nicht geliebt hat. Layla widersetzt sich den Plänen ihrer Eltern und wird dann von ihrem Vater sozusagen strafversetzt und enterbt. In Macedonia soll sie als Stadtschreiberin fungieren und dort dessen Geschichte aufschreiben.Leider konnte das Buch meine Erwartung, die ich nach der Leseprobe in das Buch hatte in keinster Weise erfüllen. Die ganze Geschichte war sehr langatmig zu lesen und ich musste mich regelrecht dazu zwingen, das Buch noch zu beenden. Von einem Lesevergnügen kann keine Rede sein. Auch hatte ich eher erwartet, dass die Geschichte mehr von Layla und ihrem Leben handelt, auch hier wurde ich enttäuscht.Schade, denn die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und sie hätte auch mehr Potential gehabt.

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  • Rezension zu "In Liebe, Layla" von Annie Barrows

    In Liebe, Layla
    tigerbea

    tigerbea

    03. June 2016 um 11:46

    Nachdem Layla die von ihrem Vater, einem Senator aus Washington, arrangierte Verlobung verweigert, wird ihr jede Unterstützung von ihm verweigert. Stattdessen schickt er sie in die Kleinstadt Macedonia in West Virginia. Dort soll sie als Stadtschreiberin ihr eigenes Geld verdienen. Trotzig, voller Vorurteile und auch mit einer Portion Standesdünkel kommt Layla in dem kleinen Ort an. Die Anpassung fällt ihr schwer, doch nach einiger Zeit merkt sie, daß auch dieser kleine Ort durchaus interessante Geschichten für sie bereit hält. Auch die Menschen dort sind nicht so langweilig, wie sie anfangs gedacht hat. Ich bin mit großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen und wurde sehr enttäuscht. Die Geschichte zog sich wie Kaugummi dahin. Die Briefe zwischendurch sind wahrscheinlich für die Handlung nicht unwichtig, stören aber den Ablauf und den Lesefluß enorm.Ich kam einfach nicht in die Geschichte hinein, die Charaktere blieben mir fremd und es kam keinerlei Bezug weder zu den Charakteren noch zur Handlung auf. Ich fand es einfach nur ermüdend zu lesen.

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  • In Liebe, Layla – Blieb leider hinter meinen Erwartungen zurück

    In Liebe, Layla
    Nicky_G

    Nicky_G

    Layla Beck überwirft sich mit ihrem Vater, einem Senator in Washington, und wird nach Macedonia geschickt, einem kleinen Ort in West Virginia. Hier soll sie die Stadtgeschichte in einem Buch festhalten. Da sie nur über geringe finanzielle Mittel verfügt, kommt sie als Untermieterin bei der Familie Romeyn unter, einem wunderlichen, bunt zusammengewürfelten Haufen. Die Geschwister Jottie und Felix leben mit seinen beiden Töchtern Willa und Bird unter einem Dach, aber es gibt auch noch die Zwillingsschwestern Minerva und Mae sowie Bruder Emmett. Nach und nach lernt Layla die Familie kennen und merkt, dass es nicht nur ein Geheimnis zu geben scheint. Besonders Felix umgibt eine charmante, aber auch geheimnisvolle Aura. Wer glaubt, dass Layla die Hauptperson des Buches ist, der täuscht sich. Trotz des Titels spielt sie eher eine Nebenrolle, auch wenn zu Beginn ihre Korrespondenz verwendet wird, um die Einleitung zu präsentieren. Das ist abwechslungsreich und gut gemacht, so dass man die unterschiedlichen Blickwinkel kennenlernt, denn Willa wirkt als Ich-Erzählerin in einigen Passagen. Das reizt am Anfang ungemein und bereitete mir großen Lesegenuss, auch dass Geheimnisse und Heimlichkeiten der Protagonisten  angedeutet werden, steigerte die Spannung. Dann aber verpufft das Ganze irgendwie. Ich hatte das Gefühl, dass man die Geschichten den Personen aus der Nase ziehen musste, was auf die Dauer anstrengend war. Es gibt Andeutungen und Blicke, die man sich zuwirft, aber als Leser fühlt man sich allzu sehr außen vor, als dass man wirklich in die Geschichte eintauchen könnte.  Man kommt der Spannung näher, sie steigert sich und dann: passiert nichts. Das ist ermüdend und hat mich zuweilen auch verärgert. Der Mittelteil zog sich für mich deswegen ziemlich, weil ich endlich wissen wollte, um was es nun geht. Wohin würden mich die Charaktere und ihre Geschichten führen? Welche Geheimnisse gibt es? Wer hat wen belogen, wer hat was verborgen? Meine Fragen und Spekulationen wurden immer wilder, so dass ich vom Ende regelrecht enttäuscht war, weil ich einfach mehr erwartet hatte, so dass es mir eher platt erschien. Allerdings gibt es einige Textstellen, die mir gut gefallen haben, auch das Layout des Buches ist innovativ und toll gestaltet.  

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